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Sapphire Tri-X R9 390X im Test

17.08.2015 | 10:27 Uhr |

Die Neuauflage der R9 290X in der veredelten Version von Sapphire: Doppelter Speicher, drei Lüfter und höhere Taktraten. Wie gut sich die Grafikkarte im Vergleich zur aktuellen Oberklasse schlägt, zeigt der Test.

Bei der aktuellen R9-300-Serie handelt es sich wie schon bei der 200er-Reihe um keine neuen Grafikchips, sondern um einen Quasi-Neuaufguss der Vorgänger-Generation. Genauer gesagt verfügt eine R9 390X über den Grafikprozessor Hawaii XT, der schon in der R9 290X zum Einsatz kam. Doch während die 290X damals noch das Top-Modell war, ist das bei der 390X nicht der Fall – der neue Primus ist die R9 Fury X, die über tatsächliche Neuerungen verfügt.

Hinweis: Die Testergebnisse und technischen Daten im Detail finden Sie direkt unter diesem Artikel in übersichtlichen Tabellen.  

Das Grafikkarten-Testverfahren der PC-WELT

Welche Hardware wir für unsere Grafikkarten-Tests verwenden, wie wir die Tests durchführen und welche Gewichtungen wir in den jeweiligen Kategorien vornehmen, entnehmen Sie dem Artikel „Wie PC-WELT Grafikkarten testet“.

Mehr Takt und Speicher

Wenn Sie mehr über die Architektur der Hawaii-XT-GPU erfahren möchten, legen wir Ihnen deshalb den Test der Radeon R9 290X ans Herz. Denn die Änderungen halten sich in Grenzen: Die Referenzkarte arbeitet mit einem leicht erhöhten Takt von 1050, das Sapphire-Modell mit 1055 MHz. Auch der physikalische Speicher-Takt steigt im Vergleich zum Vorgänger von 1250 auf 1500 MHz, was eine höhere Speicherbandbreite von 384 GB/s zur Folge hat. Gleich verdoppelt hat sich der GDDR5-Speicher von 4096 auf satte 8192 MB, während das Speicher-Interface weiterhin üppige 512 Bit misst.

Die Taktrate hat Sapphire nur sachte angehoben. Bis auf die doppelte Speichermenge und dem erhöhten Speichertakt ändert sich nichts im Vergleich zur R9 290X.
Vergrößern Die Taktrate hat Sapphire nur sachte angehoben. Bis auf die doppelte Speichermenge und dem erhöhten Speichertakt ändert sich nichts im Vergleich zur R9 290X.

DirectX 12, Dual-Bios und semi-passive Kühlung

Die Tri-X R9 390X beherrscht DirectX 12 im Feature Level 12_0, das bisher nur unter Windows 10 verfügbar ist und deutlich schneller arbeitet als seine Vorgänger-Schnittstelle. Weiterhin stattet Sapphire seine 390X mit zwei Bios-Chips aus, um die Karte im Legacy- oder UEFI-Modus nutzen zu können – für das Umschalten genügt ein Druck auf den separaten Knopf an der Außenseite.

Die Kühlung besteht neben den obligatorischen Aluminiumfinnen aus 10 Millimeter dicken Kupfer-Heatpipes und drei 85-Millimeter-Lüftern. Letztere arbeiten semi-passiv: Bei keiner oder nur geringer Auslastung des Grafikchips stehen die Lüfter komplett still, erst ab einer bestimmten Temperatur fangen sie an zu arbeiten. In unserem offenen Testsystem war das ab einer Chip-Temperatur von 63 Grad Celsius der Fall.

Das Kühldesign nutzt unter anderem drei Lüfter und recht dicke Kupfer-Heatpipes.
Vergrößern Das Kühldesign nutzt unter anderem drei Lüfter und recht dicke Kupfer-Heatpipes.
© Sapphire

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Leistung in der Praxis

Zuerst ein Hinweis zum Testverfahren: Das bisherige Testing ist veraltet, allerdings sind wir gerade dabei es zu überarbeiten. Nichtsdestotrotz veröffentlichen wir diesen Test mit dem alten Verfahren und der zugehörigen Note. Abseits der alten Spiele-Tests haben wir allerdings auch Spiele in Wide-QHD (2560 x 1440 Pixel) und Ultra-HD (3840 x 2160 Pixel) getestet, die sich vorerst abseits der Wertung befinden.

Die Leistung über die freie Programmierschnittstelle OpenCL ist vorbildlich (gemessen mit Luxmark 2.0)!
Vergrößern Die Leistung über die freie Programmierschnittstelle OpenCL ist vorbildlich (gemessen mit Luxmark 2.0)!

Spiele in maximalen Details in Full-HD stemmt die Tri-X R9 390X problemlos, selbst mit maximaler Kantenglättung. In neueren Spielen wie GTA 5 kommt die Karte in der Auflösung 2560 x 1440 Pixel auf flüssige 70, in Ultra-HD auf 39 Bilder pro Sekunde – ebenfalls bei eingeschalteter Kantenglättung und maximalen Details. Bei Witcher 3 schaut es allerdings etwas anders aus, da die Karte hier auf 35 (1440p) und lahme 32 Bilder pro Sekunde (2160p) kommt, in Full-HD sind es immerhin flüssige 45 Bilder pro Sekunde. Auch hier schalten wir Ultra-Details und den entsprechenden Kantenglättungs-Modus ein, während wir die Nvidia-spezifischen Features der Vergleichbarkeit halber deaktiviert lassen.

Die Leistung ist auch im synthetischen Benchmark gut. Oberklasse-Niveau ist das allerdings nicht.
Vergrößern Die Leistung ist auch im synthetischen Benchmark gut. Oberklasse-Niveau ist das allerdings nicht.

Lautstärke, Stromverbrauch und Temperaturen

Wie bereits erwähnt, arbeitet die Tri-X R9 390X bei geringer Auslastung komplett lautlos. Bei voller Auslastung klettert unser Lärmmessgerät allerdings auf bis zu 3,1 Sone, was auch im geschlossenen Gehäuse durchaus hörbar ist. Der Stromverbrauch ist ebenfalls ziemlich hoch, wir messen mit unserem Testsystem eine Auslastung von happigen 483 Watt – in Zeiten von Nvidia-Maxwell ist das viel zu hoch. Bei den Temperaturen müssen Sie sich dagegen keine Sorgen machen, da wir höchstens 77 Grad Celsius messen. Das Resultat lässt somit auch Spielraum fürs Übertakten!

Bei den Video-Schnittstellen haben Sie die Wahl zwischen Diplayport, HDMI und DVI.
Vergrößern Bei den Video-Schnittstellen haben Sie die Wahl zwischen Diplayport, HDMI und DVI.
© Sapphire

Test-Fazit zur Sapphire Tri-X R9 390X

Echte Überraschungen hält der Quasi-Neuaufguss der 290X in Form der 390X nicht bereit: Die Leistung in Full-HD und WQHD ist einwandfrei, allerdings war sie das auch schon im Jahr zuvor. Die Kühlung arbeitet im Leerlauf zwar lautlos, schraubt sich bei höherer Last allerdings überdeutlich hoch. Auch der maximale Stromverbrauch fällt happig aus. In Sachen Kühlleistung muss sich die Karte allerdings nicht verstecken, mit maximal 77 Grad Celsius ist noch genug Freiraum zum nachträglichen Übertakten. Doch einer der größten Negativ-Punkte ist wohl der aufgerufene Preis: In unserem Preisvergleich gibt es die Grafikkarte für rund 449 Euro – als Neuauflage ist das ziemlich teuer. Allerdings befindet sich Sapphire mit der Preisgestaltung in guter Gesellschaft, auch MSI ruft ähnlich hohe Preise für seine 390X auf. Falls Sie sich einen Kauf überlegen, dann warten Sie noch etwas ab – die Preise dürften bald fallen.

TESTERGEBNISSE (NOTEN)

Sapphire Tri-X R9 390X

Testnote

befriedigend (2.92)

Preisurteil

teuer

Spiele-Leistung (40%)

2,76

Multimedia-Leistung (11%)

1,83

Umwelt und Gesundheit (25%)

3,50

Ausstattung (15%)

2,93

Service (5%)

3,27

ALLGEMEINE DATEN

Sapphire Tri-X R9 390X

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

Sapphire

Internetadresse von Sapphire

www.sapphiretech.com/

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

449 Euro

Sapphires technische Hotline

01805/72774473

Garantie des Herstellers

24 Monate

COMPUTING-LEISTUNG

Sapphire Tri-X R9 390X (Note: 1.83)

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex)

2948 Punkte

OpenCL-Leistung (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

3432 Tausend Samples/Sekunde

SPIELE-LEISTUNG

Sapphire Tri-X R9 390X (Note: 2.76)

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

103 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

127 Bilder/s

Tomb Raider: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

98 Bilder/s

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Ice Storm)

176 060 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Cloud Gate)

33 310 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Fire Strike)

11 263 Punkte

AUSSTATTUNG

Sapphire Tri-X R9 390X (Note: 2.93)

Video-Anschlüsse

Displayport

3x

HDMI

1x

DVI

1x

beigelegte Adapter

1x HDMI-Kabel, 1x DVI-auf-VGA, 2x Stromkabel

beigelegte Programme

Sapphire Trixx

beigelegte Spiele

nicht vorhanden

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

UMWELT UND GESUNDHEIT

Sapphire Tri-X R9 390X (Note: 3.50)

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

154 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

483 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

0,0 Sone

Betriebsgeräusch: Last

3,1 Sone

Temperatur: Leerlauf

45° Celsius

Temperatur: Last

77° Celsius

Service

Sapphire Tri-X R9 390X (Note: 3.27)

Garantiedauer

24 Monate

Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar

01805/72774473 / ja / nein / 7 Stunden / nein / ja

Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar

www.sapphiretech.com/ / ja / ja / ja / ja

TECHNISCHE DATEN

Sapphire Tri-X R9 390X

Grafikprozessor

AMD Hawaii

GPU-Takt

1055 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

2816

Shader-Takt

1055 MHz

DirectX-Version

11.2

Speicher-Größe

8192 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1500 MHz

Speicher-Busbreite

512 Bit

Grafikkarten-Bios

015.048.000.062.005655

Grafikkarten-Treiber

15.150.1004.0 Beta

Kartenlänge

30,8 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

2x 8polig

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