Schnelle Solid State Drive im Test

OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G

Mittwoch den 06.05.2009 um 09:09 Uhr

von Michael Schmelzle, Martin-Roger Jones

© 2014
OCZ präsentiert mit der Vertex OCZSSD2-1VTX120G eine sehr schnelle Solid State Drive. Ob die 120-GB-Festplatte auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, klärt unser Test.
Extrem hoch und extrem konstant: sequenzielle Leserate der
OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G
Vergrößern Extrem hoch und extrem konstant: sequenzielle Leserate der OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G
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OCZ setzt bei seinem 120-GB-Modell auf den bewährten MLC-Flash-Speicher Samsung K9HCG08U1M-PCB0 . Obwohl die 16 Flash-Bausteinen mit je 8 GB eine Gesamtkapazität 128 GB erreichen, adressiert der Indilinx-Controller IDX22 bei der Vertex brutto nur 120 GB. Damit schafft OCZ ein größeres Polster an Reserve-Speicherzellen, die im Falle eines Falles ausfallende Zellen ersetzen können.

Preis: Der aktuelle Einstiegspreis des Vertex-Modells beginnt bei rund 430 Euro. Die nutzbare Kapazität nach NTFS-Formatierung beträgt circa 112 Gigabyte. Damit liegt der Gigabyte-Preis der OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G bei 3,84 Euro. Für eine aktuelle MLC-SSDs ist das teuer, die Preisspanne der bisherigen Solid State Drives im Test bewegt sich zwischen 1,90 und 4,60 Euro.

Ausstattung: Die der OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G stellt dem SATA-300-Controller von Indilinx einen 64 MB großer Pufferspeicher zur Seite. Der Cache-Baustein stammt von Elpida und trägt die Bezeichnung S51321CBH-6DTT-F, was ihn als 166 MHz schnellen SDRAM-Speicher ausweist.

Das 2,5-Zoll-Gehäuse der Solid State Drive besteht aus solidem Metall, was auch das vergleichsweise hohe Gewicht der OCZSSD2-1VTX120G von 95 Gramm unterstreicht. Die Schockfestigkeit beträgt 1500 G, für ein MLC-Modell ein sehr guter Wert. Den Stromverbrauch im Bereitschaftszustand gibt OCZ mit 0,5 Watt an - ein noch akzeptabler Wert. Zu hoch fällt hingegen der maximale Energiekonsum aus, der bei 2 Watt liegen soll. Mit der Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 sowie der Transcend TS128GSSD25S-M gab es bisher nur zwei Solid State Drives, die sich beim Zugriff einen noch höheren Verbrauch als das OCZ-Modell genehmigten.

Die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) liegt laut Hersteller bei 1,5 Millionen Stunden. Damit verspricht OCZ für die Solid State Drive eine hohe Zuverlässigkeit. Genaue Angaben zur Lebensdauer der Flashzellen macht OCZ nicht. Bei der baugleichen Solid State Drive Super Talent Ultradrive ME FTM28GX25H sollen aber die MLC-Flashzellen laut Hersteller mindestens 10 Jahre beschreibbar sein.

SATA-300-Controller von Indilinx (oben rechts) und der
benachbarte 64 MB große Cache
Vergrößern SATA-300-Controller von Indilinx (oben rechts) und der benachbarte 64 MB große Cache
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Geschwindigkeit: Die OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G zeigte eine exzellente sequenzielle Transferleistung, die beim Lesen zwischen 240 und 246 MB/s lag. Das ist nicht nur sehr hoch, sondern auch phänomenal konstant. Die sequenziellen Schreibraten pendelte sich zwischen 174 und 238 MB/s ein. Über alle sequenziellen Datenraten gemittelt ging die Vertex damit als bis dato drittschnellste Solid State Drive aus dem Test hervor.

Ebenfalls hervorragende Transferraten zeigte die OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G bei den Praxismessungen. Die 120-GB-Festplatte kam in allen drei Tests deutlich über 80 MB/s - ausgezeichnet. Zum Vergleich: Selbst die besten 2,5-Zoll-Festplatten mit ferromagnetischer Aufzeichnungstechnik bleiben in den Praxistests meist deutlich unter 30 MB/s. So erzielte beispielsweise das derzeit schnellste 2,5-Zoll-Laufwerk Samsung Spinpoint MP2 HM251JJ seinen besten Praxiswert beim Lesen mit 27,9 MB/s.

Im Schreibtest erreichte das Vertex-Modell mit 87,7 MB/s die bis dato zweitbeste Transferleistung unter den SSDs. Und im Kopiertest reichten 82,7 MB/s für Platz 3. Nur bei der Leserate konnte die OCZSSD2-1VTX120G mit 86,0 MB/s nicht ganz das Niveau der bisher schnellsten Solid State Drives halten und landete "nur" auf dem fünften Platz.

Zugriffszeiten: Im Vergleich zu den bisher getesteten Solid State Drives bot die OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G gerade noch ausreichende Zugriffszeiten. So war die mittlere Zugriffszeit mit 0,21 Millisekunden langsam - nur die G.Skill Titan SSD FM-25S2S-128GBT1 zeigte hier mit 0,29 Millisekunden ein noch schlechteres Ergebnis. Auch die 0,21 Millisekunden beim Fullstroke-Zugriff reichten dem OCZ-Modell nur für einen Platz im hinteren Mittelfeld.

Fazit: Die OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G begeistert durch exzellente Datenraten. Insbesondere die konstant hohe sequenzielle Leserate sowie die hervorragenden Ergebnisse im Praxistest sprechen für die Solid State Drive von OCZ. Negativ zu Buche schlagen die zähen Zugriffszeiten und der für SSDs recht hohe Stromverbrauch. Trotz des recht hohen Gigabyte-Preises von aktuell 3,84 Euro ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der Vertex für das Gebotene noch angemessen.

Alternativen: Deutlich preisgünstiger und fast genauso schnell ist die baugleiche Solid State Drive Super Talent Ultradrive ME FTM28GX25H für knapp 300 Euro, die momentan 2,47 Euro pro Gigabyte kostet.

Mittwoch den 06.05.2009 um 09:09 Uhr

von Michael Schmelzle, Martin-Roger Jones

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