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Powerline-Adapter

Schneller Strom: MIMO-Powerline im Test

28.07.2014 | 14:00 Uhr |

Powerline im Temporausch: MIMO-Technik soll Gigabit-Geschwindigkeit übers Stromnetz möglich machen. Mit einem der ersten Gigabit-Powerline-Adapter testen wir, wie schnell sie in der Praxis tatsächlich ist.

Gigabit-Tempo übers Netzwerkkabel gibt’s schon lange. Mit dem Standard 802.11ac machte auch WLAN letztes Jahr den Temposprung. Jetzt zieht Powerline nach. Die Adapter dLAN 1200+ von Devolo nutzen als eines der ersten Powerline-Produkte das MIMO-Verfahren (Multiple Input / Multiple Output): Damit soll eine Datenrate von 1,2 Gigabit pro Sekunde übers Stromnetz möglich werden.

Das Starter Set des dLAN 1200+ soll 140 Euro kosten - erhältlich ab Ende August
Vergrößern Das Starter Set des dLAN 1200+ soll 140 Euro kosten - erhältlich ab Ende August
© Devolo

MIMO-Technik: Powerline doppelt so schnell

Aktuelle Powerline-Adapter bewerben viele Hersteller mit der Tempoangabe 600 MBit/s – so auch Devolo. Sie übertragen aber die Datensignale nur über ein Adernpaar der Stromleitung, während die MIMO-Adapter zwei Paare gleichzeitig nutzen, nämlich Phase und Neutralleiter sowie Phase und Masseleiter. Deshalb verdoppelt Devolo einfach ganz werbewirksam beim MIMO-Adapter die Angabe zur Datenrate. Das höhere Tempo soll bandbreitenintensive Anwendungen wie Full-HD-Streaming und IP-TV an jeder Steckdose in der Wohnung ermöglichen. MIMO funktioniert nur auf Stromleitungen mit drei Adern. Die neuen Adapter sind aber kompatibel zu Adaptern mit 200, 500 oder 600 MBit/s, dann aber mit dem Tempo der langsameren Powerline-Technik.

Die MIMO-Adapter lassen sich genau so einfach einrichten wie bisherige Powerline-Adapter: Sie setzen Sie in die Steckdose und warten ein paar Sekunden - wenn die LED am Gehäuse weiß leuchtet, haben die Adapter Kontakt aufgenommen. Wollen Sie die Datenübertragung sicher per 128-Bit-AES verschlüsseln, müssen Sie das Standardpasswort ändern: Auch das funktioniert wie gewohnt, per Knopfdruck am Adapter oder per dLAN-Cockpit, der Powerline-Software von Devolo.

Devolo dLAN 1200+ im Test

Im Test hatten wir ein Starter Kit des Devolo dLAN 1200+ mit zwei Adaptern. Sie stammen noch aus der Vorserie, unterscheiden sich laut Devolo aber kaum noch von den Serienprodukten, die ab Ende August in den Verkauf kommen sollen. Das Starter Kit mit zwei Adaptern wird 140, ein Einzeladapter 75 Euro kosten. Jeder Adapter besitzt eine Gigabit-LAN-Buchse. Außerdem sind sie mit einer Passthrough-Steckdose ausgestattet, sodass Sie keine Steckdose belegen, wenn Sie die Powerline-Adapter nutzen.
 
Zum Vergleich haben wir unter gleichen Bedingungen ein Adapter-Paar der Vorgänger-Generation getestet: Der Devolo dLAN 650+ triple soll maximal 600 MBit/s per Powerline übertragen und ist mit einem beziehungsweise drei Gigabit-LAN-Buchsen ausgestattet.

Gestört und ungestört: So läuft der Test

Beim praxisnahen Test-Szenario in einer Wohnung messen wir die Datenrate der Adapter bei der Übertragung innerhalb eines Zimmers sowie über zwei und drei Zimmer hinweg. Einmal dürfen die Powerline-Adapter unter guten Bedingungen senden: Dabei sind fast alle Verbraucher im Haushalt abgeschaltet und wenige Störsignale auf der Stromleitung unterwegs. Im zweiten Test schalten wir mehrere Störer zu, um zu untersuchen, wie sich die Adapter in einer weniger optimalen Situation schlagen: Dieser Test ist praxisnäher, denn die wenigsten Anwender werden alle Haushaltsgeräte abschalten, um ideale Bedingungen für die Netzwerk-Übertragung zu garantieren.

1200+ gegen 650+: Die Testergebnisse

Der Test bringt zwei wenig überraschende Ergebnisse: Eine Datenrate von 1,2 GBit/s erreichen die neuen Adapter nicht. Und sie sind auch nicht doppelt so schnell wie die Vorgänger. Die Tempoangaben von Powerline sind eben genauso unzuverlässig wie bei WLAN – auch das sogenannte Gigabit-WLAN 802.11ac ist in der Praxis weit entfernt von einer entsprechenden Datenrate.
 
Trotzdem bringt die neue Adapter-Generation ein deutliches Tempoplus. Maximal erreicht der dLAN 1200+ im Test 233 MBit/s, der 650+ triple kommt auf 189 MBit/s – der neue Adapter ist knapp 20 Prozent schneller.

Datenrate: Optimale Bedingungen (in MBit/s)

dLAN 1200+

dLAN 650+

kurze Distanz

233

189

mittlere Distanz

161

132

große Distanz

103

76

Der Test zeigt auch: Das Tempoplus wächst mit der Länge der Stromleitung. Beim Test über drei Zimmer hinweg hat der dLAN 1200+ einen Vorsprung von knapp 30 Prozent. Damit steigen die Chancen, dass die neuen Adapter auch in großen Wohnungen oder über mehrere Stockwerke hinweg ausreichend hohe Datenraten liefern.
 
Unter Störungen leiden die 1200+Adapter aber genauso wie das 650+Päärchen. In jedem Test waren beide rund 15 Prozent langsamer, wenn die Störer eingeschaltet waren. Aber das macht der dLAN 1200+ durch die hohe Geschwindigkeit wieder wett: In jedem Test-Szenario waren die aktuellen Adapter auch mit Störungen schneller als das 650+Paar ohne.

Datenrate: Erschwerte Bedingungen (in MBit/s)

dLAN 1200+

dLAN 650+

kurze Distanz

202

162

mittlere Distanz

141

104

große Distanz

88

64

Devolo dLAN 1200+ im Test: Fazit

WLAN und Powerline haben eines gemeinsam: Mehr Tempo ist immer besser, da Sie nicht voraussehen können, wie gut die Übertragung bei Ihnen zuhause funktioniert. Deshalb lohnt sich der Aufpreis für den Devolo dLAN 1200+ mit MIMO. Er beträgt rund 40 Euro für das Starterkit beziehungsweise etwa 15 Euro für den Einzeladapter.

Ansonsten übernimmt der dLAN 1200+ die Stärken und Schwächen der Vorgänger: Er lässt sich genauso bequem einrichten und leidet genauso sehr unter Störsignalen auf der Stromleitung. Weil er aber schneller ist, fallen sie weniger ins Gewicht.

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