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Maus mit Schubregler

Roccat Tyon im PC-WELT-Test

29.09.2014 | 11:11 Uhr |

Vielseitigkeit will Roccat bei seiner neuen Maus "Tyon" groß schreiben, denn das auffälligste Merkmal holt sich die Maus von Joysticks: Der mit dem Daumen bedienbare Schubregler soll in Spielen neue Steuerwege ermöglichen. Wie gut wir mit der Maus zurechtkommen, lesen Sie im Test.

Das Design der Roccat Tyon erinnert im ersten Moment an eine Kone XTD, doch der deutlichste Unterschied ist natürlich die hohe Anzahl an Tasten. Es stehen insgesamt 16 programmierbare Tasten zur Verfügung: Neben der linken und rechten Maustaste befinden sich jeweils noch einmal zwei übereinander liegende Tasten, während der Daumen allein schon drei bedienen kann. Neu ist unter anderem die Taste, die sich an der Unterseite befindet. Die ist ab Werk als „Easy-Shift“-Taste definiert.

Diese Technik ermöglicht eine zusätzliche Belegung der restlichen Maustasten, auch kompatible Tastaturen wie die Ryos MK Pro lassen sich so zweifach belegen. Die beiden oberen Seitentasten kennen bereits von anderen Modellen. Schön finden wir, dass die Zusatztasten intuitiv sitzen und wir sie gemütlich und flott erreichen können. Besonders die neue Easy-Shift-Taste gefällt uns, da sie sich komplett dieser Technik widmen kann. Denn bisher legte Roccat die Funktion standardmäßig auf die hintere Seitentaste. Doch in beiden Fällen lässt sich die Taste beliebig umprogrammieren.

Insgesamt stehen 16 frei programmierbare Tasten zur Verfügung. Allein der Daumen kann drei Tasten bedienen, hinzu kommt noch der Schubregler.
Vergrößern Insgesamt stehen 16 frei programmierbare Tasten zur Verfügung. Allein der Daumen kann drei Tasten bedienen, hinzu kommt noch der Schubregler.
© Roccat

Roccat Tyon mit neuer Tastenbelegung und Schubregler „X-Celerator“

Doch noch ein neuartiges Steuerelement fällt in die Bedienung des Daumens. Der sogenannte „X-Celerator“ ist ein stufenloser 2-Wege-Schubregler, den alte Gaming-Hasen sicher von Joysticks her kennen. Hier hat Roccat vorgesehen, beispielsweise den Schub oder die Neigung des virtuellen Kampfjets darauf zu legen. Denkbar wäre beispielsweise auch die Ausrichtung des Panzerturms, ohne großartig den Nager wie bisher übers Mauspad zu rangieren. Allerdings erfordert die Bedienung eine gewisse Eingewöhnung, funktioniert aber tadellos.

Der Schubregler "X-Celerator" lässt sich ebenfalls mit dem Daumen bedienen, was nach einer kurzen Eingewöhnung super funktioniert.
Vergrößern Der Schubregler "X-Celerator" lässt sich ebenfalls mit dem Daumen bedienen, was nach einer kurzen Eingewöhnung super funktioniert.
© Roccat

Dritte auffälligste Neuerung ist der „Fin Switch“, der sich direkt hinter dem Scrollrad befindet und wie eine kleine Flosse wirkt. Hierauf liegt ab Werk die Tilt-Funktion, womit die Rechts- und Links-Neigung des Scrollrads entfällt. Besonders für Spieler mit Palm-Grip (also die komplette Hand liegt auf der Maus auf) ist der Fin-Switch gut bedienbar, da sie hier nur leicht Zeige- und Ringfinger bewegen müssen. Claw-Grip-Gamer müssen hier leider etwas umgreifen. Übrigens sind leider auch Linkshänder aufgrund der Tastenbelegung und des Designs der Tyon außen vor gelassen.

Altbekannte, aber bewährte Technik

Neben dem Design ist auch die Technik bereits bekannt, da sie komplett von der Kone XTD stammt. Denn auch in der Tyon verbaut Roccat den Laser-Sensor „Pro-Aim R3“, der den Untergrund mit maximal 8200 DPI abtasten kann. Mit an Bord ist auch die „TDCU“-Einheit (Tracking & Distance Control Unit), die den Sensor automatisch auf die Oberfläche kalibriert. Auch die Lift-Off-Distanz lässt sich zwischen 1 und 5 Millimeter definieren. Die Polling-Rate ist mit 1000 MHz angegeben, was einer vorbildlichen Reaktionszeit von einer Millisekunde entspricht. Für die korrekte und schnelle Ausführung wie der Makros und Farbeffekte sorgt ein 72 MHz starker Mikro-Prozessor auf 32-Bit-ARM-Basis. Für das Speichern der Einstellungen steht ein üppiger 576 KB großer Onboard-Speicher bereit.

Der hochauflösende Laser-Sensor Pro-Aim R3 kam schon in der Roccat Kone XTD zum Einsatz, viel neues gibt es hier also nicht zu berichten.
Vergrößern Der hochauflösende Laser-Sensor Pro-Aim R3 kam schon in der Roccat Kone XTD zum Einsatz, viel neues gibt es hier also nicht zu berichten.
© Roccat

Mit einem Gewicht von 126 Gramm ist die Maus unserer Meinung nach nicht allzu schwer, bringt aber mehr im Schnitt mehr auf die Waage als die Konkurrenz. Das USB-Kabel ist mit Kunststoff ummantelt, also „gesleevt“ und ist damit belastbarer und langlebiger als seine herkömmlichen Kollegen. Natürlich verfügt die Tyon auch über RGB-Beleuchtung im Scrollrad und in einer dünnen Leiste rund um die komplette Maus. Damit haben Sie die Auswahl aus 16,8 Millionen Farben, die auch neben einer Dauerbeleuchtung auch noch in verschiedenen Effekten wie Atmen, Blinken oder Herzschlag leuchten kann.

Technische Daten

Roccat Tyon

Abmessungen (L x B x H)

13,5 x 7,8 x 4 Zentimeter

Gewicht

126 Gramm

Tastenanzahl

16

Frei belegbar

Ja

Mausrad

2-Wege

Sensortyp / -bezeichnung

Laser / Pro-Aim R3

Maximale Auflösung in DPI

8200

Polling-Rate

1000 Hertz

Profil- / Makrofunktion

ja / ja

Onboard-Speicher (Kapazität)

576 KB

Verbindung

USB-2.0-Kabel, 1,8 Meter

Weitere Ausstattung / Besonderheiten

gesleevtes Kabel, 16,8 Millionen Farben für Beleuchtung, Oberflächenanalyse-Tool, definierbare Lift-Off-Distanz, Schubregler

Roccat-Treiber mit umfassenden Einstellungen

Der Treiber der Roccat Tyon ist der Dreh- und Angelpunkt der Gaming-Maus. Denn dort lässt sich so ziemlich jedes Detail einstellen, angefangen von der Tastenbelegung, bis hin zum Treiber-Update. Natürlich verbirgt sich dort auch der Makro-Manager, um Ihre Tastaturbefehle entsprechend aufzunehmen. Auch massives Feintuning lässt sich betreiben, wie zum Beispiel auch das unabhängige Verändern der Sensibilität der X- und Y-Achsen oder die Definition der Lift-Off-Distanz. Selbst für ältere Mainboards gibt es die Möglichkeit, die Polling-Rate zu verändern. Nach wie vor lassen sich auch mit der Tyon Trophäen sammeln, die Sie beispielsweise nach einer bestimmten Anzahl an Klicks oder nach zurückgelegten Metern erhalten.

Der Roccat-Treiber bietet Einstellungsmöglichkeiten bis ins kleinste Detail. Anfänger dürfte das aber im ersten Moment wohl überfordern.
Vergrößern Der Roccat-Treiber bietet Einstellungsmöglichkeiten bis ins kleinste Detail. Anfänger dürfte das aber im ersten Moment wohl überfordern.

Test-Fazit zur Roccat Tyon

Der Schubregler „X-Celerator“ ist in kürzester Zeit eine unserer Lieblings-Features der neuen Roccat Tyon geworden. Wer sich also mangels Können bisher geweigert hat, einen Jet in Battlefield 4 zu fliegen, der könnte seine Meinung mit dieser Maus recht schnell ändern. Denn bereits nach einer kurzen Eingewöhnung geht insbesondere das Fliegen komfortabel von der nicht nur sprichwörtlichen Hand. Generell gibt uns der Hersteller viel mehr Kontrolle in die Maushand, denn die vielen zusätzlichen Tasten sind durchweg komfortabel zu erreichen.

Nur Spieler mit Claw-Grip erreichen den Fin-Switch nur schwer, während Linkshänder sich leider nach einer anderen Maus umsehen müssen. Die Bedienung ist dank des hochauflösenden Laser-Sensors stets präzise, die Leuchteffekte sind ein netter Boni in Sachen Individualisierung. Alles in allem ist auch die Verarbeitungsqualität einwandfrei. Dennoch empfehlen wir die Tyon nur für versierte Spieler, denn Anfänger dürften mit der Einstellungs-Vielfalt im Treiber und den vielen Tasten erst einmal überfordert sein. Der Preis von rund 100 Euro ist allerdings sehr hoch, doch im Hinblick auf die zusätzlichen Features und der Qualität gerechtfertigt.

Allgemeine Daten

Gerätekategorie

Peripherie

Hersteller

Roccat

Internetadresse

www.roccat.org

Preis

99,99 Euro

Garantie

24 Monate

 

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