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Nichts dreht sich, alles bewegt sich

12.09.2008 | 08:17 Uhr |

Mancher sieht schon das Ende der klassischen Festplatten nahen: Die Flashspeicher-basierten SSDs sollen schneller, leiser, energiesparender und robuster sein – sind aber auch erheblich teurer als die gute alte Festplatte. Im Test mussten zwei nagelneue SSDs beweisen, ob sie der herkömmlichen Platte wirklich überlegen sind.

Solid State Disks (SSDs) haben mehr Gemeinsamkeiten mit einem USB-Stick oder einer SD-Karte, als mit einer herkömmlichen Notebook-Festplatte – wenn man mal von der Bauform aussieht. Denn aus Gründen der Kompatibilität zu bestehenden Gehäusen und Anschlusstypen packen die SSD-Hersteller ihre Laufwerke in 2,5- und auch 1,8-Zoll-Gehäuse. De facto wären auch deutlich kleinere Gehäuse möglich, da die benötigten Flash-Bausteine weniger Raum einnehmen als die vergleichsweise komplexe Mechanik einer Festplatte mit sich drehenden Platten.

Insbesondere die Verwendung der SSDs in Notebooks drängt sich geradezu auf: Mangels sich bewegender Teile sind sie vollkommen unempfindlich gegenüber Erschütterungen oder Stößen – Headcrash und Datenverlust adé. Allein diese Tatsache genügte Herstellern wie Lenovo, Dell oder HP, schon seit mehreren Monaten Notebooks mit SSDs anzubieten. Die überragende Geschwindigkeit kann es hingegen nicht gewesen sein, denn die bislang verfügbaren Modelle waren allesamt keine Konkurrenz für herkömmliche, mit 7200 Umdrehungen pro Minute arbeitende SATA-Festplatten.

Unter der Haube: In einer SSD (unten) sitzen Speicherbausteine anstelle der in HDDs (oben) verwendeten Platten.
Vergrößern Unter der Haube: In einer SSD (unten) sitzen Speicherbausteine anstelle der in HDDs (oben) verwendeten Platten.
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Noch sind SSDs meist mit einem Preisaufschlag von mehreren hundert Euro zu bezahlen – manchmal ist der Aufschlag höher als der Grundpreis des Notebooks. Die Preise fallen jedoch rasant, so dass Experten davon ausgehen, dass SSD demnächst auch für die breite Masse höchst interessant wird. Die getestete Samsung-SSD mit dem schwer verdaulichen Namen MCCOE64G5MPP ist momentan nur in Notebooks wie dem Lenovo X300 zu finden. Ob, wann und zu welchem Preis die SSD in den Einzelhandel kommt, ist momentan noch offen. Intels 80-GByte-SSD mit der nicht minder kryptischen Bezeichnung SSDSA2MH080G1G wird für Großhändler zirka 410 Euro bei Abnahme von 1000 Stück kosten. Endkundenpreise sind noch nicht bekannt. Zum Vergleich: Eine herkömmliche 80-GByte-Festplatte – kleinere sind nicht mehr zu bekommen – kostet lediglich 50 Euro.

Beiden getesteten SSDs ist gemein, dass sie auf Multi-Level-Cell-Bausteinen basieren. Diese sind günstiger als Single-Level-Cell-Komponenten und bieten eine höhere Speicherkapazität. Gleichzeitig sind sie vor allem beim Schreiben von Daten erheblich langsamer und gelten als weniger langlebig. Dennoch gibt Intel für seine SSD eine MTBF (Mean time between failure) von 1,2 Millionen Stunden an. Hochwertige SCSI-Laufwerke spielen in der gleichen Liga.

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