Llano-Notebook

Samsung 305V5A-S03 im Test

Donnerstag den 22.09.2011 um 10:00 Uhr

von Thomas Rau

© Samsung
Im Samsung V305V5A arbeitet der neue Llano-Prozessor von AMD. Wird das günstige Notebook damit zur Konkurrenz für Laptops mit Intels Sandy Bridge? Der PC-WELT-Test zeigt es.
Im Samsung 305V5A sitzt der Prozessor A6-3410MX aus AMDs neuer CPU-Serie mit dem Codenamen Llano. Die CPU ist im 32-Nanomater-Verfahren gefertigt. Sie bringt einen Grafikkern mit, der im Prozessor integriert ist. AMD nennt diese Prozessoren daher Accelerated Processing Unit (APU). Im Llano-Prozessor arbeiten vier Rechenkerne mit einer Taktrate von 1,6 GHz, jeder besitzt einen 1 MB großen L2-Cache. Durch die Technik Turbo Core kann die AMD-CPU einen Kern bis auf maximal 2,3 GHz übertakten.

Samsung 305V5A: Günstige Konkurrenz für Sandy Bridge

Das Samsung-Notebook kostet offiziell 549 Euro, Sie bekommen es aber bei Online-Händlern schon für unter 500 Euro. In dieser Preisklasse tritt es gegen Notebooks mit dem Core i3-2310M an, einem Einsteigermodell aus Intels Sandy-Bridge-Familie . Im CPU-Benchmark Cinebench R10 schneidet der Llano-Prozessor etwas schlechter ab, auch im CPU-Teil des 3D Mark Vantage zieht der A6-3410M den Kürzeren: Die Sandy-Bridge-CPU spielt hier ihre höhere Taktrate (2,1 GHz) aus. Zwar besitzt sie nur zwei echte Rechenkerne, kann dem Betriebssystem aber per Hyper-Threading vier Recheneinheiten anbieten. Auch insgesamt ordnet sich das Samsung 305V5A bei der Rechenleistung hinter den Core-i3-Notebooks ein, der Abstand zu einem Core-i5-Laptop ist je nach Benchmark mit 30 bis 50 Prozent schon sehr beträchtlich – und diese Laptops bekommen Sie teilweise schon für unter 600 Euro. Dem Tempo von Intels Sandy Bridge hechelt AMD also auch mit Llano noch hinterher.


Llano: Der Vorteil liegt in der Grafik

Der Vorteil des Llano-Prozessors liegt ähnlich wie bei AMDs Netbook-Prozessor Ontario nicht in der CPU-, sondern in der Grafikleistung: Im A6-3410M sitzt die Grafikeinheit Radeon HD 6520M, sie schlägt Intels integrierte Grafik HD Graphics 3000 klar – aber nicht in allen Tests: Im 3D Mark Vantage beispielsweise zeigte das Samsung 305V5A teilweise schwere Grafikfehler. Sein Ergebnis lag mit 778 Punkten auch deutlich hinter Notebooks mit Core i3, die in diesem Test rund 1100 Punkte erzielen. Besser schlug sich das Samsung-Notebook in Spiele-Benchmarks: Bei Far Cry 2 etwa erzielte es mit der Prozessor-Grafik 26 Bilder pro Sekunde in der maximalen Auflösung (DX9-Modus, hohe Qualitätseinstellungen). Die Intel HD Graphics 3000 kommt in diesem Test nicht über 20 Bilder pro Sekunde hinaus.

GESCHWINDIGKEIT Samsung 305V5A-S03
Startzeit 96 Sekunden
Geschwindigkeit bei Büro-Programmen 71 Punkte
Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen 104 Punkte
Geschwindigkeit bei 3D-Spielen 2594 Punkte
Brenndauer CD / DVD / Blu-ray (Minuten) 10:06 / 5:05 /-
Kopie von DVD auf Festplatte (Minuten) 10:32
USB-Anschlüsse: Lese- / Schreibrate 28,3 / 27,3 MB/s

Samsung 305V5A: Zwei Grafikchips eingebaut

Allerdings traut Samsung der Llano-Grafik nicht so richtig: Zusätzlich zum Radeon HD 6520M sitzt nämlich der Grafikchip Radeon HD 6470M mit 1 GB lokalem Speicher im Notebook. Zwischen beiden Grafikchips können Sie umschalten. Das löst AMD viel unbequemer als beispielsweise Nvidia mit seiner Optimus-Technik, auf die die meisten Sandy-Bridge-Notebooks setzen. Sie müssen im Grafiktreiber einzelne Programme dem jeweiligen Grafikchip zuordnen, bei Optimus passiert das automatisch über hinterlegte Treiber-Profile. Außerdem nervt, dass der Treiber bei jedem Programm, das Sie zum ersten Mal starten, mit einem Pop-Up an diese Auswahloption erinnert.

Die Grafikkarte Radeon HD 6470M schneidet im 3D Mark Vantage besser ab als die APU-Grafik. Aus Far Cry 2 holt sie aber im DX9-Modus nicht mehr heraus als die integrierte Grafik: Der Prozessor erweist sich hier als Bremsklotz. Im DX10-Modus überholt sie die HD 6520M: Das Spiel läuft mit 23 Bildern pro Sekunde aber trotzdem nicht flüssig.


Ausstattung passt zur Preisklasse

Auch bei der Ausstattung kann sich das Samsung 305V5A nicht von Sandy-Bridge-Notebooks dieser Preisklasse absetzen: DVD-Brenner und 320-GB-Festplatte finden Sie auch dort. Bei den Anschlüssen fehlt USB 3.0. Das Samsung 305V5A hat nur drei USB-2.0-Buchsen, die mit Datenraten von knapp unter 30 MB/s rund fünfmal langsamer sind als USB 3.0.

Im Akku-Test hielt das Samsung 305V5A rund vier Stunden durch. Dabei verbrauchte es aber etwa zwei Watt mehr als ein Sandy-Bridge-Notebook. Auch beim Tempo und der Recheneffizienz (Rechenleistung pro Watt) im Akkubetrieb muss sich der Llano-Laptop der Intel-Konkurrenz klar geschlagen geben.

MOBILITÄT Samsung 305V5A-S03
Akkulaufzeit 4:01 Stunden
Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil 2,42 / 0,38 Kilogramm

Samsung 305V5A: Guter Bildschirm

Mehr Lob verdient der Bildschirm des Samsung 305V5A: Er ist besser als in dieser Preisklasse üblich. Dank der entspiegelten Displayoberfläche können Sie sich mit dem Notebook auch nach draußen trauen – im Schatten oder bei bedecktem Himmel lässt sich der Bildschirm gut ablesen.

Das Kunststoffgehäuse des Samsung-Notebooks hat einen eleganten Deckel im Aluminium-Look. Die Handablage besteht aus mattem, schwarzem Kunststoff. Das Gehäuse wirkt etwas dicklich, was Samsung durch einen schmalen Displayrahmen auszugleichen versucht.

BILDSCHIRM Samsung 305V5A-S03
Helligkeit 206 cd/m²
Helligkeitsverteilung 78 %
Kontrast 336:1
Entspiegelung hervorragend
UMWELT UND GESUNDHEIT Samsung 305V5A-S03
Betriebsgeräusch: geringe /hohe Last 0,4 / 1,8 Sone
Stromverbrauch: Ruhe / Last / Bereitschafts-Modus / Aus 16,4 / 47,8 / 1,1 / 0,6 Watt

Donnerstag den 22.09.2011 um 10:00 Uhr

von Thomas Rau

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