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G.Skill Titan SSD FM-25S2S-128GBT1

25.04.2009 | 11:11 Uhr |

Gleich zwei SATA-Controller setzt G.Skill bei der Solid State Drive Titan FM-25S2S-128GBT1 ein. Ob das Duo dem MLC-Modell ohne Pufferspeicher wirklich Beine macht, klärt unser Test.

Typisch für SSDs ohne Cache: Beim Schreiben kommt es immer wieder zu massiven Einbrüchen der Transferrate, weil der Controller den Datenstrom nicht puffern kann.
Vergrößern Typisch für SSDs ohne Cache: Beim Schreiben kommt es immer wieder zu massiven Einbrüchen der Transferrate, weil der Controller den Datenstrom nicht puffern kann.
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Die Solid State Drive G.Skill Titan FM-25S2S-128GBT1 nutzt statt einem gleich zwei Festplatten-Controller des Typs Jmicron 602. Damit will G.Skill eine Schwäche des häufig eingesetzten Jmicron-Controllers kompensieren. Denn der Jmicron 602 kann mit seinen acht Datenkanälen nur acht Flash-Speicherchips gleichzeitig ansteuern. Durch das Controller-Doppelpack steht nun jedem der 16 Flashchips des Titan-Modells ein Datenkanal zur Verfügung. Wie unsere Transferraten-Messungen belegen, macht sich der zusätzliche SATA-Controller tatsächlich bezahlt - allerdings auf Kosten der Zugriffszeiten.

Preis: G.Skills Titan-Modell FM-25S2S-128GBT1 bietet nach NTSF-Formatierung noch eine nutzbare Kapazität von 119,4 GB. Bei einem aktuellen Straßenpreis von rund 285 Euro ergibt sich ein Gigabyte-Preis von 2,39 Euro. Für eine Solid State Drive mit MLC-Technik ist das zunächst einmal günstig.

Ausstattung: Die 128-GB-Festplatte besteht aus 16 Speicherbausteinen des besonders häufig verwendeten Typs Samsung K9HCG08U1M-PCB0, die eine Kapazität von jeweils 8 GB aufweisen. Hinzu kommt der bereits erwähnte SSD-Controller JMicron JMF602 in doppelter Ausführung. Den beiden Controllern fehlt ein Cache-Baustein zur Datenpufferung, da der JMF602 dafür nicht ausgelegt ist. Die Flash-Speicher-Platine verpackt G.Skill in ein solides 2,5-Zoll-Gehäuse aus schwarzem Metall. Das Gewicht der Solid State Drive fällt damit etwas höher aus und liegt bei 97 Gramm. Die Platine ist mit vier Schrauben stabil mit dem Gehäuse verbunden.

Die Schockfestigkeit gibt G.Skill mit typischen 1500 G an. Der Energieverbrauch soll im Bereitschaftszustand 0,5 und beim Zugriff 0,8 Watt betragen - das sind nur durchschnittliche Werte. Die mittlere Betriebsdauer zwischen zwei Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) liegt laut Hersteller bei 1,5 Millionen Stunden. Für eine SSD ist das viel, nur kostspielige High-End-Modelle mit SLC-Technik kommen auf eine noch höhere Zuverlässigkeit von 2 Millionen Stunden. Angaben zur Lebensdauer der MLC-Flashzellen macht G.Skill hingegen nicht.

Vorderseite der SSD-Platine der G.Skill Titan FM-25S2S-128GBT1
Vergrößern Vorderseite der SSD-Platine der G.Skill Titan FM-25S2S-128GBT1
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Geschwindigkeit: Die sequenziellen Datenraten des Titan-Modells übertrafen deutlich die des Vorgängermodells G.Skill FM-25S2S-128GB , das nur mit einem Controller ausgestattet ist. Die maximale Datenrate beim Lesen war beispielsweise mit fast 232 MB/s 46 Prozent höher. Und das maximale Schreibtempo der Titan war sogar fast 78 Prozent besser. Durchschnittlich erreichte die Titan-SSD beim Lesen noch rund 211 MB/s, der Schreibwert fiel mit gut 99 MB/s hingegen schon spürbar schlechter aus. Im Vergleich zur FM-25S2S-128GB mit nur einem Controller lag das Tempoplus der Titan aber immer noch bei 42 beziehungsweise 32 Prozent.Während die minimale Leserate mit 164 MB/s noch gut war, brach das G.Skill-Modell bei der minimalen Schreibtransferrate mit knapp 35 MB/s massiv ein.

Dieser deutliche Abfall der minimalen sequenziellen Schreibrate ist typisch für Solid State Drives ohne Pufferspeicher - da hilft auch der zweite Controller nichts. Analog dazu ging der Vorsprung der Titan bei den minimalen Datenraten im Vergleich zum Vorgängermodell FM-25S2S-128GB mit 23 Prozent beim Lesen sowie 25 Prozent beim Schreiben noch weiter zurück.

Doppelt gemoppelt: Oben die beiden SATA-Controller der G.Skill Titan FM-25S2S-128GBT1
Vergrößern Doppelt gemoppelt: Oben die beiden SATA-Controller der G.Skill Titan FM-25S2S-128GBT1
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Praxis-Datenraten: Die G.Skill Titan FM-25S2S-128GBT1 erreichte im Lesetest gute 62,4 MB/s. Im Kopiertest schwächelte die SSD dann bereits mit 37 MB/s . Ein richtig schlechtes Ergebnis förderte der Schreibtest zutage, der mit 22 MB/s unter dem Niveau von 2,5-Zoll-Laufwerken mit ferromagnetischer Speichertechnik lag. Die klassische Scheibedreher kommen hier schon auf bis zu 32 MB/s. Gemessen am hauseigenen Vorgängermodell FM-25S2S-128GB erarbeitete sich das Titanmodell beim Lese-, Kopier- und Schreib-Test Tempovorteile von 4, 7 sowie 5 Prozent. Damit sind die Unterschiede zwischen den beiden Solid State Drives so gering, dass sie sich im Alltag nicht bemerkbar machen.

Zugriffszeiten: Bei den Transferraten konnte die G.Skill Titan FM-25S2S-128GBT1 dank des zweiten Festplatten-Controllers zum Teil ordentlich zulegen - das allerdings auf Kosten der Zugriffszeiten. Wir ermittelten sowohl im Durchschnitt als auch bei Fullstroke 0,29 Millisekunden - das bisher schlechteste Ergebnis aller bisher von uns getesteten Solid State Drives. Damit macht die Titan auch gegenüber dem Vorgänger-Modell G.Skill FM-25S2S-128GB keine gute Figur: Die bis auf den zusätzlichen Controller baugleiche SSD erreichte Zugriffszeiten von jeweils 0,21 Millisekunden und reagierte damit 28 Prozent schneller auf Lese- und Schreibbefehle als die Titan.

Fazit: Der zusätzliche SATA-Controller zahlt sich bei der G.Skill Titan FM-25S2S-128GBT1 nur bei den sequenziellen Datenraten aus. Das Tempoplus im Praxisalltag ist hingegen verschwindend gering - zumal die deutlich erhöhten Zugriffszeiten diesen kleinen Tempovorteil gleich wieder auffressen. Wegen der schlechten Schreibrate von 22 MB/s im Praxistest drängt sich das Titan-Modell auch nicht als Alternative zu einer herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatte auf. Daher fällt aufgrund der insgesamt schwachen Leistung der Gigabyte-Preis von 2,39 Euro teuer aus.

Alternativen: Fast viermal so hohe Praxis-Schreibraten erreicht die Super Talent Ultradrive ME FTM28GX25H und kostet mit einem Gigabyte-Preis von aktuell 2,47 Euro nur ein paar Cent mehr. Volles Tempo ohne Kompromisse bietet das SLC-Modell Intel X25-E SSDSA2SH032G1C5 . Dafür kassiert der Halbleiter-Riese aber auch einen stolzen Gigabyte-Preis von derzeit 12,42 Euro.

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