Schnelle SLC-Flash-Festplatte

SSD OCZ Agility EX 60GB im Test

Freitag den 27.11.2009 um 12:22 Uhr

von Michael Schmelzle, Martin-Roger Jones

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Die OCZ Agility EX 60GB ist die bisher preisgünstigste SLC-SSD im Test. Wir prüfen, ob auch das Preis-Leistungs-Verhältnis der Flash-Festplatte stimmt.
OCZ setzt bei der Agility EX SSD 60GB auf eine ungewöhnliche Kombination aus dem populären Indilinx-Controller Barefoot und SLC-Flash (Single Level Cell) von Intel. Eine weitere Besonderheit der SSD-Festplatte ist die kundenfreundliche Kapazitätsangabe, die annähernd dem tatsächlich nutzbaren Speicherplatz entspricht. OCZ rechnet bei der Agility EX 60GB nämlich im Binärsystem (1024 Byte = 1 Kilobyte), während die meisten Festplatten-Hersteller die Gigabyte-Kapazität dezimal kalkulieren (1000 Byte = 1 Kilobyte). Ebenfalls verbraucherfreundlich ist die erweiterte Garantie von drei Jahren, die OCZ auf die Agility EX 60GB gewährt.

Preis: Die OCZ Agility EX 60GB gehört aufgrund des kostspieligen SLC-Speichers von Haus aus nicht zu den preisgünstigen SSDs. Innerhalb der SLC-Klasse - hier reicht die Preisspanne von fünf bis zehn Euro pro Gigabyte - ist die OCZ Agility EX 60GB hingegen ein Schnäppchen. Beim derzeitigen Straßenpreis von rund 340 Euro geht die OCZ-SSD mit einem sehr günstigen Gigabyte-Preis von 5,70 Euro ins Rennen.

Konstant hoch: Sequenzielle Leserate der OCZ SSD Agility
EX 60GB
Vergrößern Konstant hoch: Sequenzielle Leserate der OCZ SSD Agility EX 60GB
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Ausstattung: Bei der OCZ Agility EX 60GB steht dem sehr schnellen Indilinx-Controller der 64 MB große Cache-Baustein Elpida S51321CBH-6DTT-F zur Seite. Die insgesamt 16 Flash-Chips á 7,5 GB Nettokapazität des Typs Intel 29F32G08FANC1 sind gleichmäßig auf beiden Seiten der SSD-Platine verbaut. Die Schockfestigkeit der OCZ Agility EX 60GB beträgt sehr gute 1500 G. Die SLC-SSD benötigt laut OCZ im Bereitschaftszustand 0,5 Watt sowie 2 Watt beim Zugriff - gängige Werte für eine Flash-Festplatte mit Indilinx-Controller. Die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) beträgt nach Herstellerangaben gute 1,5 Millionen Stunden.

Controller (rechts) und Cache der OCZ SSD Agility EX 60
GB
Vergrößern Controller (rechts) und Cache der OCZ SSD Agility EX 60 GB
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Praxis-Datenraten: Die OCZ Agility EX 60GB erzielte unter den SLC-Modellen - gemeinsam mit der Kingston SSD Now E-Series SNE125-S2 32GB die bis dato drittbesten Datenraten im Praxis-Test. Beim Lesen kam die Agility EX auf exzellente 104,9 MB/s. Die beste MLC-SSD in dieser Disziplin, die hauseigene SLC-Rivalin OCZ Vertex EX 120GB, war hier mit 110,3 MB/s zwar 5 Prozent schneller, kostet aber auch fast das Doppelte pro Gigabyte. Noch eine Schippe drauf legte die OCZ Agility EX 60GB beim Schreibtest mit hervorragenden 106,9 MB/s - der bisher zweithöchste Wert aller Flash-Festplatten im Test. Maßstab ist hier die Transcend-SSD TS120GSSD25D-M, die mit exzellenten 93,6 MB/s gut zwölf Prozent flotter war. Und beim Kopieren schrammte die Agility EX mit 99,26 MB/s auch nur knapp an der magischen 100-MB/s-Grenze vorbei.

Platz 2 für die OCZ SSD Agility EX 60GB:
Praxis-Schreibleistung der schnellsten Flash-Festplatten im
Test
Vergrößern Platz 2 für die OCZ SSD Agility EX 60GB: Praxis-Schreibleistung der schnellsten Flash-Festplatten im Test
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Sequenzielle Transferleistung: Die Leserate der OCZ Agility EX 60GB war nicht nur sehr hoch, sondern auch ausgesprochen konstant: Mit maximal 245, durchschnittlich 243 und minimal 241 MB/s bot die Flash-Festplatte die bisher sechsthöchste Transferleistung - mit einer Varianz von gerade einmal 4 MB/s. Die sequenzielle Schreibrate der Agility EX lag sogar auf Rekordniveau: Mit maximal 237 MB/s agierte die OCZ-SSD auf Augenhöhe mit den schnellsten Flash-Festplatten in dieser Disziplin, die ebenfalls nicht über 237 MB/s hinauskamen. Bei der durchschnittlichen und minimalen Schreibleistung musste die OCZ Agility EX 60GB jedoch mit durchschnittlich 208 und minimal 159 MB/s die SLC-Konkurrenz ziehen lassen. Die hauseigene Vertex-Rivalin war beispielsweise im Mittel 11 Prozent und minimal sogar 25 Prozent schneller.

Zugriffszeiten: Eine Blöße gab sich die OCZ Agility EX 60GB in dieser Disziplin. Sowohl die mittlere Zugriffszeit als auch der Fullstroke-Zugriff lagen bei 0,19 Millisekunden. Alle anderen SLC-SSDs zeigten sich da reaktionsschneller. Die Intel X25-E SSDSA2SH032G1 etwa, Spitzenreiter beim Fullstroke-Zugriff, war mit 0,08 Millisekunden mehr als doppelt so flott.

Fazit: Die OCZ Agility EX 60GB geht als bisher drittschnellste SLC-SSD aus dem Test hervor. Bei den Tempomessungen überzeugten die sehr hohen Praxis-Datenraten, die zum Teil auf dem Leistungsniveau doppelt so teurer Flash-Festplatten lagen. Die Zugriffszeiten waren hingegen nur befriedigend. Für ein SLC-Modell ist der Gigabyte-Preis von aktuell 5,70 Euro günstig, das Preis-Leistungs-Verhältnis der OCZ Agility EX 60GB ist unterem Strich noch angemessen.

Alternativen: Sind Ihnen fast sechs Euro pro Gigabyte zu teuer, sollten Sie die Kingston SSD Now V+ SNV225-S2/64GB in die engere Wahl nehmen. Die MLC-SSD ist zwar nicht ganz so schnell unterwegs wie die OCZ Agility EX 60GB, kostet mit rund 2,60 Euro pro Gigabyte aber nur die Hälfte.

Freitag den 27.11.2009 um 12:22 Uhr

von Michael Schmelzle, Martin-Roger Jones

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