Smartphone

LG Optimus Vu im Test

Montag, 17.12.2012 | 14:31 von Dennis Steimels
LG Optimus Vu mit 4:3-Display im Test
Vergrößern LG Optimus Vu mit 4:3-Display im Test
Ungewöhnlich und interessant zugleich ist das 5 Zoll große Display im 4:3-Bildformat. Das LG Optimus Vu wächst daher ordentlich in die Breite. Auch die übrige Ausstattung kann sich dank Quad-Core-CPU, 8-Megapixel-Kamera und großem Akku sehen lassen. Lesen Sie nun, ob sich der Kauf des Smartlets lohnt.
Der aktuelle Trend bewegt sich zu immer größeren Smartphones mit Display-Größen ab fünf Zoll. Ist diese Grenze überschritten, spricht man gerne von einem sogenannten Smartlet, eine Mischung aus Smartphone und Tablet. Das wohl bekannteste Smartlet ist das Samsung Galaxy Note 2. Auch das Optimus Vu gehört nun dazu. Darüber hinaus dient es als digitaler Notizblock, da dem Gerät ein Stylus beiliegt.

LG Optimus Vu im Test-Video
LG Optimus Vu im Test-Video

Handhabung und Display: Ganz schön groß

Der Bildschirm des Optimus Vu gehört mit fünf Zoll zu größten Smartphone-Displays. Dabei löst er mit 1024 x 768 Pixel auf, was einem Seitenverhältnis von 4:3 entspricht. Damit kann er besonders gut Dokumente und Webseiten in voller Breite anzeigen. Allerdings müssen Sie, wie bei jedem anderen Smartphone auch, die Seite vergrößern, damit Sie kleine Schriften gut lesen können. Aus Größe und Auflösung errechnen wir eine durchschnittliche Punktdichte von 256 ppi. Richtig scharf ist der Bildschirm also nicht, was überwiegend bei unfeinen Rundungen und Schriften auffällt. Immerhin zeigt es sich durch die verwendete IPS-Technik sehr blickwinkelstark. Der Bildschirm ist mit 496 cd/m² ordentlich leuchtstark, nur wenige Displays sind heller. Dafür ist der Kontrast schwach und große Weißflächen erscheinen leicht gräulich. Der Touchscreen reagiert schnell und präzise - Tippen auf der virtuellen Tastatur ist also kein Problem, was auch an der Größe der dargestellten Tasten liegt.

Die Bedienung mit einer Hand ist nicht mehr möglich, denn
das Gehäuse ist durch das 4:3-Display in die Breite
gewandert.
Vergrößern Die Bedienung mit einer Hand ist nicht mehr möglich, denn das Gehäuse ist durch das 4:3-Display in die Breite gewandert.

Das Gehäuse mit den gigantischen Maßen 139,6 x 90,4 x 8,85 Millimeter ist sehr gut verarbeitet. Es fühlt sich darüber hinaus hochwertig an. Der Umgang mit dem Gerät ist gewöhnungsbedürftig, denn kein anderes Smartphone ist so breit gebaut. Die Bedienung mit einer Hand funktioniert leider nicht mehr. Auch der Transport ist etwas schwierig, denn einfach in der Hosentasche verschwindet das Gerät nicht. Zwar passt es noch so gerade hinein, doch sieht es von außen betrachtet merkwürdig aus - und genau so fühlt es sich auch an. Übrigens ist der Akku fest im Gehäuse verbaut.

Handhabung und Bildschirmqualität LG Electronics Optimus Vu (Note: 1,72)
Verarbeitungsqualität 1 = sehr hoch
Menüführung 1 = sehr einfach
Akku wechselbar nein
Bedienung Touchscreen / Touchscreen-Technik 1 / kapazitiv
Bildschirm: Technik / Diagonale / Größe / Auflösung / Punktedichte IPS / 12,7 Zentimeter (5,0 Zoll) / 768 x 1024 Pixel / 256 ppi
Bildschirm-Qualität: Kontrast / Helligkeit 949:1 / 496 cd/m²

LG Optimus Vu als Notizblock dank Stylus

Wie bereits erwähnt, fällt die Bedienung mit einer Hand sehr schwer, mit beiden Händen klappt das schon besser, mit einem Stift macht das Konzept erst richtig Sinn. Aus diesem Grund liefert LG das Optimus Vu mit einem eleganten Stylus aus. Größtes Manko: Der Stift ist nur lose dabei - ein Platz im Gehäuse ist für ihn nicht reserviert. Sie müssen ihn immer separat zum Gerät mit sich führen. Das erhöht die Wahrscheinlich des Verlustes. Darüber hinaus können Sie mit dem Stift lediglich schreiben oder malen, er bietet keine zusätzlichen Funktionen wie der Samsung S-Pen des Galaxy Note 2 .

Über die mechanische Taste an der Oberseite rufen Sie den
Memomodus auf. Jetzt können Sie mit dem Stift oder auch mit dem
Finger Notizen auf dem aktuellen Bildschirminhalt schreiben und
abspeichern.
Vergrößern Über die mechanische Taste an der Oberseite rufen Sie den Memomodus auf. Jetzt können Sie mit dem Stift oder auch mit dem Finger Notizen auf dem aktuellen Bildschirminhalt schreiben und abspeichern.

Drücken Sie die linke Taste auf der Oberseite des Smartphones, starten Sie den Notizmodus. Dabei erscheint eine Leiste am oberen Bildschirmrand, über die Sie zu "Quickmemo" wechseln, die Schriftfarbe anpassen, radieren und Ihre Notizen direkt teilen und abspeichern können. Tippen Sie auf den nach oben zeigenden Pfeil, dann verschwindet die Leiste und Sie bestimmen den Bildbereich der abzuspeichernden Datei. So markieren Sie beispielsweise einen Treffpunkt auf einer Google-Maps-Karte und teilen ihn dann per Nachricht, Mail oder über die Kanäle der sozialen Netzwerke. Beenden Sie den Notizmodus ohne zu speichern, ist Ihre Notiz beim nächsten Aufrufen wieder auf dem Screen. Speichern Sie eine Notiz ab, wird zeitgleich der Modus beendet.

Internet und Geschwindigkeit: Gute Performance

Unter der Haube werkelt die Quad-Core-CPU Tegra 3 von Nvidia mit 1,5 GHz Taktung. Diese kam erstmals im HTC One X zum Einsatz und bietet die Besonderheit eines fünften Kerns. Er arbeitet im Gegensatz zu den Hauptkernen nur mit 500 MHz, um Strom zu sparen. Der sogenannte Companion-Kern kommt nämlich bei grundlegenden Funktionen wie Telefonieren, im Menü blättern und im Standby-Modus zum Einsatz. Bei Anwendungen, die mehr Rechenkraft benötigen, wie etwa Spiele, schalten sich die anderen vier Kerne dazu.

Dass die CPU stark ist, beweist sie auch im Benchmark-Test Smartbench 2012, in dem sie es auf satte 4561 Punkte bringt. Damit liegt das LG-Handy knapp hinter dem One X. Auch in der Praxis zeigt es sich reaktionsfreudig und schnell. Verzögerungen fallen uns im Test keine auf.

Der Browser profitiert besonders von dem großen 4:3-Bildschirm, denn Webseiten lassen sich auf voller Breite anzeigen. Für vollen Surf-Spaß sorgt auch die gute Leistung des Android-Browsers. Die Ladezeit einer Webseite via WLAN-N liegt bei knapp vier Sekunden, über HSPA+ dauert es rund zwei Sekunden länger. Das Navigieren und Zoomen auf Internetseiten gelingt uns im Test ohne Probleme und ruckelfrei.

Internet und Geschwindigkeit LG Electronics Optimus Vu (Note: 2,65)
Browser: Geschwindigkeit / Flash unterstützt 1416 Punkte / ja
Geschwindigkeit: Startzeit / Datenübertragung / Tempo-Messung (Smartbench) 00:31 Minuten / 01:20 Minuten / 4561 Punkte

Mobilität: Vergleichsweise kleiner Akku

Der Stromspender im Optimus Vu leistet gute 2080 mAh. Bei der Gesamtgröße des Smartphones hätte er ruhig ein Ticken größer sein können. Selbst im Optimus 4X HD , das wesentlich kleiner ist, steckt ein Akku mit höherer Kapazität. Dementsprechend haut uns die Laufzeit im Test Dauer-Surfen mit 6:10 Stunden nicht vom Hocker - gerade mal 15 Minuten über dem Durchschnitt! Das Gesamtgewicht von 170 Gramm verwundert uns bei der Größe nicht. In der Hand fühlt es sich allerdings nicht allzu schwer an, denn das Gewicht verteilt sich sehr gut über die gesamte Fläche.

Mobilität LG Electronics Optimus Vu (Note: 3,38)
Akkulaufzeit 06:10 Stunden
Gewicht 170 Gramm

Software und Betriebssystem: Jelly Bean kommt 2013

Aktuell läuft auf dem Optimus Vu noch Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich. Darüber legt der Hersteller die eigene Nutzeroberfläche LG UI 3.0. Im ersten Quartal 2013 soll dann die Aktualisierung auf Jelly Bean (Android 4.1 oder 4.2) folgen.

In den 32 GB großen internen Speicher packt LG einige Programme: Dazu gehören ein App-Manager, eine Backup-App, die Office-Anwendung Polaris und ein Finanznachrichten-Widget. Der Speicher ist übrigens nicht erweiterbar.

Multimedia: Fotos bevor Sie auslösen

Die Kamera auf der Rückseite des Optimus Vu knipst Fotos
mit bis zu acht Megapixel. Sie nimmt sogar Fotos vor dem
eigentlichen Auslöser auf, damit Sie keinen Moment mehr verpassen,
weil Sie zu spät ausgelöst haben.
Vergrößern Die Kamera auf der Rückseite des Optimus Vu knipst Fotos mit bis zu acht Megapixel. Sie nimmt sogar Fotos vor dem eigentlichen Auslöser auf, damit Sie keinen Moment mehr verpassen, weil Sie zu spät ausgelöst haben.

Das Phänomen der verpassten Aufnahmen, weil Sie zu spät ausgelöst haben, kennt jeder. Genau für diese Situation nimmt die Kamera des Optimus Vu bereits vier Bilder auf, bevor sie den Auslöser überhaupt betätigen. Dafür aktivieren Sie bei der Kamera den Modus "Momentaufnahme". So werden im Grunde ständig Fotos gemacht, die dann im Zwischenspeicher landen. Die letzten zwei Sekunden vor dem Auslösen werden Ihnen dann zusätzlich zum geschossenen Foto angezeigt. Allerdings hält sich Qualität in Grenzen, weil Sie in diesen Momenten die Kamera so gut wie nie ruhig halten und die Bilder demnach schnell verschwimmen.

Ansonsten sind die Fotos aus der 8-Megapixel-Kamera sehr gut. Die Farben und Kontraste stimmen - zumindest bei guten Lichtverhältnissen. Lässt das Licht nach, tritt schnell Bildrauschen auf. Die Videofunktion zeichnet Filme in Full-HD (1920 x 1080 Pixel) auf. Auch hier passt die Qualität, denn Farben sehen naturgetreu aus, die bewegten Bilder sind scharf und bei der Wiedergabe kommen keine Ruckler zum Vorschein.

Multimedia LG Electronics Optimus Vu (Note: 1,74)
Kamera: Auflösung / Bildqualität / Autofokus / Touch-Fokus / Makro / Motivprogramme / Bildstabilisator / optischer Zoom / digitaler Zoom / mechanischer Auslöser / LED-Licht 3264 x 2448 Bildpunkte / 1 / ja / ja / ja / ja / ja / nein / ja / nein / ja
Video: Auflösung / Bild- und Tonqualität / Bildstabilisator / Aufnahme Stereoton 1920 x 1080 Bildpunkte / gut / ja / ja
Videoformate / Audioformate /DLNA / / ja

Fazit des LG Optimus Vu: Ungewöhnliche Form mit guter Hardware

Unauffällig sind Sie mit dem Optimus Vu nicht gerade unterwegs, denn die gewöhnungsbedürfte Form fällt auf. Die Besonderheiten sind die Stiftbedienung, der Memomodus über die spezielle Hardware-Taste und der 4:3-Bildschirm, mit dem Inhalte besser auf der gesamten Breite angezeigt werden. Auch die Performance verdient ein Lob, denn die Quad-Core-CPU leistet gute Dienste. Positiv ist auch die Momentaufnahme der Kamera, mit der Bilder bereits vor dem Auslösen geschossen werden.

Nicht so gut kommt hingegen der Akku weg, der gerade mal mit einer durchschnittlichen Laufzeit auftrumpft. Darüber hinaus ist aktuell "nur" Android 4.0 installiert, das nächste Update wird voraussichtlich erst im ersten Quartal 2013 erscheinen.

TESTERGEBNISSE (NOTEN) LG Electronics Optimus Vu
Testnote gut (2,24)
Preis-Leistung
Ausstattung und Software (25 %) 1,86
Handhabung und Bildschirm (25 %) 1,72
Internet und Geschwindigkeit (20 %) 2,65
Mobilität (15 %) 3,38
Multimedia (10 %) 1,74
Service (5%) 1,08
ALLGEMEINE DATEN LG Electronics Optimus Vu
Testkategorie Smartphones
Smartphone-Hersteller LG Electronics
Internetadresse von LG Electronics www.lg.com
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 0 Euro
Technische Hotline 01803 / 115411
Garantie 24 Monate
DIE TECHNISCHEN DATEN LG Electronics Optimus Vu
Größe (L x B x H in Millimeter) 140 x 90 x 9 Millimeter
Formfaktor Barren
Betriebssystem Android 4.0.4
Prozessor (Takt) Nvidia Tegra 3 (1.5 GHz. Quad-Core)
3G/4G-Tempo / HSDPA / HSUPA / LTE 21,1 MBit/s / 14,4 MBit/s / 5,76 MBit/s / nein
Bluetooth / WLAN / NFC / GPS 4.0 / 802.11n / ja / ja
USB / HDMI / Klinkenstecker Micro / ja (per MHL-Adapter) / ja
interner Speicher / Speichererweiterung / Speicherkarte im Lieferumfang 32000 MB / nicht vorhanden / nein
Lieferumfang Lade-Adapter, USB-Kabel, Stereo-Headset, NFC-Tag, Stylus
Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF ja / ja / ja / ja
installierte Software / verfügbare Apps 70 von 100 Punkten / 1 = sehr viele
Montag, 17.12.2012 | 14:31 von Dennis Steimels
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