27.01.2012, 10:00

Dennis Steimels

Smartphone

Nokia 700 im Praxis-Test

Nokia 700 im Test

Mit dem Nokia 700 präsentiert der Smartphone-Hersteller eines seiner ersten Smartphones mit der neuesten Symbian-Version "Belle". Ob sich "Belle" gegen die starke Konkurrenz behaupten kann, verrät Ihnen der Praxis-Test.
Das Nokia 700 ist mit den Maßen 110 x 50 x 10 Millimeter wesentlich kleiner als die meisten neueren Smartphone-Modelle. Dafür gibt es keine Engpässe in der Hosentasche oder Probleme beim Tippen mit einer Hand, wie es bei vielen größeren Geräten der Fall ist. Auch das Design hebt sich durch den am unteren Rand angebrachten Lautsprecher offensichtlich von der Konkurrenz ab. Zudem sind das Nokia 700 wie auch das Schwestermodell Nokia 701 die ersten beiden Smartphones mit der Symbian-Erweiterung Nokia Belle.

Handhabung und Display beim Nokia 700: AMOLED-Bildschirm mit Clear-Black-Technologie
Das Display des Nokia 700 misst gerade einmal 3,2 Zoll und ist damit sehr viel kleiner als die Bildschirme der Konkurrenz. Mit einer Auflösung von 360 x 640 Pixeln zeigt das Display zwar nicht übermäßig viele Bildpunkte an. Die Auflösung ist für die geringe Bildschirmgröße aber völlig ausreichend. Corning Gorilla Glas schützt das Display vor Kratzern, zudem kommt die Clear-Black-Technologie zum Einsatz, die Spiegelungen bei Sonnenlicht reduziert und den Betrachtungswinkel erhöht.
Der Touchscreen reagierte zuverlässig auf Eingaben. Nur fällt aufgrund der geringen Display-Größe auch die QWERTZ-Tastatur im Hochformat sehr klein aus. Das Tippen wird dadurch sehr anstrengend und bedarf hoher Konzentration sowie Fingerspitzengefühl. Die Folge waren reihenweise Vertipper. Im Querformat funktionierte das Tippen deutlich besser.
Der untere Teil des Nokia 700 ist minimal länger als der obere Teil - dort ist der Lautsprecher über die gesamte Breite verbaut. Im ersten Moment ist dieses Design etwas ungewohnt, nach einer Zeit fällt es jedoch gar nicht mehr auf. Der Vorteil: Die Tonausgabe wird nicht durch Verdecken des Lautsprechers durch eine Hand gestört.


Internet und Geschwindigkeit des Nokia 700: Insgesamt eine mäßige Performance

Im Nokia 700 arbeitet ein ARM11-Prozessor mit einer Taktung von 1 GHz. Das Navigieren im Menü funktionierte nahezu ruckelfrei. Beim Wechseln zwischen den insgesamt sechs Startscreens kam es hingegen immer wieder zu Verzögerungen. Unter anderem liegt das daran, dass für jeden Startbildschirm ein anderes Hintergrundbild geladen wird, was zur zusätzlichen Arbeitsbelastung führt.
Das reinste Surf-Vergnügen entsteht mit dem Nokia 700 nicht. Das Zoomen auf Webseiten verzögerte sich deutlich, und die Seite brauchte lange, um die neue Darstellung anzupassen. Auch das Scrollen und Navigieren auf einer Seite ging nur langsam vonstatten. Die Ladezeit von Webseiten war noch annehmbar: Die mobile PC-WELT-Seite war via WLAN mit n-Standard in sieben Sekunden und über HSDPA nach mehr als zehn Sekunden aufgebaut.

Nokia 700 mit Symbian-Update Nokia Belle

Nokia versucht, mit der neuesten Symbian-Version Belle wieder konkurrenzfähig zu werden. Nokia Belle bringt einige Neuerungen mit sich. Vor allem fällt auf, dass sich Belle an Android orientiert. Es stehen nun sechs Startbildschirme mit Widgets und Schnellzugriffen zur Verfügung. Die Menüstruktur wurde vereinfacht, und die Pull-Down-Leiste zeigt neue Benachrichtigungen an.


Mobilität des Nokia 700: Gute Akkulaufzeit

Die Akkukapazität ist mit 1080 mAh verhältnismäßig gering. Da aber das Nokia 700 an sich sehr klein ist und auch wenig Strom verbraucht, ist die Kapazität ausreichend. Der Akku hielt bei durchschnittlicher Nutzung einen Tag durch. Auch das Gesamtgewicht von nur 96 Gramm kann sich sehen lassen. Damit gehört es eindeutig zu den Smartphone-Leichtgewichten.

Multimedia auf dem Nokia 700: Gute Klangqualität, mäßige Kamera

Die rückseitige Kamera des Nokia 700 macht Aufnahmen mit maximal fünf Megapixeln. Da die Kamera weder Autofokus, noch Bildstabilisator für Fotos besitzt, wurden die Aufnahmen nicht immer scharf. Zudem waren die Farben etwas blass. Die Videofunktion zeichnet Filme mit 720p-Auflösung auf. Auch hier waren die Farben etwas blass, und die selbst gedrehten Videos ruckelten hin und wieder trotz Bildstabilisator.
Zu überzeugen wusste die Musikwiedergabe sowohl über den eingebauten Lautsprecher als auch über das mitgelieferte Headset. Als besonderes Zubehör bietet Nokia den eigenen Bluetooth-Lautsprecher 360° Play an. Dank des Übertragungsstandards NFC (Near Field Communication) müssen sich Smartphone und Lautsprecher lediglich kurz an den jeweiligen NFC-Flächen berühren, und schon aktiviert sich der Lautsprecher. Das Smartphone stellt automatisch die Bluetooth-Verbindung zum Lautsprecher her, die Sie nur noch mit einem Klick bestätigen müssen.


Fazit: Nokia 700

Mit dem Symbian-Update Nokia Belle macht Nokia einen großen und wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Allerdings hat der Browser noch immer große Probleme, auch, wenn er an Geschwindigkeit gewonnen hat. Das Display ist mit 3,2 Zoll etwas klein, was sich überwiegend beim Tippen auf der virtuellen Tastatur bemerkbar macht. Auch die Kamera kann nicht ganz überzeugen, da sie weder über Autofokus, noch über einen Bildstabilisator im Fotomodus verfügt. Positiv zu bewerten sind die Akustik bei der Musikwiedergabe und das geringe Gesamtgewicht des Smartphones.
ALLGEMEINE DATEN Nokia 700
Testkategorie Smartphones
Smartphone-Hersteller Nokia
Internetadresse von Nokia www.nokia.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 339 Euro
Nokias technische Hotline 01805 / 01
Garantie des Herstellers 24 Monate
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