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Huawei Ascend P1 im Test

Donnerstag, 12.07.2012 | 09:01 von Dennis Steimels
Huawei Ascend P1 im Test
Vergrößern Huawei Ascend P1 im Test
Das Ascend P1 ist das erste Oberklasse-Smartphone, das Huawei auf den Markt bringt. Und zugegeben, das Design und die Ausstattung sprechen Bände: In das nur 7,69 Millimeter dünne Gehäuse packt Huawei eine Dual-Core-CPU, eine 8-Megapixel-Kamera und einen Akku mit 1800 mAh. Wie sich das China-Handy gegen die harte Konkurrenz behauptet, lesen Sie im Test.
Das chinesische Unternehmen ist vor allem für sein gutes Preis- Leistungsverhältnis bekannt. Auch mit dem Ascend P1 bietet Huawei viel Leistung zu einem angemessenen Preis. Denn das erste Oberklasse-Smartphone der Chinesen kostet laut UVP 449 Euro, genau wie das Sony Xperia P, das sich ebenfalls zur Oberklasse zählt. Wenn wir an andere Hersteller denken - wie HTC mit dem One S - kann ein etwas besseres Handy auch gerne mal mehr kosten - Punkt für das Ascend P1! Als kleine Zusatzinfo: Das "P" im Namen Ascend P1 steht für den Begriff "Premium" und weist das Handy seiner Kategorie der Oberklasse zu.

Handhabung und Display: kontraststarkes AMOLED

Das 4,3 Zoll große Super-AMOLED-Display, das erstmals in einem Huawei-Smartphone eingesetzt wird, zeigt auf seiner Fläche 540 x 960 Pixel an. Aus der Größe und der qHD-Auflösung ergibt sich eine Punktdichte von 256 ppi. Damit kann das Display durch das Zusammenspiel der Super-AMOLED-Technik und der relativ hohen Punktdichte Inhalte sehr scharf anzeigen, einzelne Pixel sind mit bloßen Auge nicht erkennbar. Typisch für einen AMOLED-Screen ist die Helligkeit nicht besonders hoch, in diesem Fall liegt die Leuchtkraft bei geringen 172,71 cd/m². Ein LCD kann etwa das 4,5-fache erreichen, wie das Sony Xperia P mit spezieller Technik beweist. Dafür sind die Kontrast- und Schwarzwerte sehr beeindruckend: Schwarz ist wirklich schwarz!

Der Touchscreen reagiert prompt und präzise auf Eingaben, was auch beim Tippen auf der virtuellen Tastatur auffällt. Übrigens können Sie die zu verwendende Tastatur selbst wählen: Entweder Sie verwenden die Huawei- oder die normale Android-Eingabemethode - beide funktionieren gut, obwohl die Tasten der Android-Tastatur etwas klein sind.

Das Huawei Ascend P1 misst nur 7,69 Millimeter.
Vergrößern Das Huawei Ascend P1 misst nur 7,69 Millimeter.

Mit dem nur 7,69 Millimeter schlanken Gehäuse ist das Ascend P1 das derzeit zweitdünnste Smartphone auf dem Markt. Nur das Motorola Razr kann das mit 7,1 Millimetern noch toppen. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, fühlt sich samtig weich an und liegt gut in der Hand. Nichts knarzt oder macht merkwürde Geräusche. Ober- und Unterseite liegen fest aufeinander und bieten keinen Platz für Spaltmaße. Der Akku ist im Ascend P1 fest verbaut, ein einfaches Wechseln ist also nicht möglich.

Handhabung und Bildschirmqualität Huawei Ascend P1 (Note: 2,03)
Verarbeitungsqualität 1 = sehr hoch
Menüführung 1 = sehr einfach
Qwertz-Tastatur / Bedienbarkeit Tastatur nein / ungenügend
Instant Messaging / Facebook vorinstalliert / Kontakt-Übernahme aus Facebook / Twitter-Client installiert ja / ja / ja / ja
Akku wechselbar nein
Bedienung Touchscreen / Touchscreen-Technik 1 / kapazitiv
Bildschirm: Technik / Diagonale / Größe / Auflösung / Punktedichte Super AMOLED / 10,9 Zentimeter (4,3 Zoll) / 540 x 960 Pixel / 256 ppi
Bildschirm-Qualität: Kontrast / Helligkeit 5225:1 / 173 cd/m²
Huawei Ascend P1 im Test-Video
Huawei Ascend P1 im Test-Video

Internet und Geschwindigkeit: Einer der schnellsten Browser

Die Dual-Core-CPU im Huawei Ascend P1 arbeitet mit einer Taktung von 1,5 GHz. Mit der hohen Rechenkraft fallen kurze Denkpausen des Systems völlig weg. Programme starten schnell und laufen äußerst flüssig. Auch der Benchmark-Test zeigt, dass die Zweikern-CPU sehr gute Dienste leistet, denn das Ascend P1 beherbergt gleich hinter dem HTC One S den am besten arbeitenden Prozessor in sich, wie unser Vergleichstest der besten Dual-Core-Smartphones zeigt.

Es ist eindeutig! Die mit Android 4.0 eingeführten Browser arbeiten sehr viel schneller als die Vorgänger und alle anderen Werks-Browser. Im Sunspider-Benchmark schneidet der Browser des Huawei Acsend P1 mit 1924,3 Millisekunden sehr gut ab und gehört damit zu den fünf besten im Testfeld. Davor liegen übrigens nur Smartphones, die mit Android 4.0 arbeiten, wie das Samsung Galaxy S3 , das mit 1461,8 Millisekunden den schnellsten Browser betreibt. Auch in der Praxis surfen Sie schnell durchs Web, wahlweise via HSPA+ (21 Mbit/s) oder über N-WLAN. Die PC-WELT-Seite ist binnen 3,5 Sekunden über WLAN aufgebaut, mit HSPA+ müssen Sie sich 2 Sekunden länger gedulden, bis die Seite vollständig auf dem Screen zu sehen ist. Das Navigieren und Zoomen funktioniert tadellos und in ordentlicher Geschwindigkeit. Etwas nervig ist aber die vergrößerte Ansicht, sobald eine neue Seite geöffnet wird. Sie müssen also immer zuerst die Webseite verkleinern, um sich einen Überblick zu verschaffen. Unter Einstellungen können Sie den Standard-Zoom immerhin etwas anpassen, damit die Seite übersichtlicher erscheint.

Internet und Geschwindigkeit Huawei Ascend P1 (Note: 3,76)
Browser: Geschwindigkeit / Flash unterstützt 1924 Punkte / ja
Geschwindigkeit: Startzeit / Datenübertragung / Tempo-Messung (Smartbench) 00:08 Minuten / 02:03 Minuten / 2723 Punkte

Mobilität: Leichtgewicht mit gutem Akku

Strom bezieht das Huawei Ascend P1 aus dem 1800 mAh großen Akku, der fest im Gehäuse verbaut ist. Die Leistung ist für einen Akku in einem Oberklasse-Smartphone normal, die Akkulaufzeit im Test beim Dauer-Surfen von 7 Stunden und 7 Minuten ist überdurchschnittlich. Sie kommen also locker über den gesamten Tag. Zudem gehört es mit 110 Gramm zu den absoluten Leichtgewichten. Ihnen fällt also nicht der Arm ab, wenn Sie stundenlang telefonieren.

Mobilität Huawei Ascend P1 (Note: 2,19)
Akkulaufzeit 07:07 Stunden
Gewicht 110 Gramm

Software und Betriebssystem: Android 4.0 ab Werk

Auf dem Huawei Ascend P1 läuft von Haus aus Android 4.0.3 (Ice Cream Sandwich), die derzeit aktuellste Version. Sobald die nächste Version Android 4.1 alias Jelly Bean verfügbar ist, erhält das Ascend P1 ein Update. Übrigens können Sie die Nutzeroberfläche individuell anpassen. Beispielsweise können Sie ein 3D-Menü aktivieren, die Symbole anpassen und bestimmen wie der Seitenwechsel erfolgt, ob über drehen oder schieben.

Huawei Ascend P1 mit Micro-SD-Slot an der Seite.
Vergrößern Huawei Ascend P1 mit Micro-SD-Slot an der Seite.

Der interne Speicher des Huawei Ascend P1 fasst gerade einmal 4 GB, davon haben Sie rund 2,3 GB zur freien Verfügung. Für eine Speichererweiterung befindet sich an der rechten Gehäuseseite der Micro-SD-Slot, der Karten mit einer Größe von bis zu 32 GB akzeptiert. In den Speicher packt Huawei viele nützliche Programme wie eine Sprachaufnahme, ein Office-Programm zum Lesen und Schreiben von Dokumenten, ein Spiel und einen Datei- sowie Taskmanager. Auch die typischen Android-Apps wie Google Maps, Talk, Mail, Google+ und Google Play Store sind mit an Bord.

Multimedia: Gute Kamera unter anderem mit Verzerrungsmodus

Huawei Ascend P1 mit 8-Megapixel-Kamera.
Vergrößern Huawei Ascend P1 mit 8-Megapixel-Kamera.

Die Hauptkamera auf der Rückseite des Huawei Ascend P1 ist kaum zu übersehen, da sie aus dem Gehäuse hervorsteht. Mit ihr knipsen Sie bis zu acht Megapixel große Fotos in guter Qualität. Bildrauschen tritt erst bei vielfacher Vergrößerung auf und Farben wirken naturgetreu. Allerdings könnte etwas mehr Licht auf den Sensor fallen, was aber durch die f2.4-Blende eingeschränkt wird. Die HTC-One-Serie bietet beispielsweise eine f2.0-Blende, wodurch das Fotografieren auch bei schlechteren Lichtverhältnissen deutlich besser gelingt. Zwar ist für eine solche Situation auch der LED-Blitz im Ascend P1 verbaut, doch dann rauschen die Bilder leicht.

Testfoto mit dem Verzerrungsmodus der Kamera.
Vergrößern Testfoto mit dem Verzerrungsmodus der Kamera.
© Dennis Steimels

Für den kleinen Spaß zwischendurch bietet die Kamera einen Verzerrungsmodus mit verschiedenen Verfremdungsarten wie "breites Gesicht", "große Nase" oder "Insekt". Wirklich relevant ist dieser Modus nicht für unseren Test, doch er hat Spaß gemacht. Ein "Testfoto" sehen Sie links.

Die Videofunktion filmt in Full-HD, also 1920 x 1080 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde. Bei der Aufnahme selbst und später bei der Wiedergabe am PC stellen wir leichte Probleme des Autofokus fest. Denn er braucht deutlich zu lange, um neue Objekte beim Motivwechsel scharf zu stellen. Das kann ein Video schnell ruinieren. Zudem sind leichte Ruckler erkennbar.

Multimedia Huawei Ascend P1 (Note: 2,27)
Kamera: Auflösung / Bildqualität / Autofokus / Touch-Fokus / Makro / Motivprogramme / Bildstabilisator / optischer Zoom / digitaler Zoom / mechanischer Auslöser / LED-Licht 3264 x 1836 Bildpunkte / 2 / ja / ja / ja / ja / ja / nein / ja / nein / ja
Video: Auflösung / Bild- und Tonqualität / Bildstabilisator / Aufnahme Stereoton 1920 x 1080 Bildpunkte / mittel / ja / ja
Videoformate / Audioformate /DLNA 3GP, AVI, DivX, H.263, H.264, MP4, WMV, Xvid / AAC, AAC+, AMR, eAAC+, MIDI, MP3, WAV, WMA / ja

Fazit: Huawei Ascend P1

Die Chinesen überraschen mit einem wirklich guten Smartphone, dem ersten in der Oberklasse. Das Huawei Ascend P1 gehört zu den dünnsten, leichtesten und schnellsten Dual-Core-Smartphones. Ab Werk läuft Android 4.0 als Betriebssystem, wodurch auch der Browser eine ordentliche Geschwindigkeit aufbringt. Das Super-AMOLED-Display ist zwar nicht besonders hell, dafür sind die Kontrastwerte besonders gut. Auf dem Touchscreen tippen Sie zudem präzise. Er reagiert schnell auf Eingaben. Damit Sie auch lange Tippen können, hält der Akku mit einer Laufzeit von über 7 Stunden im Test überdurchschnittlich lange.

Nicht ganz zufrieden sind wir mit der Kamera, genauer gesagt mit der Videofunktion. Denn im Test brauchte der Autofokus einfach zu lange, um neue Objekte beim Motivwechsel scharf zu stellen. Zudem waren die Bilder meistens etwas dunkler als bei anderen Smartphones, was wohl der f2.4-Blenke geschuldet ist. Alles in allem kann sich das Huawei Ascend P1 aber sehen lassen, denn Grund zum Meckern gibt es kaum.

TESTERGEBNISSE (NOTEN) Huawei Ascend P1
Testnote gut (2,30)
Preis-Leistung preiswert
Ausstattung und Software (25 %) 1,42
Handhabung und Bildschirm (25 %) 2,03
Internet und Geschwindigkeit (20 %) 3,76
Mobilität (15 %) 2,19
Multimedia (10 %) 2,27
Service (5%) 2,55
ALLGEMEINE DATEN Huawei Ascend P1
Testkategorie Smartphones
Smartphone-Hersteller Huawei
Internetadresse www.huawei.com/de/
Preis (unverbindliche Preisempfehlung) 449 Euro
Technische Hotline /
Garantie 24 Monate
DIE TECHNISCHEN DATEN Huawei Ascend P1
Größe (L x B x H in Millimeter) 129 x 65 x 8 Millimeter
Formfaktor Barren
Betriebssystem Android 4.0.3
Prozessor (Takt) Texas Instruments OMAP 4460 (1.5 GHz. Dual-Core)
GSM / UMTS / HSDPA / HSUPA / LTE Quadband / ja / 14,4 MBit/s / 5,76 MBit/s/ nein
Bluetooth / WLAN / GPS 3.0 / 802.11n / ja
USB / Klinkenstecker / Radio Micro / ja / ja
interner Speicher / Speichererweiterung / Speicherkarte im Lieferumfang 4000 MB / Micro-SD / ja
Lieferumfang Lade-Adapter, USB-Kabel, Akku
Handbuch: ausführlich / deutsch / gedruckt / als PDF ja / ja / ja / ja
installierte Software / verfügbare Apps 90 von 100 Punkten / 1 = sehr viele
Donnerstag, 12.07.2012 | 09:01 von Dennis Steimels
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (18)
  • GBorn1 10:12 | 13.07.2012

    Geplante Obsoloszenz - die Fakten

    Zitat: qqqaqqq
    Das ist der größte Schmarrn den es gibt. Normalerweiße müsste der Gesetzgeber da einen Riegel vorschieben. Auch vom Wegwerf Netbook war mal die Rede echt ein graus sowas.
    Naja, da regelt sich nix - ich hab's hier mal in einem Blog-Beitrag thematisiert. Apple kommt da immer als "Trendsetter" vor. Ich hatte die Hoffnung, dass man da über EU-Batterieverordnung oder EU-Ökodesignrichtlinie was machen kann. Ist in diesem Beitrag dokumentiert. Von der EU-Beschwerde habe ich die Tage die Ablehnung erhalten - EU-Batterieverordnung ist nur für die Entsorgung von Altgeräten zuständig - EU Ökodesign-Richtlinie umfasst momentan keine mobilen Produkte. Die bannen zwar Glühbirnen europaweit und lassen sich als EU-Kommission für einheitliche Handy-Ladegeräte feiern (fußt übrigens auf einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Importeure) - aber an die wirklich brennenden Themen wollen die nicht ran. Das BMU, welches ich angeschrieben habe, wollte das Thema aufgreifen, und vorschlagen, das Ganze in die Öko-Design-Richtlinie einzuarbeiten - aber die sind momentan beim BMU und in der EU-Kommission wohl mit anderen Dingen beschäftigt. Hier hilft imho nur Druck von den Verbrauchern - auch im Hinblick auf Kaufzurückhaltung (dokumentiere gerade ein weiteres Beispiel - Fuji-Bridgekamera, wo das Stützakku auf der Platine sitzt) - sowie der Politik auf die Füße treten. Mein initialer Kommentar hatte letztendlich den Zweck, ein paar People wenigstens wach zu rütteln. Schade, dass sich hier einige Leute mehr "Sorgen machen, dass Apple da Huawei wegen Geschmacksmuster auf fest verbaute Akkus verklagt" oder dass man Batteriesäure aus blühenden Wiesen schöpfen kann - geht imho eindeutig am Thema vorbei. Und da vielleicht einige People aus der PC-Welt Redaktion mitlesen, fällt da vielleicht auch mal der Groschen, solche Sauereien wie nicht wechselbare Akkus - oder gar verklebte Bauteile (wie bei manchen MacBook Airs) und nicht reparierbare Ultrabooks - deutlich in "Tests" zu thematisieren und als das zu benennen, was sie nun mal sind: [U]ein ökologischer und ökonomischer Irrsinn[/U]. Just my 2 cents

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  • ohmotzky 08:49 | 13.07.2012

    Zitat: GBorn1
    Ohne wechselbaren Akku? So was geht ja schon mal gar nicht! Umweltsauerei ersten Ranges - und wenn das Akku nach Ablauf der Gewährleistung schlapp macht, lässt sich das Smartphone nur noch entsorgen -> klarer Fall von geplanter Obsoleszenz.
    Hm Apple ist das aber ebenfalls nicht bekannt, das so was nicht geht meine ich.

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  • qqqaqqq 23:03 | 12.07.2012

    Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann...

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  • root 22:54 | 12.07.2012
  • chipchap 22:52 | 12.07.2012

    Zitat: mike_kilo
    ... dass ökonomisches Interesse weit vor dem ökologischen I. steht? :heilig:
    Was lange hält, bringt uns kein Geld.

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