29.09.2010, 11:31

Hans-Christian Dirscherl

Smartphone-Duell

HTC Wildfire gegen HTC Desire

David gegen Goliath: Lohnen sich die rund 200 Euro Mehrausgabe für ein Desire oder reicht das deutlich preiswertere Wildfire völlig aus?
Für rund 280 Euro bekommt man mit dem HTC Wildfire salopp gesagt die geschrumpfte Fassung des Top-Androiden HTC Desire. Doch für wen lohnt sich das Sparen?

Mit dem im Sommer 2010 vorgestellten Wildfire spricht HTC gezielt das jüngere Publikum an. „Alle deine Freunden passen hier nicht rein“ textet das taiwanische Unternehmen sinngemäß auf Werbeplakaten in der Münchner U-Bahn. „Aber in dein Wildfire“. Gemeint sind damit neben den ohnehin vorhandenen Kontakteinträgen die Social Community-Funktionen des Wildfire, die allerdings vor allem aus einer einzigen App bestehen: Friend Stream. Sie fasst die Einträge aus Facebook und Twitter sowie Flickr in einem einzigen Feed zusammen und zeigt sämtlich Updates im digitalen Freundeskreis - Friend Stream macht also die separate Facebook- und Twitter-App überflüssig.
Neben dieser Schnittstelle zu Facebook und Twitter und einer passablen 5-Megapixel-Kamera sowie Musik- und Video- respektive Youtubeplayer und einem integrierten UKW-Radio wirbt das Wildfire vor allem mit seinem Kampfpreis um die Gunst Technik- und Internet-Begeisterter mit kleinem Geldbeutel: Im Internet bekommt man das Wildfire für um die 280 Euro. Dafür muss man aber spürbare Abstriche an der Hardware in Kauf nehmen.
Ganz anders das Desire. Billig ist es sicher nicht, ganz im Gegenteil sind die Preise bei Amazon im Laufe des Sommers sogar gestiegen, zeitweise auf rund 500 Euro, weil HTC Lieferengpässe hatte. Die wiederum wurden durch Lieferschwierigkeiten bei den AMOLED-Displays von Samsung verursacht, weswegen HTC seit kurzem alternativ SLCDs von Sony in das Desire einbaut. Der Besitzer dürfte kaum einen Unterschied bemerken, wie erste Vergleichstests ergaben.
Doch für den deftigen Preis (im Schnitt gibt es das Desire derzeit für ca. 490 Euro, Modelle mit Vodafone-Werbung kosten mitunter deutlich weniger) bekommt man Hardware vom Feinsten. Neben dem bereits erwähnten sehr guten Display (dessen Darstellungsqualität überzeugt, und zwar unabhängig davon ob man nun ein Desire mit AMOLED oder mit SLCD besitzt), das deutlich größer als das des Wildfire (3,2 Zoll beim Wildfire, 3,7-Zoll beim Desire) ist und eine erheblich größere Auflösung (240 x 320 Pixel beim Wildfire, 480 x 800 Pixel beim Desire) besitzt, bietet das Desire eine kraftvolle 1-GHz-CPU (Wildfire: 528 MHz-Prozessor), mit 512 MByte reichlich internen Speicher (ebenso viel wie beim Wildfire) und 576 MByte Arbeitsspeicher (Wildfire: 384 MB).
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