Android-Tablet

Samsung Galaxy Note 10.1 im Test

Dienstag den 11.09.2012 um 12:00 Uhr

von Thomas Rau

Samsung Galaxy Note 10.1 16GB Wi-Fi weiß
Samsung Galaxy Note 10.1 16GB Wi-Fi weiß
4 Angebote ab 508,00€ Preisentwicklung zum Produkt
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Das Galaxy Note 10.1 von Samsung ist ein sehr gutes Tablet. Aber erst seine Zusatzfunktionen machen es zu einem absoluten Top-Tablet.
Das Samsung Galaxy Note 10.1 geht wirklich als Schweizer-Tablet-Taschenmesser durch: Mit dem beigelegten Stift können Sie handschriftliche Notizen aufs Tablet kritzeln, die sich in Text übersetzen lassen, malen oder mathematische Formeln eingeben. Die 3G-Version überträgt nicht nur Daten per Mobilfunk, sondern lässt sich auch als Telefon nutzen - ein Kabel-Headset liegt bei. Und schließlich sorgt ein Infrarot-Sender dafür, dass Sie das Tablet in Verbindung mit der App Smart Remote als Fernbedienung für Fernseher und Stereo-Anlage verwenden können.
Die Video-Player-App lässt sich frei
positionieren
Vergrößern Die Video-Player-App lässt sich frei positionieren

Tablet mit Stift: Eine gute Idee - es geht aber noch besser

Der Stift lässt sich am sinnvollsten mit der App S Note nutzen: Dort finden Sie beispielsweise eine Option, um Notizen per Handschriftenerkennung in Text umzuwandeln: Das funktioniert gut, solange Sie deutlich schreiben. Das Tablet unterscheidet dabei zwischen Groß- und Kleinschreibung und erkennt sowohl Druckbuchstaben wie Schreibschrift. Allerdings können Sie Fehler nicht per Stiftgeste korrigieren - das müssen Sie über Menüsymbole erledigen. Wenn Sie in den Tablet-Einstellungen den Tastaturmodus auf Stifteingabe ändern, können Sie die Handschriftenerkennung in jeder App nutzen: Dann stehen auch Gesten zur Verfügung - ein Strich ergibt beispielsweise ein Leerzeichen, ein kurzer Strich nach links löscht den letzten Buchstaben. Verwirrend bei der Stiftbedienung ist außerdem, dass nicht alle Stiftfunktionen in allen Vorlagen von S Note verfügbar sind.

Samsung Galaxy Note 10.1 - Erster Eindruck
Samsung Galaxy Note 10.1 - Erster Eindruck

Bei Zeichnungen begradigt das Note 10.1 schiefe Linien und Formen, macht also beispielsweise aus einem Ei einen runden Kreis: Das ist witzig, für ernsthaftes Zeichnen aber kaum geeignet. Ebenso im Versuchsstadium befindet sich noch die stiftgestütze Internetsuche: Wenn Sie eine Frage oder einen Begriff in ein Eingabefenster schreiben, versucht die Suchmaschine Wolfram sie zu beantworten - und liegt fast immer daneben.

Mit dem Stift können Sie auch das Tablet steuern: Wenn Sie bei gedrückter Taste den Stift nach links bewegen, blättern Sie zurück, mit einem Strich nach unten öffnen Sie das Kontextmenü. Insgesamt ist aber die Stiftbedienung nicht mehr als eine nette Zusatzfunktion, die Ihnen mehr Möglichkeiten mit dem Tablet bietet - ein Ersatz für Fingergesten oder Tastatureingaben ist sie nicht.

Multi-Tasking auf dem Tablet: Gleichzeitig Filme schauen
und surfen
Vergrößern Multi-Tasking auf dem Tablet: Gleichzeitig Filme schauen und surfen

Zwei Apps nebeneinander auf dem Bildschirm

Die Fernbedienungs-App läuft vernünftigerweise nur im Querformat-Modus. Im Test erkannte sie problemlos Fernseher und Blu-ray-Player verschiedener Hersteller sowie eine Yamaha-Soundbar - alle Geräte reagierten prompt auf Steuersignale des Tablets. Das Galaxy Note 10.1 wartet neben dem Stift mit weiteren sinnvollen Ideen auf, die die Bedienung vereinfachen: Beispielsweise lassen sich zwei Apps nebeneinander auf dem Display positionieren - Sie schauen also etwa auf der linken Displayhälfte einen Film über die Video-Player-App und surfen rechts mit dem Browser im Internet. Das ist echtes Multi-Tasking auf dem Tablet, wie man es vom PC kennt. Das Fenster der Filmwiedergabe lässt sich außerdem verkleinern und frei auf dem Bildschirm positionieren.

Wenig Auswahl im Video-Shop

Die App Dropbox ist auf dem Tablet vorinstalliert - Sie können schon beim ersten Einrichten ein Dropbox-Konto einrichten oder angeben. Weniger überzeugend ist der Video Hub: Der Online-Videoshop von Samsung ist nicht besonders gut sortiert. Es fehlen fast alle aktuellen Top-Filme, und auch bei älteren Streifen ist die Auswahl mager. Die meisten Filme kosten zwischen 12 und 17 Euro zum Kaufen, mieten können Sie ab 3 Euro - doch meist gibt es die Miet-Option nur für ältere Filme. Die gemieteten Filme können Sie innerhalb von 30 Tagen anschauen: Haben Sie die Wiedergabe einmal gestartet, ist der Film maximal 48 Stunden auf dem Tablet verfügbar. Für den Video Hub benötigen Sie ein Samsung-Konto, das Sie beim Galaxy Note 10.1 nur mit eingelegter SIM-Karte anlegen können.

Ice Cream Sandwich ist schon drauf - Jelly Bean kommt

Samsung verbindet auf dem Note 10.1 Android 4 (Ice Cream Sandwich) mit seiner Bedieneroberfläche TouchWiz. Ein Update für Jelly Bean wird das Tablet auf jeden Fall bekommen. Schon jetzt gehört das Note 10.1 zu den schnellsten und bedienerfreundlichsten Android-Geräten: Beim Wischen und Zoomen fallen höchstens Mini-Ruckler auf, beim Vergrößern und Verkleinern von Webseiten geht alles sehr schnell und Sie bemerken nur selten Verzögerungen. Die Android-Konkurrenz hat hier größere Schwierigkeiten - das Galaxy Note 10.1 ist zusammen mit dem Google Nexus 7 zurzeit das Android-Tablet mit der flüssigsten Bedienung.

Bedienung Samsung Galaxy Note 10.1 (Note: 1,40)
Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik angenehm / angenehm / ja / kapazitiv
Spracheingabe ja
Hohe 3D-Leistung zeigt das Note im GL Benchmark
Vergrößern Hohe 3D-Leistung zeigt das Note im GL Benchmark

Schnelle Quad-Core-CPU an Bord

Dafür sorgen außerdem 2 GB Arbeitsspeicher sowie der Quad-Core-Prozessor Exynos 4412 (1,4 GHz). In den System-Benchmarks ordnete sich das Note damit vor den Tegra-3-Tablets ein. Auch beim Grafik-Test GL Benchmark schlägt der Samsung-Prozessor die Konkurrenz von Nvidia. Bei den Multimedia-Fähigkeiten liegen beide Prozessoren gleichauf: Deshalb sind Full-HD-Filme im MP4-Format kein Problem fürs Galaxy Note 10.1, ebenso wenig AVI- oder MKV-Videos. Schnell arbeitet auch das WLAN im Samsung-Tablet: Es funkt über 2,4 oder 5 GHz und erreichte sehr hohe Datenraten. Der Datenaustausch per USB-Verbindung funktioniert ebenfalls sehr flott.

Geschwindigkeit und Multimedia Samsung Galaxy Note 10.1 (Note: 1,81)
Browser: Geschwindigkeit (Sunspider) / Smartbench 2011 / GL-Benchmark / mittlere Ladezeit für Webseiten 1236.0 Millisekunden / 6999 Punkte / 98 Bilder pro Sekunde / 4,40 Sekunden
WLAN-Geschwindigkeit 31,1 MBit/s
Startzeit: aus ausgeschaltetem Zustand / aus Bereitschafts-Modus 29 / 1 Sekunden
Dateien auf Gerät übertragen (700 MB) 70 Sekunden
Nur im Mittelfeld landet das Note 10.1 beim
Akku-Test
Vergrößern Nur im Mittelfeld landet das Note 10.1 beim Akku-Test

Eine längere Akkulaufzeit wäre schön

Bei der Mobilität steht das Galaxy Note 10.1 nicht ganz oben: Es wiegt zwar nur 600 Gramm, ist damit leichter als das iPad 3 und gehört zu den leichtesten 10-Zoll-Tablets. Beim Test der Akkulaufzeit reicht es dagegen nur fürs obere Mittelfeld mit 6,5 Stunden bei der Video-Wiedergabe und knapp acht Stunden beim WLAN-Surfen - die Tegra-3-Konkurrenz und die iPads liegen vor allem beim Film-Test vorne.

Mobilität Samsung Galaxy Note 10.1 (Note: 2,59)
Akkulaufzeit: Internetzugriff per WLAN / Video abspielen 7:56 Stunden / 6:37 Stunden
Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil 600 / 81 Gramm

Heller Bildschirm mit geringer Auflösung

Der Bildschirm des Galaxy Tab Note 10.1 ist sehr hell, kontraststark, blickwinkelstabil und zeigt satte, natürliche Farben. Bei der Bildqualität liegt das Note damit in der Spitzengruppe, es zeigt allerdings nur eine Auflösung von 1280 x 800 Bildpunkte, womit seine Punktedichte und Bildschärfe deutlich hinter dem Retina-Display des iPad 3 und dem Full-HD-Bildschirm des Asus Transformer Pad Infinity zurückbleibt.

Bildschirm Samsung Galaxy Note 10.1 (Note: 2,73)
Diagonale / Auflösung / Punktdichte 10,1 Zoll (25,6 Zentimeter) / 1280 x 800 Bildpunkte / 149 dpi
Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung 376 cd/m² / 982:1 / gering

Ausstattung: Wenig Speicher im Galaxy Note 10.1

Während es diese beiden Top-Tablets auch mit 64 GB Speicher gibt, bietet Samsung das Galaxy Note 10.1 derzeit nur mit 16 GB internem Speicher an. Per Micro-SD-Karte lässt er sich immerhin um bis zu 64 GB erweitern. Mit dem beigelegten USB-Kabel können Sie das Samsung-Tablet über seine Docking-Buchse mit einem PC verbinden oder über sein Netzteil aufladen. Einen HDMI-Ausgang gibt's nur mit einem zusätzlichen Adapter.

Kein Metall, nur Kunststoff: Gehäuse des Note
10.1
Vergrößern Kein Metall, nur Kunststoff: Gehäuse des Note 10.1

Die rückwärtige Kamera bietet ein Fotolicht und eine Auflösung von 5 Megapixel, die Frontkamera macht Aufnahmen mit 1280 x 960 Bildpunkten, Videos nimmt das Tablet höchstens mit 720p auf. Bei der Kameraqualität (8 MP, Full-HD-Video) liegt daher das Asus Transformer Pad Infinity in Front. Am iPad und am Asus-Tablet kommt das Galaxy Note 10.1 auch nicht vorbei, was das Design angeht: Es ist mit 9,6 Millimeter zwar sehr flach und das Gehäuse ist knarzfrei. Doch nach wie vor bekommen Sie bei Samsung statt einer edlen Metallverpackung nur Kunststoff. Und auch die Vorderseite mit dem breiten Chromrand und den länglichen Lautsprechern kann es in punkto Eleganz nicht mit Apple und Asus aufnehmen.

Samsung Galaxy Note 10.1 im Test: Fazit

Das Samsung Galaxy Note 10.1 ist ein sehr gutes Tablet mit schneller Bedienung, einem starken Quad-Core-Prozessor und einem guten Bildschirm. Damit reiht es sich ins Triumvirat der Top-Tablets zusammen mit dem iPad 3 und dem Asus Transformer Pad Infinity ein. Doch es kann mehr als die Konkurrenz: Stiftbedienung, Fernbedienung, Telefonfunktion - das bieten die anderen Tablets nicht. Zwar zeigt der Test, dass sich Stiftbedienung und Mehrfachbildschirm noch verbessern lassen - beim Note II hat Samsung dem Stift schon zusätzliche Möglichkeiten spendiert. Aber immerhin hat das Note-Tablet diese Zusatzfunktionen und die Konkurrenz nicht. Dafür bieten das iPad 3 und das Transformer Pad Infinity einen höher auflösenden Bildschirm, sind schöner und mit mehr Speicher verfügbar.

Testergebnis (Noten) Samsung Galaxy Note 10.1
Testnote gut ( 1,85 )
Preis-Leistung noch preiswert
Bedienung (25 %) 1,40
Mobilität (20 %) 2,59
Bildschirm (20 %) 2,73
Ausstattung (17 %) 2,10
Geschwindigkeit und Multimedia (15 %) 1,81
Service (3 %) 2,10
Aufwertung Stift, Telefon, Fernbedienung (0,25)
Ausstattung Samsung Galaxy Note 10.1 (Note: 2,10)
Prozessor Samsung Exynos 4412 (1,4 GHz), vier Kerne
Maße (L x B x H) 26,1 x 18 x 0,96 Zentimeter
Betriebssystem Android 4.0.4
eingebauter / zusätzlicher Speicherplatz (Art) 16 GB (Flash) / keiner mitgeliefert
Wireless-LAN / Bluetooth / UMTS / GPS 802.11n / 4.0 / 21 MBit/s / ja
USB nein
HDMI nur über Adapter
Kartenleser (Formate) ja (Micro-SD)
Einschub für SIM-Karte ja
Kamera ja (2560 x 1920 Pixel)
Internetkamera ja (1280 x 960 Pixel)
Dockinganschluss 1
Audioausgang 1
Mikrofon ja
Lieferumfang Netzteil mit Steckadapter, USB-Kabel, Kabel-Headset, Stift
Allgemeine Daten Samsung Galaxy Note 10.1
Internetadresse von Samsung www.samsung.de
Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis) 689 Euro / 560 Euro
Technische Hotline 01805/67267864
Garantie 24 Monate
Service Samsung Galaxy Note 10.1 (Note: 2,10)
Handbuch: deutsch / gedruckt / umfangreich / als PDF ja / ja / ja / nein
Garantie 24 Monate
Service-Hotline / deutsch / Wochenenddienst / Erreichbarkeit / durchgehend / per E-Mail erreichbar 01805/67267864 / ja / nein / 10 Stunden / ja / ja
Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar www.samsung.de / ja / ja / nein / ja

Dienstag den 11.09.2012 um 12:00 Uhr

von Thomas Rau

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (1)
  • consulting 17:56 | 11.09.2012

    Warten, wer es sich leisten kann

    Die Konkurrez wird jetzt hart und härter.
    Nicht ohne Grund versucht Apple schon, sich mit juristischen Mitteln den Wettbewerb vom Halse zu schaffen.
    2012/2013 wird Klarheit schaffen und noch mehr Hersteller zu Hochleistungen zwingen.

    Dann aber werden die Verbesserungen nur noch marginal sein, so dass - wer es sich leisten kann - man dieses Jahr noch abwarten sollte.

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