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SSD-Festplatte OCZ Vertex Turbo im Test

07.08.2009 | 09:09 Uhr |

Bei der SSD Vertex Turbo verbaut OCZ handverlesene Speicher-Chips. Unser Test prüft, ob das der SSD Beine macht und den höheren Kaufpreis rechtfertigt.

Kommt mit spezieller Firmware: SSD OCZ Vertex Turbo OCZSSD2-1VTXT120G
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Bei der Turbo-Version der Vertex-SSD von OCZ sind im Vergleich zur normalen OCZ Vertex OCZSSD2-1VTX120G der Controller und der Cache-Baustein sowie die Flash-Chips handverlesen. Das soll für höhere Datenraten sorgen. Zudem arbeitet der 64 MB großer SDRAM-Chip Elpida TWN S51321DBH-5ATS-F mit 180 statt der sonst üblichen 166 MHz. Laut OCZ macht das den Zugriffszeiten Beine. Wie unsere Messungen belegen, kann die Turbo-Version der Vertex-SSD ihrem Namen tatsächlich alle Ehre machen.

Auf jeder Seite der SSD-Platine sind bei der OCZ Vertex Turbo acht 8-GB-Flash-Chips verbaut
Vergrößern Auf jeder Seite der SSD-Platine sind bei der OCZ Vertex Turbo acht 8-GB-Flash-Chips verbaut
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Aufgrund der besonderen Bauteile, die nicht dem üblichen Standard entsprechen, hat OCZ für die Vertex Turbo OCZSSD2-1VTXT120G eine spezielle Firmware programmiert - unserere Test-SSD besaß Version 1.0. Eine weitere Besonderheit der OCZ-SSD Vertex Turbo ist die nutzbare Kapazität: Statt die Gigabyte im Dezimalsystem aus den Bytes zu berechnen, wie das bei Festplatten-Herstellern normalerweise üblich ist, rechnet OCZ binär (1024 Bytes = 1 KB). So können Sie bei der 120-GB-SSD mit 119,2 GB nahezu die komplette Bruttokapazität nutzen.

Guter Service: Für die gesamte SSD-Serie Vertex stellt OCZ ein TRIM-Tool auf Basis der Indilinx-Software Wiper zur Verfügung. Damit können Sie die Schreibraten der SSD, die mit der Zeit um bis zu 40 MB/s sinken können, wieder auf das ursprüngliche Niveau anheben. Technischer Hintergrund des schleichenden Leistungsverlustes: Eine SSD schreibt Daten in 4-KB-Blöcken, während der Löschvorgang gleich über einen 512-KB-Block erfolgt. Am Anfang kann der SSD-Controller mit vollem Tempo in freie Blöcke schreiben. Mit zunehmender Nutzungsdauer schwinden die als frei gekennzeichneten Blöcke. Der Controller muss dann immer öfter vor dem Schreibvorgang 512-KB-Blöcke einlesen und prüfen, ob die Daten noch in Gebrauch sind, bevor er sie löschen kann.

Dadurch bilden sich wiederum immer mehr 4-KB-Blöcke mit Datenfragmenten, die bereits in anderen Zellen gespeichert sind, sprich: beschriebene Blöcke, die für den Controller nicht als frei markiert sind. So ist die SSD recht schnell „zugemüllt“ und der SSD-Controller muss ständig Blöcke einlesen, bevor er sie beschreiben kann. Das kostet zusätzliche Zeit und bremst so die Schreibrate aus.

Das TRIM-Tool übernimmt diese Arbeit im Vorfeld und löscht alle bereits beschriebenen, aber nicht mehr genutzten 4-KB-Blöcke. Je nach SSD-Nutzung empfiehlt OCZ, das TRIM-Tool alle zwei bis vier Wochen zu starten. Die Lebensdauer der Flash-Zellen leidet dann nicht, da der Löschvorgang so oder so stattfindet. Nur die exzessive Nutzung des TRIM-Tools wirkt sich negativ auf die Lebensdauer von Flashzellen aus. Apropos: Windows 7 "trimmt" SSD-Festplatten automatisch. Laut OCZ soll es für alle Vertex-SSDs ein Firmware-Update für diese Funktion geben, sobald das neue Microsoft-Betriebssystem auf dem Markt ist.

Preis: OCZ bietet die SSD-Serie Vertex Turbo mit 30, 60, 120 und 250 GB an. Die Preisspanne des SSD-Quartetts liegt zwischen 120 und 700 Euro. Das 120-GB-Modell OCZSSD2-1VTXT120G im Test kostet rund 370 Euro. Damit liegt der Gigabyte-Preis der OCZ-SSD bei 3,10 Euro. Für eine aktuelle MLC-SSDs ist das Durchschnitt - die Preisspanne der bisherigen SSD-Modelle im Test bewegt sich zwischen zwei und vier Euro.

Indilinx-Controller und getunter Pufferspeicher der OCZ Vertex Turbo OCZSSD2-1VTXT120G
Vergrößern Indilinx-Controller und getunter Pufferspeicher der OCZ Vertex Turbo OCZSSD2-1VTXT120G
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Ausstattung: Die SSD OCZ Vertex Turbo basiert auf dem sehr guten SATA-300-Controller Indilinx Barefoot. Die Flash-Chips des Typs Samsung K9HCG08U1M-PCB0 tragen das Präfix "925" und sollen laut OCZ aus einer überdurchschnittlichen Produktionscharge stammen. Der SSD-Controller puffert Zugriffe auf dem bereits erwähnten 64 MB SDRAM-Chip von Elpida. Das 2,5-Zoll-Gehäuse der OCZ-SSD besteht aus solidem Metall. Die SSD-Platine im Inneren ist mit vier zusätzlichen Schrauben fest am Gehäuse fixiert. Das Gesamtgewicht der Vertex Turbo liegt bei 77 Gramm. Auf jeder Seite der SSD-Platine sind jeweils 8 Flash-Chips mit einer Bruttokapazität von je 8 GB untergebracht, allerdings adressiert der Indilinx-Controller nicht die volle Kapazität. Insgesamt stehen dem Barefoot circa 800 MB als Reserve zur Verfügung, um "erschöpfte" Zellen im Bedarfsfall zu ersetzen.

Macht die müde SSD wieder munter: TRIM-Tool Wiper für die OCZ Vertex Turbo OCZSSD2-1VTXT120G
Vergrößern Macht die müde SSD wieder munter: TRIM-Tool Wiper für die OCZ Vertex Turbo OCZSSD2-1VTXT120G
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Die mittlere Betriebsdauer der SSD zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) liegt laut OCZ bei guten 1,5 Millionen Stunden. Die Schockfestigkeit der OCZ Vertex Turbo beträgt 1500 G - für eine MLC-SSD ein sehr guter Wert. Den Stromverbrauch im Bereitschaftszustand gibt OCZ mit 0,5 Watt an - ein noch akzeptabler Wert. Etwas zu hoch fällt hingegen der maximale Energiekonsum der Vertex Turbo aus, der bei 2 Watt liegen soll.

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