Smartphone

LG Optimus L7 im Test

Donnerstag den 19.07.2012 um 11:19 Uhr

von Dennis Steimels

LG Optimus L7 mit Android 4.0 im Test
Vergrößern LG Optimus L7 mit Android 4.0 im Test
4,3-Zoll-Display, Android 4.0 und recht dünn - die Rede ist vom Optimus L7, dem Top-Modell der neuen L-Reihe von LG. Und das alles ist schon für 299 Euro laut UVP zu haben, was im Vergleich zu anderen Mittelklasse-Smartphones günstig ist. Ob das Optimus L7 auch wirklich etwas taugt, lesen Sie im Test.
Das Optimus L7 ist das größte und teuerste Modell und damit das Flaggschiff der neuen Smartphone-Reihe von LG. Das Unternehmen klassifiziert das Modell als Premium-Smartphone - wir aber finden, dass es seiner Ausstattung allenfalls in der aktuellen Mittelklasse einzuordnen ist. Denn die verbaute Hardware war schon vor über als einem Jahr in Smartphones zu finden. Was also sind Kaufgründe für das Optimus L7? Da wäre zum einen der vergleichsweise günstige Preis, denn im freien Handel zahlen Sie nur etwas mehr als 200 Euro. Dann wären da zum anderen NFC, das große Display, Android 4.0 und die lange Akkulaufzeit.

Handhabung und Display: Verarbeitung könnte besser sein

Das Negative zuerst: Die Verarbeitung des LG Optimus L7 ist wirklich nicht berauschend. Nimmt man das Handy in die Hand, ist schon das erste Knarzen zu hören. Bewegt man es noch etwas kräftiger hin und her, wird das Knarzen noch stärker. Zudem scheint das Gehäuse an sich nicht besonders stabil zu sein, denn es lässt sich mit Leichtigkeit biegen, und natürlich ist auch dabei Knarzen und ein merkwürdiges Knacken zu hören. Das trübt den sonst guten Eindruck des Äußeren. Einen Pluspunkt können wir aber verteilen, denn mit 8,7 Millimetern gehört es zu den dünnsten Smartphones auf dem Markt.

LG Optimus L7 mit 4,3 Zoll großem TFT-Display.
Vergrößern LG Optimus L7 mit 4,3 Zoll großem TFT-Display.

Das TFT-Display misst 4,3 Zoll in der Bilddiagonale und zeigt dabei 480 x 800 Pixel an. Aus Größe und Auflösung ergibt sich eine Punktdichte von knapp 217 ppi, womit das Display Inhalte zwar recht scharf darstellt. Um zu begeistern müsste die Auflösung aber noch etwas höher sein. Denn besonders Rundungen weisen Treppenartefakte auf.

Mit einer Leuchtkraft von fast 342 cd/m² liegt das Optimus L7 im Mittelfeld. Eine hohe Helligkeit ist besonders beim Einsatz im Freien unter Sonneneintrahlung hilfreich, wo das Ablesen des Bildschirminhaltes sonst schwer wird. Der Touchscreen reagiert präzise und flott auf Eingaben, was sich positiv beim Tippen auf der virtuellen Tastatur bemerkbar macht.

Handhabung und Bildschirmqualität LG Electronics Optimus L7 (Note: 2,57)
Verarbeitungsqualität 5 = niedrig
Menüführung 1 = sehr einfach
Qwertz-Tastatur / Bedienbarkeit Tastatur nein / ungenügend
Instant Messaging / Facebook vorinstalliert / Kontakt-Übernahme aus Facebook / Twitter-Client installiert ja / nein / ja / nein
Akku wechselbar ja
Bedienung Touchscreen / Touchscreen-Technik 1 / kapazitiv
Bildschirm: Technik / Diagonale / Größe / Auflösung / Punktedichte LCD-TFT / 10,9 Zentimeter (4,3 Zoll) / 480 x 800 Pixel / 217 ppi
Bildschirm-Qualität: Kontrast / Helligkeit 1279:1 / 342 cd/m²

Internet und Geschwindigkeit: mittelmäßige Performance

Im LG Optimus L7 arbeitet eine Single-Core-CPU von Qualcomm mit einer Taktung von 1 GHz. Aktuelle Mittelklasse-Smartphone setzen aber bereits auf Dual-Core-Prozessoren - in Sachen Leistung kann das Optimus L7 mit den Konkurrenten kaum mithalten, was auch der Performance-Benchmark beweist. Im Smartbench 2012 kommt es gerade mal auf magere 892 Punkte. Das können andere Mittelklasse-Modelle wie das Sony Xperia U besser, welches mit 2335 Punkten auftrumpft. In der Praxis zeigt sich das Optimus L7 reaktionsfreudig, und Apps starten und laufen in der Regel schnell. Ausnahmen bilden hier aufwändige Spiele, bei denen das Laden schon mal einen Ticken länger dauern kann und ein Ruckeln hier und da auftaucht.

Der Standard-Browser von Android 4.0 ist ziemlich schnell, wie unsere Test-Ergebnisse immer wieder belegen. Fast alle Android-4.0-Smartphones liegen auf den vorderen Plätzen im Browser-Vergleich. Der Browser im LG Optimus L7 zeigt sich davon allerdings unbeeindruckt und werkelt so vor sich hin - was aber mit der etwas schwachen CPU zusammenhängt. Mit 3797,8 Millisekunden im Sunspider-Benchmark reicht es nur für einen Platz im Mittelfeld. In der Praxis sind Sie wahlweise über WLAN-n oder HSDPA (7,6 MBit/s) im Netz unterwegs. Die PC-WELT-Seite ist binnen 11 Sekunden via WLAN und nach weiteren 4 Sekunden per HSDPA vollständig geladen - etwas zu langsam! Auch Zoomen und Navigieren bei vergrößerter Ansicht funktioniert nicht optimal, denn es verzögert stark, und Ruckler begleiten Sie ständig.

Internet und Geschwindigkeit LG Electronics Optimus L7 (Note: 4,19)
Browser: Geschwindigkeit / Flash unterstützt 3798 Punkte / ja
Geschwindigkeit: Startzeit / Datenübertragung / Tempo-Messung (Smartbench) 00:49 Minuten / 02:18 Minuten / 892 Punkte

Mobilität: Durchschnittliche Akkulaufzeit

Mit 5 Stunden und 47 Minuten Laufzeit im Akkutest beim Dauer-Surfen verdient sich das LG Optimus L7 mit seinem 1700-mAh-Akku zwar keine Goldmedaille. Aber für den guten Durchschnitt reicht es. Und auch, wenn es mit einem Gesamtgewicht von 122 Gramm gewiss nicht zu den Leichtgewichten à la Optimus L3 gehört: Zu schwer ist auch nicht - also ebenfalls Durchschnitt!

Mobilität LG Electronics Optimus L7 (Note: 2,94)
Akkulaufzeit 05:47 Stunden
Gewicht 122 Gramm

Software und Betriebssystem: Android 4.0 ab Werk

Auf dem LG Optimus L7 läuft das aktuelle Android 4.0.3 alias Ice Cream Sandwich. Damit ist es auf dem neuesten Stand, was die Software angeht. Darüber legt LG die eigene Nutzeroberfläche Optimus UI 2.0, die einen 3D-Effekt beim Wechseln der Startseiten mit sich bringt.

Damit Sie gleich nach der Aktivierung mit dem Optimus L7 voll durchstarten können, packt LG netterweise einige Apps in den 4 GB großen internen Speicher. Dieser ist übrigens mit einer Micro-SD-Karte um bis zu 32 GB erweiterbar. Zu den Programmen gehören die Standard-Android-Apps wie Google Maps, Mail, Talk, Google+ und natürlich der Google Play Store. Daneben ist auch eine Office-Anwendung zum Schreiben und Lesen und Dokumenten mit dabei, ein Sprachrekorder, Radio und natürlich eine Sprachnavigation, die in Google Maps integriert ist. Facebook und Twitter müssen Sie sich allerdings selbst aus dem Play Store herunterladen.


Multimedia: Videofunktion filmt nur in VGA

LG Optimus L7 mit 5-Megapixel-Kamera und
VGA-Videofunktion.
Vergrößern LG Optimus L7 mit 5-Megapixel-Kamera und VGA-Videofunktion.

Die auf der Rückseite verbaute Kamera macht Bilder mit 5 Megapixeln und findet Unterstützung durch einen Autofokus und einen LED-Blitz. Aufnahmen in Innenräumen weisen einen Grünstich auf und werden leider nicht immer scharf, trotz Autofokus. Bei Außenaufnahmen kann die Kamera schon eher überzeugen und zeigt natürliche Farben. Rauschen tritt erst bei Vergrößerung auf.

Die Videofunktion filmt, anders als der aktuelle Standard, nur in VGA (480 x 640 Pixel, 30 Bilder pro Sekunde). Damit sind wirklich keine guten Filmaufnahmen möglich: Die Videos rauschen, Details verschwimmen und sind teils nicht mehr erkennbar. Vor allem Schriften sind nicht lesbar.

Multimedia LG Electronics Optimus L7 (Note: 3,57)
Kamera: Auflösung / Bildqualität / Autofokus / Touch-Fokus / Makro / Motivprogramme / Bildstabilisator / optischer Zoom / digitaler Zoom / mechanischer Auslöser / LED-Licht 2560 x 1920 Bildpunkte / 3 / ja / ja / nein / ja / ja / nein / ja / nein / ja
Video: Auflösung / Bild- und Tonqualität / Bildstabilisator / Aufnahme Stereoton 640 x 480 Bildpunkte / schlecht / ja / ja
Videoformate / Audioformate /DLNA H.264, H.263, MPEG4, DivX, WMV / 3GP, AAC, AAC+, AMR, MP3, MIDI, WAV, WMA, / ja

Fazit: LG Optimus L7

LG bezeichnet sein Optimus L7 als Premium-Smartphone. Geht man allerdings nach der Ausstattung und den Testergebnissen, reiht es sich allenfalls in der Mittelklasse ein. Das Display ist mit 4,3 Zoll recht groß, könnte aber etwas höher auflösen, um Inhalte richtig scharf anzuzeigen. Die Performance geht in Ordnung, punktet aber nicht in allen Bereichen. Vor allem der Browser kann aufgrund langer Ladezeiten und stockendem Zoomen und Navigieren nicht überzeugen.

Zudem weist die Kamera hier und da Schwächen auf: Bei Fotoaufnahmen im Innenraum ist ein Grünstich zu erkennen, und Videoaufnahmen sind dank VGA rauschig und pixelig. Immerhin ist ab Werk Android 4.0 installiert, was nicht jedes Smartphone zu bieten hat. Die Akkulaufzeit ist mit 5 Stunden und 47 Minuten nur durchschnittlich.

Das Kunststoffgehäuse geht überhaupt nicht in Ordnung, denn es knarzt an fast jeder Stelle und lässt sich leicht biegen. An der rechten Seite ist sogar ein Knacken zu hören, was wirklich nicht von guter Verarbeitung zeugt. Zwar sieht das LG Optimus L7 schick aus, aber was bringt tolles Design bei mangelnder Qualität?

TESTERGEBNISSE (NOTEN) LG Electronics Optimus L7
Testnote befriedigend (2,94)
Preis-Leistung günstig
Ausstattung und Software (25 %) 2,41
Handhabung und Bildschirm (25 %) 2,57
Internet und Geschwindigkeit (20 %) 4,19
Mobilität (15 %) 2,94
Multimedia (10 %) 3,57
Service (5%) 1,10
ALLGEMEINE DATEN LG Electronics Optimus L7
Testkategorie Smartphones
Smartphone-Hersteller LG Electronics
Internetadresse www.lg.com
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 299 Euro
Technische Hotline 01803 / 115411
Garantie 24 Monate
DIE TECHNISCHEN DATEN LG Electronics Optimus L7
Größe (L x B x H in Millimeter) 126 x 67 x 9 Millimeter
Formfaktor Barren
Betriebssystem Android 4.0.3
Prozessor (Takt) Qualcomm Snapdragon M7225A (1 GHz. Single-Core)
GSM / UMTS / HSDPA / HSUPA / LTE Quadband / ja / 7,2 MBit/s / 0,384 MBit/s/ nein
Bluetooth / WLAN / GPS 3.0 / 802.11n / ja
USB / Klinkenstecker / Radio Micro / ja / ja
interner Speicher / Speichererweiterung / Speicherkarte im Lieferumfang 4000 MB / Micro-SD / nein
Lieferumfang Lade-Adapter, USB-Kabel, Stereo-Headset, Reinigungstuch
Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF ja / ja / ja / ja
installierte Software / verfügbare Apps 65 von 100 Punkten / 1 = sehr viele

Donnerstag den 19.07.2012 um 11:19 Uhr

von Dennis Steimels

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (5)
  • Mylin 22:18 | 14.09.2012

    Auf jeden Fall ein dickes Leistungsplus für die Geräte, da wird ein Einsteiger- zum Mittelklassemodell.

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  • eli148 16:08 | 14.09.2012

    Zitat: Mylin
    Die Verfügbarkeit von CyanogenMod für das ausgewählte Modell hingegen schon.


    Du sagst es!

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  • Mylin 17:22 | 12.09.2012

    Zitat: "eli148"
    Also zunächst einmal sollte man bedenken, dass nicht jedes Gerät exakt gleich sein kann.
    Der Browser ist auch kein Kaufargument, ...


    Die Verfügbarkeit von CyanogenMod für das ausgewählte Modell hingegen schon.

    Antwort schreiben
  • eli148 16:29 | 12.09.2012

    Also zunächst einmal sollte man bedenken, dass nicht jedes Gerät exakt gleich sein kann.
    Der Browser ist auch kein Kaufargument, der Standardbrowser wird ja auch nach und nach durch den sehr guten Chrome ersetzt. Ansonsten findet man im Market genug andere Auswahl.

    Naja, für ein Smartphone das derzeit knapp 220€ kostet, schaut das aber sehr ordentlich aus. Als preisliche Alternative gibts da sowieso nur das Huawei Ascend G330. Und das ist noch nicht mal verfügbar.

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  • Skupino022 22:24 | 04.09.2012

    Wie bitte ???

    Hallo,
    ich besitze selber das LG Optimus L7 und kann hier einigen Punkten [U]nicht [/U] zustimmen.

    [U]1. Knarzen und Knacken:[/U] Bei mir ist es keinesfalls so, dass das Handy knarzt oder knackt, natürlich kann man das Handy, dadurch das es sehr dünn ist, verbiegen und so ein knarzen entlocken, es ist meiner Meinung nach aber nicht an der Tagesordnung sein Handy massiv zu verbiegen.

    [U]2.Verarbeitung:[/U] Das LG ist natürlich nicht super Verarbeitet, dennoch sieht es elegant aus und hält einiges aus. Die Splatmaße sind alle völlig im Rahmen, und die Verarbeitung gut. Ich habe schon [U]deutlich[/U] schlechtere Smartphones gesehen, (Bsp.: Galaxy Ace)

    Die Leistung des Smartphones ist nicht für intensive Spiele ausgelegt, das heißt einige Spiele laufen nciht, oder nur schwer spielbar, dennoch laufen eine Vielzahl an Apps und "normalen" Spielen flüssig.
    Shooter laufen eher nicht. Das hängt natürlich mit der 1Ghz CPU und dem 512mb "großen" Arbeitsspeicher zusammen.

    Im Schul- und Berufsalltag gestaltet sich das Handy jedoch als zuverlässiger Begleiter. Für den Preis finde ich was geboten wird (NFC; tolles Display; gutes/wechselbares Akku (hält bei mir bei einer Benutzung von täglich: 90 Min Musik und 40 Minuten Surfen mit HSDPA und 20min Spielen übrigens knapp 2 Tage ) durchaus ein gutes Angebot.

    Ich hoffe ich konnte eine Objektive Meinung schreiben und eventuellen Interessenten die Kaufentscheidung erleichtern.

    Von mir eine klare Empfehlung.

    Gruß
    Moritz

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