12.06.2009, 17:17

Michael Schmelzle, Alexander Kuch

Schneller Spiele-PC im Test

Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI

Der Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI erbringt im Test mit Intels Core i7 965 Extreme und drei Grafikkarten im SLI-Verbund eine beachtliche Leistung, hat aber erhebliche Schwächen.
Der Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI möchte mit Intels aktuellem Topmodell Core i7 965 Extreme und drei Grafikkarten PC-Spielern ein Kraftpaket für die neuesten DirectX-10-Spiele liefern. Mit Blu-ray-Laufwerk und einer Soundblaster X-Fi-Soundkarte geht Atelco in die richtige Richtung, der PC kämpft allerdings mit technischen Schwierigkeiten, wie unser Test zeigt.
Ausstattung: Nonplusultra bei der CPU und Grafik mit Tücken
Im Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI sorgt Intels Core i7 965 Extreme für das nötige Tempo. Die Quad-Core-CPU hat eine Taktfrequenz von 3,2 GHz, der Arbeitsspeicher ist 6 GB groß. Bei der Grafik-Hardware zeigt sich Atelco spendabel: 3 Grafikkarten des Typs MSI NVIDIA Geforce GTX 285 arbeiten zusammen im SLI-Verbund. Jede dieser Karten verfügt über 1 GB GDDR3-RAM, insgesamt stehen also 3 GB Grafikspeicher zur Verfügung.
Was auf den ersten Blick wie ein unbändiges Kraftpaket aussieht, entpuppt sich allerdings als Reinfall: Bei aktiviertem SLI wurden die drei Grafikkarten bei unseren Benchmark-Tests aufgrund der räumlichen Enge im Gehäuse so heiß, dass die eingebaute Kühlung nicht mehr ausreichte. Spätestens bei den Texturing-Benchmarks unter 3D Mark 06 stürzte der Rechner komplett ab und fuhr anschließend neu hoch. Erst bei deaktiviertem SLI war der PC dazu zu bewegen, die Benchmark-Tests abzuschließen. Bei der jetzigen Konfiguration des PCs bezahlen Sie also für 3 Grafikkarten, können aber nur eine davon wirklich nutzen, während die anderen beiden unnötig Strom verbrauchen.
Den nächsten Ausstattungsschnitzer erlebten wir bei der Festplatte: Unser Testgerät des Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI verfügte über lediglich eine Festplatte vom Typ Western Digital WD3000GLFS-01F8U0 mit 300 GB Fassungsvermögen. Auf unsere Nachfrage erklärte Atelco, dass dies ein Versehen sei: Der Rechner soll mit zwei Festplatten des genannten Typs ausgeliefert werden und damit eine Festplattenkapazität von 600 GB aufweisen. Angesichts anderer Konkurrenten wie dem Acer Aspire G7710 Predator Conqueror mit 2,3 TB Festplattenkapazität ist dies allerdings immer noch sehr mager.
Das optische Laufwerk kann Blu-ray- und HD-DVD-Medien lesen sowie alle gängigen DVD-Formate brennen. Computerspieler und Heimkino-Fans werden sich über die Soundkarte MSI Sound Blaster X-Fi Xtreme MS-4132 freuen. Bei den Anschlüssen ist der Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI insgesamt sehr gut ausgestattet: 10 USB-Anschlüsse, 2 Gigabit-LAN-Ports, 3 eSATA-Buchsen sowie 2 Firewire-Anschlüsse lassen keine Wünsche offen. Ein Kartenleser für die Formate CF/SM/MS/SD/XD liegt auf der Vorderseite hinter der Gehäuseklappe. Als Betriebssystem ist Windows Vista Home Premium in der 64-Bit-Variante vorinstalliert und auf DVD beigelegt. Atelco gewährt für alle PCs 5 Jahre Garantie - dies ist ein vorbildlicher Service.
Tempo: Rechenleistung auf hohem Niveau
Obwohl der Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI unsere Benchmark-Tests nur bei deaktiviertem SLI komplett ausführen konnte, war die Rechenleistung trotzdem beachtlich: Mit 17871 Punkten im Benchmark 3D Mark 06 gehört der PC zu den vier schnellsten PCs im Test. Auch unter PC Mark 05 ist das Ergebnis mit 12513 Punkten sehr gut. Unter Cinebench 10 stellte der Spiele-Bolide im OpenGL-Benchmark mit 6399 Punkten einen neuen Rekordwert auf. Aktuelle DirectX-10-Spiele werden auf dem Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI auch bei hoher Auflösung und maximaler Qualitätseinstufung ruckelfrei laufen. Den aktuellen Test- und Temposieger Ultraforce X920 - ATI HD4870 X2 Xfire könnte der Atelco 4maxx! GTX285 mit Triple-SLI wahrscheinlich überholen - wenn Atelco das SLI-Problem in den Griff bekommt.
Ergonomie: Großer Energiehunger und lautes Betriebsgeräusch
Bereits im Desktop-Modus verspürt der Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI einen großen Energiehunger: 215,7 Watt verbraucht der PC unter Windows, ohne dass ein Programm läuft. Unter Volllast zieht der Rechner bis zu 686,7 Watt aus der Steckdose. Beide Werte bilden jeweils das zweitschlechteste Ergebnis nach dem Ultraforce X920 - ATI HD4870 X2 Xfire, der über 830 Watt verbraucht.
Obwohl die Kühlung für die Grafikkomponenten nicht ausreicht, arbeitet der Atelco-PC im Desktop-Betrieb mit 36,3 dB(A) schon ziemlich laut. Unter Volllast steigert sich das Betriebsgeräusch auf 37 dB(A). Für einen Spiele-PC sind diese Werte zwar nicht ungewöhnlich, trotzdem ist das Lüfterrauschen ständig hörbar.
Fazit: Im Test glänzt der Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI mit satter Ausstattung und einer beachtlichen Rechenleistung. Die Benchmarkwerte katapultieren den Spiele-PC auf Platz 2 unserer Top-Liste der PCs über 700 Euro. 5 Jahren Garantie für den Rechner sind ein vorbildlicher Service. Soweit die positiven Seiten des High-End-Rechners.
Die Abstürze im SLI-Modus dürfen bei einem PC für 3600 Euro ebenso wenig passieren wie die mickrige Festplattenkapazität von 300 GB. Der Energieverbrauch ist so hoch, dass der PC im Dauerbetrieb mit Sicherheit Spuren auf der Stromrechnung hinterlassen wird. Das Betriebsgeräusch ist recht laut. Aufgrund der genannten Mängel müssen wir vom Kauf des Atelco 4maxx! GTX285 Triple-SLI dringend abraten.
Alternativen: Der Ultraforce X920 - ATI HD4870 X2 Xfire bietet mit vier Grafikchips noch mehr Rechenleistung und kostet 1000 Euro weniger. Der Acer Aspire G7710 Predator Conqueror überzeugt mit 2,3 TB Festplattenkapazität und einem futuristischen Design, ist mit 4000 Euro aber sehr teuer.
Alle Testergebnisse und die technischen Daten des PCs 4maxx! GTX285 Triple-SLI von Atelco finden Sie auf der nächsten Seite dieses Tests.
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