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Smarter Vibrator: Besitzerin klagt wegen Datenspionage

14.09.2016 | 12:14 Uhr |

Die Besitzerin eines smarten Vibrators hat nun eine Klage gegen den Hersteller eingereicht, weil dieser Nutzerdaten trackt.

Eine Besitzerin des smarten Sex-Toys We Vibe 4 Plus hat eine Klage gegen den Hersteller eingereicht. Hintergrund: Zwei Sicherheitsexperten hatten den smarten Vibrator We Vibe 4 Plus analysiert und ihre Ergebnisse - wie wir berichteten - vor knapp einem Monat auf der Sicherheitskonferenz Def Con präsentiert.

In dem Erwachsenen-Spielzeug befindet sich ein Bluetooth-Chip, über den Daten von und zu einer App übertragen werden. Über diese App kann das Gerät dann gesteuert werden. Zur Nutzung der App werden die Vibrator-Besitzer ermuntert, weil dadurch spezielle Betriebsmodi verwendbar sind, wie etwa "cha-cha-cha"... Die genauere Analyse ergab aber noch viel mehr: Die App sammelt bei der Nutzung des Vibrators alle anfallenden Informationen und speichert diese auf einem Server des Herstellers.

Die Klage hat die Besitzern des smarten Vibrators vor einem US-Bezirksgericht in Illinois eingereicht, wie US-Medien berichten. In der 18-seitigen Klage erklärt die Frau, sie habe im Mai das Gerät erworben und einige Mal benutzt. Erst später habe sie allerdings davon erfahren, dass die App die Nutzungsdaten an die Server des Herstellers übermittelt. Darunter auch, welche Vibrator-Einstellungen sie verwende und ihre Mail-Adresse.

Der Hersteller hatte seinerzeit auf die Analyse der beiden Sicherheitsexperten mit einem öffentlichen Statement reagiert. Den Nutzern solle künftig noch genauer erklärt werden, welche Daten bei der Nutzung der App überwiegend anonymisiert übertragen werden. Außerdem soll die Möglichkeit bestehen, die Übertragung der Daten zu verhindern.

Für die betroffene Besitzerin kommt die Einsicht offenbar zu spät, denn in ihrer Klage wirft sie dem Hersteller vor, den Privatsphären-Schutz der Nutzer zu missachten und damit gegen diverse Gesetze des Bundesstaates und der USA zu verstoßen. Die Frau fordert daher eine Bestrafung des Herstellers und einen Schadensersatz.

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