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Roomba 780 und Scooba 390 im Praxistest

31.08.2014 | 12:48 Uhr |

Robopolis zeigt auf der IFA 2014 neue Saug- und Wischroboter von iRobot wie die iRobot Roomba 800er und den Scooba 450. Wir haben die Vorgängermodelle getestet.

Das Hamburger Unternehmen Robopolis stellt auf der IFA die Saug- und Wischroboter von iRobot aus (übrigens: auch Vorwerk nutzt die Internationale Funkausstellung zur Präsentation eines neuen Staubsaugroboters mit der Bezeichnung VR200) . Vom 5. bis 10. September finden Sie die Roomba- und Scooba-Modele in Halle 6.1 am Stand 119.

Darunter die dieses Jahr vorgestellt Staubsauger der iRobot Roomba 800er-Serie (Roomba 870: 629,99 Euro UVP; Roomba 880: 729,99 Euro UVP) und der Nasswisch-Roboter Scooba 450 (629,99 Euro UVP). Aber auch die im Gegensatz zu ihren Vorgängermodellen mit einer xLife-Batterie ausgestatteten Staubsaug-Roboter Roomba 631 und Roomba 651. Hinzu kommt außerdem der Roomba 785, der technisch identisch mit dem Roomba 780 ist, aber mit neuer Farbe und verändertem Zubehörpaket angeboten wird.

Vorwerk Kobold VR200 Saugroboter mit mehr Power und flacherem Gehäuse

Lohnt sich die Anschaffung?

Die Staubsaug- und Nasswischroboter von iRobot (in Deutschland durch Robopolis vertreten) sind also nicht gerade preiswert. Da stellt sich die Frage: Lohnt sich die Anschaffung der motorisierten Haushaltshelfer? Wir haben vor einiger Zeit die beiden damaligen Topmodelle von iRobot getestet: Den Roomba 780 und den Scooba 390. Die Testberichte geben Ihnen eine erste Orientierung.

Hinweis: Der folgende Praxis-Test stammt von Ende Mai 2013 (Redaktionsschluss) .

Test: Roomba 780 und den Scooba 390

Erst saugt Staubsaug-Roboter Roomba den Staub auf, dann wischt Nasswischroboter Scooba feucht nach – die Firma iRobot verspricht mit ihren cleveren Haushalts-Robotern die perfekte, automatisierte Bodenreinigung. Doch funktioniert das wirklich so einfach und wird alles sauber? Erfüllt sich mit Roomba und Scooba der Traum aller Putzmuffel und Müßgigänger? Wir machten einen vierwöchigen Praxistest mit Roomba 780 und Scooba 390 – den beiden Topmodellen unter den iRobot-Maschinen.

Diese Roboter gibt es von iRobot

Das US-Unternehmen iRobot bietet für vier unterschiedliche Einsatzzwecke Roboter an: Staubsaugen (Roomba), Feuchtwischen (Scooba), Regenrinnen reinigen (Looj 330) und Rasenmähen (Robomow Tuscania). Wobei demnächst noch als fünfte Gerätefamilie die Staubwisch-Roboter Braava als Kompromisslösung zwischen Roomba und Scooba hinzu kommen werden.

Bei den Roomba-Staubsaugern für alle Arten von trockenen(!) Fußböden, also beispielsweise für Teppich-, Laminat-, Parkett-, Fliesen-, Stein- und Holzböden, ist das iRobot-Angebot am größten, hier kann der Endkunde derzeit zwischen acht unterschiedlichen Modellen wählen. Bei den Feuchtwischern Scooba gibt es zwei Modelle, ebenso künftig bei den Staubwisch-Robotern Braava. Auch bei den Rasenmähern sind mehrere unterschiedliche Modelle erhältlich, nämlich deren drei, die sich durch die Größe der Fläche, die sie mähen können, voneinander unterscheiden. Für die Regenrinne gibt es dagegen nur ein Modell, für das aber unterschiedliche Aufsätze existieren.

Video: Putzroboter im Praxistest
In der Mitte der Ein- und Ausschaltknopf, darüber die Akkustandanzeige, rechts daneben ein Kratzer, den sich Roomba zuzog, als er unter einem Heizkörper hängen blieb. Unten die Programmiertasten für Uhr und Timer.
Vergrößern In der Mitte der Ein- und Ausschaltknopf, darüber die Akkustandanzeige, rechts daneben ein Kratzer, den sich Roomba zuzog, als er unter einem Heizkörper hängen blieb. Unten die Programmiertasten für Uhr und Timer.

Test-Geräte: Roomba 780 und Scooba 390

Wir haben mit dem Roomba 780 (UVP 649,99 Euro, aktueller Preis im Mai 2014: 490 Euro bei Amazon ) und dem Scooba 390 (UVP 499,99 Euro; aktueller Preis im Mai 2014: 420 Euro bei Amazon) die beiden Flaggschiffe der Gerätegruppen Staubsauger und Nasswischer getestet. Wir wollten wissen, ob der Benutzer mit diesen Robotern wirklich Zeit spart und ob ihr Einsatz vor allem für Berufstätige sinnvoll ist? Zudem haben wir beide Roboter nicht nur in Privatwohnungen getestet, sondern auch im gastronomischen Umfeld. Denn gerade in Restaurants und Cafés herrscht nun einmal ein großer Reinigungsbedarf.

Unterschiede zwischen den Roomba-Staubsaugern

Die Roomba-Staubsaugroboter gibt es zwei unterschiedlichen Preisklassen: Die 600er mit UVPs zwischen knapp 330 und 480 Euro und die 700er mit Preisen zwischen 530 und 650 Euro (UVP). Die ebenfalls existierende 500er-Serie verkauft iRobot ausschließlich an Unternehmenskunden; sie sind also für Privatanwender nicht erhältlich.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen halten sich aber in Grenzen. Typische Premium-Features der hochpreisigeren 700er-Serie, zu der unser Test-Gerät gehört, sind die Hepa-Filter gegen Blütenstaub-Pollen und der größere Auffangbehälter. Zudem weisen die 700er ab dem 770er-Modell mit Hilfe eines Sensors den Benutzer darauf hin, wenn der Auffangbehälter voll ist und deshalb geleert werden muss. Ebenfalls nur bei den höherpreisigen Robotern ist die Virtual Wall Lighthouse enthalten, mit der sich auch ein angrenzendes Zimmer in einem Durchgang mitreinigen lässt. Bei unserem Roomba 780 liegt zudem noch eine Funkfernbedienung bei.

Höhe, Breite, Saugleistung

Alle Roomba-Modelle sind 9,2 Zentimeter hoch – wenn Roomba also unter Betten und Sofas saugen soll (was seine Spezialdisziplin ist), dann müssen die Möbel auf Füßen stehen, die mindestens 9,3 cm Zwischenraum bieten und außerdem müssen die Betten oder Sofas an der Unterseite eben sein. Ist die Unterseite des Möbelstücks nämlich uneben, so kann es passieren, dass Roomba zwar zunächst unter das Möbelstück fahren kann, dann aber stecken bleibt. Die Breite der Roombas beträgt zwischen 33 und 35 Zentimeter. Das Saugwerk arbeitet laut Hersteller bei allen Roombamodellen mit der gleichen Wattleistung, die Saugleistung sollte also zwischen dem preiswertesten und dem teuersten Roomba identisch sein.

Preiswerter Einstieg möglich

Wenn man vom dem für Blütenstaub-Allergiker sinnvollen Hepa-Filtern (im Roomba 780 sind zwei davon verbaut) einmal absieht, sind die genannten Zusatzfeatures aber nicht unbedingt nötig, um ein befriedigendes Reinigungsergebnis erzielen zu können. Auch der günstigste Roomba 620 flitzt unter Bettgestelle und Sofas und macht Ihre Böden sauber. Wenn Sie also einen Staubsaugroboter einfach mal daraufhin ausprobieren wollen, ob der Roboter mit den Verhältnissen in Ihrer Wohnung zurecht kommt und der Reinigungseffekt Ihren Erwartungen entspricht und Sie dafür nicht gleich viel Geld ausgeben wollen, dann tut es auch ein Roomba 620. Wenn er sich in Ihrer Wohnung bewährt, können Sie ihn ja zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht Ihren Kindern schenken, damit diese Ihre Zimmer damit sauber halten. Und sich selbst dann ein 700er-Modell kaufen. Speziell die Fernbedienung halten wir aber in jedem Fall für unnötig.

Rooba fährt auf die Ladestation zu.
Vergrößern Rooba fährt auf die Ladestation zu.

Mit fast allen Robotern außer dem Einsteigermodell 620 wird eine „virtuelle Wand“ mitgeliefert, mit der Sie per Lichtschranke Bereiche der Wohnung für Roomba sperren können. Das ist sicherlich bequem, aber nicht unbedingt erforderlich, zumal Sie für die Virtual Wall eine zusätzliche Batterie benötigen. Ein umgelegter Stuhl tut es zur Not auch, wenn schnell mal ein Bereich blockiert werden soll (und benötigt anders als die virtuelle Wand keine zusätzlichen Batterien). Das Feature „Leuchtturmfunktion“, mit der Roomba in ein benachbartes Zimmer weiter geleitet werden kann, ist ebenfalls praktisch, aber nicht zwingend erforderlich. Schließen Sie ohne „Leuchtturm“ einfach alle Türen zu dem Raum, den Roomba reinigen soll. Wenn Roomba fertig ist, dann signalisiert er das durch einen Piepston und schaltet sich ab. Danach stellen Sie den Roboter in den nächsten Raum, schalten ihn ein und schließen wieder alle Türen hinter ihm. Der Leuchtturm-Effekt ist also bequem, aber nicht unbedingt erforderlich.

Durchaus sinnvoll ist die Programmierbarkeit von Roomba, wie sie ab dem Modell 650 zur Verfügung steht. Im ersten Moment hält man es für überflüssig, Roomba ein Datum und eine Uhrzeit vorgeben zu können, zu denen er seine Arbeit automatisch beginnen. Sondern man denkt sich wohl zunächst, dass man Roomba einfach einschaltet, wenn man die Wohnung verlässt, um in die Arbeit zu gehen. Allerdings kann es zu diesem Zeitpunkt ja vielleicht noch etwas früh sein und der Nachbar in der darunter liegenden Wohnung fühlt sich durch das zwar leise aber durchaus vorhandene Sauggeräusch doch gestört. Insbesondere wenn Roomba laut gegen Metallgegenstände stößt (siehe unten), könnte das als störend empfunden werden. Falls diese Situation für Sie zutrifft, dann sollten Sie ein programmierbares Modell erwerben (der Preisunterschied macht bei der UVP rund 80 Euro aus). Dann programmieren Sie Roomba so, dass er erst etwas später loslegt und den Nachbarn nicht mehr aus dem Schlaf aufschreckt.

Wir testeten die Programmierbarkeit natürlich auch bei unserem Roomba 780: Er kann tatsächlich ganz einfach so programmiert werden, dass er an bestimmten Tagen und zu einer vom Kunden festgelegten Uhrzeit selbstständig zu saugen anfängt. Das klappte im Test einwandfrei.

So funktioniert Roomba

Zur Saugleistung können wir nach vier Wochen Härtetest (sowohl in Privatwohnungen als auch in gastronomischen Betrieben. Auf Laminat, Parkett, Holzbohlen, PVC, Fliesen, Steinboden und Teppichboden) sagen: Wenn Sie Roomba häufig oder stets durch Ihre Wohnung fahren lassen, dann wird der Fußboden größtenteils beeindruckend sauber sein. So viel steht fest. Das gilt auch für auf dem Fußboden ausgelegte Teppiche, sofern diese nicht zu hoch sind und nicht verrutschen. Gerade aus fest verlegten Fußböden zieht Roomba bei jedem Durchgang Unmengen von Fusel und Staubbündeln.

Besonders für berufstätige Menschen ist der Staubsaugroboter eine spürbare Erleichterung und eine Zeitersparnis. Dabei spielt Roomba seine besonderen Stärken dort aus, wo das Staubsaugen ganz besonders wenig Spaß macht, dafür aber umso ertragreicher ist. Also unter Betten und Sofas.

Ein Blick auf die Bürsten, nachdem wir den Auffangbehälter ausgebaut haben.
Vergrößern Ein Blick auf die Bürsten, nachdem wir den Auffangbehälter ausgebaut haben.

Die Vorbereitungen für einen Staubsaugvorgang sind schnell erledigt. Bringen Sie alle empfindlichen Gegenstände wie Vasen oder Spielzeug in Sicherheit, stellen Sie die Stühle auf den Tisch (damit Roomba auch wirklich perfekt überall hinkommt) und entfernen Sie problematische Teppiche und Läufer (die Sie dann natürlich von Hand noch saugen müssen). Sehr großen Schmutz wie größere Brösel oder Blätter von den Zimmerpflanzen sollten Sie ebenfalls entfernen. Ebenso sollten Sie herum liegendes Kinderspielzeug in Sicherheit bringen: Wenn Roomba auf einen Playmobil-Reiterhof zufährt, erinnert das an Szenen aus einem Weltkrieg-II-Film, in denen Kampfpanzer auf einen Schützengraben zurollen...

Das war es dann aber auch schon mit den Vorbereitungen: Starten Sie Roomba und schließen Sie hinter sich alle Türen zu dem Raum, der gesaugt werden soll. Sofern Sie wollen, dass Roomba durch die ganze Wohnung flitzt, lassen Sie die Türen zwischen den Zimmer offen. Übrigens: Jede Stelle überfährt Roomba 780 laut Hersteller vier Mal, um größtmögliche Sauberkeit zu erzielen. Allerdings kommt es durchaus vor, dass er mehrmals knapp an erkennbarem Schmutz vorbei fährt, bis er ihn endlich aufsaugt. Das kann die Nerven des Betrachters durchaus strapazieren. Schauen Sie Roomba also am besten nicht bei der Arbeit zu, sondern genießen Sie den Zeitgewinn.

Absturzschutz und Infrarotstrahl

Abgründe wie Treppenstufen stellen grundsätzlich kein Problem dar, weil Roomba diese mit seinen Sensoren, die an der Unterseite entlang des Gehäuserandes verteilt sind, zuverlässig kennen kann. Roomba kann darüber hinaus selbstständig zu seiner Ladestation zurückfinden, wenn er von dort aus gestartet ist. Die Ladestation sendet dafür einen Infrarotstrahl aus, auf dem Roomba „zurückreitet“. Wenn Sie diese Funktion nutzen wollen, dann müssen Sie die Ladestation während Roombas Einsatz am Strom lassen – sie zieht dann 1,1 Watt. Falls Sie eine besonders stark verschmutzte Stelle säubern lassen wollen, können Sie die Spot-Funktion verwenden. Roomba dreht sich dann in engen Kreisen von seinem Standort weg und säubert eine kleine Fläche besonders intensiv.

Wenn Sie Roomba ohne eingeschaltete Ladestation verwenden, dann bleibt der Roboter an einer beliebigen Stelle stehen, wenn er den gesamten Raum gereinigt hat. Es kann also durchaus vorkommen, dass er dann ausgerechnet unter der Bettmitte seinen Dienst einstellt. Das ist etwas unpraktisch und könnte vermieden werden, indem iRobot einen Lichtsensor an der Oberseite einbauen würde.

Unbedingt sollen Sie empfindliche Gegenstände außer Reichweite von Roomba bringen: Im unserem Test brach zum Beispiel ein alter, bereits wackeliger Tisch auseinander, weil Roomba ihm ein Tischbein umfuhr, Einmal verhängte sich Roomba in mehreren Elektrokabeln und riss daraufhin den damit verbundenen Satellitenreceiver samt Steckdosenleiste herunter und das Antennenkabel heraus.

Unser Tipp: Wenn Sie wollen, dass Ihre Wohnung durchgehend sauber bleibt, dann sollten Sie Roomba jeden Tag ein paar Stunden fahren lassen. Mit einer vollen Akku-Ladung schaffte unser Roomba 780 über drei Stunden Dauereinsatz. Roomba nur ab und zu einzusetzen, erscheint uns dagegen nicht zweckmäßig. Das ist nicht nur schlecht für die Lebenserwartung des Akkus (den man auch einzeln nachkaufen kann – ebenso wie alle anderen Komponenten), sondern verhindert zudem auch einen befriedigenden Reinigungseffekt. Zudem müssen Sie bei größeren zeitlichen Abständen zwischen zwei Saugvorgängen den Staubfangbehälter öfters ausleeren, weil er schneller voll ist. Saugt Roomba dagegen jeden Tag, dann müssen Sie unter Umständen den Auffangbehälter nur einmal am Ende des dreistündigen Saugvorgangs ausleeren.

Roomba von unten: Staubauffangbehälter ganz unten, Bürstenrollen in der Mitte, darüber das Akkufach, darüber die Ladekontakte und die Absturzsensoren. Links oben die Kantenreinigungsbürste.
Vergrößern Roomba von unten: Staubauffangbehälter ganz unten, Bürstenrollen in der Mitte, darüber das Akkufach, darüber die Ladekontakte und die Absturzsensoren. Links oben die Kantenreinigungsbürste.

Vorteile und Nutzen

Zunächst einmal spart Roomba richtig viel Zeit. Denn der zu saugende Raum muss nur kurz vorbereitet werden, schon kann er loslegen. Lässt man den Staubsaug-Roboter mehr oder weniger ständig laufen, kann man das klassische Saugen von Hand auf Ecken und für Roomba nicht zugängliche Stellen beschränken. Roomba steigert also die Lebensqualität, zumindest für solche Nutzer, für die Putzen und Staubsaugen keinen wichtigen Lebensinhalt darstellt. Hausstauballergiker profitieren zudem davon, dass quasi immer in ihrem Haus Jagd auf Hausstaubmilben gemacht wird.

Kosten

Die preiswertesten Einsteigermodelle bekommt man im Internethandel schon für rund 270 Euro. Dazu kommt natürlich noch der Stromverbrauch. Roomba saugt knapp 29 Watt, wenn er aufgeladen wird. Hängt er aufgeladen an der Ladestation, so benötigt er noch rund 5 Watt Erhaltungsstrom. Die Ladestation ohne Roomba benötigt rund 1,1 Watt. Sofern Sie keinen Wert darauf legen, dass Roomba wieder von selbst zur Ladestation zurückkehrt, können Sie die Ladestation während des Saugvorgangs natürlich ausstecken.

Die vordere der beiden Bürsten haben wir ausgebaut. Sie muss dringend gereinigt werden.
Vergrößern Die vordere der beiden Bürsten haben wir ausgebaut. Sie muss dringend gereinigt werden.

Wenn Sie Roomba pro Tag drei Stunden lang mit 29 Watt aufladen und dann jeweils so lange fahren lassen, bis der Akku leer ist und das sieben Tage die Woche, dann kommen Sie auf rund 31,75 kWh pro Jahr. In München zahlen Sie dafür bei den derzeitigen Strompreisen rund acht Euro im Jahr. Dazu kommt dann noch der Stromverbrauch für den Erhaltungsstrom (zirka 5 Watt), der davon abhängt, ob Sie Roomba immer an der Steckdose hängen lassen. Für die Lebensdauer des Akkus wäre das natürlich ideal. Gehen wir einmal davon aus, dass Sie Roomba immer am Ladegerät hängen lassen. Dann kommen wir auf 21 Stunden Erhaltungsstrom am Tag und das 365 Tage lang pro Jahr. Im Jahr würden Sie allein durch den Erhaltungsstrom um die 38,3 kWh verbrauchen, wodurch bei den Stadtwerken München Kosten von nicht ganz 10 Euro entstehen würden. Ein Münchner würde bei dieser Vorgehensweise also zirka 18 Euro im Jahr für Roombas täglichen Einsatz bezahlen bei optimaler Akku-Erhaltung! Falls Roomba während des Einsatzes auch noch zur Ladestation zurückkehren soll – diese also an der Steckdose hängen muss – dann kommen noch einmal 3 Stunden lang 1,1 Watt pro Tag hinzu: Also 1,2 kWh pro Jahr, wodurch Stromkosten von knapp 30 Cent entstehen.

Dazu müssen Sie noch den wenigen Strom für den normalen Staubsauger hinzu rechnen, weil Sie damit ja noch gelegentlich die für Roomba unzugänglichen Stellen saugen müssen.

Nun muss man den Stromverbrauch eines klassischen Staubsaugers gegen rechnen. Nehmen Sie wir einmal an, dass Ihr klassischer Wohnungs-Staubsauger mit 1200 Watt läuft und Sie damit an zwei Tagen in der Woche jeweils eine Stunde saugen (was allerdings sehr knapp kalkuliert sein dürfte. Der tatsächliche Zeitaufwand dürfte wohl eher höher liegen). Damit hätten Sie im Jahr einen Stromverbrauch von 124,8 Watt. In München bezahlen Sie dafür beim regionalen Versorger SWM 31,50 Euro.

Das konkrete Einsatzszenario wird bei jedem Benutzer anders sein. Deshalb kann man keinen verbindlichen Kostenvergleich machen. Man kann aber anhand der obigen Vergleichsrechnung durchaus sagen, dass Roomba in jedem Fall keine höheren Stromkosten als ein konventioneller Staubsauger verursacht, sondern vermutlich den Stromverbrauch sogar eher reduziert. Und in jedem Fall viel Zeit und lästige Hausarbeit erspart.

Schwächen von Roomba

Ecken und Engstellen

In den Wohnungsecken kann Roomba trotz seiner ausgeklügelten Saug- und Wischtechnik nicht jeden Schmutz beseitigen. Hier müssen Sie gelegentlich von Hand sauber machen. Außerdem kann Roomba natürlich nicht unter Betten oder Sofas saugen, deren Beine nachträglich verkürzt wurden. Hier bleibt Ihnen dann nur das Verschieben des Bettes oder das Staubsaugen von Hand. Ebenfalls problematisch sind Tische und Stühle, die auf horizontalen (U-förmigen) Füßen stehen – hier kommt Roomba einfach nicht rein beziehungsweise darüber hinweg.

Mit eines der häufigsten Probleme dürften sehr hohe Teppiche sein beziehungsweise Teppiche, die bei Berührung sofort verrutschen. Hier hilft nur das Entfernen der Teppiche und deren separates Absaugen.

Der entnommene Staubauffangbehälter wurde aufgeklappt und einer der beiden Hepa-Filter bereits gelöst.
Vergrößern Der entnommene Staubauffangbehälter wurde aufgeklappt und einer der beiden Hepa-Filter bereits gelöst.

Staub einatmen

So bequem ein Staubsaug-Roboter auch ist, Sie müssen ihn regelmäßig reinigen (wobei der Reinigungs- und Wartungsaufwand beim Roomba deutlich geringer ist als beim Scooba – siehe nächste Seite). Das bedeutet, dass Sie mit Staub in Kontakt kommen beziehungsweise diesen einatmen, wenn Sie den Auffangbehälter wechseln – und das müssen Sie oft machen. Hausstaub- oder Blütenstaub-Allergiker sollten diesen Wechsel unbedingt nicht selbst vornehmen, sondern einen Familienangehörigen darum bitten.

Hängen bleiben

Beeindruckend sind die Steigfähigkeiten des kleines Saugers. Er klettert durchaus kleine Steigungen hoch und überfährt nicht zu hohe Standbeine von Tischen und Stühlen. Dabei kann es aber vorkommen, dass er mit der Unterseite auf so einem horizontalen Standbein aufsetzt und die Räder dadurch den Bodenkontakt verlieren – der Roboter hängt dann hilflos in der Luft. Und schaltet sich nach ein paar Sekunden ab.

Ebenfalls zum Verhängnis werden kann Roomba ein niedriger horizontaler Spalt, beispielsweise unter einem Heizkörper oder unter einer Bettkante. Da kann es schnell passieren, dass der Roomba festklemmt. Dabei wird auch leicht die kratzempfindliche Oberfläche zerkratzt, wie es bei uns durch einen Heizkörper passierte (siehe nächster Punkt).

Zerkratzen

Roomba erwies sich im Test als sehr robust. Kein einziges Bauteil musste ersetzt und nichts repariert werden. Unsere „Reparaturen“ bestanden ausschließlich im Entfernen von längeren Wollfäden o.ä., die sich in den Bürstenrollen verfangen hatten. Die Gehäuse-Oberfläche wird allerdings leicht zerkratzt, wenn sich Roomba beispielsweise unter einem Heizkörper festfährt. Diese Kratzer beeinträchtigen nicht die Funktionsweise des Roboters, sehen aber unschön aus.

Gelegentliche Hilfe und Kontrolle (beim ersten Mal) nötig

Roomba bewies im Test ein erstaunliches Durchsetzungsvermögen. Doch zumindest wenn Sie den Roboter zum ersten Mal in einem neuen Raum fahren lassen, sollten Sie gelegentlich nachschauen, ob er sich nicht festgefahren hat. Roomba schaltet sich dann zwar ab, aber die weitere Reinigung des Raumes unterbleibt dann natürlich. Zudem vermeiden Sie damit, dass Roomba empfindliche Einrichtungsgegenstände (die Sie grundsätzlich aber immer vor dem Beginn eines Reinigungsvorgangs entfernen sollten) beschädigt, wenn er immer wieder dagegen stößt.

Lautstärke

Grundsätzlich arbeitet Roomba leise (im Unterschied zu Scooba, der mit einem Kreissäge-ähnlichem Kreischen Jagd auf den Schmutz macht). Am lautesten sind noch die Geräusche, wenn er gegen ein Hindernis stößt, wohingegen die Elektromotoren und die Laufrollen vergleichsweise dezent arbeiten. Es kann jedoch relativ laut werden, wenn Roomba gegen Metallgegenstände und/oder vibrierende bzw. etwas zurückfedernde Gegenstände stößt. Wie beispielsweise gegen einen metallenen Beistelltisch. Verfängt sich Roomba zwischen den U-förmigen Metallbeinen dieses Tisches, dann rumpelt es laut. Und das ständig, weil Roomba sich nicht abschaltet, da er sich ja immer etwas bewegen kann und nicht völlig blockiert wird. Ähnlich laut wird Roomba, wenn er gegen Türen stößt, die etwas zurückfedern.Grundsätzlich erkennt Roomba Hindernisse rechtzeitig und bremst davor ab. Bei dunklen Schrankrändern oder Möbelstücken klappt die Erkennung aber mitunter nicht. Und Roomba kracht recht flott gegen das Hindernis.

In jedem Fall sollten Sie Roomba nicht abends oder nachts oder zu sonstigen Ruhezeiten fahren lassen, wenn unter Ihnen jemand wohnt. Der ideale Zeitraum für Roomba ist sicherlich tagsüber, wenn die meisten Menschen in der Arbeit sind. Das gilt in noch deutlich stärkerem Maße für Scooba.

Wartung und Reparatur

Wartung und Pflege

Der Staubauffangbehälter sollte nach jedem Saugvorgang entleert werden. Das Leeren des Auffangbehälters und das gelegentliche trockene Reinigen beiden Bürstenrollen ist dagegen nicht nur einfach, sondern auch wenig eklig. Es handelt sich ja durchwegs um trocken „Schmutz“, also beispielsweise nur um Fusel, Wollfäden oder das eine oder andere Kleinteil, dass von den Bürsten entfernt werden muss.

Dabei sollte man auch die beiden Hepa-Filter rausnehmen und mit Druckluft (aus der Druckluftdose oder aus dem Kompressor) durchblasen. Danach setzt man die Filter wieder ein. Sowohl das Leeren des Auffangsbehälters als auch der Hepa-Filer geht ruckzuck über die Bühne.

Ab und zu – spätestens wenn Roomba per Signallampe darauf hinweist – muss man auch die beiden Bürsten-Rollen an der Unterseite säubern. Dazu entfernt man zunächst den Auffangbehälter und klappt dann die Haltevorrichtung für die Bürsten zurück. Die beiden Bürsten nimmt man dann heraus und entfernt den an ihnen hängenden Schmutz und vor allem von den Wollfäden, die sich um sie gewickelt haben. Das ist etwas zeitaufwändiger und nerviger als das Leeren des Auffangbehälters, geht aber mit etwas Übung auch schnell von der Hand. Etwas Reinigungswerkzeug liefert iRobot mit. Alles in allem ist die Bedienung von Roomba intuitiv und leicht erlernbar und auch für handwerklich ungeschickte Zeitgenossen kein Problem.

Reparatur

Während unseres über vierwöchigen Tests, bei dem Roomba einiges aushalten musste, traten keine Defekte auf, die eine Reparatur erforderlich machten. Falls es aber doch einmal nötig werden sollte: iRobot verwendet ein Baukastensystem für den leichten Austausch von einzelnen Komponenten. So wird jede Komponente von Roomba durch einen eigenen Elektromotor angetrieben. Fünf Elektromotoren im insgesamt im Roomba 780 verbaut: Drei für den Antrieb, einer für die beiden Bürsten-Rollen und einer für den Sauger.

Fällt beispielsweise eine Laufrolle aus, so kann man diese einzeln austauschen. Dazu schraubt man den betreffenden Deckel an der Unterseite ab und nimmt die defekte Komponente raus. Diese kann man dann online einzeln nachbestellen und zu Hause auch mit einfachen Heimwerkermitteln austauschen. Das Einschicken des Robotors sollte damit in bei den meisten Reparaturen unnötig sein,

Fazit

Die Saugleistung von Roomba 780 beeindruckt. Den Fußboden bekommt er zum größten Teil sauber, der Benutzer muss nur noch die Ecken und einige wenige unzugängliche Stellen von Hand saugen. Die Zeitersparnis für den Benutzer ist unbestritten, zumal sich Roomba nur selten festfährt und dann Hilfe zum Freikommen benötigt.

Als Zielgruppe sehen wir zunächst einmal neben Technik-Enthusiasten und Gadget-Liebhaber auch Menschen, denen etwas gewonnene Freizeit wichtiger ist als der Kaufpreis für den Roboter - vor allem also Berufstätige und Besitzer von Räumen mit Kundenverkehr. Denn der Zeitgewinn ist unbestritten. Obendrein erzielt man bei Besuchern einen Aha-Effekt, wenn sie den Roboter das erste Mal im Einsatz sehen und erleben, wie souverän er nicht die Treppe hinunter stürzt!

Besonders wertvoll erscheint uns Roomba aber auch für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit. Ihnen erleichtert Roomba ganz besonders das Staubsaugen unter Betten und Sofas.

Lieferumfang

Roomba 780 wird mit Ersatzbürsten, Ersatz-Hepa-Filtern und Ersatz-Bürstenrollen, Fernbedienung, Reinigungs-Utensilien, zwei virtuellen Mauern (die Batterien dafür muss man separat kaufen), einer gedruckten Kurzanleitung und dem Ladegerät geliefert. Das komplette Handbuch liegt nur digital auf DVD vor, was etwas ärgerlich ist, wenn man während der Anlernphase schnell mal nachschlagen möchte, was eine aufleuchtende Warnlampe bedeutet.

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