Smartphone

Motorola Razr im Test

Freitag den 09.12.2011 um 16:45 Uhr

von Yvonne Göpfert

Top-Modell: Motorola Razr im Test
Vergrößern Top-Modell: Motorola Razr im Test
© Motorola
Das neue Topmodell von Motorola ist wieder ein Razr. Ob es mit Super-AMOLED-Display, Dualcore-Prozessor und 8-Megapixel-Kamera an die alten Erfolge anknüpfen kann, verrät der Test.
Motorola will dem ehemaligen Kulthandy Razr zu neuem Glanz verhelfen. Seinerzeit stand das Klappmodell für innovatives Design, neue Formen und Funktionen.

Auch beim Razr auf Basis von Android setzt Motorola auf Design und technische Neuerungen: Das Gehäuse ist beispielsweise mit Kevlar beschichtet.

Motorola Razr: Handhabung und Bildschirm

Kevlar soll dafür sorgen, dass das 7,1 Millimeter dünne, leichte Handy, das immerhin ein 4,3-Zoll-Super-AMOLED-Display mitbringt, nicht bricht. Auch dann nicht, wenn Sie es in ihre Hosentasche stecken und sich draufsetzen. Das Display besteht aus Gorilla-Glas. Das macht das Smartphone somit weniger anfällig gegen Kratzer. Absolut kratzfest ist es jedoch nicht. Die einzelnen Bauteile im Inneren sind nano-beschichtet und somit vor einer verschütteten Tasse Kaffee oder Wasser geschützt. Im Test haben fünf Milliliter Wasser dem Handy nichts ausgemacht. Für ein Wannenbad ist das Razr aber ausdrücklich nicht geeignet.


Das Super-AMOLED-Display erstrahlt in satten, fast ein wenig zu grellen Farben. Das Kontrastverhältnis auf dem qHD-Display mit 540 x 960 Pixeln Auflösung ist sehr gut. Allerdings franst die Schrift im App-Menü leicht aus, in dem sie Weiß auf schwarzem Hintergrund dargestellt wird. Auch umgekehrt, wenn Sie Nachrichten im Internet Schwarz auf Weiß lesen wollen, stoßen Sie auf dieses Phänomen. Der Grund dafür: Die weiße Hintergrundfläche wirkt leicht gepunktet, das lässt die Schrift ausgefranst erscheinen. Unter dem Display liegen die vier typischen Android-Tasten. Sie sind in das Display integriert und reagierten bereits auf sanfte Berührung.

Handhabung und Bildschirmqualität Motorola Razr
Verarbeitung 2 = hoch
Menüführung 2 = einfach
Qwertz-Tastatur / Bedienbarkeit Tastatur nein / ungenügend
Instant Messaging / Facebook vorinstalliert / Kontakt-Übernahme aus Facebook / Twitter-Client installiert ja / ja / ja / ja
Akku wechselbar nein
Bedienung Touchscreen / Touchscreen-Technik 1 / kapazitiv
Bildschirm: Technik / Diagonale / Größe / Auflösung / Punktedichte Super-AMOLED / 10,9 Zentimeter (4,3 Zoll) / 540 x 960 Pixel / 256 ppi
Bildschirm-Qualität: Kontrast / Helligkeit 13 586:1 / 249 cd/m²

Ausstattung und Software beimMotorola Razr

Das Motorola Razr kommt mit Android 2.3.5 auf den Markt. Anfang 2012 will der Hersteller ein Update auf Android 4.0 ("Ice Cream Sandwich") bereitstellen. Die Liste der bereits aufgespielten Software ist lang: Quickoffice zum Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten, ein Task- und ein Datei-Manager, Timer, Wecker und Rechner sowie Google Navigation stehen bereit. Hinzu kommt der E-Book-Reader von Zinio. Damit holte das Motorola Razr jede Menge Punkte.

Zudem hat der Hersteller einige weitere Software-Leckerbissen spendiert, darunter Motocast, eine App, die den Online-Zugriff auf den heimischen PC erlaubt, und "Intelligente Aktionen." Dieses Programm erlaubt intelligente Aktionen wie "Display dunkler schalten" bei niedrigem Akkustand oder "WLAN einschalten", wenn Sie zuhause sind. Eine Anleitung zeigt, wie Sie eigene Regeln für solche Aktionen definieren. Es empfiehlt sich, die auf dem Smartphone angebotene Einleitung durchzulesen, da die Erstellung von Regeln und die Definition der Auslöser nicht unbedingt per se intuitiv zu verstehen ist.

Praktisch: Motorola empfiehlt bereits einige "Intelligente Aktionen." Sie können beispielsweise festlegen, dass bei schwachem Akkustand GPS deaktiviert, der Bildschirm gedimmt und die Push-Funktion, die neue E-Mails oder Facebook-Updates auf das Handy holt, ausgeschaltet wird. Insgesamt hat Motorola bereits elf Szenen vorbereitet, die Sie aktivieren können. Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, eigene Regeln zu erstellen.

Im Motorola Razr arbeitet ein Dual-Core-Prozessor OMAP 4460 von Texas Instruments, der mit einer Taktrate von 1,2 GHz läuft. Der RAM-Speicher liegt bei 1 GB, der interne Flash-Speicher beläuft sich auf 16 GB. Weitere Daten können auf einer microSD-Karte gespeichert werden, die maximal 32 GB groß sein darf. Schön: Die Micro-SD-Karte lässt sich beim Motorola Razr auch im laufenden Betrieb austauschen, da der Slot nicht unter dem fest eingebauten Akku, sondern links am Gehäuse sitzt. Ebenfalls interessant: Das Smartphone unterstützt die Kabellostechnik Bluetooth 4.0,  die aufs Energie sparen ausgelegt ist. Bluetooth 3.0 sorgte dagegen für eine schnellere Datenübertragung.

Internet und Geschwindigkeit desMotorola Razr

Obwohl das Motorola Razr im Benchmark-Test mit knapp 3800 Punkten ordentlich Gas gab, muss man bei Alltagsfunktionen wie dem Scrollen durch die Kontakteliste oder dem Aufrufen der verschiedenen Startseiten etwas Geduld aufbringen. Im Test hatte die Redaktion das Gefühl, mit angezogener Handbremse zu scrollen. Beim Aufrufen von Webseiten war davon glücklicherweise nichts zu spüren, wie der Browser-Benchmark bestätigte. Und so warten Sie auf eine Nachrichtenseite wie pcwelt.de per WLAN nur zwei Sekunden. Auch Flash-Seiten lud das Smartphone ohne Probleme. Im Web surft der Anwender via HSDPA mit bis zu 14,4 MBit/s oder WLAN im 2,4- oder 5 GHz-Band. LTE wird dagegen nicht unterstützt.

Internet und Geschwindigkeit Motorola Razr
Browser: Geschwindigkeit / Flash unterstützt 3255 Punkte / ja
Geschwindigkeit: Startzeit / Datenübertragung / Tempo-Messung (Smartbench) 00:43 Minuten / 01:45 Minuten / 3767 Punkte

Mobilität

Im Akkutest enttäuschte das Motorola Razr: Trotz der sehr hohen Kapazität von 1780 mAh hielt das Smartphone nur rund 5,5 Stunden durch. Da müsste mehr drin sein. Denn wenn Sie per WLAN surfen und eventuell noch GPS aktiviert haben, kommen Sie gerade mal so durch den Tag. Da sich der Akku nur vom Hersteller auswechseln lässt, können Sie auch keinen Ersatzakku mitnehmen.

Mobilität Motorola Razr
Akkulaufzeit 05:31 Stunden
Gewicht 127 Gramm

Multimedia auf demMotorola Razr

Die Kamera im Motorola Razr machte Fotos mit 8 Megapixeln und Videos mit 1080p-Auflösung. Die Fotoqualität ist gerade noch gut, bei weniger Licht lässt die Schärfe bedenklich nach.Im Videomodus erzielen Sie die besseren Videoergebnisse mit 720p. Bei 1080p wirken die Clips leicht verschwommen, was auf Interpolation hindeuten könnte. Immerhin werden die Bilder mit 30 Bildern pro Sekunde und Stereoton aufgezeichnet.

Portraits sowie Landschafts-, Sport- und Nachtaufnahmen sind ebenso möglich wie Makrofotos und Panoramabilder. Per Touchfokus können Sie den Schärfepunkt bestimmen - anschließend müssen Sie mit einer zweiten Touch-Berührung den Auslöser drücken. Einen mechanischen Auslöser gibt es nicht. Zum Scharfstellen nimmt sich die Kamera gut zwei Sekunden Zeit, was auch für eine Handycam sehr lange ist. Für Videotelefonate gibt es auf der Vorderseite eine 1,3-Megapixel-Kamera.

Das Motorola Razr besitzt eine microHDMI-Schnittstelle, um Ihre Fotos auf einem geeigneten Fernseher auszugeben. Ein UKW-Radio fehlt dagegen auf dem Razr, so dass Sie unterwegs lediglich Internet-Radio hören können. Hierfür sollten Sie einen großzügigen Datenvertrag haben oder Internet-Radio nur über WLAN nutzen.

Multimedia Motorola Razr
Kamera: Auflösung / Bildqualität / Autofokus / Touch-Fokus / Makro / Motivprogramme / Bildstabilisator / optischer Zoom / digitaler Zoom / mechanischer Auslöser / LED-Licht 3264 x 1840 Bildpunkte / 2 / ja / ja / ja / ja / ja / nein / ja / ja / ja
Video: Auflösung / Bild- und Tonqualität / Bildstabilisator / Aufnahme Stereoton 1920 x 1080 Bildpunkte / gut / ja / ja
Videoformate / Audioformate /DLNA H.263, H.264, DivX, Xvid, MPEG4, WMV v9, WMV v10, 3GP / AAC, AAC+, AAC+ Enhanced, MIDI, MP3, WAV, WMA v10, WMA v9 / ja

Fazit

Das neue Flagschiff von Motorola konnte mit geringem Gewicht, flachem, innovativem Design und einem großen Super-AMOLED-Display punkten. Doch trotz der guten Display-Technik muss sich Motorolas Topmodell Kritik an der Schriftschärfe gefallen lassen. Ausgestattet ist das Smartphone mit fast allen Errungenschaften, die ein Smartphone der Oberklasse derzeit besitzen sollte. Lediglich LTE fehlt.

Die 8-Megapixel-Kamera zeichnet HD-Filme mit 720p perfekt und in Stereoqualität auf. Die Aufzeichnung mit 1080p ließ dagegen zu wünschen übrig. Die Fotokamera fokussierte langsam, die Bildqualität war noch gut. Ein UKW-Radio fehlt. Der Dualcore-Prozessor mit 1,2 GHz sorgt für schnelles Arbeiten. Beim Scrollen oder Durchblättern der Startbildschirme wirken die Topmodelle von HTC und Samsung jedoch einen Tick flotter.

TESTERGEBNISSE (NOTEN)
Motorola Razr
Testnote gut (2,32)
Preis-Leistung preiswert
Ausstattung und Software (25 %) 1,96
Handhabung und Bildschirm (25 %) 2,14
Internet und Geschwindigkeit (20 %) 2,98
Mobilität (15 %) 3,12
Multimedia (10 %) 1,77
Service (5%) 1,12
ALLGEMEINE DATEN Motorola Razr
Testkategorie Smartphones
Smartphone-Hersteller Motorola
Internetadresse von Motorola www.motorola.com
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 549 Euro
Motorolas technische Hotline 01803 / 5050
Garantie des Herstellers 24 Monate
DIE TECHNISCHEN DATEN Motorola Razr
Größe (L x B x H in Millimeter) 131 x 69 x 7 Millimeter
Formfaktor Barren
Betriebssystem Android 2.3.5
Prozessor (Takt) Dual-Core (1.2 GHz)
GSM / UMTS / HSDPA / HSUPA / LTE Quadband / ja / 14,4 MBit/s / 5,76 MBit/s/ nein
Bluetooth / WLAN / GPS 3.0 / 802.11n / ja
USB / Klinkenstecker / Radio Micro / ja / nein
interner Speicher / Speichererweiterung / Speicherkarte im Lieferumfang 16000 MB / Micro-SD / nein
Lieferumfang USB-Kabel, Ladekabel, Stereo-Headset
Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF ja / ja / nein / ja
installierte Software / verfügbare Apps 70 von 100 Punkten / 1 = sehr viele

Freitag den 09.12.2011 um 16:45 Uhr

von Yvonne Göpfert

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • Borneo 11:10 | 16.12.2011

    Motorola Razr

    Leider wird im Test nicht auf Datensync mit dem PC eingegangen. Wer z.B. das Razr mit Outlook synchronisieren will wird Probleme bekommen. Solche Infos vermisse ich im Test.

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