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Mtron Mobi 3500 MSD-SATA3525-032

31.03.2009 | 09:09 Uhr |

Mit einem Übersetzungs-Chip arbeitet die Solid State Drive Mtron Mobi 3500 MSD-SATA3525-032. Welche Nachteile diese ungewöhnliche Schnittstellen-Lösung der 32-GB-SSD einbrockt, klärt unser Test.

Flott und meist sehr konstant: die sequenzielle Schreibrate
Vergrößern Flott und meist sehr konstant: die sequenzielle Schreibrate
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Die Mobi 3500 MSD-SATA3525-032 gehört mit einem nominellen Fassungsvermögen von 32 GB zu den bisher kleinsten Solid State Drives im Test. Ungewöhnlich: Der koreanische Hersteller Mtron stattet seine SSD mit einem selbst entwickelten Controllern aus, der intern mit dem parallelen Festplatten-Protokoll arbeitet. Ein Brücken-Chip übersetzt dann den Datenstrom zur SATA/300-Schnittstelle. Auf fremdes Knowhow verlässt sich Mtron auch bei den Flash-Speicherchips. Vom Kooperationspartner Toshiba stammen die Speicherbausteine auf Basis der kostspieligen Technik Single Level Cell (SLC) .

Preis: SSDs mit SLC-Flashspeicher sind deutlich teurer als Varianten, die auf die Technik Multi Level Cell (MLC) setzen. Das gilt auch für die Mtron Mobi 3500, die bei einer formatierten Kapazität von knapp 30 GB mit einem Gigabyte-Preis von 5,70 Euro ins Rennen geht. Damit ordnet sich die Mtron-SSD im Preismittelfeld der SLC-Klasse ein, die zwischen 2,70 und 12,40 Euro liegt.

Gemischtes Chip-Allerlei: Eigener Controller mit Flash-Speicher von Toshiba, Bridge-Chip von Marvell und Cache von Hynix
Vergrößern Gemischtes Chip-Allerlei: Eigener Controller mit Flash-Speicher von Toshiba, Bridge-Chip von Marvell und Cache von Hynix
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Ausstattung: Mtron verbaut in der Mobi 3500 MSD-SATA3525-032 Technik von gleich vier Herstellern. Die Solid State Drive arbeitet mit 16 Flash-Speicherchips des Typs Toshiba TH58NVG4S0DTG20, die eine Kapazität von jeweils 2 GB aufweisen. Acht Flash-Chips beherbergt die Vorderseite der SSD-Platine, acht die Rückseite. Der PATA-Controller ist eine Eigenentwicklung mit vier Datenkanälen und trägt die Bezeichnung Mtron 58U29. Für die Umsetzung ins SATA/300-Protokoll ist der Bridge-Baustein Marvell 88SA8052 zuständig. Der Cache-Baustein zur Datenpufferung besteht aus dem 32 MB großem SDRAM-Chip Hynix HY5V52A.

Der Energieverbrauch der 32-GB-Festplatte im Bereitschaftszustand ist laut Mtron mit 1,13 Watt der zweithöchste Wert aller bisherigen Testteilnehmer. Beim Zugriff soll sich die Mtron Mobi 3500 MSD-SATA3525-032 etwa genügsamer zeigen: Mit maximal 1,41 Watt hat das Mtron-Modell trotzdem noch den fünftschlechtesten Wert aller bisher getesteten SSDs. Den Vergleich zu herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatte muss die Mobi 3500 aber nicht scheuen - die Scheibendreher benötigen in der Spitze bis zu 6 Watt.

Die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) liegt laut Hersteller bei einer Million Stunden. Für eine SSD ist das wenig, andere Modelle bieten 1,5 oder sogar 2 Million Stunden. Angaben zur Lebensdauer macht Mtron auch: Danach soll die " Write Endurance " bei einer täglichen Datenmenge von 50 GB etwa 140 Jahre betragen. Umgerechnet wären das in der Summe eine Schreibleistung von 2.743.410.360.320.000 Bytes, also circa 2,7 Petabyte. Eine höhere Lebensdauer hat bisher kein Hersteller in seinen Datenblättern vermerkt, selbst Intel garantiert für die X25-E SSDSA2SH032G1C5 wahlfreie Schreibvorgänge in einer Größenordnung von maximal einem Petabyte. Trotzdem gewährt Mtron nur 36 Monate Garantie für die Mobi 3500.

Geschwindigkeit: Die Mtron Mobi 3500 MSD-SATA3525-032 bot schwache sequenzielle Leseraten: Die maximale Leseleistung lag bei 98,6 MB/s - langsamer war bisher keine andere SSD im Test. Gleiches gilt auch für die mittlere und minimale Leserate von 97,6 beziehungsweise 97,1 MB/s. Eine deutlich bessere Figur machte die Mobi 3500 bei den sequenziellen Schreibraten - hier kann die SSD die Vorteile der SLC-Technik ausspielen: Mit guten 107,6 MB/s setzte sich das 32-GB-Modell bei dieser Messung auf Platz 3 aller bisher getesteten Solid State Drives. Nur die Samsung MMDOE56G5MXP-0VB (214,4 MB/s) sowie die Intel X25-E (170,3 MB/s) waren hier schneller - dies aber auch mit deutlichem Abstand zum Mtron-Modell. Die gleiche Platzierung konnte die Mobi 3500 auch bei der mittleren und minimalen sequenziellen Schreibrate mit 98,3 respektive 83,8 MB/s halten.

Praxis-Datenraten: Entscheidend für den täglichen Betrieb sind die Praxis-Transferraten, die wir mit charakteristischen Lese-, Schreibe- und Kopiervorgängen simulieren. Hier merken Sie sofort, dass schnelle SSDs spürbar mehr Tempo bieten als ferromagnetische Festplatten, die im Schnitt etwa 30 MB/s erreichen.

Achillesverse der Mtron Mobi 3500: der Bridge-Chip
Vergrößern Achillesverse der Mtron Mobi 3500: der Bridge-Chip
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Mit 63,5 MB/s im Lesetest schlug sich die Mtron Mobi 3500 MSD-SATA3525-032 wacker und landete auf Platz 5 der bis dato einem Dutzend SSDs im Test. Schwächer fiel hingegen der Schreibtest aus: Zwar ging auch hier das Mtron-Modell als bisher fünftschnellste SSD durchs Ziel, allerdings boten die 38,2 MB/s im Vergleich zu klassischen Scheibendrehern kein spürbares Tempoplus. So erreichte etwa die Samsung MMDOE56G5MXP-0VB mit 83,9 MB/s gut das doppelte und die Intel X25-E mit 106,5 MB/s sogar fast das dreifache Schreibtempo in der Praxis. Den Kopier-Test meisterte die Mobi 3500 wiederum mit guten 66,5 MB/s - Platz 4 unter allen bis dato getesteten Solid State Drives.

Zugriffszeiten: Die Mtron Mobi 3500 MSD-SATA3525-032 war nicht herausragend reaktionsschnell. Die durchschnittliche Zugriffzeit sowie die Zeitspanne für den Fullstroke betrugen jeweils 0,2 Millisekunden. Das konnte innerhalb des Testfeldes nur noch die OCZ Core Series OCZSSD2-1C64G mit 0,4 Millisekunden überbieten. Aber die Mobi 3500 befindet sich hier in guter Gesellschaft - acht von 12 SSDs arbeiteten ebenfalls mit diesen Zugriffszeiten.

Fazit: Die Mtron Mobi 3500 MSD-SATA3525-032 enttäuschte bei den sequenziellen Leseraten - hier bremst wahrscheinlich die Übersetzung des parallelen ins serielle Schnittstellen-Protokoll die 32-GB-SSD massiv aus. Dafür waren die sequenziellen Schreibraten recht flott. Auch die Praxisleistung - sieht man einmal vom Schreibtest ab - ist nicht von schlechten Eltern. Die Zugriffszeiten sind hingegen nur Durchschnitt. Der Gigabyte-Preis ist für die gebotene Leistung hingegen teuer.

Alternativen: Sie wollen die schnellste Solid State Drive, die es für Geld zu kaufen gibt? Dann empfehlen wir Ihnen die Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 . Für die sehr schnelle 32-GB-SSD, die ebenfalls mit SLC-Technik arbeitet, müssen Sie allerdings mit derzeit 12,40 Euro pro Gigabyte mehr als das Doppelte aus der Börse zücken.

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