SSD versus klassische Festplatte

Tempo: Zugriffszeiten und Datenraten

Mittwoch den 26.06.2013 um 09:09 Uhr

von Michael Schmelzle

Technischer Nachteil bei den Zugriffzeiten: Die
Schreib-Leseköpfe herkömmlicher Festplatten
Vergrößern Technischer Nachteil bei den Zugriffzeiten: Die Schreib-Leseköpfe herkömmlicher Festplatten
Fast schon auf Augenhöhe zu den Solid State Drives ist das schnellste 3,5-Zoll-Laufwerk Western Digital VelociRaptor WD1000DHTZ bei den Praxis-Test. Eine DVD-Kopie (4,2 GB) liest die VelociRaptor in 15 Sekunden - Die beste SSD im Test, die Samsung 840 Pro  ist hier mit 12 Sekunden nur etwas schneller. Das Schreiben der DVD dauert bei der 3,5-Zoll-Festplatte dann allerdings schon 25 Sekunden - die SSD braucht hier nur 13 Sekunden. Auch wenn das Western-Digital-Modell viele kleine Dateien verarbeiten muss, fällt die exzellente Praxis-Datenrate kaum ab: So benötigt das 3,5-Zoll-Laufwerk fürs Lesen von 1000 MP3-Dateien mit einer Gesamtgröße von 5 GB nur 21 Sekunden (Samsung-SSD: 19 Sekunden) und der Schreibvorgang ist mit 31 Sekunden ebenfalls schnell erledigt. Allerdings nicht schnell genug für die Sasmung 840 Pro, die fürs Schreiben der MP3-Dateien ebenfalls nur 20 Sekunden benötigt.

Große Tempounterschiede zwischen SSD und ferromagnetischen Festplatte gibt es bei den Zugriffszeiten. Der Grund: Bei herkömmlichen Festplatten muss die Laufwerkssteuerung zunächst den gewünschten Datensektor suchen, den zuständigen Schreib-Lese-Kopf dorthin bewegen und warten, bis der Kopf ruhig über der Spur läuft. Im Mittel dauert das, je nach Modell, zwischen 4 und 10 Millisekunden. Eine SSD kann hingegen jede Speicherzelle direkt ansteuern und so sprichwörtlich unmittelbar auf Daten zugreifen und benötigt so durchschnittlich nur ein hundertstel dieser Zeitspanne. Auf die Praxis übertragen ist so etwa die Datei- und Index-Suche auf einer SSD spürbar schneller. Hybrid-Modelle können hier nicht den SSD-Cache nutzen, um ihre Zugriffszeit spürbar zu erhöhen.

Aber auch der Start von Programmen geht auf einer Solid State Drive spürbar schneller von statten. Je nach der Komplexität der Software vergeht bei einer herkömmliche Festplatte die doppelte (umfangreiches Excel-Sheet) bis fünffache Zeitspanne (komplexes Photoshop-Projekt). Wie der HDD-Test des Benchmarks PC Mark Vantage zeigt ist die theoretische Geschwindigkeit einer SSD sogar noch viel schneller. So lädt die schnellste Solid State Drive im Test mit einer Datenrate von fast 380 Megabyte pro Sekunde eine Anwendung, während die flotteste Scheibendreher in der 2,5-Zoll-Klasse maximal auf magere 3 MB/s und bei den 3,5-Zoll-Laufwerken auf bis zu 12 MB/s kommt.
Hybrid-Laufwerke wie die Seagate Momentus XT ST750LX003  mit 8 Gigabyte SLC-Flashspeicher schaffen hier - nach mehreren "Lern"-Durchläufen bis zu 15 MB/s. Damit ist das Hybrid-Modell also immerhin fünfmal so schnell wie eine herkömmliche 2,5-Zoll-Festplatte, aber trotzdem noch meilenweit von einer SSD entfernt. 

Datenraten mit über 500 MB/s am technischen Limit

Der direkte Zugriff auf Speichersektoren verhilft SSDs auch zu sehr hohen sequenziellen Transferraten. In diesem ungepufferten Betriebsmodus lotet die SSD das theoretische Maximum aus, das in der Praxis nur sehr selten erreicht wird; etwa bei Lesen und Schreiben riesiger Mengen kleiner Dateien. Beim sequenziellen Lesen kommen die schnellsten Solid State Drives auf Datenrate von über 520 Megabyte pro Sekunde. Damit stoßen die Flashspeicher-Festplatten schon fast an das technische Limit der SATA-6G-Schnittstelle, die theoretisch bis zu 600 MB/s packt.
Die aktuell schnellste herkömmliche 2,5-Zoll-Festplatte erreicht hier mit rund 100 MB/s nur gut ein Fünftel der Transfergeschwindigkeit, während das flotteste 3,5-Zoll-Modell mit fast 220 MB/s immerhin auf gut 40 Prozent des Übertragungstempos der besten SSDs kommt. Hybrid-Modelle können hier nicht den SSD-Cache nutzen, um ihre Datenübertragungsraten zu erhöhen.

Etwas besser schneiden die klassischen Scheibendreher beim sequenziellen Schreiben ab: Die schnellsten SSDs im Test packen hier Datenraten von bis zu 460 Megabyte pro Sekunde. Die aktuell beste klassische 2,5-Zoll-Festplatte kommt mit 100 MB/s nur auf rund ein Viertel der SSD-Schreibrate, während das flotteste 3,5-Zoll-Laufwerk mit 200 MB/s fast schon 45 Prozent des Übertragungstempos der besten SSDs erreicht.  

Mittwoch den 26.06.2013 um 09:09 Uhr

von Michael Schmelzle

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (4)
  • magiceye04 19:16 | 03.05.2014

    Wirklich sparsamer im Stromverbrauch sind SSDs allerdings nicht mehr - hier haben die klassischen Scheibendreher mächtig aufgeholt.

    Und das am besten gleich mit.
    Halte ich für völlig falsch.
    Schnelle Magnetplatten brauchen immer noch ein Vielfaches von SSD, vor allem im Leerlauf. Da hilft nur abschalten, aber das macht die Magnetplatte auf Dauer auch nicht gerade lange mit.

    Und warum sollte eine SSD nur das Vierfache an Erschütterungen aushalten? Das R muß doch sicherlich ein L sein.
    Eine Festplatte kommt schon aus dem Takt, wenn man nur mal gegen den Rechner tritt oder selbige auf dem Tisch umfällt. Mit der SSD kann man Fußballspielen, wenn die Kabel das aushalten.

    Antwort schreiben
  • deoroller 16:25 | 03.05.2014

    Dann wird es Zeit, das mal zu korrigieren.

    Antwort schreiben
  • dnalor1968 16:19 | 03.05.2014

    Der Artikel ist ja schon 'n 3/4 Jahr alt.

    Antwort schreiben
  • TByte 16:06 | 03.05.2014

    Vergleich HDD vs SSD

    ,,Vorteil klassische Festplatte: Geringere Kapazitäten und hoher Gigabyte-Preis'' - ist doch sicherlich umgekehrt gemeint

    Antwort schreiben
199530