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Samsung Gear 360 im Praxistest

07.07.2016 | 13:56 Uhr |

Mit der handlichen Kamera Samsung Gear 360 filmen und fotografieren Sie in einer 360-Grad-Ansicht. Doch ist dieses VR-Erlebnis wirklich so cool? Wir haben die kugelige Cam im Praxis-Test.

Mit der Gear 360 bringt Samsung endlich die auf dem MWC 2016 vorgestellte 360-Grad-Kamera auf den Markt. Sie ist kompakt, hat 2 Linsen mit hohe Bildqualität und sie bietet eine direkte Live-Ansicht auf aktuellen Samsung-Smartphones wie den beiden Galaxy-S7-Modellen .

Update 7. Juli 2016: Jetzt mit Testvideo in 360 Grad!

Fazit zur Samsung Gear 360

Die kugelige und handliche Gear 360 beeindruckt mit tollen 360-Grad-Aufnahmen, die Sie am PC, auf Social-Media-Plattformen, auf dem Smartphone oder am besten in einer VR-Brille bestaunen können. Auch wenn die Qualität schon deutlich besser als bei den wenigen vergleichbaren Modellen ist, sehen Rundum-Panoramen schnell unscharf aus. Und dass in Fotos und Video der Zusammenschnitt beider Kameraaufnahmen leicht sichtbar wird, ist angesichts des faszinierenden VR-Effekts nur Nebensache. Insgesamt bietet die Gear 360 bislang ein rundum gelungenes Paket.

Samsung Gear 360 mit 2 Linsen

Die Gear 360 ist etwa so groß wie ein Tennisball - und auch genau so rund! Sie ist nach IP53 gegen Staub und Spritzwasser geschützt, was wir in unserem Test bestätigen können. Auf der rechten Gehäuseseite befindet sich der Power-Button, um die 360-Grad-Kamera ein- oder auszuschalten. Gleichzeitig ist er auch der Zurück-Knopf, wenn Sie ihn nur kurz drücken und nicht gedrückt halten. Darüber ist der Menü-Button verbaut. Die jeweiligen Einstellungen, Aufnahme-Modi, der Akku-Ladestand sowie der freie Speicherplatz werden auf dem 0,5 Zoll kleinen PMOLED-Bildschirm auf der Oberseite der Gear 360 angezeigt. Dort befindet sich zudem die Record-Taste. Auf der linken Seite verstecken sich hinter einer Klappe der Micro-SD-Steckplatz (bis 200 GB), der wechselbare Akku sowie der Micro-USB-Anschluss.

360-Grad-Kamera - Samsung Gear 360 im Test

Der Standfuß ist übrigens im Lieferumfang enthalten. Breiten Sie ihn aus, können Sie die Kamera auf einem Tisch platzieren. Schließen Sie den Standfuß, können Sie die Kamera bequem in der Hand halten und filmen. Wir empfehlen Ihnen aber dringend, den Kamera bei Videoaufnahmen besonders ruhig zu halten oder auf einem festen Untergrund zu platzieren, da das Bild sonst zu stark verwackelt, um es anschließend in einer VR-Brille anzusehen, ohne dass dem Nutzer schwindelig oder gar übel wird.

Weil die runde Kamera über ein Standard-1/4-Zoll-Kameragewinde verfügt, können Sie diese auf fast jedes Kamerastativ schrauben - praktisch!

Samsung Galaxy S7 und S7 Edge im ersten Test

Jeweils auf der gegenüber liegenen Seite ist eine Fisheye-Linse verbaut - insgesamt also 2! Jede Linse deckt einen Bereich von 180 Grad sowohl horizontal als auch vertikal ab. Das Endergebnis ist eine vollständige 360-Grad-Aufnahme als Foto oder Video. Wenn man die Aufnahmen genau ansieht, dann sieht man auch die Stellen, an denen die Bilder zusammengeschnitten sind.

360-Grad-Videos und Fotos in der Praxis

Die Kamera nimmt unabhängig von einem Smartphone selbst Fotos und Videos auf und speichert sie auf der eingesetzten Speicherkarte. Das ist sinnvoll, wenn Sie schnell eine Aufnahme zwischendurch machen möchten. Ist die Gear 360 aber mit einem leistungsstarken Samsung Galaxy S7 (oder einem anderen Samsung-Gerät ab Galaxy S6 ) verbunden, können Sie dank Echtzeitübertragung die Kamera optimal ausrichten. Wobei ein Nutzer sich nicht mehr 100-prozentig auf die optimale Einstellung konzentrieren muss, da die Kamera sowieso eine 360-Grad-Rundumsicht aufnimmt.

360-Grad-Selfie aufgenommen in Paris. Auf der privaten Facebook-Seite unseres Testers Dennis Steimels erleben Sie diese Rundum-Fotos durch hin und her wischen.
Vergrößern 360-Grad-Selfie aufgenommen in Paris. Auf der privaten Facebook-Seite unseres Testers Dennis Steimels erleben Sie diese Rundum-Fotos durch hin und her wischen.
© Dennis Steimels

Erleben Sie die 360-Grad-Fotos auf der privaten Facebook-Seite unseres Testers Dennis Steimels

In der entsprechenden Gear-360-App aus dem eigenen Samsung-Store sehen Sie aber nicht nur die Live-Ansicht, in der Sie sich selbst während der Aufnahme frei bewegen, sondern auch Videos bearbeiten und direkt teilen können. Facebook und Youtube unterstützen bereits als Social-Media-Plattformen 360-Grad-Aufnahmen. Auch können Sie aus der App heraus Fotos und Videos gleich für die eigene VR-Brille Samsung Gear VR freigeben.

Qualität: Die Dual-Cam nimmt Videos mit bis zu 3840 x 1920 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde auf. Einzeln filmt jede Cam mit bis zu 2560 x 1440 Pixel. Fotoaufnahmen sind mit 30 Megapixel bei Verwendung beider Linsen möglich. Videos und Fotos sind überwiegend scharf und kontrastreich, bei schwächerem Licht entsteht jedoch schnell Bildrauschen. Trotzdem ist die Qualität insgesamt besser als bei anderen Modellen wie der 360fly.

Während die Bildqualität auf dem Smartphone-Display überzeugt, ist die Qualität in der VR-Brille nur mäßig, denn hier steht jedem Auge nur noch die Hälfte der Auflösung zur Verfügung. Beachten Sie auch, dass gerade Facebook die Qualität der Foto uns Videos deutlich nach unten schraubt, die Qualität ist bei weitem nicht so gut wie auf dem Handy.

Auch wenn die Bildqualität noch nicht in jedem Punkt 100 Prozent erreicht hat, überwiegt das Wow-Gefühl, mittendrin zu sein.

Stitching: Der Zusammenschnitt beider Kameraaufnahmen zu einem 360-Grad-Bild passiert nicht in der Kamera selbst, sondern am PC bzw. in der App auf dem Smartphone. Smartphone und Kamera sind dabei via WLAN-Direct und Bluetooth verbunden, um die Datenmengen auch in Echtzeit zu übertragen. Das Stitching funktioniert in der Praxis nahezu einwandfrei. Allerdings ist die Naht, an der beide Bilder zusammengefügt werden, in den Video teilweise deutlich sichtbar. Hier entstehen leichte Verzerrungen und es können auch Farb- und Helligkeitsunterschiede zwischen beiden Kameras auftreten. Für die Bearbeitung am PC bietet Samsung die Software "Gear 360 Action Director" zum freien Download an.

Die Gear 360 App ist übersichtlich. Unter dem jeweiligen Reiter "Mobilgerät" und "Gear 360" finden Sie die aufgenommenen Fotos und Videos. Die unter Mobilgerät gespeicherten Aufnahmen können Sie direkt teilen oder bearbeiten.
Vergrößern Die Gear 360 App ist übersichtlich. Unter dem jeweiligen Reiter "Mobilgerät" und "Gear 360" finden Sie die aufgenommenen Fotos und Videos. Die unter Mobilgerät gespeicherten Aufnahmen können Sie direkt teilen oder bearbeiten.

Mobilität: Der austauschbare Akku bietet eine Kapazität von 1350 mAh und hält im Test über eine Stunde. Um den Akku zu schonen, schaltet sich die Kamera übrigens standardmäßig nach wenigen Minuten Inaktivität selbst aus - lässt sich in den Optionen aber ein- und umstellen.

Speichern & teilen: Bevor Sie ein Video auf Facebook oder Youtube teilen können, müssen Sie es auf dem Smartphone speichern. Dazu gehen Sie in der 360-Grad-App auf den Reiter "Gear 360" und wählen das entsprechende Video aus. Entweder tippen Sie direkt auf "Senden" oder Sie speichern das Video im internen Speicher des Handy, ohne es direkt zu veröffentlichen. Ein knapp 5 Minuten langes Video in der höchsten Videoauflösung nimmt übrigens knapp 950 MB Platz auf der Speicherkarte in der Kamera ein. Der Speichervorgang bzw. die Übertragung von Kamera auf Smartphone dauert mit etwa 30 Minuten dementsprechend lange. Während dieser Zeit ist die App nicht benutzbar. Anschließend ist das Video knapp doppelt so groß wie zuvor - in diesem Fall 1,9 GB.

Preis und Kompatibilität

Die Gear 360 ist derzeit im Samsung-Online-Store für 349 Euro bestellbar. Kaufen Sie die Gear 360 in einem anderen Shop, wird es nach aktuellem Stand teurer. Die kugelige Kamera ist mit den aktuellen Samsung-Geräten Galaxy S6 , Galaxy S6 Edge , Galaxy S6 Edge+ und den beiden neuen Smartphones Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge kompatibel.

Daten

Samsung Gear 360

Kamera

2 x 15 MP Fisheye

Bildprozessor

DRIMe5s

Video

beide Linsen: 3840 x 1920 Pixel (30fps)

Foto

beide Linsen: 30 Megapixel (7776 x 3888)

Speicher

Micro-SD bis 200 GB

Display

0,5 Zoll, 72 x 32 Pixel (PMOLED)

Konnektivität

WLAN-ac, WiFi-Direct, Bluetooth 4.1, NFC

Größe

66,7 x 56,2 x 60 mm

Gewicht

153 Gramm

Akku

1350 mAh

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