Smartphone

Samsung Galaxy Nexus im Test

Donnerstag, 22.12.2011 | 12:00 von Yvonne Göpfert
Samsung Galaxy Nexus 16GB silber
Samsung Galaxy Nexus 16GB silber
4 Angebote ab 276,00€ Preisentwicklung zum Produkt
Erstes Android 4-Smartphone: Samsung Galaxy Nexus
Vergrößern Erstes Android 4-Smartphone: Samsung Galaxy Nexus
Das Galaxy Nexus von Samsung ist das erste Smartphone, das mit dem Betriebssystem Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich auf den Markt kommt. Wie gut die Neuerungen auf dem Google-Phone gelungen sind, verrät der Test.
Immer, wenn Google eine neue Version seines Android-Betriebssystems fertig hat, kommt erst einmal ein Google-Smartphone auf den Markt. Produziert wird es zum zweiten Mal in Folge von Samsung, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass es ohne die Hersteller-eigene Oberfläche Samsung Touchwiz auskommt. Vorteil: Das Smartphone agiert schneller, und neue Updates landen zuerst auf dem Google-Handy. Auf anderen Smartphones müssen die Updates erst noch an die jeweilige Hersteller-Benutzeroberfläche angepasst werden.

Samsung Galaxy Nexus: Handhabung und Bildschirm

Auf dem Samsung Galaxy Nexus kann sich Android 4.0 bestens entfalten. Das 4,7 Zoll große Super-AMOLED-Display mit HD-Auflösung (1280 x 720 Bildpunkte) bietet dafür die passende Bühne.

Dass Super-AMOLED in allen Tests gut abschneidet, ist nichts Neues und bestätigt sich auch auf dem HD-Bildschirm des Samsung Galaxy Nexus wieder: gut lesbar bei Sonne, mit satten Farben und gestochen scharfen Buchstaben. Wer erstmals ein Super-AMOLED-Display in der Hand hält, ist begeistert.

Der Bildschirm reagierte schnell und gut. Dafür sorgt unter anderem das Betriebssystem-Update Android-Version 4.0.1 alias Ice Scream Sandwich. Neben einer deutlichen Verbesserung der Geschwindigkeit zum Beispiel beim Öffnen von Apps wirkt die Oberfläche auch neu aufgeräumt. So finden sich im Hauptmenü die Reiter "Apps", "Widgets" und "Market", die für eine bessere Sortierung sorgen. Ordner können Sie wieder durch das Übereinanderstapeln auf den Startbildschirmen anordnen. Scrollen durch die Widgets erfolgt poppig-modern mit 3D-Effket von hinten nach vorn.

Neuerungen auch beim Sperrbildschirm: Es gibt jetzt einen Schnellzugriff, der die Kamera direkt öffnet. Dazu schieben Sie das Sperrsymbol nach links. Schieben Sie es nach rechts, öffnet sich wie gewohnt der Startbildschirm. Eine schöne Funktion vor allem für Viel-Fotografierer. Nur bei HTC-Smartphones ist diese Funktion noch ausgefeilter, weil Sie neben der Kamera noch drei andere Schnellzugriffe festlegen können. Dennoch ist die neue Entsperrungsfunktion ein Schritt in die richtige Richtung.

Weiter wirbt Google mit "Face unlock". Diese Funktion soll das Smartphone vor fremden Zugriffen schützen. Dazu schießt die Kamera ein Foto, anhand dem überprüft wird, ob der aktuelle Besitzer auch der Eigentümer ist. Erst wenn der Test positiv ausfällt, wird das Smartphone entsperrt. Um diese Funktion nutzen zu können, müssen Sie sie erst einrichten - was nicht ganz einfach ist, denn sie ist in den Tiefen des Menüs versteckt: Am besten hangeln Sie sich von Einstellungen über Sicherheit zu Bildschirmsperre durch - ein weiter Weg.

Die Erkennung hat im Test gut und schnell funktioniert. Google empfiehlt jedoch, das Gerät zusätzlich über PIN oder Mustererkennung zu schützen, denn auch ein normales Foto statt des eigentlichen Gesichts kann diese Sicherheitsfunktion aushebeln. Das lässt darauf schließen, dass die Gesichtserkennung sehr lax eingestellt ist, um sicherzustellen, dass das Gesicht auch wirklich jedes Mal erkannt wird.

Mehr Sicherheit bietet die Datenverschlüsselung des Speichers, die ab Android 4.0 mit an Bord ist. Hierzu müssen Sie in den Einstellungen in den Menüpunkt "Daten verschlüsseln" gehen, um ihre Fotos und Dokumente vor fremden Zugriffen per Passwort zu schützen.

Während das Samsung Galaxy Nexus betriebssystembedingt viele spannende Neuerungen mit sich bringt, ist die Nutzung der drei wesentlichen Android-Tasten "zum Startbildschirm", "Zurück" und "Menü" nicht ganz so geglückt. Sie sind in das Display integriert, schließen aber nicht mit der Gehäusekante ab. Da sie standardmäßig nicht beleuchtet sind, waren die Tasten im Test häufig schwer aufzuspüren.

Handhabung und Bildschirmqualität Samsung Galaxy Nexus
Verarbeitung 2 = hoch
Menüführung 1 = sehr einfach
Qwertz-Tastatur / Bedienbarkeit Tastatur nein / ungenügend
Instant Messaging / Facebook vorinstalliert / Kontakt-Übernahme aus Facebook / Twitter-Client installiert ja / ja / ja / nein
Akku wechselbar ja
Bedienung Touchscreen / Touchscreen-Technik 1 / kapazitiv
Bildschirm: Technik / Diagonale / Größe / Auflösung / Punktedichte HD Super AMOLED / 11,8 Zentimeter (4,7 Zoll) / 1280 x 720 Pixel / 316 ppi
Bildschirm-Qualität: Kontrast / Helligkeit 5829:1 / 148 cd/m²

Ausstattung und Software des Samsung Galaxy Nexus

Das Samsung Galaxy Nexus basiert auf dem reinen Betriebssystem von Google. Anwendung sind kaum installiert. Spiele finden Sie gar nicht vor, Office-Dokumente werden nur im Viewer angezeigt, ein Bearbeiten ist nicht möglich. Und auch ein Radio fehlt.

Der interne Speicher lässt sich nicht erweitern
Vergrößern Der interne Speicher lässt sich nicht erweitern

Sämtliche Daten werden auf dem Galaxy Nexus im internen Speicher abgelegt. Rund 3 GB braucht das Betriebssystem, 13 GB stehen zur freien Verfügung. Da sich der Speicher nicht per MicroSD-Karte erweitern lässt, kann es für manche Filme- und Musiksammlung schon eng werden. Auch der Lieferumfang ist mäßig: Mehr als ein Stereo-Hedaset sowie ein USB- und ein Ladekabel finden Sie in der Schachtel nicht.

Dafür unterstützt das Google-Smartphone NFC-Funk. Darüber lassen sich sehr einfach Dateien miteinander austauschen. Diese Technik macht sich "Android Beam" zunutze: Der Anwender kann Kontakte, Websites, Apps, Karten, Wegbeschreibungen und YouTube-Videos mit anderen teilen, indem er einfach sein Android-Telefon mit NFC-Unterstützung an ein zweites NFC-Smartphone hält und die Inhalte "hinüberbeamt".

Weitere NFC-Apps sind mittlerweile im Market zu finden, darunter der Business Card Holder with NFC, der Kontaktdaten über die Mini-Funktechnik überträgt. Neben NFC kann das Smartphone theoretisch auch LTE unterstützen. Allerdings haben die Nexus-Modelle für den deutschen Markt derzeit nur HSPA+ mit bis zu 21 MBit/s sowie WLAN b/g/n und Bluetooth 3.0 integriert.

Internet und Geschwindigkeit auf dem Samsung Galaxy Nexus

Das Samsung Galaxy Nexus basiert auf einem mit 1,2 GHz getakteten Doppelkern-Prozessor und zählt dadurch zu den derzeit schnellsten Mobiltelefonen am Markt. Das beweist auch der sehr gute Benchmark-Wert von gut 3700 Punkten. Insbesondere Spiele-Fans sollten sich das Samsung Galaxy Nexus daher näher ansehen.

Wer mit dem Samsung Galaxy Nexus im Netz unterwegs ist, surft fast so schnell wie zuhause am PC. Hier bringt Android 4.0 einen enormen Geschwindigkeitsbonus gegenüber Android 2.3. Wer sich häufig auf Flash-Seiten tummelt, kommt mit dem Bordbrowser jedoch nicht weiter. Flash-Seiten zeigt das reine Google-Handy im Gegensatz zu den anderen Android-Smartphones im Markt nicht an.

Internet und Geschwindigkeit Samsung Galaxy Nexus
Browser: Geschwindigkeit / Flash unterstützt 1822 Punkte / nein
Geschwindigkeit: Startzeit / Datenübertragung / Tempo-Messung (Smartbench) 00:15 Minuten / 02:10 Minuten / 3711 Punkte

Samsung Galaxy Nexus: Mobilität

Die Akkulaufzeit belief sich im Test auf sehr magere 4,5 Stunden. Schuld daran trägt das große Display, das trotz AMOLED-Technologie offensichtlich viel Saft zieht  - trotz starkem, mit 1750 mAh ausgewiesenem Akku. Damit kommen Sie gerade so über einen Arbeitstag, wenn Sie ihr Handy nicht ununterbrochen benutzen.


Mobilität Samsung Galaxy Nexus
Akkulaufzeit 04:36 Stunden
Gewicht 138 Gramm

Multimedia mit dem Samsung Galaxy Nexus

Kein Google-Smartphone kam bislang mit der höchstmöglichen Kamera-Auflösung, die derzeit bei 8 Megapixeln liegt. Und auch beim Samsung Galaxy Nexus müssen Sie sich mit 5 Megapixeln zufriedengeben. Immerhin hilft ein LED-Licht bei dämmrigen Lichtverhältnissen.

Die Kamera arbeitet mit 5 Megapixeln
Vergrößern Die Kamera arbeitet mit 5 Megapixeln

Neu bei der Kamera: Neben Video und Fotomodus können Sie nun auch direkt das Schwenkpanorama aktivieren und damit ihre Umgebung aufzeichnen. Ein einziger Klick reicht, dann macht die Kamera eine Bilderreihe, während Sie das Smartphone langsam bewegen. Die Bildergebnisse waren recht gut.

In Geduld müssen Sie sich üben, wenn Sie mit der Kamera fokussieren wollen. Es dauert bei gutem Licht schon gut zwei Sekunden, bis die Kamera per Touchfokus scharfgestellt hat. Ausgelöst wird dann über eine zweite Berührung auf das Kamerasymbol, was superschnell über die Bühne ging. Einen mechanischen Auslöser gibt es nicht. 

Die Bildqualität leidet an mangelnder Schärfe, insbesondere bei detailreichen Motiven. Zudem wirken die Motive leicht weichgezeichnet. Die Farbwiedergabe geht in Ordnung. Bei Videos schafft die Kamera die volle HD-Auflösung von 1080p mit 30 Frames pro Sekunde. Praktisch: Sie können während der Aufnahme zoomen, müssen aber - Digitalzoom sei Dank - pixelige Aufnahmen in Kauf nehmen. Die Bildqualität der Videos könnte aber insgesamt besser sein, die Tester bemerkten verschwommene Konturen. Bei schnellen Schwenks kam die Kamera zudem kaum mehr mit. Für Videotelefonate gibt es eine 1,3-Megapixel-Kamera auf der Gerätevorderseite. Sie dient auch zur oben erwähnten Gesichts-Identizierung.

Multimedia Samsung Galaxy Nexus
Kamera: Auflösung / Bildqualität / Autofokus / Touch-Fokus / Makro / Motivprogramme / Bildstabilisator / optischer Zoom / digitaler Zoom / mechanischer Auslöser / LED-Licht 2560 x 1920 Bildpunkte / 2 / ja / ja / nein / ja / nein / nein / ja / nein / ja
Video: Auflösung / Bild- und Tonqualität / Bildstabilisator / Aufnahme Stereoton 1920 x 1080 Bildpunkte / gut / nein / nein
Videoformate / Audioformate /DLNA WMV v9, WMV v10, H.263, H.264, MPEG-4, DivX, 3GP / MP3, eAAC+, AAC+, eAAC (m4a), AAC, WMA v10, WAV / ja

Fazit

Wenn Sie bei Smartphones als wichtigstes Kriterium Geschwindigkeit ansetzen, wird Sie das Samsung Galaxy Nexus interessieren. Es schlug alle Schnelligkeitsrekorde im Browser-Test und war auch sonst deutlich flotter als alle Modelle, die noch auf Android 2.3 basieren. Zu diesen Höchstleistungen trägt natürlich auch der 1,2 GHz-Dualcore-Prozessor seinen Teil bei.

Die neue Android-4.0-Oberfläche wirkt an vielen Stellen aufgeräumter und bietet einige Sicherheitsfunktionen, die jedoch nicht immer ganz ausgereift sind. Nicht zu viel erwarten sollten Sie von der integrierten 5-Megapixel-Kamera, die nur eine mittelmäßige Foto- und Videoqualität bietet. Der Speicher ist auf 16 GB begrenzt, das riesige 4,7 Zoll große Super-AMOLED-Display mit HD-Auflösung begeisterte.

TESTERGEBNISSE (NOTEN) Samsung Galaxy Nexus
Testnote gut (2,47)
Preis-Leistung zu teuer
Ausstattung und Software (25 %) 2,29
Handhabung und Bildschirm (25 %) 1,98
Internet und Geschwindigkeit (20 %) 2,83
Mobilität (15 %) 3,43
Multimedia (10 %) 2,68
Service (5%) 1,14
ALLGEMEINE DATEN Samsung Galaxy Nexus
Testkategorie Smartphones
Smartphone-Hersteller Samsung
Internetadresse von Samsung www.samsung.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 679 Euro
Samsungs technische Hotline 01805 / 67267864
Garantie des Herstellers 24 Monate
DIE TECHNISCHEN DATEN Samsung Galaxy Nexus
Größe (L x B x H in Millimeter) 136 x 68 x 9 Millimeter
Formfaktor Barren
Betriebssystem Android 4.0.1
Prozessor (Takt) Dualcore (1.2 GHz)
GSM / UMTS / HSDPA / HSUPA / LTE Quadband / ja / 14,4 MBit/s / 5,76 MBit/s/ nein
Bluetooth / WLAN / GPS 3.0 / 802.11n / ja
USB / Klinkenstecker / Radio Micro / ja / ja
interner Speicher / Speichererweiterung / Speicherkarte im Lieferumfang 16000 MB / nicht vorhanden / nein
Lieferumfang Stereo-Hedaset, Lade-Adapter, USB-Kabel
Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF ja / ja / ja / ja
installierte Software / verfügbare Apps 45 von 100 Punkten / 1 = sehr viele
Donnerstag, 22.12.2011 | 12:00 von Yvonne Göpfert
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