22.12.2011, 14:00

Verena Ottmann

Saugroboter

Vorwerk Kobold VR100 im Test

Vorwerk Kobold VR100: Saugroboter mit ausgeklügeltem Navisystem ©Vorwerk

Staubsaugen gehört vermutlich zu den unbeliebtesten Hausarbeiten, die es gibt. Vor allem Berufstätige opfern dafür ungern ihr Wochenende. Abhilfe schafft hier der Vorwerk Kobold VR100 - ein Saugroboter, der dem Staub selbständig zu Leibe rückt. PC WELT hat den Staubterminator ausprobiert.
Mit dem Kobold VR100 will Staubsauger-Spezialist Vorwerk den Markt der Saugroboter erobern. Dabei muss er sich gegen prominente Konkurrenz behaupten: Neben dem Ur-Sauger Roomba des US-Unternehmens iRobot, der mittlerweile in sieben Ausführungen von 300 bis 800 Euro erhältlich ist, haben auch bekannte IT-Firmen wie LG und Samsung jeweils einen Saugroboter im Sortiment: Der LG VR6170LVM ist für etwa 600 Euro zu haben, der Samsung Navibot kostet je nach Modell 700 bis 800 Euro. Im Vergleich dazu liegt der Vorwerk VR100 mit 649 Euro preislich eher in der mittleren Liga.
 
Ausstattung: Lasertechnik von Neato Robotics
Das Besondere am Vorwerk Kobold VR100 resultiert aus der Zusammenarbeit mit Neato Robotics. Das US-Unternehmen, das schon länger auf dem Gebiet der Roboterstaubsauger tätig ist, hat eine Lasertechnik entwickelt, mittels der die Roboterstaubsauger einen Grundriss der zu säubernden Zimmer erstellen. Dieser Grundriss wird abgearbeitet, um eine möglichst gleichmäßige Reinigung der Bodenfläche zu erreichen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass das Gerät den Kontakt zum Boden nicht verliert. Heben Sie den Staubsauger hoch, etwa, um ihn neu zu platzieren, ist der gespeicherte Grundriss futsch, und das Gerät muss ihn neu einlesen.
Das aktuelle Roboter-Modell von Neato Robotics ist der XV-15 für 399,99 Pfund (etwa 470 Euro). Der Vorwerk Kobold VR100 basiert jedoch auf dem Vorgängermodell XV-11, bei dem der Hersteller sein eigenes Wissen auf dem Gebiet der Staubsaugertechnik eingebracht hat. So mag der Kobold zwar optisch und hinsichtlich der Lasertechnik dem XV-11 ähneln. Der Staubsauger-Part ist laut Vorwerk jedoch Eigenbau.
 
Handhabung: Minimaler Montageaufwand
Damit der Kobold VR100 die nötige Kraft zum Saugen hat, muss zuerst der Akku aufgeladen werden. Die Ladestation misst 33 x 13 x 6,5 Zentimeter und macht optisch einiges her. Allerdings kann sie nicht überall stehen – für die richtige Position sollte rechts, links und davor etwa ein Meter Platz sein. Und die Station braucht natürlich auch eine Steckdose. Alternativ können Sie den KObold auch per Netzkabel aufladen, dann kann er den Ladevorgang jedoch nicht selbst vornehmen.
In der Verpackung findet sich neben der Ladestation und dem Sauger ein kleines rotierendes Bürstchen, das Sie an der Unterseite des Saugers befestigen müssen. Es wird einfach aufgesteckt und dient dazu, den Schmutz entlang den Bodenleisten Richtung Saugöffnung zu kehren. Ist das Bürstchen montiert, setzen Sie den Sauger vor die Ladestation. Die Verbindung wird automatisch aufgenommen, und ein orange-blinkendes Licht zeigt den Ladevorgang an. Ist der Akku voll, wechselt die LED und leuchtet permanent grün.
Schalten Sie den Kobold VR100 zum ersten Mal ein, erscheint im Display der Hinweis, dass Sie Datum und Uhrzeit eingeben sollen. Das geht sehr einfach mit den Hoch- und Runter-Tasten rechts neben dem Display. Die Return-Taste dient zum Bestätigen.
Um den Reinigungsvorgang zu starten, wählen Sie über die grüne Taste das gewünschte Programm. Zur Auswahl stehen drei Reinigungsmodi: Im normalen Reinigungsmodus unterteilt das Gerät die Wohnung in 4x4 Meter große Bereiche und saugt diese ab – zuerst die Umrisse, dann das Innere. Die Spot-Reinigung eignet sich für punktuelle Verschmutzungen. Ist sie aktiv, fährt der Kobold VR100 einen 1,5 x 1,2 Meter großen Bereich ab. Er sollte optimalerweise in der Mitte der Verschmutzung positioniert werden. Der dritte Modus ist eine Timer-Funktion, bei der Sie anhand Wochentag und Uhrzeit festlegen, wann der Kobold VR100 genau tätig werden soll.
Haben Sie das gewünschte Programm gewählt, beginnt der Kobold VR100 seine Arbeit. Dabei ist etwas Vorarbeit zu leisten: Entfernen Sie alle Gegenstände, die potentielle Gefahren darstellen – unter Umständen kann der Kobold auch volle Wassernäpfe verschieben. Um ihn in seine Grenzen zu weisen, liegt ein Begrenzungsstreifen bei, mit dem Sie beispielsweise Kabelgewirr oder am Boden wuchernde Pflanzen sichern können. Dann arbeitet der Saugroboter einfach daran entlang, ohne den Streifen zu übertreten.
 
Saugleistung: Präzise Grundrisse, aber nicht 100% akkurat beim Saugen
Obwohl der Kobold VR100 seine Arbeit eigentlich ohne Zuschauer verrichten soll, macht es Spaß, ihm dabei zuzusehen. Die Akkuratheit beim Erstellen des Grundrisses war verblüffend: Das Gerät fährt solange an einer Mauern entlang, bis es die 4 Meter erreicht hat. Stößt es dabei auf eine Nische oder ein Regal, umrundet es das Hindernis einfach. Ist der Grundriss erstellt, füllt der Saugroboter wie Forrest Gump beim Rasenmähen in Schlangenlinien den Grundriss aus und macht sich nach Beendigung eines Saugbereichs an den nächsten.
Was die Saugleistung des Vorwerk-Roboters angeht, so kann der Kobold VR100 sicherlich keinen Dyson (oder einen anderen Staubsauger) ersetzen. Soll er aber auch nicht: Denn obwohl ein Dyson zwar schneller und vor allem gründlicher die Wohnung reinigt, braucht er auch immer jemanden, der ihn führt. Der Kobold VR100 ist dagegen völlig autonom: Er arbeitet alleine und fährt - falls er von dort seine Arbeit begonnen hat - selbstständig zur Ladestation, falls der Akku zur Neige geht. Ist der Akku wieder geladen, macht der Kobold an der Stelle weiter, an der er zuvor aufgehört hat.
Was die nicht perfekte Saugleistung angeht, so sollten Sie den Kobold VR100 zum Ausgleich öfter auf seine Staubmission schicken - am besten, während Sie in der Arbeit sind. Damit lösen Sie auch ein weiteres Problem des VR100 (das er allerdings mit dem Dyson gemein hat): das Betriebsgeräusch. Der Vorwerk-Kobold ist nämlich recht laut beim Saugen, was wiederum dafür spricht, ihn während Ihrer Arbeitszeit auf den Staub loszulassen. Am Abend erwartet Sie dann ein sauberes Zuhause und ein Staubsauger, der bereit für den nächsten Einsatz ist.
 
Reinigung: Kinderleicht und schnell gemacht
Wie jeder Staubsauger muss auch der Vorwerk Kobold VR100 nach einer gewissen Zeit ausgeleert werden. Zwar kommen in ihm keine zwei Zyklone zum Einsatz. Einen Staubsaugerbeutel brauchen Sie jedoch auch nicht, denn der Staub wird in einem Behälter gesammelt, den sie ganz einfach an seinem Griff vom Gerät ziehen können. Auf dem Staubbehälter sitzt zugleich der Filter, den Sie mit den Fingern oder einer weichen Bürste schnell und unkompliziert reinigen können. Aber Vorsicht: Der Filter sitzt recht stramm am Behälter, so dass man beim Öffnen leicht Staub verschüttet.
 
Folgekosten: Alles online zu vernünftigen Preisen erhältlich
Für den Vorwerk Kobold VR100 können Sie jedes wichtige Zubehörteil für 15 Euro nachkaufen: die Rundbürste, den Magnetstreifen, den Staubbehälter, den Filter und ein Zusatznetzteil. Einzige Ausnahmen bilden die Seitenbürste, die 5 Euro kostet, und die Basisstation, die ohne Netzteil auf 30 Euro kommt. Den Akku können Sie übrigens nicht selbst tauschen. Dazu müssen Sie den Kobold in einen Vorwerk-Shop bringen. Dort kostet der Akkutausch zwar stolze 99 Euro. Der Hersteller geht jedoch von einer Lebensdauer von 4-5 Jahren pro Akku aus.
 
Fazit: Nur für Berufstätige mit Wohnung
Der Vorwerk Kobold VR100 ist das perfekte Reinigungsinstrument für Berufstätige: Während der Arbeitszeit saugt er die Wohnung, so dass abends alles erledigt ist. Sind Sie allerdings zuhause, während der Saugroboter seine Arbeit verrichtet, müssen Sie sein Betriebsgeräusch in Kauf nehmen. Dann könnten Sie ihn jedoch auch in die oberen Etagen tragen, sofern vorhanden, denn Treppensteigen kann der Kobold nicht.
Was die Sorgfalt angeht, so sollten Sie eher auf Quantität statt Qualität setzen – was der Kobold nicht gleich erwischt, nimmt er vielleicht beim nächsten Mal auf. Und noch ein Tipp: Menschen mit Haustieren sollten vorher testen, wie die Vierbeiner mit dem motorisierten Kollegen zurecht kommen.
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