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Huawei Vision & MediaPad: Erster Eindruck

28.10.2011 | 11:55 Uhr |

Das chinesische Unternehmen Huawei hat mit dem Huawei Vision sein zweites Smartphone und mit dem MediaPad sein erstes Tablet auf dem deutschen Markt vorgestellt. Beide Android-Geräte bieten Top-Ausstattung zu einem attraktiven Preis. PC-WELT konnte sich die Geräte genauer ansehen und liefert erste Eindrücke.

Bis vor kurzem war Huawei als Smartphone- und Tablet-Hersteller hierzulande noch gänzlich unbekannt. Das erste unter eigenem Namen geführte Smartphone war das Huawei Ideos X3 . Spätestens seitdem die Discounter-Kette Lidl das Gerät in der ersten September-Woche zum Kampfpreis von knapp 100 Euro angeboten hat und es sich bestens verkauft hat, ist Huawei aber vielen Leuten ein Begriff. Kurz darauf hat der Mobilfunkanbieter Fonic das Ideos X3 in sein Repertoire aufgenommen. Und auch das jetzt vorgestellte Android-Smartphone Huawei Vision wird exklusiv bei Fonic für etwa 300 Euro angeboten - die UVP liegt bei 349 Euro. Der ebenfalls neue Android-Tablet-PC Huawei MediaPad wird mit 399 Euro UVP in den Handel gebracht.

Ein 7-Zoll-Tablet: Das Huawei MediaPad
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© Huawei

Huawei Vision & Huawei MediaPad: Hochwertige Alu-Gehäuse und tolle Bedienung

Das Huawei Vision kann sich wirklich sehen lassen. Das Smartphone liegt ausgesprochen gut in der Hand und vermittelt dem Nutzer einen wertigen Eindruck. Zudem ist das Smartphone nur 9,9 Millimeter dünn und wiegt 121 Gramm - diese Werte sind selbst bei Highend-Smartphones nicht immer zu finden. Die gesamte Vorderseite besteht aus gewölbtem Glas, das sich hervorragend in das Aluminium-Gehäuse einfügt. Das Super-Clear-Display misst 3,7 Zoll und zeigt seine Inhalte mit 480 x 800 Pixeln. Großes Lob gibt es für die Bedienung des Touchscreens, der zu keiner Zeit versagte und stets flott auf Eingaben reagierte. Mit einer Tiefe von nur 9,9 Millimetern gehört es sicherlich zu den dünnsten Smartphones.

Auch das Tablet Huawei MediaPad braucht sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken. Das Gehäuse des 7-Zoll-Tablet ist ebenfalls aus Aluminium gefertigt und fühlt sich dank guter Verarbeitung hochwertig an. Auch das nicht zu hohe Gewicht von 395 Gramm macht den Umgang mit dem Tablet sehr angenehm. Das Display des MediaPad bietet neben einer Standard-Auflösung von 1076 x 600 Pixel auch einen HD-Modus, der 1280 x 800 Pixel zeigt. Insgesamt wirkten grafische Inhalte wie Bilder und Filme scharf und detailiert. Die Konnektivität mit einem TV-Gerät über ein HDMI-Kabel funktionierte in einem ersten Test einwandfrei. Mit einer Bluetooth-Tastatur und Maus konnten wir die vom MediaPad auf den TV-Bildschirm duplizierte Android-Oberfläche erfolgreich bedienen. Auch auf dem MediaPad navigierten wir schnell und flüssig durchs Android-Menü.

Wertige Optik und beeindruckendes Tempo bietet das Huawei Vision
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© Huawei

Huawei Vision & Huawei MediaPad: Schnelle Prozessoren, aber nur mäßige Kameras

Im Huawei Vision arbeitet ein 1-GHz-Prozessor von Qualcomm. Unser erster Eindruck der Geschwindigkeits-Leistung fiel durchwegs postiv aus. Nicht nur die Navigation im Menü gelang schnell, sondern auch das Ausführen von Apps und Spielen ging schnell über die Bühne. Im ausführlichen Test werden wir dazu auch passende Benchmark-Ergebnisse liefern können. Der interne Telefon-Speicher fasst 1 GB, der mit einer MicroSD-Speicherkarte erweiterbar ist. Der Akku mit 1400 mAh ist wie beim Apple iPhone nicht wechselbar und fest im Gehäuse integriert. Zur Akku-Laufzeit liegen zwar noch keine konkreten Zahlen vor (unser Testbericht wird diese dann nachliefern), aber Huawei spricht davon, dass eine Akku-Ladung bei durchgehender Benutzung über einen Tag lang durchhalten sollte. Die Kamera auf der Rückseite des Huawei Vision knipst mit 5 Megapixeln und filmt in HD-Qualität (1280 x 720 Pixel). Allerdings ist diese nicht so flott wie die restlichen Anwendungen - das Starten der Kamera dauert lange und das Kamera-Bild hängt der Bewegung des Fotografen hinterher. Das ist bei der Videofunktion ähnlich.

Der im Huawei MediaPad verbaute Qualcomm MSM8x60 ARM Cortex A9 Dual-Core-Prozessor ist mit 1,2 GHz getaktet. Da verwundert es nicht, dass die Bedienung erfreulich gut funktionierte. Ein ausführlicher Test wird auch hier eindeutige und mit anderen Tablets vergleichbare Benchmark-Ergebnisse liefern. Der interne Speicher ist mit 8 GB gut für viele Dateien gerüstet. Er sich sich zudem durch eine microSD-Karte noch aufrüsten. Im Tablet ist auch ein SIM-Karten-Slot für die mobile Internetnutzung vorhanden. Die Akkukapazität ist 4100 mAh hoch. Die Betriebszeit ist mit 6 Stunden angegeben. Wie hoch die Akkulaufzeit wirklich ist, wird der Test zeigen. Die Kamera des Huawei MediaPad löst ebenfalls mit 5 Megapixeln auf, filmt dafür aber in FullHD, sprich: 1920 x 1080 Pixel. Allerdings konnte die Kamera wie beim Huawei Vision nicht zu Höchstleistungen auffahren und wirkte etwas langsam.

Huawei Vision mit Android 2.3.5 Gingerbread

Auf dem Huawei Vision läuft Android in der Version 2.3.5, auch bekannt als Gingerbread. Ob auch das kürzlich vorgestellte Android 4.0 auf dem Smartphone laufen wird ist noch nicht bekannt. Huawei erklärte auf unsere Nachfrage hin, dass man erst prüfen müsse, ob das Update für den Nutzer spürbare Vorteile bringen würde. In Verbindung mit der eigenen Nutzeroberfläche mit 3D-Elementen ist das Huawei top ausgestattet. Der Nutzer kann seine sieben Homescreens individuell gestalten. Klickt man in die Mitte auf die so genannte Karrussel-Ansicht, findet der Nutzer nicht nur seine sieben Homescreens, sondern noch einige selbst anlegbare Screen mehr. Insgesamt sind dort 20 Fenster möglich, die er in einem 3D-Karrussel angezeigt bekommt, und durch Wisch-Gesten navigiert. das funktionierte in unserem Test ausgesprochen flott, wir bemerkten keinerlei Wartezeiten oder Ruckler.

Die pfiffige Bedienoberfläche des Vision will Huawei aber nicht unter einem eigenen Namen vermarkten - ein klarer Unterschied beispielsweise zu HTC mit seinem bekannten Sense-Aufsatz für Android. Spezielle Cloud-Dienste sind mit den beiden Android-Geräten übrigens derzeit noch nicht verbunden. Huawei stellt also keinen Service zur Verfügung, um beispielsweise verlorene Smartphones lokalisieren oder per Remote-Befehl sperren zu können. In China würde es zwar bereits einige derartige Cloud-Dienste geben, wie Huawei auf unsere Nachfrage erklärte, doch für Europa müssten diese erst noch angepasst werden. Das liegt vor allem daran, dass Huawei in China keine Google-Dienste nutzt, sondern eigene beziehungsweise aus China stammende Dienste.

Huawei MediaPad mit Android 3.2 Honeycomb

Im Huawei MediaPad kommt Android 3.2 (Honeycomb) zum Einsatz. Erst diese Honeycomb-Version läuft einwandfrei auf 7-Zoll-Tablets, da sie nun auch für kleinere Bildschirme optimiert wurde .Beim MediaPad stellt sich die Frage nach einer speziellen Bedienoberfläche nicht, weil dort Android 3.2 pur läuft (also ohne spezielle Anpassungen wie es beispielsweise Samsung beim Galaxy Tab 10.1 mit der Screenshot-Taste gemacht hat).

Huawei packt seinen beiden Neuheiten viel Software in den Speicher. Dazu gehören unter anderem die Netzwerke Facebook und Twitter sowie das allseits beliebte Spiel Angry Birds und die Musik-Erkennung Shazam. Bei der Office-Ausstattung unterscheiden sich Smartphone und Tablet-PC: Auf dem Vision ist das bewährte Documents to Go installiert, wohingegen das MediaPad mit einem eigens entwickelten Huawei Office kommt. Auf unserem Test-Gerät war noch die englischsprachige Version von Huawei Office installiert, bis zum Verkaufsstart in Deutschland soll es aber noch in deutscher Sprache erscheinen.

Huawei MediaPad: 7 Zoll-Display

Samsung brachte einst mit dem Galaxy Tab P1000 das erste Android-Tablet mit 7 Zoll-Bildschirm auf den Markt. Das Gerät verkaufte sich nur mäßig. Samsung räumte schließlich ein, dass der Form-Faktor 7 Zoll nicht optimal gewesen sein. Doch Huawei lässt sich davon nicht abschrecken und setzt nun ebenfalls auf 7 Zoll. Warum wollten wir von Huawei wissen.

Huaweis Antwort: Ein 10-Zoll-Tablet ist optimal für zu Hause und fürs Büro. Doch für unterwegs sind 10 Zoll zu viel. So lasse sich beispielsweise die virtuelle Tastatur eines 10-Zöllers nicht mehr bequem mit beiden Händen bedienen. Ein 7-Zoll-Tablet können man dagegen durchaus noch komfortabel mit beiden Händen halten und darauf tippen. Zudem passe ein 7-Zoll-Gerät wie das Huawei MediaPad problemlos in die Jacken- und Hosentasche. Deshalb habe sich Huawei für 7 Zoll als Größe entschieden.

Zubehör für das Huawei MediaPad

Huawei konnte uns nur eine kleine Einstecktasche für das MediaPad vorstellen. Damit kann man es geschützt in der Jacke oder Hose tragen. Besondere Funktionen wie beispielsweise das Smart Cover von Apple für das iPad bietet diese schlichte Hülle jedoch nicht, ein Aufstellen des Tablets ist damit beispielsweise nicht möglich. Huawei zufolge würde derzeit diverses Zubehör für den Tablet entwickelt, beispielsweise eine Docking-Station. Konkrete Beispiele wie zum Beispiel eine KFZ-Halterung konnte uns Huawei aber nicht vorführen.

Fazit: Huawei Vision & Huawei MediaPad

Das Huawei Vision sowie das MediaPad können beide durch ihr schickes Design und die tollen Haptik punkten. Lob gibt es auch für die aktuellen Android-Versionen. Das ist bei Geräten dieser Preisklasse nicht immer zu erwarten. Auch die Arbeitsgeschwindigkeit konnte voll und ganz überzeugen. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Kamera beider Geräte reagierte etwas zu langsam. Insgesamt bekommen Sie aber einiges für Ihr Geld geboten. Sowohl das Huawei Vision als auch das MediaPad können sich nach dem ersten Eindruck durchaus sehen lassen und sind absolut konkurrenzfähig. Wie sich die beiden Geräte im PC-WELT-Test bewähren, erfahren Sie in Kürze. Huawei gibt für das Vision eine UVP von 349 Euro, und für das MediaPad eine UVP von 399 Euro an. Das MediaPad wird es sowohl als reine Wifi- als auch als 3G-Version (HSPA+ und High-Speed WiFi 802.11b/g/n) geben.

Gutes Preis-Leistungsverhältnis: Huawei drängt auf den Markt

Huawei ist ein Unternehmen aus der Volksrepublik China. Es produziert ein breit aufgestelltes Portfolio auf den Bereichen Telekommunikation und Netzwerk. Hierzuladen ist Huawei bisher vor allem durch seine UMTS-Surfsticks bekannt. Doch Huawei drängt nun massiv auf den Smartphone- und auch Tablet-Markt. Und setzt dabei auf eine aggressive Preispolitik. Anders als viele andere Hersteller von Billig-Smartphones und -Tablets will Huawei Kunden aber nicht durch einen besonders niedrigen Preis locken, sondern mit wertigen Produkten und guter Technik überzeugen. Deshalb gehören beispielsweise beim Tablet-PC MediaPad auch der volle Zugang zum Android Market und ein GPS-Chip zur Ausstattung (viele konkurrierende Billig-Tablets bieten keinen Zugang zum Android Market). Das Smartphone Vision reagiert sofort auf jeden Fingerdruck und konnte mit seiner rasanten Karussell-Technik begeistern. Beide neuen Huawei-Geräte sind vom ersten Eindruck her also keinesfalls Billigheimer.

Huawei setzt voll auf Android

Als Betriebssystem für Smartpones und Tablet-PCs ist für Huawei derzeit Android das Mittel der Wahl. Das entbehrt nicht einer gewissen Komik, immerhin stammt Android von Google. In China hat Google aber einen schweren Stand, immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen der chinesischen Regierung und dem Suchmaschinen-Konzern. Einige Google-Dienste stehen in China nicht zur Verfügung , die bevorzugte Internetsuchmaschine im Land der Mitte ist demzufolge auch nicht Google sondern Baidu. Huawei hat deshalb auch eigene Cloud-Dienste entwickelt (siehe oben), die verschiedene Google-Dienste ersetzen sollen. Einen ernsthafte Alternative zu Android gibt es derzeit aber nicht, wie man uns auf Nachfrage erklärte: Die Entwicklung von Windows Phone 7 würde man aber beobachten und dann gegebenenfalls darauf reagieren.


 

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