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HP Envy 15 im Test

19.10.2009 | 09:00 Uhr |

Hochwertige Verarbeitung, sattes Tempo, Top-Display: HP will mit dem Envy 15 den Macbooks an den Kragen. Wir hatten ein Vorseriengerät mit Windows 7 im Test.

Ab 22.Oktober soll das Luxus-Notebook Envy 15 erhältlich sein. Auf unserem Vorseriengerät war Windows 7 Professional in der 64-Bit-Version installiert. Das Magnesium-Aluminium-Gehäuse des Envy 15 wirkt wertig und stabil, es war verwindungssteif, auch im Gebrauch fiel kein Knarzen auf. Das Gehäuse und der Deckel sind per Laser mit einer feingliedrigen Gravur versehen - das passt auf den ersten Blick nicht zum recht wuchtigen Erscheinungsbild des 15,6-Zoll-Notebooks. Allerdings wirkt das Envy 15 schwerer als es ist: Die Waage zeigte nur 2,42 Kilogramm an.

Tempo des HP Envy 15
Unser Testgerät war mit Intels neuem Core i7 ausgestattet - und zwar mit dem Quad-Core-Modell 820QM (1,73 GHz). Außerdem steckten 8 GB Arbeitsspeicher unter der Haube: Das Envy 15 bringt vier Speicher-Steckplätze mit, so dass man das RAM auf bis zu 16 GB ausbauen kann. Weitere Besonderheit: Im Testgerät des Envy 15 steckten eine 160 GB große SSD von Intel und eine 250-GB-Festplatte von Toshiba. Besonders die SSD überzeugte durch extrem hohes Tempo und beschleunigte den Windows-Start deutlich. Im Leistungstest Sysmark 2007 stellte das Envy 15 mit 189 Punkten einen neuen Tempo-Rekord auf. Besonders bei der Video-Bearbeitung, wo Arbeitsspeicher, Festplatte und CPU besonders gefordert sind, drehte das Envy 15 richtig auf.
Auch bei 3D-Spielen hielt das Envy 15 gut mit: Die Grafikkarte ATI Mobility Radeon HD4830 mit 1 GB Speicher stellte DirectX9-Spiele ruckelfrei dar - selbst in der maximalen Displayauflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten. Für DX10-Effekte war sie immerhin bis 1280 x 768 Pixel schnell genug.

HP Envy 15: DAs gemusterte Aluminium-Gehäuse setzt optische Akzente
Vergrößern HP Envy 15: DAs gemusterte Aluminium-Gehäuse setzt optische Akzente
© 2014

Ausstattung des HP Envy 15
Ein optisches Laufwerk fehlt dem HP Envy 15. Unserem Testgerät lag ein externer USB-Brenner bei. Apple macht das besser: Im Macbook Pro 15 ist ein DVD-Brenner integriert, trotzdem wiegt das 15,4-Zoll-Notebook kaum mehr als das Envy 15. Die Schnittstellen des Envy 15 sitzen alle auf der rechten Seite, abgesehen vom Kartenleser vorne: Das Notebook bringt einen HDMI-Ausgang sowie drei USB-Ports mit, einer davon kombiniert mit e-SATA. Außerdem finden sich noch ein Gigabit-LAN-Anschluss und eine Audio-Buchse am Envy 15.

Display des HP Envy 15
Apple-Notebooks zeichnet neben dem eleganten Design auch das hochwertige Display aus - und hier liegt das Envy 15 tatsächlich auf Augenhöhe: Die Helligkeit des spiegelnden 15,6-Zoll-Displays mit der sehr hohen Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten lag deutlich über 200 cd/m2. Selbst schwierige Farbnuancen und Hauttöne stellte es überzeugend dar. Ebenfalls Spitzenwerte stellten wir beim Kontrast und dem Blickwinkelverhalten fest.
Weniger vorbildlich verhielt sich das Envy 15 beim Betriebsgeräusch: Ebenso wie die Apple-Notebooks gab auch das Envy 15 die Abwärme über das Gehäuse ab, das sich auf der Unterseite und der Handballenablage schon nach kurzer Zeit spürbar erwärmte. Doch während die Macbook-Lüfter auch unter Last erst spät hochdrehen, dröhnte die Luftschleuder das Envy 15 sofort mit hoher Lautstärke los - hier muss HP bei den Serienmodellen noch nachbessern.

Akkulaufzeit des HP Envy 15
Zwar ist das Envy 15 leichter als die meisten 15-Zoll-Notebooks. Doch die haben einen DVD-Brenner an Bord. Laufwerkslose 15-Zöller wie das Samsung X520-Aura wiegen deutlich weniger als das Envy 15. Das Netzteil ist mit 760 Gramm ein zusätzlicher Brocken im Handgepäck. Im Akkutest hielt das Envy 15 mit dem Standardakku (6 Zellen, 53 Wattstunden) nur knapp über eine Stunde durch, weil es sich eine Leistungsaufnahme von über 40 Watt genehmigte - selbst für ein Notebook mit Quadcore-CPU zu viel. HP legt dem Envy 15 außerdem einen rund einen Zentimeter flachen Hochleistungs-9-Zellen-Akku mit 93 Wh bei, den man unters Notebook klemmen kann.

Tastatur des HP Envy 15
Bei der Bedienung eifert das Envy 15 dem Apple-Vorbildern deutlich nach: Die Tasten haben einen kleinen Zwischenabstand zueinander, das Touchpad unterstützt Mehrfinger-Gesten, seine Tasten sind im Touchpad-Feld integriert. Pfiffig am HP Envy 15: Das Touchpad lässt sich über eine Sensortaste links oben im Touchpad-Feld de-aktivieren. Ungewohnt für Anwender, die viel mit Funktionstasten arbeiten: Im Gegensatz zu den meisten anderen Notebooks, führen diese Tasten beim Envy 15 standardmäßig die Sonderfunktion aus, zum Beispiel Displayhelligkeit erhöhen oder absenken. Für die klassische Tastenfunktion F1, F2, usw. muss man zusätzlich die Fn-Taste drücken.

Fazit: In sein leichtes Gehäuse packt das HP Envy 15 eine enorme Rechenkraft - allerdings mit Nachteilen, zum Beispiel einem sehr lauten Lüfter und einer extrem kurzen Akkulaufzeit. Eventuell kann ein Bios-Feintuning den Serienmodellen hier zu besseren Ergebnissen verhelfen. Außerdem wird HP das Envy 15 wohl nicht in der getesteten Konfiguration auf den Markt bringen, sondern für 2000 Euro mit einem etwas niedriger getaktetem Core i7 und ohne SSD. Nichts verbessern sollte HP allerdings am sehr guten Display und der Tastatur. Ein Problem bleibt dem Envy 15 aber: Anders als beim luftigen Design der Apple Macbooks sieht man ihm die hochwertige Verarbeitung und das relativ geringe Gewicht nicht auf den ersten Blick an.

Alternativen: In einer ähnlichen Preisklasse wie das Envy 15 spielt das Apple Macbook Pro 15 .

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