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Overlord: Raising Hell (Playstation 3)

25.06.2008 | 17:14 Uhr |

Stellen Sie sich vor, sie schlummern tief und fest und plötzlich werden Sie von seltsamen Mini-Monstern wachgerüttelt, die Ihnen zu allem Überfluss noch Säure in die Augen kippen. Nein - hier wird nicht der normale Sonntag Morgen deutscher Kleinkindväter beschrieben, sondern das Intro von Overlord, einem Spiel, bei dem Sie mal so richtig böse sein dürfen und das nun auch für die Playstation 3 erhältlich ist. Wir haben mal die Sau rausgelassen und verraten Ihnen, ob sich der Kauf lohnt.

Sind sie nicht süß?
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© 2014

In der Regel übernehmen Sie in Videospielen die Rolle irgendeines strahlenden Helden, der die Welt vor dem Bösen schützen muss - auf Dauer recht langweilig. Spiele-Opas werden sich mit Sicherheit noch an "Dungeon Keeper" erinnern, einem Klassiker der Entwicklerlegende Peter Molyneux, bei der mal in die Rolle des Bösewichts schlüpfen durften. Ähnlich geht es auch bei Overlord: Raising Hell zu, allerdings in wesentlich hübscherer Grafik. Die eingangs beschriebene Szene wirft Sie direkt ins Spielgeschehen. Sie werden quasi von den Toten auferweckt und sollen im Lauf des Spiels die Weltherrschaft erringen. Overlord ist vor ziemlich genau einem Jahr für PC und Xbox 360 erschienen, jetzt ist auch eine Version für Playstation 3 erhältlich.

Das Böse lauert immer und überall...
Vergrößern Das Böse lauert immer und überall...
© 2014

Spielverlauf
Zu Beginn des Spiels sind Sie noch nicht gerade das, was man sich unter einem mächtigen, dunklen Lord vorzustellen hat: Ihre Burg ist zerfallen, Sie können nur wenige Kämpfer beschwören und mit Ihren Zauberkünsten steht aus auch noch nicht zum Besten. Dennoch sind Sie der Boss: Kämpfen, Plündern oder das Auflesen von Fundstücken müssen Sie nicht selbst übernehmen, hierfür setzen Sie die so genannten Schergen ein. Diese Gremlin-artigen Wesen sind äußerst loyal und werfen sich für Sie ohne Rücksicht auf Verluste in jedes Kampfgetümmel. Die Mini-Armee wird dabei per Analogstick zielgenau dirigiert oder per Button-Befehl aufs Geratewohl von dannen geschickt beziehungsweise zurück gerufen.

Im Verlauf des Spiels stoßen Sie auf drei weitere Schergen-Rassen, darunter rote, denen Feuer nichts ausmacht, oder blaue, die verwundete Kumpel heilen können. Doch zunächst gehen Sie mit der braunen Schergen-Rasse auf Erkundungstour, erledigen typische Such-, Finde- und Rätsel-Missionen und werden nach und nach tiefer in das Spielgeschehen gesogen.

Neben Ihren Schergen können Sie im Kampf auch Zauber einsetzen. Zunächst steht Ihnen dabei lediglich ein Feuerzauber zur Verfügung, im Verlauf des Spiels kommen weitere Sprüche hinzu.

Grafik
Die Grafik von Overlord: Raising Hell geht in Ordnung und wurde gegenüber Xbox 360 und PC ein wenig aufpoliert. Es erwartet Sie kein grafisches Highlight, vielmehr ist Durchschnittskost angesagt, allerdings eher im gehobenen Bereich. Die Animationen des Overlord hätten allerdings durchaus noch ein wenig überarbeitet werden können, er läuft immer noch, als hätte er einen mächtigen Tritt in die ... sie wissen schon verpasst bekommen.

Kleinerer Popups stören das Gesamtbild, dafür sind die Ladezeiten angenehm kurz. Positiv: Anders als bei vielen aktuellen Playstation-3-Spielen verlangt Overlord: Raising Hell keine Installation.

Positives & Mängel
Böse zu sein macht mit Overlord fast durchweg Laune, allerdings ist auch dieser Titel nicht frei von Mängeln. Störend ist beispielsweise, dass man zwar viele Aufträge auf einmal erhalten, aber nur einen Bruchteil davon sofort erledigen kann. Dies liegt beispielsweise daran, dass für eine bestimmte Mission ein bestimmter Schergen-Typ vonnöten ist, den Sie erst im späteren Spielverlauf finden. So kann es schnell passieren, dass Sie die Übersicht verlieren und minutenlang in Gegenden herumrennen, nur um erkennen zu müssen, dass dieses Gebiet noch gesperrt ist.

Löblich ist zwar, dass in der Playstation-3-Version endlich eine kleine Mini-Karte integriert wurde, was die Übersichtlichkeit wesentlich erhöht, doch fehlen darauf die Himmelsrichtungen und auch eine Großansicht der Karte wäre schön gewesen. So erhält man aber zumindest einen groben Überblick, wohin man laufen kann/soll. Die Steuerung geht insgesamt recht leicht von der Hand, der Überbelegungswahn einzelner Buttons hat vor Overlord: Raising Hell Halt gemacht.

Zusatzausstattung
Overlord: Raising Hell wird zum Vollpreis von rund 60 Euro verkauft, für einen ein Jahr alten Titel wäre dies recht happig. Daher bietet die Playstation-3-Fassung einige Extras, um den Preis zu rechtfertigen. So sind in dem Titel alle bisherigen Erweiterungen enthalten, der Sound wird mit 7.1 ausgegeben und für Multiplayer-Spieler gibt es sieben zusätzliche Karten. Neu ist zudem auch der Legendär-Modus, der auch den gewieftesten Taktiker herausfordern soll.

Fazit
Overlord: Raising Hell macht eine Menge Spaß und erfordert im späteren Spielverlauf durchaus auch taktische Vorgehensweisen. Gestört hat uns im Test, dass man zuweilen recht hilflos umherirrt und eigentlich nicht genau weiß, was nun als nächstes zu tun ist. Dank der integrierten Erweiterung Raising Hell wird der Spielumfang gegenüber der vor einem Jahr erschienenen Fassungen um einiges erweitert, so dass der Kaufpreis durchaus in Ordnung geht. In der Erweiterung geht es um nichts weniger, als die Vorherrschaft der Hölle zu erlangen.

Wertung: 80 Prozent

Alternativen
Derzeit gibt es zu diesem Titel/Spielprinzip keine Alternativen.

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