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Sonos Play:5 und Sonos Trueplay im Test

29.10.2015 | 06:05 Uhr |

Sonos hat dem Play:5, seinem größten Lautsprechermodell, eine Runderneuerung spendiert. Wir haben den Play:5 getestet.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft bringt Sonos eine rundum erneuerte Version des Play:5 auf den Markt. Die Unterschiede zum Vorgängermodell sind dabei recht umfangreich und betreffen sowohl das Design als auch das technische Innenleben.

Sonos Play:5 – Technik und Design

Im Gegensatz zu dem aus ästhetischer Sicht doch recht gewöhnungsbedürftigen Ur-Play:5 präsentiert sich das neue Modell sehr schlicht und edel und fügt sich somit in die bestehende Player-Serie nahtlos ein. Der gut sechs Kilo schwere Play:5 bietet sechs Lautsprecher (jeweils mit eigenem Verstärker). Drei Hochtöner sind dabei für die Wiedergabe der hohen Frequenzen und drei Mitteltöner für Mitteltöne und Bässe zuständig. Neben einem Ethernet-Port bietet der Lautsprecher noch einen 3,5-mm Audioeingang zum Anschluss eines AirPort Express, eines iPhones oder einer sonstigen Audio-Wiedergabequelle an. Im Bereich WLAN unterstützt der Play:5 802.11b/g.

Das Design des Players ist sehr schlicht und zurückgenommen. Er ist wahlweise in schwarz oder weiß erhältlich und das Gehäuse präsentiert sich aus einem Guss. Allerdings ist es auch ein wenig rutschig. Sie sollten also beim Auspacken des Players oder beim Umstellen aufpassen, dass er Ihnen nicht aus den Fingern gleitet und eine unsanfte Landung hinlegt. Hier wäre eine etwas griffigere Gehäuseoberfläche vielleicht die bessere Wahl gewesen. Allerdings: Sollten Sie nicht vorhaben, den Play:5 immer wieder an unterschiedlichen Orten aufzustellen, ist dieser Punkt für Sie weniger relevant.

Zusammen mit dem Sonos Sub ( Sonos Sub im Test ) und einer Playbar können zwei Play:5 zu einem Surround-System für das Heimkino verbunden werden. Werden zwei Play:5 gekoppelt, wird die Musik in Stereo wiedergegeben. Im Test stand uns lediglich ein Play:5 zur Verfügung, so dass wir zur Stereo- und Surround-Wiedergabe keine Aussage aus dem Praxiseinsatz treffen können.

Design-Liebhaber freuen sich beim neuen Play:5 über kleine Details, die einem nicht sofort ins Auge stechen. So ist etwa das Sonos-Logo – wie auf den Bildern zu sehen – bei vertikaler Platzierung oben mittig angebracht. Damit auch bei einem Stereo-Paar, also zwei Play:5 das Logo sauber platziert ist, kann der Player horizontal sowohl nach links als auch nach rechts aufgestellt werden. So kann das Logo symmetrisch – je nach Gusto – jeweils nach außen zeigen oder nach innen. Hunderte Mikroperforationen im Logo sollen zudem dafür sorgen, dass das Logo die Sound-Wiedergabe der dahinter platzierten Lautsprecher nicht stört.

Die Mikroperforation im Logo.
Vergrößern Die Mikroperforation im Logo.

Eine technische Neuerung sticht beim neuen Play:5 besonders hervor: Das Touch-Bedienfeld. An Stelle der beim Play:1 ( Sonos Play:1 im Test ) verbauten Buttons für Lautstärke und Play/Pause ist ein Touchfeld integriert, über das mit einem leichten Fingertipp die Lautstärke erhöht oder gesenkt werden kann. Mittig befindet sich der Play/Pause-Bereich und wenn Sie von links nach rechts wischen, springt die Wiedergabe zum nächsten Titel. Ein Wisch von rechts nach links startet wiederum den vorherigen Titel erneut. Im Testbetrieb funktionierte die Technik einwandfrei und intuitiv, jedoch war es in den meisten Fällen einfacher, den nächsten Titel über die App auszuwählen, als zum Player zu gehen und dort hin oder her zu wischen.

Das Touch-Bedienfeld des Sonos Play:5.
Vergrößern Das Touch-Bedienfeld des Sonos Play:5.

Sonos Play:5 – Aufbau

Sonos-typisch gestaltet sich der Aufbau des Players extrem einfach. Sofern Sie bereits ein Sonos-System besitzen, wird der neue Player einfach per Knopfdruck in das bestehende Setup eingebunden. Der Gesamtaufwand beträgt dabei maximal fünf Minuten, inklusive Auspacken und an den Strom anschließen. Handelt es sich hingegen um den ersten Sonos-Player in Ihrem Haushalt, sollten Sie zunächst die Sonos-App für iOS beziehungsweise Android auf Ihr Smartphone oder Ihr Tablet herunterladen. Der Player selbst muss dann noch an das Netzwerk angeschlossen werden – wahlweise per WLAN oder Ethernetkabel. Danach starten Sie die App und richten ihr persönliches Sonos-Netz ein – fertig.

Sonos Play:5 – der Sound

Im Gegensatz zum eher zierlichen Play:1 kommt der Play:5 um einiges massiger daher, entsprechend sind auch die Erwartungen an die Sound-Wiedergabe. Im Test haben wir unterschiedliches Material abgespielt: Teils über Napster, teils gerippte CDs über das iPad. Dabei präsentierte sich der Play:5 als ausgesprochen druckvoller, aber nie übertrieben wirkender Lautsprecher. Die Sound-Wiedergabe war dabei jederzeit und bei jeder Lautstärke sehr klar und ausgewogen. Extrem basslastige Songs wurden genauso sauber und mit gehörigem Druck in der Magengegend wiedergegeben, wie leise und leiseste Töne bei Klassik-Titeln. Teilweise waren bei dem ein oder anderen Song auch kleinste Details zu hören, die bei anderen Lautsprechern schlicht und ergreifend im Klangbrei untergehen.

Die Leistung des Play:5 reicht dabei locker aus, um ein mittelgroßes Wohnzimmer ausreichend zu beschallen. Mit nur einem Play:5 gibt es zwar durchaus auch eine gewisse Sweet-Spot-Bildung, die sich aber im Rahmen hielt. Bei der Verwendung eines Play:5 sollten Sie darauf achten, diesen vertikal aufzustellen. Dadurch wirkt die Wiedergabe des Sounds raumfüllender beziehungsweise voluminöser. Bei einer aufrechten Platzierung ging beim Test ein wenig Volumen und Breite des Sounds verloren.

Sonos Play:5 hochkante Positionierung
Vergrößern Sonos Play:5 hochkante Positionierung

Über die Equalizer-Einstellungen können die Höhen und Tiefen/Bässe noch weiter dem persönlichen Geschmack angepasst werden, doch bereits in der Grundeinstellung sorgt der Player für gehörig Wumms, ohne bei den Höhen oder Tiefen an irgendeiner Stelle zu übersteuern oder zu klirren. Dabei gilt natürlich, dass der Sound nur so gut sein kann, wie das zugespielte Material – Bullshit in, Bullshit out. Aus schlechtem oder zu stark codiertem Material kann auch der Play:5 keinen CD-Sound zaubern.

Ein Play:5 genügt somit vollkommen, wenn Sie einen (größeren) Raum mit glasklarem und sattem Sound versorgen wollen, dabei aber auf echten Stereo-Sound verzichten können – oder aus Platzgründen müssen. Denn erst mit einem zweiten Play:5 erhalten Sie echtes Stereo, wodurch sich das Sound-Erlebnis noch einmal erheblich steigert, wovon wir uns zwar nicht im Test, jedoch auf einer Vorab-Präsentation des Players überzeugen konnten.

Sonos Play:5 - Preis und Erscheinungsdatum

Der Play:5 kostet 579 Euro und ist damit kein billiges Vergnügen. Insbesondere, wenn es zwecks Stereo zwei Lautsprecher sein sollen. Dafür erhalten Sie jedoch einen sehr wertig verarbeiteten und klanglich außerordentlich beeindruckenden Streaming-Player, den Sie mit Sicherheit nicht so schnell wieder hergeben möchten. Ab dem 25. November wird der Play:5 über Sonos und im Handel erhältlich sein.

Beachten Sie aber: Der Player allein ist nur die halbe Miete. Sie benötigen noch ein Abo für einen Musik-Streaming-Dienst wie Spotify, Deezer oder Napster, um in den vollen Genuss der Möglichkeiten der Sonos-Welt zu gelangen. Diese Abos verursachen entsprechend monatliche Zusatzkosten in Höhe von etwa 10 Euro. Übrigens: Sonos wird nach eigenen Aussagen auch Apple Music unterstützen, die Verhandlungen laufen bereits. Lesetipp: Kostenlos online Musik hören, streamen & downloaden .

Auf der folgenden Seite lesen Sie, wie Sonos-Trueplay die Sound-Wiedergabe der Player verbessert.

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