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Intel X25-M SSDSA2MH080G1

16.03.2009 | 16:55 Uhr |

Die Intel X25-M SSDSA2MH080G1 zeigt rasante Transferraten von mehr als 250 MB/s. Unser Festplatten-Test klärt, ob die MLC-SSD auch ihr Geld wert ist.

SATA-Controller (oben) und Pufferspeicher der Intel X25-M SSDSA2MH080G1
Vergrößern SATA-Controller (oben) und Pufferspeicher der Intel X25-M SSDSA2MH080G1
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Die SSD Intel X25-M SSDSA2MH080G1 jagt in der Spitze über 250 MB/s über die SATA-300-Schnittstelle. Das ist ein einsamer Rekord bei den sequenziellen Datenraten aller jemals von uns getesteten Festplatten. Doch die Intel-SSD mit 80 GB Kapazität überzeugt auch mit reaktionsschnellen Zugriffzeiten. Einzig die bei der X25-M verwendete Technik Muli Level Cell (MLC) begrenzt den Geschwindigkeitsrausch, wie unsere Praxistests belegen.

Preis: MLC-Flashspeicher ist deutlich preisgünstiger herzustellen als Flash-Bausteine mit der Technik Single Level Cell (SLC). Trotzdem ist der Gigabyte-Preis der Intel X25-M SSDSA2MH080G1 vergleichsweise hoch: Formatiert bietet die 80-GB-Festplatte 74,53 GB freien Speicherplatz. Damit kostet das Gigabyte 4,90 Euro und liegt am oberen Ende der Preisspanne, die bei unseren Testgeräten momentan von 1,59 bis 4,90 Euro reicht.

Ausstattung: Die Intel X25-M SSDSA2MH080G1 speichert nominelle 80 GB, pro Platinenseite sind je 10 Flash-Bausteinen mit jeweils 4 GB verbaut. Der Flash-Speicher stammt aus der eigenen Produktion und trägt die Bezeichnung Intel 29F32G08CAMCI. Das gilt auch für den SATA-Controller Intel PC29AS21AA0. Nur der Pufferspeicher kommt nicht aus dem eigenen Haus, sondern von der Konkurrenz: Der 16 MB große SDRAM-Chip K4S281632I-UC60 stammt vom schärfsten Konkurrenten Samsung. Das 2,5-Zoll-Gehäuse der SSD besteht aus stoßfestem schwarzem Metall und ist über vier Schrauben direkt mit der Platine verbunden. Mit 80 Gramm fällt das Gewicht der Intel X25-M SSDSA2MH080G1 für eine 2,5-Zoll-SSD schwer aus. Die Schockfestigkeit liegt bei vergleichsweise niedrigen 1000 G.

Der Energieverbrauch der 80-GB-Festplatte im Bereitschaftszustand ist laut Intel mit 0,06 Watt - gemeinsam mit der hauseigenen SLC-Rivalin Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 - der geringste Wert aller bisherigen Testteilnehmer. Konkurrenzlos niedrig soll hingegen der Stromkonsum beim Zugriff sein: Gemäß Datenblatt beträgt er lediglich 0,2 Watt, während die Spanne des restlichen Testfeldes zwischen 0,4 und 2,5 Watt liegt. Zum Vergleich: Herkömmliche 2,5-Zoll-Festplatte benötigen in der Spitze bis zu 6 Watt. Nur Durchschnitt ist die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF), die laut Intel 1,2 Millionen Stunden beträgt. Andere SSD-Modelle bieten bis zu 2 Millionen Stunden, typisch für klassische Scheibendreher der 2,5-Zollklasse sind 0,6 Millionen Stunden.

Geschwindigkeit: Neue Rekorde fuhr die Intel X25-M SSDSA2MH080G1 bei den sequenziellen Leseraten ein: Maximal 252,4, im Mittel 251,6 und minimal gut 249 MB/s waren nicht nur phänomenal hoch, sondern auch phänomenal konstant. Nur eine SSD konnte bisher dieses hohe Schreibtempo annähernd mitgehen: Die SLC-SSD Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 erreichte zwischen 215 und 246 MB/s. Bereits abgeschlagen auf den weiteren Plätzen positionierten sich bis dato SSDs, die zwischen 130 und 160 MB/s erzielten.

Maximal schwach, minimal stark: die sequenzielle Schreibrate der Intel X25-M SSDSA2MH080G1
Vergrößern Maximal schwach, minimal stark: die sequenzielle Schreibrate der Intel X25-M SSDSA2MH080G1
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Bei den sequenziellen Schreibrate backt die Intel X25-E hingegen kleiner Brötchen: Maximal 77,3, im Mittel 76,8 und minimal 75,4 MB/s waren wieder phänomenal konstant, aber nicht mehr überdurchschnittlich flott. So kam die Intel X25-M SSDSA2MH080G1 beispielsweise bei der maximalen Schreibrate nur auf Platz 8 von derzeit 10 Testgeräten. Immerhin arbeitete sich die 80-GB-Festplatte bei der mittleren Schreibrate auf Platz 6 und bei der minimalen Schreibrate sogar auf Platz 2 vor - direkt hinter dem Testsieger Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5, der allerdings hier mit knapp 154 MB/s eine mehr als doppelt so hohe sequenzielle Datenrate bot.

Praxis-Datenraten: Eine gute Figur machte die Intel X25-M wiederum bei den Praxismessungen. Die 80-GB-Festplatte erreichte im Lese-, Schreib- und Kopiertest mit knapp 90, fast 59 beziehungsweise gut 67 MB/s jeweils den zweitbesten Wert aller bisher getesteten SSDs und reihte sich damit zwischen dem Spitzenreiter Intel X25-S und der Samsung MCCOE64G5MPP-0VA ein. Im Vergleich zu herkömmlichen ferromagnetischen 2,5-Zoll-Festplatten arbeitete die X25-M damit knapp doppelt bis dreimal so schnell, was sich spürbar bei der täglichen Arbeit bemerkbar macht: Mit der Intel X25-M als Systempartition startet Ihr Rechner deutlich schneller das Betriebssystem und eine großzügig bebilderte Powerpoint-Präsentation ist ruckzuck geladen.

Zugriffszeiten: Je nach Modell sind die Zugriffszeiten bei SSDs zwischen 45 und 140 Mal so schnell wie bei herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatten. Im Vergleich zu den bisher getesteten Solid State Drives war der Fullstroke-Zugriff der X25-M mit 0,16 Millisekunden sehr schnell - der zweitbeste Wert des Testfeldes. Die durchschnittliche Zugriffzeit lag ebenfalls bei 0,16 Millisekunden, damit landete die Intel-SSD gemeinsam mit der Samsung MCCOE64G5MPP-0VA auf Platz 3.

Fazit: Dieses Tempo wünschen wir uns zukünftig für alle Solid State Drives mit MLC-Technik: Im Alltag doppelt bis dreimal so schnell wie herkömmliche 2,5-Zoll-Platten gepaart mit bärenstarken Zugriffszeiten von unter 0,2 Millisekunden. Damit fällt der Preis der Intel X25-M SSDSA2MH080G1 fair aus - knapp 5 Euro pro Gigabyte sind für die gebotene Leistung preisgünstig.

Alternativen: Maximales Tempo bietet die SLC-Schwester Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 , dafür müssen Sie mit aktuell 13,30 Euro aber auch fast dreimal so viel pro Gigabyte berappen. Sparfüchse greifen zur Transcend TS128GSSD25S-M , die mit einem Gigabyte-Preis ab 1,59 Euro lockt, aber nicht annähernd die Datenraten der Intel X25-M erreicht.

Varianten: A-DATA X25-M SSD 80 GB

Kingston SSDNow SNM125-S2/80GB

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