21.03.2009, 10:00

Thomas Rau

Schnäppchen-Netbook

Hercules E-Café 900-H60G/IAW

Bei Netbooks geht der Trend zu 10-Zoll-Displays oder noch größeren Bildschirmen. Hercules versucht es trotzdem noch mit einem 8,9-Zoll-Modell, dem E-Café EC-900-H60G/IAW und lockt mit einem günstigen Preis - und einem interessanten Bundle.
Netbooks mit 8,9-Zoll-Display sind Auslaufmodelle: Der Trend bei den Mini-Laptops geht zu 10 Zoll Diagonale oder noch größeren Bildschirmen. Das weiß auch Hercules und bringt deshalb das E-Café EC-900-H60G/IAW zum günstigen Preis von rund 300 Euro auf den Markt.

Ein Software-Paket macht das Netbook zur mobilen Disco
Außerdem hat der Soundkarten und Musikhardware-Hersteller einen pfiffigen Einsatzzweck für den Mini-Laptop gefunden: Für 350 Euro bietet Hercules das Netbook im Paket mit der DJ-Konsole DJ Control MP3 und einer passenden Mixing-Software an. So soll das E-Café zur mobilen Disco werden. In einem Kurztest arbeitete die leicht abgespeckte Musik-Software problemlos mit dem E-Café zusammen: Das Programmfenster ist beispielsweise an die geringe Netbook-Auflösung von 1024 x 600 Bildpunkten angepasst.

Auch bei der Desktop-Oberfläche geht das EC-900-H60G/IAW eigene Wege: Zwar ist auf dem Mini-Laptop Windows XP Home installiert. Doch Hercules hat eine eigene Desktop-Oberfläche programmiert, die sich an das Bedienkonzept der Linux-Netbooks anlehnt: Statt Icons für die einzelnen Programme gibt es große Icons für Kommunikation, Multimedia, Online, Spiele und Office, die zu den Anwendungen für diesen Bereich führen. Über eine zusätzliche Verknüpfung kann man aber auch zum gewohnten Windows-Desktop wechseln.

Trotz des geringen Gewichts von 1200 Gramm wirkt das dunkelbraune Netbook kompakt statt filigran. Durch den fetten 6-Zellen-Akku ist das Netbook hinten deutlich dicker als vorne und steht deshalb geneigt auf dem Schreibtisch. Ohne Akku steht es eben, aber auch stabil.

Ob Netzstrom oder Akku - das Netbook ist immer sparsam
Im Akkutest hielt das Hercules-Netbook rund 4,5 Stunden beim Videoabspielen und knapp fünf Stunden beim WLAN-Surfen durch - sehr ordentlich. Nicht nur das Netbook ist übrigens sehr leicht, auch das kleine Netzteil ist mit 160 Gramm ein Federgewicht - und wie das ganze Netbook extrem sparsam: Bei ruhendem Desktop zog das Hercules-Netbook rund 13 Watt, im Ruhezustand und ausgeschaltet sogar weniger als 0,1 Watt.

Das entspiegelte Display ist hell genug, um es zumindest bei bewölktem Himmel auch draußen noch gut ablesen zu können. Farben stellte das Netbook etwas dunkel, aber sehr kräftig dar. Auch der sehr hohe Kontrast spricht für den Bildschirm.

Minuspunkte: Ein nervender Lüfter und die kleine Tastatur
Das war's aber schon mit den positiven Nachrichten zum Hercules E-Café: Denn viele kleine Ärgernisse schränken den Spaß am kaffebraunen Netbook erheblich ein: Das fängt mit dem fast ständig laufenden Lüfter an, dessen hohes, mückenähnliches Summen einem deutlicher auf die Nerven geht, als es die Messwerte von 0,7 Sone aussagen.

Auf der kleinen Tastatur können nur Anwender mit sehr zarten Händen bequem schreiben: Die Tasten liegen in einem engen 16-Millimeter-Raster, außerdem sind zahlreiche Tasten noch kleiner - beispielsweise die Umlaute. Auch wenn man die richtigen Tasten trifft, macht das Schreiben aufgrund des geringen Hubs und des schwachen Anschlags wenig Laune.

Dass sich das Arbeiten mit dem Hercules-Netbook bisweilen zäh anfühlt, liegt vor allem an der langsamen Samsung-Festplatte: Sie ist zwar durch die 1,8-Zoll-Bauweise klein und stromsparend, aber nur rund halb so schnell wie eine 2,5-Zoll-Platte. Außerdem bietet sie nur 60 GB Kapazität. Das will Hercules mit 30 GB Online-Speicherplatz ausgleichen, die der Anwender nach einer Registrierung erhält.

Im Praxiseinsatz fielen uns noch weitere Ungereimtheiten auf: Zum Beispiel spuckte die WLAN-Software häufig eine Fehlermeldung aus, wenn man das Netbook aus dem Standby aufweckte. Ging dem Netbook der Akkustrom aus, schaltete es sich nicht einfach ab, sondern verwirrte mit einer knackenden Festplatte und einem flackernden Display.
Fazit: Das Hercules E-Café EC-900-H60G/IAW hat durchaus Schnäppchen-Potential - es ist leicht, bietet eine recht lange Akkulaufzeit und ein ordentliches Display. Doch für den niedrigen Preis bekommen Sie auch deutlich weniger Komfort und Ausstattung als bei einem guten 10-Zoll-Netbook für das Sie rund 50 bis 70 Euro mehr investieren müssen.
Alternativen: Wenn es ein günstiges 8,9-Zoll-Netbook sein soll, empfiehlt sich das Packard Bell Dot. Es ist etwas schwerer, läuft im Akkubetrieb aber länger und auch Ausstattung und Tastatur sind besser.
Varianten: Hercules E-Café EC-900-H60G-IA: mit Linux statt Windows XP Home
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