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Samsung Galaxy Tab 2 10.1 im Test

Montag den 02.07.2012 um 15:10 Uhr

von Thomas Rau

Samsung Galaxy Tab 2 10.1 16GB Wi-Fi + 3G silber
Samsung Galaxy Tab 2 10.1 16GB Wi-Fi + 3G silber
2 Angebote ab 239,90€ Preisentwicklung zum Produkt
Android-Tablet im Test: Samsung Galaxy Tab 2 10.1 mit Ice Cream Sandwich
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Das Samsung Galaxy Tab 2 10.1 bringt Android 4.0 mit. Außer Ice Cream Sandwich hat Samsung am beliebten Android-Tablet kaum etwas geändert - und das ist gut so.
Das Galaxy Tab 2 ist eigentlich schon die dritte Version des 10,1-Zoll-Tablets von Samsung. Nachdem Apple gerichtlich gegen das Design des ersten Galaxy Tab 10.1 vorgegangen war, brachte Samsung mit dem Galaxy Tab 10.1N ein leicht verändertes Modell auf den deutschen Markt. An dessen Design orientiert sich auch das Galaxy Tab 2: Der Bildschirm wird von einer dunkel-silbernen Leiste umfasst, in dem auch die beiden Lautsprecher sitzen. Sie fallen größer aus als beim Galaxy Tab 10.1N. Das Kunststoff-Gehäuse ist hochwertig verarbeitet und lässt kein Knarzen vernehmen. Außerdem liegt das Galaxy Tab 2 gut in der Hand, weil die Rückseite leicht aufgeraut ist - anders als der sehr glatte Kunststoffrücken des Original-Galaxy-Tabs.
Samsung Galaxy Tab 2 10.1: Rückseite des
Kunststoffgehäuses
Vergrößern Samsung Galaxy Tab 2 10.1: Rückseite des Kunststoffgehäuses

Test des Samsung Galaxy Tab 2 10.1: Das erste Samsung-Tablet mit Android 4.0

Der größte Unterschied zu den Vorgängern: Das Galaxy Tab 2 arbeitet mit Android 4.0. Doch auch bei der Hardware hat Samsung einiges geändert: Das Galaxy Tab 2 verfügt zum Beispiel über einen Micro-SD-Kartenleser, auf den die Vorgänger verzichten mussten. Ansonsten ist die Anschluss-Ausstattung spartanisch: Neben einem Kopfhörerausgang gibt es nur eine Docking-Buchse, über die sich das Tablet mit dem mitgelieferten Kabel per USB verbinden beziehungsweise mit dem Netzteil aufladen lässt. Bei den 3G-Modellen kommt noch der Einschub für die SIM-Karte hinzu: So können Sie nicht nur per HSPA+ (maximal 21 MBit/s) mobil online gehen. Das Galaxy Tab 2 arbeitet auch als Mobiltelefon - bevor Sie sich das 10-Zoll-Tablet ans Ohr halten, nutzen Sie aber besser ein Bluetooth-Headset.

Allerdings ist das Galaxy Tab 2 nicht überall besser ausgestattet als der Vorgänger: Die Front-Kamera löst beispielsweise nur mit 640 x 480 Bildpunkten auf, beim Galaxy Tab 10.1N waren es noch 1600 x 1200 Pixel. Der rückseitigen Kamera - nach wie vor mit 2048 x 1536 Bildpunkten und 720p-Videoaufnahme - fehlt beim neuen Galaxy Tab 2 das Fotolicht.

Samsung Galaxy Tab 2 10.1 im Test-Video
Samsung Galaxy Tab 2 10.1 im Test-Video

Was Ice Cream Sandwich bringt

Während es für Galaxy Tab 10.1 und 10.1N noch kein Update für Ice Cream Sandwich gibt, hat Samsung das Galaxy Tab 2 vom Start weg mit Android 4.0 ausgestattet. Wie alle bisherigen 4.0-Tablets bringt auch das neue Galaxy Tab nicht alle Funktionen mit, die Google für Ice Cream Sandwich versprochen hat: Beim Samsung-Tablet können Sie beispielsweise nicht aus dem Sperrbildschirm auf bestimmte Apps direkt zugreifen. Auch Face-Log-In beherrscht das Galaxy Tab 2 nicht. Beim Galaxy Tab 2 können Sie nicht vom App-Menü zu den Widgets weiterblättern, wie bei Android 4.0 üblich. Einige Funktionen, die andere Tablets erst mit Android 4.0 bekamen, hatte Samsung schon für seine Honeycomb-Tablets im Programm: Dazu zählen beispielsweise die Panorama-Funktion der Kamera-App oder die Bildbearbeitung über die App Foto-Editor.

Wi-Fi Direct: Die WLAN-Verbindung von Gerät zu Gerät macht
in der Praxis viele Probleme
Vergrößern Wi-Fi Direct: Die WLAN-Verbindung von Gerät zu Gerät macht in der Praxis viele Probleme

Wi-Fi Direct: Praktisch - aber nur in der Theorie

Das Samsung Galaxy Tab 2 10.1 hat auch Wi-Fi direct an Bord: Diese Funktion soll eine direkte WLAN -Verbindung zwischen zwei Geräten aufbauen. So können Sie Dateien per Funk ohne eine WLAN-Basisstation übertragen. Allerdings müssen dafür die beiden Geräte Wi-fi direct unterstützen - und davon gibt es nicht viele. Und selbst dann funktioniert Wi-Fi direct fast nie: Im Test klappte die direkte WLAN-Verbindung nur mit einem Samsung Galaxy S3 einwandfrei. Vom Tablet aus konnten wir Bilder über den Befehl "An dieses Gerät senden" zum Smartphone übertragen. Umgekehrt klappte das nicht, weil auf dem S3 dieser Menübefehl nicht auftauchte. Mit einem HTC One X klappte die Verbindung nur einmal, schlug anschließend aber immer fehl: Das Tablet konnte das HTC-Smartphone nur zu einer Verbindung einladen, die aber nicht zustande kam. Starteten wir die Verbindung vom One X, klappte die Verbindung, aber Bilder ließen sich nicht übertragen, weil in der Album-App von HTC ein entsprechender Menübefehl fehlt. Auch mit einem Sony-Laptop das gleiche Bild: Die Geräte sehen sich, können aber keine Verbindung aufnehmen: Das Samsung-Tablet bricht sie schon ab, als sie das Sony-Notebook noch herstellen will. Startet das Notebook die Verbindung, kommt sie zustande, das Tablet taucht aber nicht im Windows-Explorer auf. Wenn man die Verbindung per Pin-Code sichern will, geht gar nichts mehr: Die vom Laptop erzeugte Nummernfolge lässt sich auf dem Tablet eingeben, danach suchen sich die Geräte vergeblich.

Im Games Hub ist noch nicht viel los: Premium-Titel sollen
erst kommen
Vergrößern Im Games Hub ist noch nicht viel los: Premium-Titel sollen erst kommen

Extra-Apps von Samsung

Die Menü-Struktur von Ice Cream Sandwich bietet auch das Galaxy Tab 2 - nach wie vor aber im Design von Samsungs Touch-Wiz-Oberfläche, also mit schwarzer Schrift auf hellem Hintergrund. Außerdem bringt das Tablet zahlreiche Samsung-Apps mit, darunter den Readers Hub: Dort lassen sich Zeitschriften kaufen oder abonnieren über den Dienst Zinio. Für das Bücherangebot sorgt Kobo - das Angebot ist aber nur mittelmäßig: Zum Testzeitpunkt fanden sich beispielsweise nur vier E-Books aus der Top 10 der Spiegel-Bestseller-Liste Taschenbuch. Der Games Hub bietet Spiele über das Netzwerk Mobage an: Allerdings steht in der App bei allen Premium-Titeln "Coming Soon", klickt man ein kostenloses Spiel an, leitet das Galaxy Tab 2 zum Google Play Store weiter. Für Musik bietet das Galaxy Tab 2 den Music Hub: Über die Plattform von 7digital können Sie dort aktuelle Alben für zehn Euro und einzelne Songs für 1,49 Euro kaufen.

Flüssige Bedienung dank Ice Cream Sandwich

Immerhin macht Android 4.0 die Bedienung des Samsung Galaxy Tab 2 flüssiger. In den Startbildschirmen konnten wir während des Tests nur bei genauem Hinsehen ein Ruckeln erkennen. Der Pinch-Zoom in der Galerie reagiert sehr schnell. Im Browser fallen bei schnellem Scrollen immer noch kurze Ruckler auf, das Tablet reagiert nicht verzögerungsfrei auf Fingergesten, beim Pinch-Zoom hüpft die Webseite teilweise an eine andere Stelle als die, die man eigentlich vergrößern wollte. Der Unterschied zum iPad ist immer noch da, doch das Galaxy Tab 2 beweist, dass sich auch Android-Tablets weitgehend ohne nervige Pausen bedienen lassen.

Für Eingaben auf dem Tablet ist die Samsung-Tastatur neben der Spracheingabe die einzige Option. Sie bietet oben eine Ziffernzeile, sodass Sie nur für Satz- und Sonderzeichen umschalten müssen. Wortvorschläge zeigt sie schon während der Eingabe an - mit etwas Übung lässt sich recht schnell tippen. Auch handschriftliche Eingaben erkennt das Tablet und wandelt sie um.

Bedienung Samsung Galaxy Tab 2 10.1 (Note: 1,53)
Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik angenehm / angenehm / ja / kapazitiv
Spracheingabe ja

Ordentliche Akkulaufzeit - mit kleinen Tricks

Mit einem Gewicht von 583 Gramm gehört das Galaxy Tab 2 wie seine Vorgänger zu den leichtesten 10-Zoll-Tablets. Auch bei der Akkulaufzeit liegt das Samsung-Tablet im Spitzenfeld - allerdings nur mit einem Trick: Im Test mit einem Video hält das Galaxy Tab 2 über 6,5 Stunden durch, reduziert aber die Displayhelligkeit erheblich, wenn dem Akku nur noch zehn Prozent Ladung verbleiben - selbst wenn man alle Energiesparmodi de-aktiviert. Ebenso verfährt das Tablet beim WLAN-Test, wobei die reduzierte Helligkeit beim Surfen weniger stört als beim Filmeschauen. Tablets mit Tegra 3 wie das Asus Transformer Prime oder das Acer Iconia A510 halten beim Video-Test deutlich länger durch.

Mobilität Samsung Galaxy Tab 2 10.1 (Note: 2,23)
Akkulaufzeit: Internetzugriff per WLAN / Video abspielen 8:17 Stunden / 6:41 Stunden
Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil 583 / 82 Gramm

Im Samsung Galaxy Tab 2 steckt dagegen ein Dual-Core-Prozessor mit 1 GHz. Das macht sich in der Praxis kaum negativ bemerkbar, höchstens bei Benchmarks wie Sunspider, Smartbench oder GL Bench. In denen liegt das Galaxy Tab 2 auf dem Niveau des Vorgängers sowie anderer Tablets mit Tegra 2 und deutlich hinter Tegra-3-Geräten.

Geschwindigkeit und Multimedia Samsung Galaxy Tab 2 10.1 (Note: 2,60)
Browser: Geschwindigkeit (Sunspider) / Smartbench 2011 / GL-Benchmark / mittlere Ladezeit für Webseiten 2234.0 Millisekunden / 3018, 1941 Punkte / 27 Bilder pro Sekunde / 5,12 Sekunden
WLAN-Geschwindigkeit 22,1 MBit/s
Startzeit: aus ausgeschaltetem Zustand / aus Bereitschafts-Modus 42 / 1 Sekunden
Dateien auf Gerät übertragen (700 MB) 80 Sekunden

Samsung Galaxy Tab 2 10.1N: Bildschirm-Qualität

Mit denen kann das Samsung Galaxy 2 aber beim Abspielen von Videoformaten mithalten: Selbst MP4-Filme in Full-HD und High Profile machen dem Samsung-Tablet keine Probleme, ebenso wenig wie andere Container-Formate etwa AVI oder MKV. Das Display zeigt 1280 x 800 Bildpunkte und damit eine Punktedichte von 149 ppi - dem Trend zum hochauflösenden Bildschirm folgt Samsung also nicht. Die Bildqualität ist gut, allerdings leuchtete das Display nicht so hell wie der Bildschirm im Galaxy 10.1N. Auch der Kontrast ist für Tablet-Verhältnisse bestenfalls Durchschnitt. Farben kommen beim Samsung-Tablet kräftig, aber etwas zu dunkel. Das hohe Niveau des Galaxy 10.1N sowie anderer Android-Tablets wie dem Motorola Xoom 2 oder dem Acer Iconia A510 erreicht das neue Samsung-Tablet nicht.

Bildschirm Samsung Galaxy Tab 2 10.1 (Note: 2,04)
Diagonale / Auflösung / Punktdichte 10,1 Zoll (25,7 Zentimeter) / 1280 x 800 Bildpunkte / 149 ppi
Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung 325 cd/m² / 770:1 / gering

Samsung Galaxy Tab 2 10.1 im Test: Fazit

Mit dem Galaxy Tab 2 10.1 bleibt Samsung die iPad-Alternative Nummer 1. Verglichen mit den meisten Android-Tablets hat das neue Galaxy Tab immer noch wenige Anschlüsse - trotz des neuen Kartenlesers. Sonst aber stimmt alles: Das Android-4.0-Tablet lässt sich flüssig bedienen, bietet eine lange Akkulaufzeit und einen ordentlichen Bildschirm. Außerdem hat es 3G und Telefonfunktion: Wenn Sie mit einem Android-Tablet unterwegs online gehen wollen, ist das Galaxy Tab 2 erste Wahl, zumal es im Internet schon ab rund 450 Euro zu haben ist.

Testergebnis (Noten) Samsung Galaxy Tab 2 10.1
Testnote gut ( 2,16 )
Preis-Leistung preiswert
Bedienung (25 %) 1,53
Mobilität (20 %) 2,23
Bildschirm (20 %) 2,04
Ausstattung (17 %) 3,09
Geschwindigkeit und Multimedia (15 %) 2,60
Service (3 %) 2,50
Aufwertung Telefonfunktion (0,10)
Allgemeine Daten Samsung Galaxy Tab 2 10.1
Internetadresse www.samsung.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis) 599 Euro / 449 Euro
Technische Hotline 01805/67267864
Garantie 24 Monate
Ausstattung Samsung Galaxy Tab 2 10.1 (Note: 3,09)
Prozessor Dual-Core 1,0 GHz
Maße (L x B x H) 25,7 x 17,5 x 0,98 Zentimeter
Betriebssystem Android 4.0.3
eingebauter / zusätzlicher Speicherplatz (Art) 16 GB (Flash) / keiner mitgeliefert
Wireless-LAN / Bluetooth / UMTS / GPS 802.11n / 3.0 / 21 MBit/s / ja
USB -
HDMI -
Kartenleser (Formate) ja (Micro-SD)
Einschub für SIM-Karte ja
Kamera ja (2048 x 1536 Pixel)
Internetkamera ja (640 x 480 Pixel)
Dockinganschluss 1 (USB, Strom)
Audioausgang 1
Mikrofon ja
Lieferumfang USB-Docking-Kabel, Netzteil, Netzteil-Stecker
Service Samsung Galaxy Tab 2 10.1 (Note: 2,50)
Handbuch: deutsch / gedruckt / umfangreich / als PDF ja / nein / nein / nein
Garantie 24 Monate
Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar 01805/67267864 / ja / nein / 10 Stunden / ja / ja
Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar www.samsung.de / ja / ja / nein / ja

Montag den 02.07.2012 um 15:10 Uhr

von Thomas Rau

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