Schnäppchen oder Discounter-Nepp?

Aldi-PC Medion Akoya P5330 D im Test

Donnerstag, 01.12.2011 | 10:00 von Michael Schmelzle und Friedrich Stiemer
Bildergalerie öffnen Aldi-PC Medion Akoya P5330 D für 549 Euro
Ist der neue Aldi-PC ein echtes Schnäppchen oder ein halbgarer Kompromiss zwischen günstigem Preis, toll klingender Ausstattung und solider Rechenleistung? Im Test muss der Medion Akoya P5330 D beweisen, ob er den Kaufpreis von 549 Euro wert ist.
Pünktlich zu Weihnachten bietet Aldi einen Desktop-PC an. 549 Euro soll der Medion Akoya P5330 D kosten. Der Discounter spendiert dem Rechner - ausnahmsweise einmal - eine sehr gut ausbalancierte Prozessor-Grafikkarten-Kombination.

Zudem lockt der rund neun Kilogramm schwere Midi-Tower (180 x 390 x 390 Millimeter) mit zeitgemäßer Ausstattung wie USB 3.0 und 802.11n-WLAN. Ebenfalls nicht zu verachten sind die drei Jahre Garantie, die Medion für den Aldi-PC gewährt.

Aldi-PC Medion Akoya P5330 D
Aldi-PC Medion Akoya P5330 D

Gibt es also mal wieder ein echtes Schnäppchen beim Aldi? Abwarten! Vielleicht ist der Rechner ein Stromfresser und Krawallbruder erster Güte und der Rest der Hardware Billigschrott von unbekannten Herstellern. PC-WELT testet den Medion Akoya P5330 D auf Herz und Nieren, deckt versteckte Schwachpunkte auf und sagt Ihnen klipp und klar, ob der Aldi-PC sein Geld wert ist.

Hardware-Basis: Hauptplatine, CPU und Grafik

Basis des Medion Akoya P5330 D ist die aktuelle Intel-Plattform Sandy Bridge. Kernstück der MSI-Hauptplatine MS-7728 ist die fehlerbereinigte B3-Revision des Einchip-Chipsatzes Intel H61. Der kostengünstigste Chip unterstützt kein SATA-600 und Onboard-Raid. Ebenfalls von Intel stammt die Quad-Core-CPU des Aldi-PCs:

Fährt im Leerlauf den Takt auf 1,6 GHz herunter: Intel
Core i5-2320
Vergrößern Fährt im Leerlauf den Takt auf 1,6 GHz herunter: Intel Core i5-2320

Der Intel Core i5-2320 arbeitet, je nach Auslastung der Prozessorkerne, mit einer Taktfrequenz zwischen 1,6 und 3,3 GHz. Sind alle CPU-Kerne ausgelastet, begrenzt die automatische Übertaktungsfunktion Turbo Boost die Taktfrequenz auf 3,1 GHz. Hyper-Threading unterstützt der Sockel-1155-Prozessor hingegen nicht. Der dreistufige CPU-Pufferspeicher ist rund 7 MB mächtig. Den Löwenanteil von 6 MB hält dabei der L3-Cache, auf den alle Prozessorkerne geimeinsam zugreifen. 

Der Prozessor des Medion Akoya P5330 bringt zudem die integrierte Grafiklogik Intel HD-Grafik 2000 mit. Allerdings lässt sich der Grafikkern nicht nutzen, da auf der Hauptplatine des Aldi-PCs keine Bildschirm-Ausgänge ausgeführt sind. Die 95-Watt-CPU unterstützt alle wichtigen Prozessor-Funktionen wie moderne Befehlssatzerweiterungen wie AVX, AES und SSE 4.2, die Hardware-Virtualisierung via VT-x sowie 32- und 64-Bit-Betriebssysteme über die Technik EM64T.

Im Medion Akoya P5330 D steckt eine MSI-Grafikkarte mit
dem Nvidia-Chip Geforce GTX 550 Ti.
Vergrößern Im Medion Akoya P5330 D steckt eine MSI-Grafikkarte mit dem Nvidia-Chip Geforce GTX 550 Ti.

Auch die DirectX-11-Grafikkarte des Aldi-PCs stammt von MSI. Das Modell basiert auf dem Nvidia-Grafikchip Geforce GTX 550 Ti. Der Grafikprozessortakt liegt bei 900 MHz, die 192 Unified-Shader-Einheiten laufen mit 1800 MHz. Die MSI-Grafikkarte besitzt 1024 MB GDDR5-Speicher, der mit 1026 (effektiv 4104) MHz arbeitet und über ein 192 Bit breites Speicher-Interface an den Grafikprozessor angebunden ist.

Veraltet: Medion liefert den Akoya P5330 D mit einer vier
Monate alten Treiberversion aus.
Vergrößern Veraltet: Medion liefert den Akoya P5330 D mit einer vier Monate alten Treiberversion aus.

Beim aktuellen Aldi-PC hat Medion die 64-Bit-Version des Nvidia-Referenztreibers Forceware 280.26 installiert. Diese Treiber-Version hat Nvidia bereits am 9. August 2011 veröffentlicht - also vor fast vier Monaten. Auf der Nvidia-Website ist inzwischen die WHQL-Version 285.62 vom 24. Oktober 2011 erhältlich.

Medion hat dazugelernt! Im Gegensatz zu früheren Aldi-PCs können Sie beim Medion Akoya P5330 D jetzt endlich auch direkt den Referenztreiber von Nvidia installieren und müssen nicht mehr warten, bis Medion im hauseigenen Support-Bereich seiner Website eine angepasste Version zum Download bereitstellt.


 

Donnerstag, 01.12.2011 | 10:00 von Michael Schmelzle und Friedrich Stiemer
Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (8)
  • Dogeater 06:30 | 03.12.2011

    Was kann Medion denn dafür, wenn Intel so unverschämt ist und seinem Prozessor auch noch so ne unnütze Graka einbaut die Medion dann auch noch bezahlen darf?

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  • deoroller 10:46 | 02.12.2011

    Das ist doch normal, dass alles eingespart wird, was im Auslieferungszustand nicht gebraucht wird. Jemand, der sich seinen PC selbst zusammenstellt, hat darauf Einfluss. Sollte mal die gesteckte Grafikkarte kaputt gehen, hat man meist nicht direkt Ersatz und muss sich den erst besorgen. Solange kann man dann die interne Grafik nutzen. Beim Medion ist die Möglichkeit verbaut und man steht sprichwörtlich im Dunkeln.

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  • Michael Schmelzle 10:38 | 02.12.2011

    Eine Leserfrage, die mich gestern Abend noch erreicht hat, lautet: "Kann man die interne Grafik des Intel Core i5-2320 nutzen". Antwort: Prinzipiell schon, allerdings nicht im Aldi-PC, da auf der MSI-Hauptplatine keine Bildschirm-Anschlüsse ausgeführt sind.

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  • deoroller 13:12 | 01.12.2011

    Decrapifier sagt dem unbedarften Medion Nutzer zu, da er so eine unvermeidliche Neuinstallation seines Betriebssystems umgehen kann. Trotzdem bin ich immer wieder erfreut, wenn ein Besitzer einer Vorinstallation nach Jahren hier im Forum anfragt, dann doch Neuaufsetzen soll und für ihn eine Welt zusammenbricht. Keine Recovery-Medien erstellt, keine Sicherungen gemacht und keine Ahnung, aber TuneUp und dicke Security Suiten installiert und dann auch noch wütende Reaktionen und Unverständnis, da man ihm keine genehme Lösungen gratis bieten kann. @mike_kilo Glückwunsch zum 12k Beitrag.

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  • mike_kilo 12:35 | 01.12.2011

    Decrapifier hab ich im Sommer mal auf einem Netbook ausprobiert. Das reinste Chaos ist entstanden. Verstümmelte Uninstall-Einträge , Adobe Air ließ sich nicht entfernen, usw. Nach einem System-Recovery half nur eine manuelle Deinstallation bei den meisten Craps sauber weiter. Kann aber auch ein Einzelfall gewesen sein. Am besten ist immer noch plattmachen und ein Windows(Retail) Setup durchführen mit Image-Backup.

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