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Sony Ericsson Xperia Arc im Test

Montag, 18.04.2011 | 10:39 von Yvonne Göpfert
Das Sony Ericsson Xperia Arc kommt mit 4,2-Zoll-Display, Android 2.3 und 8-Megapixel-Kamera. PC-WELT hat getestet, ob die vielversprechende Ausstattung hält, was sie verspricht. Alle Details finden Sie in diesem Test.
Sony Ericsson Xperia Arc im Test
Vergrößern Sony Ericsson Xperia Arc im Test
© 2014

Das Sony Ericsson Xperia Arc hat seinen Namen der konkaven, also leicht nach innen gebogenen Rückseite zu verdanken. Arc ist französisch und bedeutet Bogen – daher der Name des Handys. Anfangs ungewohnt, doch je länger Sie das Sony Ericsson Xperia Arc nutzen, um so mehr werden Sie diese Bauform mögen. Denn damit liegt das Mobiltelefon gut in der Hand. Zudem beult es die Hemdentasche weniger aus. Schade, dass das Handy komplett aus Kunststoff besteht, ein wenig Metall für mehr Eleganz hätte diesem Edelgerät gut getan.

Die besten Android-Smartphones im Test

Das Display des Sony Ericsson Xperia Arc ist mit 4,2 Zoll Bilddiagonale eines der größten am Markt. Schärfe und Kontrast werden bei Sony Ericsson mit der Bravia-Bildverbesserung optimiert, die Sony bei seinen HD-Fernsehern nutzt. Das klingt vielversprechend, doch im Test können wir keine deutlich bessere Schärfe oder höheren Kontraste betätigen als sie vergleichbare Android-Smartphones bieten: Einem Super-AMOLED von Samsung kann das Bravia-Display des Sony Ericsson Xperia Arc nicht das Wasser reichen. Unter dem Bildschirm finden sich drei Tasten für Zurück, Startbildschirm und Menü. Sie sind 1,6 cm breit, aber nur drei Millimeter schmal - der Bedienkomfort könnte höher sein. Dafür sieht das Sony Ericsson Xperia Arc dadurch sehr schick aus.

Sony-Ericsson Xperia Arc
Sony-Ericsson Xperia Arc

Up to date ohne Update: Android 2.3

Während Sony Ericsson bislang immer die ältest-mögliche Android-Version auf den Markt gebracht hat, gibt der Hersteller diesmal richtig Gas und bringt mit dem Sony Ericsson Xperia Arc einen der ersten Androiden mit Version 2.3 heraus. Android 2.3 bringt eher kleine, aber feine Verbesserungen mit sich: Copy und Paste beispielsweise war bislang immer ein kleines Glücksspiel. Nun wurden die Tasten für die Markierung des zu kopierenden Bereichs vergrößert, so dass das Kopieren einfacher geht. Außerdem erscheinen die Wortvorschläge größer und besser lesbar. Neu ist auch, dass Android 2.3 mehrere Gesten zugleich unterstützt – was in Zukunft auch den Einsatz von Tastaturkürzeln wie "Strg+Alt+Entfernen" erlaubt. Ob das beim Tippen im Gehen unbedingt hilfreich ist, sei dahingestellt.

In Punkto Batteriemanagement soll Android 2.3 dafür sorgen, dass alles, was gerade nicht aktiv arbeitet, keinen Strom zieht. Doch trotz dieser Optimierungen hält das Sony Ericsson Xperia Arc bei häufigem Anschalten oder längeren Surf-Ausflügen nur einen Tag durch, bevor es wieder an die Steckdose muss. Die Akkulaufzeiten haben sich also nicht verbessert. Doch da das Display des Sony Ericsson Xperia Arc größer geworden ist, scheinen die Öko-Maßnahmen bei Android 2.3 zu greifen.

Übrigens können Sie überwachen, welche Apps gerade ausgeführt werden und wie viel Speicher sie dabei brauchen. Sollte Ihr Sony Ericsson Xperia Arc lahmen, einfach ein paar Apps schließen, dann dürfte sich die Leistungsbereitschaft ihres Handys deutlich erhöhen. Das ist gerade bei einem Smartphone wie dem Sony Ericsson Xperia Arc ratsam, wo der Hersteller beim Arbeitsspeicher mit knapp 320 MB ein wenig gegeizt hat. Die Benchmark-Tests attestieren dem Smartphone mit Single-Core-Gigahertz-Prozessor, dass es seine Aufgaben mit hoher Geschwindigkeit meistert. Die Spitzenwerte eine Dual-Core-Smartphones erreicht das Sony Ericsson Xperia Arc jedoch nicht. Und trotz Android 2.3 bleibt es bei der Geschwindigkeit auch hinter manchem Android-Smartphone mit Version 2.2 noch zurück.

Nützlich: Bedienoberfläche Timescape

Wer will, kann die Oberfläche Timescape aktivieren, die sämtliche Infos aus Twitter und Facebook, E-Mails, SMS oder RSS-Feeds zeitlich geordnet anzeigt. Die Meldungen erscheinen als 3D-Karussell, so wie man es für die Ansicht von Plattencovern kennt. Im Vergleich zur Vorgänger-Version hat sich die Lesbarkeit deutlich verbessert. Facebook ist auf dem Handy bereits vorinstalliert – mit dem schicken Nebeneffekt, dass sich das Sony Ericsson Xperia Arc die Kontaktdaten von Facebook zieht. Dabei können Sie wählen, ob Sie bereits vorhandene Kontakte nur ergänzen oder alle Facebook-Kontakte ins Handy-Adressbuch holen möchten.

Dank NFC wird ein Handy zu Geldbörse und Zimmerschlüssel

Ein Twitter-Client ist noch nicht vorinstalliert. Und die Office Suite, die es erlaubt, Word-, Excel und Powerpoint -Dateien anzusehen, streikte im Test beim Bearbeiten. Dafür müssen Sie die Pro-Version für acht Euro erwerben. Gut funktionierte Googles Sprachsteuerung, die sogar einige Befehle wie "xy anrufen" gestattet. Near Field Communication, kurz NFC, also die Möglichkeit, auf kurze Distanz Daten ähnlich wie bei Bluetooth zu übertragen, unterstützt das Sony Ericsson Xperia Arc noch nicht. Mangels derzeitiger Nachfrage hat der Hersteller auf den Einbau der neuen Drahtlos-Technologie verzichtet. Und in der Tat: Noch gibt es keine passenden Apps im Market, die NFC einen Sinn geben, beispielsweise für drahtloses Bezahlen via Kreditkarte.

8-Megapixel-Kamera: Berauschend rauscharm

Das wahre Highlight des Sony Ericsson Xperia Arc ist die 8,1-Megapixel-Kamera. Hier hat sich der Hersteller im Technologie-Regal von Sony bedient und einen Exmor-R-Bildsensor verbaut. Dabei handelt es sich um einen BSI-Chip, also um einen rückseitig beleuchteten Sensor. Seine Lichtempfindlichkeit soll im Vergleich zur herkömmlichen Bauweise doppelt so hoch sein, was vor allem Partyfotografen zu Gute käme. Im Test konnten wir das nur bedingt bestätigen. Zwar macht das Sony Ericsson Xperia Arc mit Abstand die rauschärmsten Bilder. Dennoch schaltet sich der Blitz ebenso früh zu wie bei anderen 8-MP-Handycams. Die Bilder bieten eine gute Schärfe, sie lässt jedoch zum rechten Bildrand etwas nach. Die Detaildichte ist deutlich höher als es bei einer 5-MP-Kamera, wodurch die Bilder insgesamt schärfer wirken.

Automatische Motiverkennung

Besonders raffiniert ist die Einstellmöglichkeit "Erkennung von Motiven", die erstklassig arbeitete. Entdeckt die Kamera Bäume auf dem Bild, nutzt sie automatisch das Motivprogramm "Landschaft". Taucht ein Gesicht auf, schaltet sie auf "Portrait". Hier hat sich Sony Ericsson also die intelligente Automatik der Kompaktkameras zum Vorbild genommen. Die Auslösertaste sitzt oben rechts am Gehäuse. Sie ist extrem klein und etwas schwergängig. Alternativ lässt sich die Kamera des Sony Ericsson Xperia Arc über einen Touchfokus auslösen. Allerdings lässt sich mit ihm kein bestimmter Bereich auf dem Bild für den Autofokus definieren. Auch haben die Tester den Panorama-Modus vermisst. Rundum-Aufnahmen sind also nicht möglich.

Videos sind 1280 x 720 Pixeln möglich, die Bildrate liegt bei 29 Bildern pro Sekunde. Sogar der Ton wird erfreulich laut, wenn auch ein wenig dumpf aufgezeichnet. Die Kamera erlaubt zudem, ein Video-Dauerlicht anzuwerfen, so dass auch nachts oder in der schummrigen Kneipe noch gedreht werden kann. Die Verbindung zu einem Fernseher stellen Sie über den HDMI-Anschluss her.

Smartphones mit Windows Phone 7 im Test

Das Sony Ericsson Xperia Arc verbindet sich mittels HSPA und WLAN nach 802.11n mit der Online-Welt – und zwar rasend schnell. Die PC-Welt.de-Webseite war binnen sechs Sekunden komplett da. Auch vor Flash-Seiten drückt sich das Handy nicht. Und dank Android 2.3 kommt es auch mit WebM/VP8-Videos klar.

Fazit

Das Sony Ericsson Xperia Arc hat eine klare Zielgruppe: Film- und Fotofans. Videos machen auf dem 4,2-Zoll-Breitbild-Display richtig was her. Und mit der 8-MP-Kamera samt ihrer tollen Funktionen kann kaum ein Bild misslingen. Schärfe und Details sind gut, das Rauschverhalten erwies sich für eine Handycam als erstklassig. Dabei ist das Sony Ericsson Xperia Arc trotz sehr guter Kamera sehr flach und leicht geraten. Der Web-Browser arbeitet schnell. Posts bei Facebook erscheinen auf Wunsch direkt auf dem Startbildschirm. Adressen ergänzt das Handy via Facebook automatisch. Der Gigahertz-Prozessor sorgt für flottes Arbeiten, etwas mehr Speicher wäre allerdings eine feine Sache. Prima: Mit Android 2.3 hat Sony Ericsson bereits die aktuellste Android-Version aufgespielt – wenn auch ohne NFC-Technologie. Und so laufen alle Apps aus dem Market auf dem Sony Ericsson Xperia Arc – bis auf Programme, die NFC nutzen. Doch die sind erst noch Zukunftsmusik.

ALLGEMEINE DATEN
Testkategorie Handys
Handy-Hersteller Sony Ericsson
Internetadresse www.sonyericsson.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 599 Euro
TESTERGEBNIS (NOTEN)
Handy-Basics (30%) 2,05
Handhabung (25%) 2,25
Ausstattung (20%) 1,40
Multimedia (15%) 1,5
Connectivity (10%) 1,40
Testnote gut (1,95)
DIE TECHNISCHEN DATEN
Handy-Basics
Größe 125 × 63 × 8,7 Millimeter
Gewicht 117 Gramm
Formfaktor Barren
Betriebssystem Android 2.3.2
Prozessor 1 GHz
Besonderheiten
Akku-Laufzeit
Stand-by-Zeit im GSM-Netz in Stunden 430 Stunden
Gesprächszeit im GSM-Netz in Minuten 415 Minuten
Stand-by-Zeit im UMTS-Netz in Stunden 400 Stunden
Gesprächszeit im UMTS-Netz in Minuten 420 Minuten
Netze
GSM 900 ja
GSM 1800 ja
GSM 1900 ja
GSM 850 ja
EDGE ja
UMTS ja
HSDPA ja
HSUPA ja
Display
Größe 52 x 93 Millimeter
Auflösung 480 x 854 Pixel
Touchscreen ja
Handhabung
Mechanische QWERTZ-Tastatur nein
Ruftonzuordnung pro Kontakt oder Kontaktgruppe ja
Profile nein
Flugzeug-Modus ja
Ausstattung
Schnittstellen
Bluetooth ja
Bluetooth 3.0 nein
USB ja
WLAN 802.11b/g ja
WLAN 802.11n ja
3,5-Millimeter-Klinkenstecker ja
Speicher
RAM 318 MB
ROM 380 MB
Speichererweiterung ja
Speicherkarte im Lieferumfang ja
GPS
GPS-Chip ja
Navigationssoftware Off-Board-Navi
Multimedia
Fotos
Auflösung 3264 x 1836 Pixel
Autofokus ja
Makro ja
Motivprogramme ja
Bildstabilisator ja
Optischer Zoom nein
Videos
Auflösung 1280 x 720 Pixel
Bildstabilisator ja
Musik
Anzahl Formate 7
Headset im Lieferumfang ja
UKW-Radio ja
Connectivity
Browser ja
Push-E-Mail ja
E-Mail-Anhänge ja
Instant Messaging ja
Facebook vorinstalliert ja
Übernahme Kontakte aus Facebook ins Adressbuch ja
Twitter-Client vorinstalliert nein
Montag, 18.04.2011 | 10:39 von Yvonne Göpfert
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