SSD versus klassische Festplatte
Tempo: Zugriffszeiten und Datenraten
Fast schon auf Augenhöhe zu den Solid State Drives ist das schnellste 3,5-Zoll-Laufwerk Western Digital VelociRaptor WD1000DHTZ bei den Praxis-Test. Eine DVD-Kopie (4,2 GB) liest die VelociRaptor in 15 Sekunden - genausso lange benötigt auch die beste SSD Intel 520 Series 240GB im Test. Das Schreiben der DVD dauert bei der 3,5-Zoll-Festplatte dann allerdings schon 25 Sekunden - die SSD braucht hier ebenfalls nur 15 Sekunden. Auch wenn das Western-Digital-Modell viele kleine Dateien verarbeiten muss, fällt die exzellente Praxis-Datenrate kaum ab: So benötigt das 3,5-Zoll-Laufwerk fürs Lesen von 1000 MP3-Dateien mit einer Gesamtgröße von 5 GB nur 21 Sekunden (Intel-SSD: 20 Sekunden) und der Schreibvorgang ist mit 31 Sekunden ebenfalls schnell erledigt. Allerdings nicht schnell genug für die Intel 520 Series 240GB, die fürs Schreiben der MP3-Dateien ebenfalls nur 20 Sekunden benötigt.
Große Tempounterschiede zwischen SSD und ferromagnetischen Festplatte gibt es bei den Zugriffszeiten. Der Grund: Bei herkömmlichen Festplatten muss die Laufwerkssteuerung zunächst den gewünschten Datensektor suchen, den zuständigen Schreib-Lese-Kopf dorthin bewegen und warten, bis der Kopf ruhig über der Spur läuft. Im Mittel dauert das, je nach Modell, zwischen 4 und 10 Millisekunden. Eine SSD kann hingegen jede Speicherzelle direkt ansteuern und so sprichwörtlich unmittelbar auf Daten zugreifen und benötigt so durchschnittlich nur ein hundertstel dieser Zeitspanne (siehe Diagramm links). Auf die Praxis übertragen ist so etwa die Datei- und Index-Suche auf einer SSD spürbar schneller.
Aber auch der Start von Programmen geht auf einer Solid State Drive spürbar schneller von statten. Je nach der Komplexität der Software vergeht bei einer herkömmliche Festplatte die doppelte (umfangreiches Excel-Sheet) bis fünffache Zeitspanne (komplexes Photoshop-Projekt). Wie der HDD-Test des Benchmarks PC Mark Vantage zeigt (siehe Diagramm links) ist die theoretische Geschwindigkeit einer SSD sogar noch viel schneller. So lädt die schnellste Solid State Drive im Test mit einer Datenrate von über 350 Megabyte pro Sekunde eine Anwendung, während der flotteste Scheibendreher maximal auf magere 12 MB/s kommt.
Datenraten mit über 500 MB/s am technischen Limit
Der direkte Zugriff auf Speichersektoren verhilft SSDs auch zu sehr hohen sequenziellen Transferraten. In diesem ungepufferten Betriebsmodus lotet die SSD das theoretische Maximum aus, das in der Praxis nur sehr selten erreicht wird; etwa bei Lesen und Schreiben riesiger Mengen kleiner Dateien. Beim sequenziellen Lesen kommen die schnellsten Solid State Drives durchschnittlich auf Datenrate zwischen 490 und 520 Megabyte pro Sekunde. Damit stoßen die Flashspeicher-Festplatten schon fast an das technische Limit der SATA-6G-Schnittstelle, die theoretisch bis zu 600 MB/s packt.
Die aktuell schnellste herkömmliche 2,5-Zoll-Festplatte erreicht hier mit rund 84 MB/s nur gut ein Sechstel der Transfergeschwindigkeit, während das flotteste 3,5-Zoll-Modell mit fast 170 MB/s immerhin auf knapp ein Drittel des Übertragungstempos der besten SSDs kommt (siehe Diagramm links).
Die aktuell schnellste herkömmliche 2,5-Zoll-Festplatte erreicht hier mit rund 84 MB/s nur gut ein Sechstel der Transfergeschwindigkeit, während das flotteste 3,5-Zoll-Modell mit fast 170 MB/s immerhin auf knapp ein Drittel des Übertragungstempos der besten SSDs kommt (siehe Diagramm links).
Etwas besser schneiden die klassischen Scheibendreher beim sequenziellen Schreiben ab: Die schnellsten SSDs im Test packen hier durchschnittliche Datenraten zwischen 410 und 450 Megabyte pro Sekunde. Die aktuell beste klassische 2,5-Zoll-Festplatte kommt mit 80 MB/s nur auf rund ein Fünftel der mittleren SSD-Schreibrate, während das flotteste 3,5-Zoll-Laufwerk mit 160 MB/s jetzt gut ein Drittel des Übertragungstempos der besten SSDs erreicht (siehe Diagramm links).
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