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AMD Phenom II X4 955 Black Edition im PC-WELT Test

23.04.2009 | 05:59 Uhr |

AMD schraubt mit seinem neuen Top-Prozessor Phenom II X4 955 Black Edition die Taktrate auf 3,2 GHz. Wir prüfen, ob die AMD-CPU die Intel-Konkurrenz in Bedrängnis bringt.

Für ein Spitzenmodell ist der Preis des AMD Phenom II X4 955 Black Edition sehr günstig: Ab 230 Euro ist AMDs schnellster Vierkerner zu haben. Damit kostet der 3,2-GHz-Prozessor nur circa ein Viertel des Preises, den Intel für sein Flaggschiff Core i7 965 Extreme Edition kassiert. Und damit ist auch klar, dass der Phenom II X4 955 ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, da der Core i7 965 in unseren Tests nicht viermal so schnell ist, sondern selbst unter idealen Bedingungen maximal ein Tempoplus von rund 30 Prozent herausholt.

Wie der attraktive Preis aber schon andeutet, will sich AMDs Phenom II X4 955 gar nicht mit Intels Top-Prozessor messen, sondern tritt gegen den Core i7 920 (ab 260 Euro) mit 2,8 GHz beziehungsweise den Core 2 Quad Q9550 (ab 240 Euro) mit 2,83 MHz an. Mangels Testergebnissen für letztere Variante sind wir allerdings gezwungen, den Phenom II X4 955 mit dem etwas langsameren Auslaufmodell Core 2 Quad Q9450 mit 2,67 MHz zu vergleichen.

Ausstattung

Die Testplattform des AMD Phenom II X4 955 Black Edition
Vergrößern Die Testplattform des AMD Phenom II X4 955 Black Edition
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Der einzige technische Unterschied des neuen 955er-Modells gegenüber seinem Vorgänger AMD Phenom II X4 940 Black Edition liegt - neben dem um 200 MHz erhöhten Arbeitstakt - beim Prozessorsockel. Der X4 955 nutzt bereits den AM3-Steckplatz mit 938 Signalkontakten, der allerdings kompatibel zur AM2(+)-Variante ist. Falls Sie Ihre AM2(+)-Hauptplatine mit dem Phenom II X4 955 aufrüsten wollen, prüfen Sie aber unbedingt vorher, ob Ihr Mainboard-Hersteller ein Bios-Update für AM3-Prozessoren anbietet - für so manches ältere Modell ist das nämlich nicht immer der Fall.

Die wichtigsten Prozessor-Infos im Blick: CPU-Z identifziert den AMD Phenom II X4 955 - nur beim Steckplatz liegt das Tool falsch
Vergrößern Die wichtigsten Prozessor-Infos im Blick: CPU-Z identifziert den AMD Phenom II X4 955 - nur beim Steckplatz liegt das Tool falsch
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Gleich geblieben sind die drei Cache-Stufen: Jeder der vier Rechenkerne greift auf einen 128 KB großer L1- sowie ein 512 KB mächtiger L2-Cache zu. Die dritte Cache-Stufe von 6 MB teilen sich die vier Prozessorkerne. Damit summiert sich der Pufferspeicher beim Phenom II X4 955 auf satte 8,5 MB. Der Referenztakt beträgt bei den Phenom-II-Modellen wie gehabt 200 MHz, und der Hypertransport-Link arbeitet mit 2 GHz, was sich bei der bidirektionelle Datenleitung auf effektiv 4 GHz summiert. Neben dem 3,2-Ghz-Flaggschiff 955 bringt AMD noch den Phenom II X4 945 auf den Markt, der mit 3 GHz arbeitet und zu einem Straßenpreis von circa 210 Euro in den Handel kommt.

AM3-CPU mit 938 Signalkontakten. Im Vergleich zu AM2(+)-CPUs fehlen an den beiden rot markierten Stellen ein Kontakt
Vergrößern AM3-CPU mit 938 Signalkontakten. Im Vergleich zu AM2(+)-CPUs fehlen an den beiden rot markierten Stellen ein Kontakt
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Der Phenom II X4 955 unterstützt DDR2-Speicher des Typs DDR2-800 (200 MHz) und DDR2-1066 (266 MHz) sowie DDR3-Module des Typs DDR3-800 (100 MHz), DDR3-1066 (133 MHz) und DDR3-1333 (166 MHz). Über das Bios-Setup vieler Hauptplatinen - im Bild die Asus M4A79T Deluxe unserer AM3-Testplattform - können Sie zudem DDR3-1600-Speicher ansteuern. Ob Sie dem Phenom II nun DDR2- oder DDR3-Speicher zur Seite stellen, hängt dabei nur von der vorhanden Speicherbänken der Hauptplatine ab. Wie unsere Messungen ergeben haben, macht DDR3-Speicher Ihren Phenom-II-PC auch nicht spürbar schneller, dafür dürfen Sie mit einem etwas geringeren Stromverbrauch rechnen.

Den Zusatz "Black Edition" trägt der Phenom II X4 955 aufgrund des nicht fest eingestellten Multiplikators. Dadurch lässt sich der Prozessor bequem übertakten, ohne den Referenztakt ändern zu müssen. Im Ai-Tweaker-Menü der Asus-Hauptplatine können Sie beispielsweise in 0,5er-Schritten den Multiplikator hochschrauben. Wenn Sie etwa die Werks-Einstellung von 16 (Arbeitstakt/Referenztakt) um einen halben Punkt anheben, steigt der Arbeitstakt gleich um 100 MHz auf 3,3 GHz.

Testfeld und -plattformen

Der Phenom II X4 955 Black Edition tritt im hausinternen Duell gegen die bisherigen Spitzenmodelle Phenom II X4 940 Black Edition und Phenom X4 9950 Black Edition an. Die direkten Intel-Konkurrenten Core i7 920 sowie Core 2 Quad Q9450 ergänzen das Testfeld. Und zum besseren Vergleich führen wir auch noch die Messwerte des konkurrenzlos schnellen Flaggschiffs Intel Core i7 965 Extreme Edition auf.

Bei vielen AM3-Hauptplatinen möglich: Der Einsatz von 200 MHz schnellem DDR3-Speicher
Vergrößern Bei vielen AM3-Hauptplatinen möglich: Der Einsatz von 200 MHz schnellem DDR3-Speicher
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Den Phenom II X4 955 Black Edition testen wir in der AM3-Hauptplatine Asus M4A79T Deluxe mit AMD-Chipsatz 790FX/SB750. Die Platine ist mit zwei 1-GB-Modulen DDR3-1333-Speicher mit CL7 von OCZ bestückt, die im Zweikanalmodus arbeiten. Die AM2+-Prozessoren nehmen in der MSI-Hauptplatine DKA790GX Platinum Platz, die ebenfalls auf dem AMD-Chipsatz 790FX/SB750 basiert. Dabei stehen den Phenom-Modellen 2 x 1 GB DDR2-1066-Speicher mit CL5 von Takems zur Seite, die ebenfalls im Zweikanalmodus arbeiten.

Die Core-i7-Prozessoren mit dem Sockel LGA1366 testen wir in der Intel-Hauptplatine X58SO mit X58-Chipsatz. Der Prozessor steuert pro Speicherkanal ein DDR3-1066-Modul mit CL7 an. Die Kapazität pro Speicherriegel liegt bei 1 GB. Insgesamt stehen den Core-i7-Testprobanten also 3 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung. Bei den Tests aktivieren wir Hyper-Threading.

Die Core-2-Prozessoren verfrachten wir in die Hauptplatine Asus P5E3 Deluxe mit X38-Chipsatz. Als Speicher verwenden wir DDR3-SDRAM des Typs OCZ OCZ3P1600EB2GK. Die beiden 1-GB-Module des Dual-Channel-Kits sind für bis zu 200 (effektiv 1600) MHz Takt ausgelegt. Bei uns laufen die Speicherriegel mit einem Datentakt von 1066 MHz und CL5-Timings (5-5-5-16).

Um möglichst identische Testbedingungen zu gewährleisten, sind alle Testsysteme mit den gleichen Komponenten ausgestattet. Die DirectX-10-Grafikkarte Zotac GeForce 8800GTS arbeitet mit einem Chiptakt von 500 MHz. Die 96 Stream-Prozessoren laufen intern mit 1200 MHz und arbeiten je nach Bedarf als Pixel- oder Vertex-Einheiten. Auf der Karte hat Zotac 320 MB GDDR3-Speicher verbaut. Die Grafikspeicheranbindung ist 320 Bit breit - bei einem Grafikspeicherarbeitstakt von 800 (effektiv 1600) MHz. Die PCI-Express-16x-Grafikkarte arbeitet mit Nvidias Referenztreiber Forceware 163.69.

Gleiche Bedingungen herrschen auch beim Massenspeicher. Hier setzen wir die SATA-II-Festplatte Seagate Barracuda 7200.10 mit 250 GByte Kapazität ein. Und eine stabile Stromversorgung gewährleistet das 620-Watt-Netzteil Enermax Liberty ELT620AWT. Auf allen Prozessor-Testplattformen haben wir als Betriebssystem die 32-Bit-Version von Windows Vista Business installiert.

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