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Samsung Galaxy Tab 10.1N im Test

Mittwoch den 25.01.2012 um 14:00 Uhr

von Thomas Rau

Samsung Galaxy Tab 10.1N 64GB Wi-Fi schwarz
Samsung Galaxy Tab 10.1N 64GB Wi-Fi schwarz
Preisentwicklung zum Produkt
N wie noch ein Versuch: Mit dem Galaxy Tab 10.1N greift Samsung erneut das Apple iPad 2 an. Was Samsung außen und innen am 10-Zoll-Tablet geändert hat und ob es endlich für den Tablet-Thron reicht, erfahren Sie im Test.
Viel hat Samsung beim Galaxy Tab 10.1N nicht geändert: Die beiden Lautsprecher sind jetzt vorne statt seitlich am Gehäuse platziert. Der silberne Rahmen um Gehäuse und Bildschirm ist etwas breiter als beim Vorgänger. Auf den ersten Blick wirkt das neue Galaxy Tab dadurch dicker, was es aber nicht ist. Die Abmessungen sind beinahe identisch zum originalen 10-Zoll-Tablet von Samsung: Es bleibt vor allem genauso dünn.

Diese Änderungen haben dem Landgericht in Düsseldorf aber gereicht: Es wies im Dezember eine einstweilige Verfügung ab, mit der Apple den Verkauf des neuen Galaxy Tab ebenso wie beim Vorgänger unterbinden wollte. Eine endgültige Entscheidung zum Galaxy Tab 10.1N fällt im Februar.

Beim ersten Galaxy Tab 10.1 waren die Lautsprecher
seitlich angebracht (oben), beim neuen Modell wandern sie an die
Gehäusefront
Vergrößern Beim ersten Galaxy Tab 10.1 waren die Lautsprecher seitlich angebracht (oben), beim neuen Modell wandern sie an die Gehäusefront

Auch für das 10.1N in der von uns getesteten Konfiguration mit 16 GB Speicher, WLAN und 3G verlangt Samsung 629 Euro - der Hersteller-Preis liegt damit 30 Euro über dem entsprechenden iPad2-Modell. Im Internethandel zahlen Sie für das Galaxy Tab 10.1N derzeit aber rund 40 Euro weniger als für das iPad 2. Noch günstiger ist das Galaxy Tab 10.1, das für rund 470 Euro zu haben ist.

Samsung Galaxy Tab 10.1N im Test: Ausstattung

Das installierte Betriebssystem Android 3.2 hat Samsung beim Galaxy Tab 10.1N mit der eigenen Benutzeroberfläche Touchwiz 4.0 veredelt: Sie bringt vor allem größere Widgets auf die Startbildschirme, unter anderem für die Samsung-App Social Hub, bei der Statusmeldungen aus sozialen Netzwerken zusammenlaufen. Außerdem bietet TouchWiz über eine zuschaltbare Leiste am unteren Bildschirmrand einen schnellen Zugriff auf Apps wie den Task-Manager, den Kalender oder den Musik-Player. Die Netzwerk-Ausstattung ist einem Top-Tablet angemessen: Das Galaxy Tab 10.1N bietet ein 3G-Modem mit HSPA+, ein schnelles 11n-WLAN, das im Test knapp 26 MBit/s übertrug sowie Bluetooth 3.0 und GPS. Die beiden Kameras - 2-Megapixel vorne, 3,2-Megapixel und Fotolicht auf der Rückseite - liefern ordentliche Bilder, nehmen 720p-Videos auf und bieten mehr Einstellungen als bei Android-Tablets üblich - beispielsweise Smile-Shot und Panorama-Funktion. Zugeknöpft wie bei Apple gibt sich das Samsung-Tablet allerdings bei den Anschlüssen: Statt USB-Buchse, Kartenleser oder HDMI-Ausgang wie sie andere Android-Tablets bieten, besitzt das Samsung-Tablet nur den Einschub für die SIM-Karte, eine Kopfhörerbuchse und einen proprietären Docking-Anschluss: Über den können Sie das Tablet mit dem mitgelieferten Kabel aufladen oder mit einem Notebook oder PC verbinden. Um ihn als Kartenleser oder HDMI-Ausgang nutzen zu können, benötigen Sie zusätzliche Adapter, die zwischen 30 und 40 Euro kosten.

Von hinten unverändert: Auch beim neuen Galaxy Tab 10.1
ist die Rückseite aus Kunststoff
Vergrößern Von hinten unverändert: Auch beim neuen Galaxy Tab 10.1 ist die Rückseite aus Kunststoff

Samsung Galaxy Tab 10.1N im Test: Bildschirm

Das 10,1 Zoll große Display zeigt 1280 x 800 Bildpunkte und gehört wie beim Vorgänger zu den besten Tablet-Bildschirmen: Beim Galaxy Tab 10.1N maßen wir sogar eine noch höhere Helligkeit, die teilweise über 400 cd/qm lag. Auch bei schräger Draufsicht bleiben Farben satt und die Kontraste hoch. An die sensationellen Kontrastwerte des iPad 2 kommt das Samsung Galaxy Tab 10.1 allerdings nicht heran, weil es kein so tiefes Schwarz zeigt.

Samsung Galaxy Tab 10.1N im Test: Akkulaufzeit

Auch bei der Akkulaufzeit ist das Galaxy Tab 10.1N dem Apple-Tablet deutlich unterlegen und hielt im Test sowohl bei der Videowiedergabe wie beim WLAN-Surfen nur etwas halb so lange durch. Es ist zwar etwas leichter, kann damit den Ausdauervorteil des iPad 2 aber nicht wettmachen.

Samsung Galaxy Tab 10.1N: Bedienung

Auf Fingereingaben reagiert das Android-Tablet schnell, Apps starten ohne merkliche Wartezeit. Der Lagesensor dreht allerdings erst nach einer kleinen Denkpause von knapp drei Sekunden den Bildschirminhalt. Beim Blättern durch Menüs oder Webseiten fallen bei genauem Hinschauen die Android-typischen Ruckler auf, die vor allem auf Webseiten mit vielen Bildern oder Flash-Elementen die Bedienung zäh gestalten. Der Pinch-Zoom arbeitete auf dem Galaxy Tab 10.1N aber angenehm schnell.

Samsung Galaxy Tab 10.1N im Test: Geschwindigkeit und Multimedia

Das Samsung Galaxy Tab 10.1N kommt mit sehr vielen Videoformaten zurecht: Im Test spielte es unter anderem AVI-, MKV- und MP4-Dateien problemlos ab. H.264-Videos im MP4-Container gibt das Samsung-Tablet aber nur wieder, wenn sie im Baseline- oder Main-Profil kodiert sind: Andere Android-Tablets spielen zumindest 720p-Videos auch im High Profile ab. Bei Musikdateien gab es dagegen keine Ausfälle - auch OGG- und FLAC-Stücke meisterte das Galaxy Tab 10.1N.

Samsung Galaxy Tab 10.1N im Test: Fazit

Das Äußere ist leicht verändert, das Innenleben zum Glück nicht: Auch das Samsung Galaxy Tab 10.1N bleibt derzeit der iPad-Jäger Nummer Eins und das schönste und schlankste Android-Tablet. Bei Bedienung und Bildschirm kommt es fast ans Apple-Tablet heran, bei der Akkulaufzeit hinkt es allerdings weit hinterher. Hier macht das dickere und schwerere Motorola Xoom einen besseren Eindruck, das außerdem mehr Anschlüsse besitzt.

Testergebnis (Noten) Samsung Galaxy Tab 10.1N
Testnote gut ( 2,48 )
Preis-Leistung noch preiswert
Ausstattung (22 %) 2,18
Mobilität (20 %) 3,08
Bedienung (20 %) 1,80
Geschwindigkeit (12 %) 2,59
Bildschirm (12 %) 2,94
Multimedia-Funktionen (8 %) 0,00
Service (3 %) 2,36
Allgemeine Daten Samsung Galaxy Tab 10.1N
Hersteller Samsung
Internetadresse www.samsung.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis) 629 Euro / 525 Euro
Technische Hotline 01805/67267864
Garantie 24 Monate
Bedienung Samsung Galaxy Tab 10.1N
Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Bedienung über Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik angenehm / angenehm / ja / kapazitiv
Sprachsteuerung ja
Mobilität Samsung Galaxy Tab 10.1N
Akkulaufzeit: Internetzugriff per WLAN / Video abspielen 5:01 / 7:09 Stunden
Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil 563 / 81 Gramm
Bildschirm Samsung Galaxy Tab 10.1N
Diagonale / Auflösung / Punktedichte 10,1 Zoll (25,7 Zentimeter) / 1280 x 800 Bildpunkte / 149 dpi
Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung 406 cd/m² / 798:1 / gering
Geschwindigkeit und Multimedia Samsung Galaxy Tab 10.1N
Browser: Geschwindigkeit (Sunspider) / Smartbench 2011 / GL-Benchmark / mittlere Ladezeit für Webseiten 2136.8 Millisekunden / 5028 Punkte / 28.3 Bilder pro Sekunde / 6,70 Sekunden
WLAN-Geschwindigkeit 25,9 MBit/s
Startzeit: aus ausgeschaltetem Zustand / aus Bereitschafts-Modus 37 / 1 Sekunden
Dateien auf Gerät übertragen (700 MB) 131 Sekunden
HD-Videos auf TV/Monitor flüssig / flüssig
Service Samsung Galaxy Tab 10.1N
Handbuch: deutsch / gedruckt / umfangreich / als PDF ja / ja / nein / nein
Garantie 24 Monate
Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar 01805/67267864 / ja / nein / 10 Stunden / ja / ja
Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar www.samsung.de / ja / ja / nein / ja

Mittwoch den 25.01.2012 um 14:00 Uhr

von Thomas Rau

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (4)
  • ibron 16:56 | 12.02.2012

    Schaut doch erst mal auf die echten Preise, bevor Ihr übereilt Schlüsse zieht ... 438 Euro bei notebooksbilliger.de
    Das klingt doch gleich anders, oder nicht?

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  • Gingerle 10:38 | 27.01.2012

    Ich finde es auch absolut überteuert =/
    Das preis Leistungsverhältnis stimmt da irgendwie nicht :sorry:

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  • kalweit 18:00 | 25.01.2012

    Zitat: DerDicke1975
    Nicht, wenn es wie beschrieben ohne USB-Buchse, Kartenleser oder HDMI-Ausgang auf den hiesigen Markt kommt.


    Das iPätsch verkauft sich auch ohne USB wie geschnitten Brot. In sofern: warum sollte man dem Kunden nicht mit einer simplen Schnittstelle zusätzliches Geld aus dem Kreuz leiern, wenn man es kann? Ich vermisse den USB Anschluss eigentlich nur, um meine Kameras ans iPätsch anzubinden. Aber es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis die Kamerahersteller auf breiter Front WLAN-Module in ihre Geräte integrieren. Drucken geht über den Weg ja auch problemlos.

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  • DerDicke1975 17:40 | 25.01.2012

    Nicht den Kauf wert

    Für den stolzen Preis von über 600.-€ werde ich diese Samsung Tablet garantiert nicht kaufen. Nicht, wenn es wie beschrieben ohne USB-Buchse, Kartenleser oder HDMI-Ausgang auf den hiesigen Markt kommt.
    Der Rest der Hardware scheint ja in Ordung zu gehen, aber ohne Speichererweiterung ect. kann ich es echt nicht gebrauchen. Heißt ja im Endeffekt, die Kunden werden in Ihrer Handlungsfreiheit mit dem Gerät von Samsung so langsam wie Apple-User gehalten. Und das System stinkt doch schon seit langem. Mein Fazit: Bye, bye Samsung !!!

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