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Schnäppchen-Alarm: Windows-Tablets unter 500 Euro

08.07.2013 | 16:00 Uhr |

Windows-Tablets sind zu teuer, um gegen iPad und Android eine Chance zu haben, hört man oft. Doch es gibt auch echte Schnäppchen - wir testen die Preisklasse unter 500 Euro.

Die günstigsten Tablets laufen mit Google Betriebssystem Android: Hier finden Sie schon Geräte unter 100 Euro. Bis zur Preisgrenze von 300 Euro haben Sie eine große Auswahl unter Tablets mit 7, 8 oder 10 Zoll Displaygröße. Bei Apple bekommen Sie das iPad Mini ab rund 315 Euro, das iPad 4 geht bei etwa 450 Euro los.

Auch Windows-Tablets finden Sie in der Preisklasse unter 500 Euro: Besonders günstig sind vor allem die Geräte mit Windows RT, der ARM-Variante des neuen Betriebssystems. Ihre Preise sind stark gefallen - zum einen, weil Microsoft die Lizenzgebühren gesenkt hat, die die Tablet-Hersteller an Microsoft zahlen müssen. Zum anderen, weil die Hersteller die nicht gerade überwältigende Nachfrage nach RT-Tablets, mit Kampfpreisen anfachen wollen. Beispiele gefällig? Das Lenovo Yoga 11 etwa, das zum Verkaufsstart für 749 Euro angbeoten wurde, bekommen Sie heute im Online-Handel schon für unter 400 Euro. Das Samsung Ativ Tab kostet laut Samsung 749 Euro. Der aktuelle Straßenpreis liegt bei rund 350 Euro.

Besonders günstig sind RT-Tablets wie das Dell XPS 10
Vergrößern Besonders günstig sind RT-Tablets wie das Dell XPS 10

Windows-Tablets haben also Schnäppchen-Potential: Denn an der Hardware liegt es nicht, dass sie so wenige Anhänger finden. Bei der Touch-Bedienung halten sie durchaus mit iPad und guten Android-Tablets mit: Die Kachel-Oberfläche und entsprechende Apps reagieren meist schnell auf Eingaben oder Zoom-Gesten. Viele Apps starten allerdings langsamer als Sie es vom iPad oder Android-Tablets gewohnt sind - was aber auch daran liegt, dass sie ihre Inhalte per Online-Verbindung ständig aktualisieren.

Der Einstieg von Microsoft ins Tablet-Geschäft: Das Surface mit Windows RT
Vergrößern Der Einstieg von Microsoft ins Tablet-Geschäft: Das Surface mit Windows RT

Zwei Windows-Varianten: RT und Win 8

Die Auswahl an passenden Apps ist für iOS und Android aber deutlich höher als bei Windows. Das gilt besonders für Tablets mit Windows RT: Auf diesen lassen sich keine üblichen Windows-Programme installieren, sondern nur Apps, die für die ARM-Architektur angepasst wurden. Die ganze Vielfalt der Windows-Welt steht Ihnen aber auf Tablets mit einem Atom-Prozessor von Intel zur Verfügung, die mit der 32-Bit-Version von Win 8 laufen: Darauf lassen sich alle Windows-Programme installieren. Allerdings liegt das Rechentempo der Atom-Tablets ungefähr auf Netbook-Niveau - das reicht zum Surfen oder für die Textverarbeitung allemal. Aufwändige Rechenaufgaben verursachen aber Wartezeiten.

Das Lenovo Yoga 11 hat die Tastatur immer dabei
Vergrößern Das Lenovo Yoga 11 hat die Tastatur immer dabei

Finger ist gut, Tastatur ist besser für Windows

Die normalen Windows-Programme laufen auf den Tablets im Desktop-Modus, sind also nicht optimiert für die Touchbedienung. Deshalb ist eine zusätzliche Tastatur unerläßlich, um bequem mit einem Atom-Tablet arbeiten zu können. Dann steigen aber die Preise: Unter 500 Euro liegen dann nur noch das Dell XPS 10 mit 32 GB und das Lenovo Yoga 11 - letzteres hat immer eine Tastatur dabei, die sich im Tablet-Modus umklappen lässt. Trotzdem kann sich der Aufpreis für eine Andock-Tastatur lohnen: Denn häufig bietet sie nicht nur zusätzliche Anschlüsse, sondern auch einen weiteren Akku wie etwa beim Acer Iconia W510.Das Samsung ativ Tab bringt einen Srift mit, mit dem sich Menüs und Schieberegler im Desktop-Modus leichter treffen lassen als mit dem Finger.

Apropos Akkulaufzeit: Die Windows-Tablets arbeiten zwar nicht ganz so sparsam wie ausdauernde Android-Tablets. Aber wenn sie einen großen Akku zur Seite haben, sind Laufzeiten um die zehn Stunden möglich - wie beim Lenovo Yoga 11 oder beim Samsung Ativ Tab, das außerdem mit 572 Gramm noch angenehm leicht ist. Die RT-Tablets sind dabei im Durchschnitt etwas sparsamer als die Atom-Geräte.

Im Gegensatz zu Apple und Android gibt es noch kaum Windows-Tablets mit einem kleinen Bildschirm: Die Display-Diagonalen liegen zwischen 10,1 und 11,6 Zoll wie beim Lenovo Yoga 11. Die Auflösung beträgt bei allen Testgeräten 1366 x 768 Bildpukte - so viel wie bei einem Standard-Notebook mit 15,6-Zoll-Bildschirm. Der beste Bildschirm sitzt im Asus Vivotab RT TF600T - er ist mit einer Helligkeit deutlich über 300 cd/qm auch gut draußen abzulesen. Empfehlenswert sind auch die Displays im Samsung Ativ Tab, im Surface RT und im Dell XPS 10.

Besonders günstig sind Windows-Tablets mit 32 GB internem Speicher wie das Samsung Ativ Tab. Allerdings kann das auf lange sicht zu wenig sein, denn mit Windows und den vor-installieren Apps sind dann nur noch rund 12 bis 15 GB frei. Soll das Tablet den Windows-Rechner ersetzen, ist deshalb mindestens 64 GB Speicher zu empfehlen. Allerdings können Sie bei allen Windows-Tablets den internen Speicher durch eine Micro-SD-Karte erweitern, das Lenovo Yogapad 11 nimmt Standard-SD-Karten.

Der Vorteil der Windows-Tablets: Sie bieten mehr Anschlüsse als andere Tablets
Vergrößern Der Vorteil der Windows-Tablets: Sie bieten mehr Anschlüsse als andere Tablets

Der Windows-Vorteil: Einfach Peripherie anschließen

Überhaupt lässt sich an die Windows-Tablets Peripherie einfacher und in größerer Zahl anstecken als an die meisten Android-Tablets, von den iPads ganz zu schweigen. Die meisten haben einen HDMI-Ausgang - meist in der Micro-Variante - sowie einen USB-Anschluss. Das Lenovo Yoga 11 bietet sogar zwei Standard-USB-Buchsen. In den Tablets von Acer und Asus sowie im Samsung Ativ Tab finden Sie auch einen NFC-Chip. Bluetooth und 11n-WLAN bringen alle Tablets mit, bis auf die Asus-Geräte sowie das Yoga 11 arbeiten die Tablets dabei auch über die 5-GHz-Frequenz. Im schnellsten ist das WLAN im Dell XPS 10. GPS haben außer dem Dell XPS 10, dem Microsoft Surface, dem Acer Iconia W510 und dem Lenovo Yoga 11.

Windows-Tablets unter 500 Euro: Testsieger

Das Samsung Ativ Tab zeigt im Test die besten Tablet-Kernkompetenzen: Es ist leicht, besitzt eine lange Akkulaufzeit und ein ordentliches Display. Extras wie der Eingabe-Stift und die Standard-USB-Buchse erleichtern die Bedienung. Wollen Sie ein Schnäppchen-Tablet mit einem richtigen Windows, greifen Sie zum Asus Vivotab Smart ME400C oder zum Acer Iconia W510 - beide arbeiten mit einer Atom-CPU von Intel. Beim Asus-Tablet fällt allerdings die Akkulaufzeit nur mittelmäßig aus, beim Acer-Tablet ist das Display durchschnittlich.

Windows-Tablets unter 500 Euro sind eine Alternative zu Android und iPad - allerdings mit Einschränkungen. Den besonders günstigen RT-Tablets fehlt das App-Angebot. Die Atom-Tablets sollen eine besonders mobile Alternative zum Notebook sein - dazu werden sie aber nur mit einer Tastatur: Und die lässt den Preis bei den meisten Geräten deutlich über die 500-Euro-Grenze steigen.

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