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Sapphire Dual-X R9 285 OC im Test

02.09.2014 | 16:16 Uhr |

Die Radeon R9 285 mit der Tonga-GPU soll die Grafikkarten der AMD-Mittelklasse stärken und das beste Preis-Leistungsverhältnis fürs Gaming in 2560 x 1440 Pixel bieten. Wir haben das Custom-Design von Sapphire im Test und klären, was Sie von der neuen Karte erwarten dürfen.

AMD positioniert die neue Radeon R9 285 genau zwischen der R9 280 und der R9 270(X) und soll der direkte Konkurrent zur Nvidia Geforce GTX 760 sein. Ziel soll es sein, auch das Gaming jenseits von 1080p so preisgünstig wie nur möglich zu erlauben.

Die technischen Daten der Tonga-GPU.
Vergrößern Die technischen Daten der Tonga-GPU.

AMD Radeon R9 285: Technische Daten im Vergleich

Der Grafikchip mit dem Codenamen „Tonga“ arbeitet dank des variablen Boost-Takts (AMD Powertune) mit zu 918 MHz, der physikalische Speichertakt beläuft sich auf 1375 MHz. Das Sample von Boardpartner Sapphire ist allerdings ab Werk übertaktet und läuft mit 965 respektive 1400 MHz. Der 2 GB große GDDR5-Speicher ist über ein 256 Bit breites Speicher-Interface an die GPU angebunden. Folgende Tabelle gibt Auskunft über die Unterschiede zwischen den vergleichbaren Grafikprozessoren.

Grafikkarten-Mittelklasse: Technische Daten im Vergleich

Grafikkarte

AMD Radeon R9 285

AMD Radeon R9 280X

AMD Radeon R9 280

AMD Radeon R9 270X

Nvidia Geforce GTX 760

Grafikchip

AMD Tonga

AMD Tahiti XTL

AMD Tahiti Pro 2

AMD Curacao XT

Nvdia GK104

Fertigung

28 Nanometer

Chiptakt

918 MHz

850 MHz

827 MHz

1000 MHz

980 MHz

Shader-Einheiten

1792

2048

1792

1280

1152

Textur-Einheiten (TMUs)

112

128

112

80

96

Raster-Operations-Einheiten (ROPs)

64

32

32

32

32

Grafikspeicher

2048 MB GDDR5

3072 MB GDDR5

3072 MB GDDR5

2048 MB GDDR5

2048 MB GDDR5

Speichertakt (effektiv)

5500 MHz

6000 MHz

5000 MHz

5600 MHz

6008 MHz

Speicheranbindung

256 Bit

384 Bit

384 Bit

256 Bit

256 Bit

Speicherbandbreite

179 GB/s

288 GB/s

240 GB/s

179 GB/s

192 GB/s

TDP

190 Watt

200 Watt

180 Watt

170 Watt

Preis

250 Euro (UVP)

220 Euro (Straßenpreis)

170 Euro (Straßenpreis)

140 Euro (Straßenpreis)

190 Euro (Straßenpreis)

Auch auf dem Datenblatt macht AMD deutlich, dass die R9 285 genau zwischen der R9 280(X) und der R9 270(X) liegt. Auffällig bei der Tonga-Grafikkarte ist allerdings die doppelte Anzahl an ROPs. Wir sind etwas überrascht, dass der Grafikspeicher sowie das Speicher-Interface vergleichsweise niedrig ausfallen, will AMD doch flüssiges Gaming über der Full-HD-Grenze hinweg ermöglichen.

Die Kupfer-Heatpipes liegen direkt auf der GPU auf.
Vergrößern Die Kupfer-Heatpipes liegen direkt auf der GPU auf.

Verbesserungen der GNC-Architektur im Detail

Die „Graphics Next Core“-Architektur hat zwar fast schon zwei Jahre auf dem Buckel, doch das muss nicht unbedingt etwas schlechtes heißen. Auf dieser Grundlage baut AMD auf und entwickelt den Chip weiter: Genau wie bei den professionellen Grafiklösungen der Firepro-Serie kommt bei der R9 285 die GNC-Architektur in der Version 1.2 zum Einsatz. Mit anderen Worten hat der Hersteller auch in den Untiefen des Chips Hand angelegt. So soll der Chip in Sachen Tesselation bis zu viermal flotter arbeiten als eine R9 280, dank einer verbesserten Geometrie-Verarbeitung. Auch aktualisierte Befehlssätze sind an Bord: Neue 16-Bit-Gleitkomma- und Integer-Anweisungen stehen für die Verarbeitung von weniger aufwändigen Computing- und Multimedia-Aufgaben bereit. Weiter verbessert hat AMD auch den Scheduler für Computing-Aufgaben.

Mit der Radeon R9 285 lassen sich insgesamt vier Monitore betreiben, mit Hilfe von Adaptern sogar bis zu sechs Stück.
Vergrößern Mit der Radeon R9 285 lassen sich insgesamt vier Monitore betreiben, mit Hilfe von Adaptern sogar bis zu sechs Stück.

Neu ist auch die Farbkompression, die eine 40 Prozent höhere Speicherbandbreiten-Effizienz erlaubt. So kann der Framebuffer nun Farbdaten in einem verlustfreien Format speichern und der Grafikprozessor die komprimierten Daten sowohl lesen, als auch schreiben. Das soll vor allem das kleinere Speicher-Interface kompensieren. Selbst in Sachen Bildqualität gibt es Änderungen, was unter anderem das Downsampling und Upscaling von Inhalten bis hin zu 4K betrifft. So erfährt auch der Video-Decoder eine Aktualisierung und soll Inhalte schneller umwandeln können.

Die Übertaktungs-Technik Powertune soll nun auch in Spielen stets das Maximum an Taktfrequenz bieten, der Nutzer kann die Technik allerdings auch nach dem eigenen Geschmack anpassen und so den Chip übertakten, indem er sie beispielsweise an Ziele wie Temperatur, Lüftergeschwindigkeit oder Stromverbrauch koppelt. So überlässt AMD jedem die Wahl, wie die Grafikkarte laufen soll: Möglichst schnell, kühl, leise oder energiefreundlich. Weiterhin verfügt die Grafikkarte anders als seine Brüder 280 und 280X über die Klangverarbeitungs-Technik Trueaudio. Wenn Sie ein Crossfire-Verbund aufbauen möchten, können Sie mit dieser Karte  dank "XDMA" auf die Verbindungsbrücken verzichten. Und zu guter Letzt ist auch AMDs "Freesync" an mit von der Partie: Diese Konkurrenz zu Nvidias G-Sync setzt keine dezidierten Hardware-Module im Monitor voraus, sondern funktioniert über den Displayport ab der Version 1.2a und möchte flüssigeres Gaming ohne Tearing und Latenzen ermöglichen.

Die Version von Sapphire arbeitet mit zwei Lüftern (Dual-X).
Vergrößern Die Version von Sapphire arbeitet mit zwei Lüftern (Dual-X).

TECHNISCHE DATEN

Sapphire Dual-X R9 285 OC

Grafikprozessor (Takt)

AMD Tonga

GPU-Takt

965 MHz

Anschluss

PCI Express x16 3.0

Anzahl der Shader

1792

Shader-Takt

965 MHz

DirectX-Version

11.2

Speicher-Größe

2048 MB

Speicher-Typ

GDDR5-RAM

Speicher-Takt

1400 MHz

Speicher-Busbreite

256 Bit

Grafikkarten-Bios

015.047.000.001.000000

Grafikkarten-Treiber

Catalyst 14.7 (14.300.1005.0)

Kartenlänge

28,7 Zentimeter

Kartenbreite

2 Steckplätze

Stromanschluss

2x 6polig

AUSSTATTUNG

Sapphire Dual-X R9 285 OC (Note: 2,77)

Video-Anschlüsse

Displayport

1

HDMI

1

DVI

2

beigelegte Adapter

1x Mauspad, 1x HDMI-Kabel, 1x DVI-auf-VGA, 2x Stromkabel

beigelegte Programme

Sapphire Trixx

beigelegte Spiele

nicht vorhanden

Anzahl der gleichzeitig anschließbaren Bildschirme

4

Sapphire Dual-X R9 285 OC in Leistungstests

Im 3DMark kann sich die überarbeitete R9 285 von Sapphire knapp unter einer Geforce GTX 770 sowie einer Radeon R9 280X platzieren. Die Modelle R9 270X sowie GTX 760 kann die Karte weit hinter sich lassen. Ähnlich schaut es auch bei der Direct-Compute-Leistung aus. Das Ergebnis des OpenCL-Tests ist allerdings weit hinter einer R9 280X, aber immer noch nicht zu verachten.

Der synthetische Benchmark verrät uns, dass das Niveau knapp auf unter einer R9 280X liegt.
Vergrößern Der synthetische Benchmark verrät uns, dass das Niveau knapp auf unter einer R9 280X liegt.

Bei den Bildratenmessungen in Spielen setzt sich die Grafikkarte knapp vor die beste GTX 760 im Testfeld, erreicht allerdings nicht das Niveau einer R9 280X. Zusätzlich haben wir auch die Performance in der Auflösung 2560 x 1600 Pixel auf den Prüfstand gestellt: Außer in Anno 2070 ist die Bildrate relativ niedrig – hier müssen Sie also deutlich Grafikdetails reduzieren, wenn Sie in dieser hohen Auflösung spielen möchten. Interessanter ist natürlich der Vergleich mit einer Radeon R9 280, die wir wie das Sapphire-Modell um fünf Prozent gegenüber der Referenzversion übertaktet haben: Im 3DMark schneidet die R9 285 erwartungsgemäß besser ab. Doch in der praxisnäheren Spiele-Messung liegt die Leistung der R9 285 so ziemlich auf dem gleichen Niveau wie eine R9 280, wenn wir die Messtoleranzen einmal außer Acht lassen! Nur in den höheren Auflösungen ist die R9 280 stellenweise etwas flotter, da hier einfach mehr Speicher sowie eine breitere Anbindung zur Verfügung stehen. Im OpenCL-Benchmark muss sich die R9 285 sogar deutlich gegenüber seinem direkten Vorgänger geschlagen geben, während die Direct-Compute-Leistung komplett gleich ist.

SPIELE-LEISTUNG

Sapphire Dual-X R9 285 OC (Note: 2,08)

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

58 Bilder/s

Battlefield 3: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (2.560 x 1.600)

33 Bilder/s

Battlefield 4: Ultra-Voreinstellungen, 4xMSAA (1.920 x 1.080)

39 Bilder/s

Battlefield 4: Ultra-Voreinstellungen, 4xMSAA (2.560 x 1.600)

23 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

83 Bilder/s

Anno 2070: sehr hohe Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (2.560 x 1.600)

48 Bilder/s

Tomb Raider: sehr hohe Voreinstellungen, FXAA, 16xAF, TressFX (1.920 x 1.080)

53 Bilder/s

Tomb Raider: sehr hohe Voreinstellungen, FXAA, 16xAF, TressFX (2.560 x 1.600)

33 Bilder/s

Metro - Last Light: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (1.920 x 1.080)

28 Bilder/s

Metro - Last Light: Ultra-Voreinstellungen, 4xAA, 8xAF (2.560 x 1.600)

16 Bilder/s

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Ice Storm)

162 845 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Cloud Gate)

28 228 Punkte

DirectX 11 (3DMark: 1920 x 1080 Pixel, Fire Strike)

7188 Punkte

COMPUTING-LEISTUNG

Sapphire Dual-X R9 285 OC (Note: 2,45)

Direct Compute (Computemark, 1920 x 1080 Pixel, Preset: Complex)

1578 Punkte

OpenCL-Leistung (Luxmark 2.0, Sala-Benchmark)

1831 Tausend Samples/Sekunde

Umwelt-Eigenschaften unter die Lupe genommen

Die Leistungsaufnahme der Sapphire Dual-X R9 285 OC ist der Leistung angemessen, die Testplattform nimmt rund 356 Watt auf und liegt damit genau auf der Höhe von übertakteten R9-270X-Modellen und GTX-760ern – sehr schön, denn die Leistung ist ja schließlich deutlich besser! Das Kühl-Design der Grafikkarte leistet einen guten Job, da wir maximal 68 Grad Celsius messen. Nur drehen die beiden Lüfter unter Last zu laut auf.

UMWELT UND GESUNDHEIT

Sapphire Dual-X R9 285 OC (Note: 2,90)

Stromverbrauch des Test-PCs: Leerlauf

152 Watt

Stromverbrauch des Test-PCs: Last

356 Watt

Betriebsgeräusch: Leerlauf

0,5 Sone

Betriebsgeräusch: Last

2,4 Sone

Temperatur: Leerlauf

28° Celsius

Temperatur: Last

68° Celsius

Zwei 6polige Stromanschlüsse vom Netzteil sind für den Betrieb nötig.
Vergrößern Zwei 6polige Stromanschlüsse vom Netzteil sind für den Betrieb nötig.

Test-Fazit zur Sapphire Dual-X R9 285 OC

Die Radeon R9 285 macht einen guten Job für relativ wenig Geld, in Full-HD ist die Leistung tadellos und liegt locker über einer Geforce GTX 760 sowie einer R9 270X. Doch die Spiele-Leistung befindet sich größtenteils auf dem gleichen Niveau wie die der R9 280, die es schon für 170 Euro zu kaufen gibt. Außerdem bietet die Vorgänger-Grafikkarte noch einen größeren Speicher mit einer breiteren Anbindung, was besonders in höheren Auflösungen zum Tragen kommt. Und hier kommen wir zum größten Problem, denn AMD empfiehlt einen Preis von 250 Euro – selbst eine noch flottere R9 280X gibt es schon für 220 Euro. Und hier machen unserer Meinung nach auch nicht die zusätzlichen Features wie Trueaudio oder Freesync den entscheidenden Unterschied. Die Leistungsaufnahme unseres Sapphires-Modells ist für die gezeigte Leistung absolut in Ordnung, genau wie die Betriebstemperaturen. Auch der Lieferumfang fällt gut aus. Nur bei der Lautstärke wird es unter Last dann doch etwas zu laut.

TESTERGEBNISSE (NOTEN)

Sapphire Dual-X R9 285 OC

Testnote

befriedigend (2,54)

Preisurteil

teuer

Spiele-Leistung (40%)

2,08

Multimedia-Leistung (11%)

2,45

Umwelt und Gesundheit (25%)

2,90

Ausstattung (15%)

2,77

Service (5%)

3,27

Service

Sapphire Dual-X R9 285 OC (Note: 3,27)

Garantiedauer

24 Monate

Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar

01805/72774473 / ja / nein / 7 Stunden / nein / ja

ALLGEMEINE DATEN

Sapphire Dual-X R9 285 OC

Testkategorie

Grafikkarten

Grafikkarten-Hersteller

Sapphire

Internetadresse von Sapphire

www.sapphiretech.com/

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

249 Euro

Sapphires technische Hotline

01805/72774473

Garantie des Herstellers

24 Monate

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