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Sapphire Radeon RX 470 OC im Test

04.08.2016 | 15:00 Uhr |

Die Radeon RX 470 soll auch in Top-Spielen mindestens über 60 Bilder pro Sekunde liefern. Wie es in der Praxis ausschaut, erfahren Sie im Test.

Für unseren Test der AMD Radeon RX 470 hat uns der Chip-Hersteller mit einem übertakteten Modell aus dem Hause Sapphire bemustert. Die Kühlung ist nicht allzu weit entfernt vom Referenz-Design, verfügt aber beispielsweise über ein Backplate an der Platinen-Unterseite. Das GPU-Overclocking des Boardpartners fällt zudem recht milde aus, denn anstatt mit 1206 arbeitet der Chip mit 1216 MHz.

Technische Daten der Radeon RX 470

Die technischen Daten der Sapphire Radeon RX 470 OC in GPU-Z.
Vergrößern Die technischen Daten der Sapphire Radeon RX 470 OC in GPU-Z.

Und da wären wir auch schon bei den technischen Daten angekommen. Der Grafikprozessor hört auf den Namen Ellesmere Pro und entstammt der aktuellen Polaris-Architektur. Letztere basiert auf der GCN-Architektur (Graphics Core Next) und ist der mittlerweile vierte Aufguss des bewährten GPU-Designs. Allerdings erfolgt die Fertigung des Chips im 14-Nanometer-FinFET-Verfahren, was bereits bei der RX 480 für einen satten Anstieg bei der Energieeffizienz gesorgt hat. In folgender Tabelle vergleichen wir die technischen Daten verschiedener Grafikkarten miteinander:

Grafikkarten-Mittelklasse: Technische Daten im Vergleich

AMD Radeon RX 470

AMD Radeon RX 480

Nvidia Geforce GTX 1060

AMD Radeon R9 380X

Nvidia Geforce GTX 970

Grafikchip

Ellesmere Pro

Ellesmere XT

GP106

Antigua XT

GM204

Fertigung

14 Nanometer FinFET

16 Nanometer FinFET

28 Nanometer

Chipfläche

232 mm²

200 mm²

366 mm²

398 mm²

GPU-Standard-Takt / Boost-Takt

bis zu 1206 MHz

bis zu 1266 MHz

1506 / 1709 MHz

bis zu 970 MHz

1050 / 1178 MHz

Shader-Einheiten

2048

2304

1280

2048

1664

TMUs

128

144

80

128

104

ROPs

32

32

48

32

56

Grafikspeicher

4096 MB GDDR5

8192 MB GDDR5

6144 MB GDDR5

4096 MB GDDR5

4096 MB GDDR5

Speichertakt (effektiv)

7000 MHz

8000 MHz

8000 MHz

5700 MHz

7012 MHz

Speicheranbindung

256 Bit

256 Bit

192 Bit

256 Bit

256 Bit

Speicherbandbreite

224 GB/s

256 GB/s

192 GB/s

182 GB/s

224 GB/s

TDP

120 Watt

120 Watt

120 Watt

190 Watt

148 Watt

Preis

225 Euro (unverbindliche Preisempfehlung)

250 Euro (Straßenpreis)

279 Euro (Straßenpreis)

200 Euro (Straßenpreis)

160 Euro (Straßenpreis)

Im Vergleich zur RX 480 verfügt die RX 470 über halb so wenig Grafikspeicher, auch der Speichertakt ist niedriger. Gleiches gilt für die Anzahl der Shader- und Textur-Einheiten. Gleich bleiben hingegen die Chip-Fläche, das Speicher-Interface und die recht niedrige TDP (maximale Verlustleistung) von 120 Watt. Für den Stromanschluss ist im Übrigen auch nur ein 6-Pin-Stromanschluss nötig. Der Chip-Takt bei der RX 470 fällt mit 1206 MHz auch geringer aus. Dennoch soll die Grafikkarte genügend Power bieten, um auch topaktuelle Spiele mit über 60 Bilder pro Sekunde in Full-HD (1920 x 1080 Pixel) darstellen zu können.

Um die RX 470 mit Strom zu versorgen genügt ein einzelner 6-Pin-Stromanschluss.
Vergrößern Um die RX 470 mit Strom zu versorgen genügt ein einzelner 6-Pin-Stromanschluss.
© Sapphire

Ansonsten besitzt und beherrscht die Radeon RX 470 alle Techniken und Funktionen, mit der AMD die RX 480 ausgestattet hat. Dazu gehören beispielsweise die 4K60-kompatiblen Video-Schnittstellen (also 4K-Inhalte in flüssigen 60 Hertz) sowie der neue HEVC- respektive H.265-Standard, um unter anderem mit 240 Bildern pro Sekunde in 1080p zu streamen. Für mehr Details zu diesen und anderen Techniken lesen Sie bitte unseren Test der AMD Radeon RX 480 .

Die OC-Version der Radeon RX 470 von Sapphire verfügt über ein Backplate. Gut erkennbar ist auch die Tatsache, dass die eigentliche Platine eigentlich viel kürzer ist. Hier dürfen Sie also kompaktere Versionen der RX 470 erwarten.
Vergrößern Die OC-Version der Radeon RX 470 von Sapphire verfügt über ein Backplate. Gut erkennbar ist auch die Tatsache, dass die eigentliche Platine eigentlich viel kürzer ist. Hier dürfen Sie also kompaktere Versionen der RX 470 erwarten.
© Sapphire

Sapphire Radeon RX 470 OC in Leistungs-Vergleich

Wir testen die Radeon RX 470 OC von Sapphire mit vier Spielen in drei verschiedenen Auflösungen (1080p, 1440p und 2160p) sowie in einem synthetischen Benchmark (3DMark Fire Strike). Wir haben bei den beiden ersten Auflösungen die Kantenglättung gemäß den Angaben in den Tabellen aktiviert, bei Ultra-HD (3840 x 2160 Pixel) war sie bei den Messungen aber deaktiviert.

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Des Weiteren haben wir uns auch die Temperaturen, Lautstärke und den Stromverbrauch genauer angesehen.  Wenn Sie wissen möchten, welche Hardware wir bei unseren Grafikkarten-Tests verwenden, dann lesen Sie unseren Artikel  „Wie PC-WELT Grafikkarten testet“.

Durchschnittliche Bildraten und Benchmark-Ergebnisse im Vergleich

Spiel/Anwendung

GTA 5 (FXAA)

Witcher 3 (FXAA)

3DMark

Auflösung/Benchmark

1080p

1440p

2160p

1080p

1440p

2160p

Fire Strike

Radeon RX 470

62

47

25

40

32

19

9 218 Punkte

Geforce GTX 1060

77

61

31

53

39

22

11 567 Punkte

Radeon RX 480

66

53

28

53

35

23

10 768 Punkte

Durchschnittliche Bildraten im Vergleich

Spiel

The Division (SMAA hoch)

Rise of the Tomb Raider (SMAA hoch)

Auflösung

1080p

1440p

2160p

1080p

1440p

2160p

Radeon RX 470

47

34

19

54

38

21

Geforce GTX 1060

55

40

23

38

23

29

Radeon RX 480

56

40

23

35

30

26

Kurzum: Die Radeon RX 470 leistet in Top-Spielen nicht ganz die versprochenen 60 Bilder pro Sekunde in 1080p – aber sie ist sehr nah dran und eignet sich uneingeschränkt fürs Full-HD-Gaming. Tatsächlich ist auch noch das Daddeln in 1440p möglich. Fürs Gaming in Ultra-HD ist die Grafikkarte nicht geeignet, was aber auch keine Überraschung ist und auch nicht behauptet wurde.

GTX 1060 vs. RX 480 vs. GTX 980 - Das Duell

UMWELT UND GESUNDHEIT

Sapphire Radeon RX 470 OC

Nvidia Geforce GTX 1060

AMD Radeon RX 480

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

121 Watt

121 Watt

121 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

225 bis 273 Watt

230 bis 264 Watt

250 bis 360 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

1,0 Sone

0,5 Sone

0,5 Sone

Betriebsgeräusch: Last

2,7 Sone

1,4 Sone

1,5 Sone

Temperatur: Leerlauf

41 Grad Celsius

37 Grad Celsius

38 Grad Celsius

Temperatur: Last

82 Grad Celsius

84 Grad Celsius

89 Grad Celsius

Im Vergleich zwischen der RX 470 und der GTX 1060 fällt der Stromverbrauch trotz geringerer Leistungswerte der AMD-Karte um über drei Prozent höher aus. Beschämend laut hingegen ist der einzelne Lüfter, der fast schon turbinenartig versucht die Abwärme der GPU nach Außen zu schaufeln.

Die Kühlung erinnert stark an das AMD-Referenz-Design.
Vergrößern Die Kühlung erinnert stark an das AMD-Referenz-Design.
© Sapphire

Nvidia Geforce GTX 1060 im Test

TEST-FAZIT: Sapphire Radeon RX 470 OC

Eine Radeon RX 470 eignet sich uneingeschränkt fürs Gaming in Full-HD mit aktivierter Kantenglättung. Selbst in der Auflösung 2560 x 1440 Pixel sind noch genügend Reserven da. Beim Stromverbrauch können wir der Grafikkarte keinen großen Stromhunger vorwerfen. Im Gegenteil: Für die gezeigten Ergebnisse ist die Leistungsaufnahme recht niedrig, auch wenn Konkurrent Nvidia in diesem Bereich noch einen Tick besser abschneidet. Dazu zählt auch die reine Performance, denn die GTX 1060 liegt mit teils großem Abstand vor der RX 470. Dafür ist die Karte aber auch deutlich teurer!

Denn die unverbindliche Preisempfehlung von 225 Euro macht die RX 470 definitiv zu einem wahren Schnäppchen. Doch AMD macht sich selbst Konkurrenz: Die RX 480 kostet lediglich 25 bis 35 Euro mehr im Preisvergleich. Und dank der üppigeren Speicherbestückung und der höheren Taktraten ist sie auch noch zukunftssicherer. Unser Meinung nach sollten Sie also den vergleichsweise niedrigeren Aufpreis in Kauf nehmen und lieber in eine Radeon RX 480 investieren.

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