SSD-Festplatte

Solidata X8 120GB im Test

Montag, 19.12.2011 | 16:16 von Michael Schmelzle
SSD im Test: Solidata X8 mit 120 GB
Vergrößern SSD im Test: Solidata X8 mit 120 GB
Preisbrecher: Die SSD Solidata X8 mit 120 GB gibt es schon ab 150 Euro. Dafür bekommen Sie eine sehr schnelle Solid State Drive mit Sandforce-2281-Controller. Der Test prüft, ob die Flashspeicher-Festplatte auch stromsparend arbeitet.
Im Gegensatz zur Solidata X8 240GB verwendet der Hersteller beim 120-GB-Modell Flashspeicher von Micron statt von Intel. Die 16 NAND-Chips sind gleichmäßig auf beiden Seiten der SSD-Platine verteilt. Laut Hersteller sollen die MLC-Bausteine mit einer Bruttokapazität von acht Gigabyte Daten im schnellen synchronen Modus übertragen.
 

Sandforce-Controller und undokumentierter
Micron-Flashspeicher der Solidata X8 120GB
Vergrößern Sandforce-Controller und undokumentierter Micron-Flashspeicher der Solidata X8 120GB

Anhand der kryptischen Beschriftung des Flashspeichers (siehe Foto links) lässt sich jedoch nicht verifizieren, ob es sich tatsächlich um DDR-Flashspeicher handelt. Eindeutig zu erkennen ist aber der SATA-600-Controller Sandforce SF-2281, der pro Speicherkanal zwei der Micron-Chips gleichzeitig ansteuert.

Geschwindigkeit

Solidata X8 120GB: Einzelergebnisse im PC Mark
Vantage
Vergrößern Solidata X8 120GB: Einzelergebnisse im PC Mark Vantage

Im Festplatten-Test des PC Mark Vantage erreichte die Solidata X8 fast 76.000 Punkte. Das ausgezeichnete Tempo in diesem Test belegen die Einzelergebnisse: Bei der Videobearbeitung mit Windows Movie etwa kam die Solidata-SSD auf Transferraten von über 300 Megabyte pro Sekunde.
 

Eine leichte Schreibschwäche der Solidata X8 120GB legte der Praxistest offen. Einen DVD-Film (4,2 GB) las das Solidata-Modell in schnellen 19 Sekunden, während der Schreibvorgang mit 26 Sekunden schon signifikant länger dauerte. Der gleiche Effekt trat beim Transfer von 1000 MP3-Dateien (5 GB) ein. Für das Lesen der Musikstücke benötigte die 120-GB-SSD flinke 23 Sekunden, um die MP3s zu Schreiben brauchte die Flashspeicher-Festplatte vergleichsweise lange 32 Sekunden.
 

Rückseite der Solidata X8 120GB
Vergrößern Rückseite der Solidata X8 120GB

Ein ähnlichen Bild ergab sich bei den sequenziellen Transferraten der Solid State Drive: Eine sehr gute Leserate von durchschnittlich 470 MB/s stehen nur gute 300 MB/s beim Schreiben gegenüber. In der Spitze kam die Solidata X8 120GB allerdings auf eine ausgezeichnete Schreibleistung von fast 450 MB/s. Uneinheitlich waren die Zugriffszeiten der Solidata-SSD. Durchschnittlich 0,3 Millisekunden waren ausgezeichnet, während die maximale Zugriffszeit mit 0,19 Millisekunden den bis dato schlechteste Messwert aller Flashspeicher-Festplatten im Test einstellte.

Sequenzielle Datenrate der Solidata X8 120GB
Vergrößern Sequenzielle Datenrate der Solidata X8 120GB

Enttäuschend verlief der Test mit dem Benchmark Iometer, der den Befehlsdurchsatz der Flashspeicher-Festplatte ermittelt. Mit knapp 21.000 Befehlen/s beim wahlfreien Lesen sowie gut 22.000 Befehle/s beim zufälligen Schreiben von 4-KB-Blöcken zeigte die Solidata X8 nur eine ausreichende IOPS-Leistung.

Im direkten Vergleich dazu ist die Plextor PX-M2P SSD 256GB beim Lesen mit knapp 65.000 Befehle/s gut dreimal so schnell, während beim Schreiben die Patriot Wildfire 120GB mit fast 63.000 Befehle/s aktuell den Bestwert vorgibt.

GESCHWINDIGKEIT Solidata X8 120GB
DVD-Film (4,2 GB) auf SSD schreiben / lesen / duplizieren 0:26 / 0:19 / 0:37 Minuten
1000 MP3-Dateien (5 GB) auf SSD schreiben / lesen / duplizieren 0:32 / 0:23 / 0:49 Minuten
Praxis-Simulation (PC Mark Vantage - Gesamtergebnis) 75 825 Punkte
sequenzielle Leserate (TecBench): minimal / durchschnittlich / maximal 460 / 472 / 485 MB/s
sequenzielle Schreibrate (TecBench): minimal / durchschnittlich / maximal 218 / 302 / 449 MB/s
Dateien auf der SSD finden (TecBench): mittlere / maximale Zugriffszeit 0,03 / 0,19 Millisekunden
wahlfreies Lesen, Blockgröße 4K, 32 parallele Anfragen (Iometer) 17 311 Befehle/s / 68 MB/s / 1,85 Millisekunden
wahlfreies Schreiben, Blockgröße 4K, 32 parallele Anfragen (Iometer) 14 247 Befehle/s / 56 MB/s / 2,25 Millisekunden
wahlfreies Lesen, Blockgröße 4K, 32 parallele Anfragen, aligned (Iometer) 20 922 Befehle/s / 82 MB/s / 1,53 Millisekunden
wahlfreies Schreiben, Blockgröße 4K, 32 parallele Anfragen, aligned (Iometer) 22 083 Befehle/s / 86 MB/s / 1,45 Millisekunden

Ausstattung

Solidata X8 120GB: CrystalDiskInfo informiert
Vergrößern Solidata X8 120GB: CrystalDiskInfo informiert

Die Solidata X8 120GB muss komplett ohne Zubehör und Programme auskommen. Zudem spart sich der Hersteller eine eigene Website, über die Sie Firmware-Updates beziehen könnten. Diese Funktion übernimmt im deutschsprachigen Raum der Distributor Winkom, der exklusiv für den Vertrieb von Solidata-SSDs zuständig ist. Über eine spezielle Website von Winkom können Sie die Firmware-Version 3.2.2 (Release: November 2011) kostenlos herunterladen.

AUSSTATTUNG Solidata X8 120GB
TRIM-Funktion ja
Garbage Collection ja
Firmware-Update möglich ja
Zubehör für Einbau / Extras nicht vorhanden / nicht vorhanden

Umwelt & Gesundheit

Fehler in der Firmware oder stromhungriger Flashspeicher
zweiter Wahl: die extrem hohe Leistungsaufnahme der Solidata X8
120GB im Leerlauf bleibt rätselhaft
Vergrößern Fehler in der Firmware oder stromhungriger Flashspeicher zweiter Wahl: die extrem hohe Leistungsaufnahme der Solidata X8 120GB im Leerlauf bleibt rätselhaft

Licht und Schatten zeigte das Solidata-Modell bei der Leistungsaufnahme: Unter Last hatte die X8 120GB mit knapp 3 Watt den niedrigsten Stromverbrauch aller SATA-3-SSDs im Test. Dafür war der Energiekonsum im Leerlauf mit fast anderthalb Watt viel zu hoch für eine Flashspeicher-Festplatte. 120-GB-Modelle anderer Hersteller, die ebenfalls den Sandforce-SF-2281-Controller einsetzen, haben im Leerlauf nur ein Drittel der Leistungsaufnahme der Solidata X8. Da der Wert so stark vom Konkurrenzumfeld abweicht, könnte ein Fehler in der Firmware der Solid State Drives vorliegen.

UMWELT UND GESUNDHEIT Solidata X8 120GB
Stromverbrauch Leerlauf 1,36 Watt
Stromverbrauch Last 2,71 Watt
Montag, 19.12.2011 | 16:16 von Michael Schmelzle
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (0)
1148181