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Roccat Kave XTD 5.1 Digital im Test

18.12.2013 | 14:55 Uhr |

Das Roccat Kave XTD 5.1 Digital bietet nicht nur echten Surround-Sound, sondern auch Bluetooth, um das Smartphone mit dem Headset zu koppeln und Gespräche darüber zu führen. Eine integrierte 5.1-Soundkarte sorgt auch noch für den richtigen Klang. Wie der Sound in der Praxis klingt, erfahren Sie im Test.

Virtueller Surround-Sound ist mittlerweile recht gut, doch "echter" Raumklang klingt dann doch eine Stufe besser: Das Roccat Kave XTD 5.1 Digital ist der Nachfolger des im August 2009 veröffentlichten Kave 5.1, das mit guter Dämpfung und robuster Verarbeitung sowie überzeugendem Raumeindruck punkten konnte. Doch fehlende druckvolle Bässe oder prägnante Höhen in Musikstücken waren die Schwachstellen des wuchtigen Vorgängers. Wir verraten Ihnen im Test, ob der deutsche Peripherie-Hersteller die Fehler ausgemerzt hat und welche zusätzlichen Funktionen nun mit an Bord sind.

Ausstattung & Technik: "echter" Surround-Klang

Beim Roccat Kave XTD 5.1 Digital lässt sich ohne Probleme von echtem Raumklang sprechen, da in beiden Ohrmuscheln je drei Treibereinheiten sitzen: Zwei 40-Millimeter-Treiber sowie einer Woofer-Einheit. Alle Treiber sind in einem 12-Grad-Winkel angeordnet, um sich weitestgehend der Anatomie des menschlichen Ohrs anzupassen. Auf diese Weise möchte der Hersteller einen möglichst realistischen Raumklang ermöglichen. Zusätzlich sitzt in der Tischfernbedienung ein modifizierter Sound-Prozessor von C-Media, um die Multi-Kanal-Wiedergabe zu ermöglichen. Der Anschluss erfolgt über ein herkömmliches USB-2.0-Kabel.

Roccat Kave XTD 5.1 Digital im Test-Video

Aber warum ein modifizierter Klangprozessor? Den Chip hat Roccat insofern angepasst, um die Kommunikation via Bluetooth in der Version 3.0 zu gewährleisten. Richtig gehört, das bisher einzigartige Feature "Smart Link" koppelt das Smartphone drahtlos mit dem Kave, um Telefonate über das Headset zu führen, eine extra App auf dem mobilen Gerät ist nicht notwendig, Sie "pairen" das Gerät wie jedes andere Headset. Der Mikrofonarm ist abnehmbar und lässt sich auch einfach hochklappen. Wir finden nur schade, dass sich das Mikrofon nicht zum Mund hin oder davon weg bewegen lässt. Übrigens befindet sich eine kleine LED am Mikrofon, die anzeigt, ob Sie es stumm geschaltet haben, oder nicht. Ziemlich nützlich im Eifer des Gefechts!

"Echter" Surround-Sound inklusive USB-Soundchip und Bluetooth.
Vergrößern "Echter" Surround-Sound inklusive USB-Soundchip und Bluetooth.
© Roccat

Tischfernbedienung als Kontrollstation

Weiterhin befinden sich auf der Tischfernbedienung weitere Bedienelemente: Mikrofon-Stummschaltung, Telefon-Taste, ein stufenloser Drehregler für die Lautstärke und eine Taste, um zwischen den verschiedenen Surround-Kanälen (Front, Center, Woofer, Rear) zu wechseln, um dort jeweils die Lautstärke separat zu regeln, eine blaue LED-Leiste zeigt die aktuelle Lautstärke in Balken an. Die "Movie"-Taste schaltet zum optimierten Profil für Filme um, während die "Spkrs"-Taste zwischen dem Kave und den angeschlossenen Lautsprechern umschaltet. Denn dank der Klinken-Buchsen an der Rückseite der Tischfernbedienung lässt sich auch Ihr externes 5.1-Soundsystem anschließen und per Knopfdruck umschalten.

Über die Fernbedienung lässt sich so ziemlich alles einstellen.
Vergrößern Über die Fernbedienung lässt sich so ziemlich alles einstellen.
© Roccat

Technische Daten

Roccat Kave XTD 5.1 Digital

Fernbedienung

Tischfernbedienung

Kabellänge

3,6 Meter

Regler

Lautstärke, Mikrofonstummschaltung, Telefon, "Movie"-Taste, "Speakers"-Taste, Kanalumschaltung

Surround

ja (echter 5.1-Surround-Sound)

USB-Soundchip

Ja

Anschluss

USB 2.0

Bauweise

Geschlossen

Frequenzgang

10 - 10000 Hz

Impedanz

23 Ohm

Lautsprecher (Durchmesser)

5.1 (2x 40-Millimeter-Treiber und 1x 30-Millimeter-Bass-Einheit pro Ohrmuschel)

Mikrofon abnehmbar

Ja

Übertragung

kabelgebunden

Besonderheiten

Bluetooth-Pairing mit Smartphones, Anschlüsse für externes 5.1-Soundsystem

Design & Optik: leicht, aber robust

Viele Tester kritisierten beim Ur-Kave das hohe Gewicht, Käufer klagten über mangelnde Verarbeitungsqualität. Doch bei der neuen Version bemerken wir sofort, dass das Headset nicht nur leichter, sondern auch solider verarbeitet ist – sehr schön! Nichts scheppert hier und die Kopfhörer lassen sich auch ungewöhnlich weit verbiegen, ohne zu brechen. Beim Material setzt der Hersteller also komplett auf flexiblen Kunststoff und schafft es, dass es nicht "billig" anmutet.

Schlichtes Schwarz, das anfällig für Fingerabdrücke ist.
Vergrößern Schlichtes Schwarz, das anfällig für Fingerabdrücke ist.
© Roccat

Auf den ersten Blick ändert sich auch nicht viel in Sachen Optik. Das Kave XTD 5.1 Digital ist – wie so ziemlich alles von Roccat – in schwarz gehalten, mit einem glänzenden Streifen rund um die Ohrmuscheln. Allerdings ist das gesamte Material auch recht anfällig für Fingerabdrücke und Schmierer, die das Kave dann doch recht benutzt aussehen lassen. Großartige Beleuchtungselemente wie bei Headsets von Creative oder Steel Series gibt es hier allerdings nicht, Roccat beschränkt sich hier lediglich auf einen dezenten sowie kreisrunden LED-Streifen in blau, der sich rund um den Anschluss des Mikrofonarms an die Ohrmuschel befindet. Individualisten kucken hier also in die Röhre, doch wie immer ist das alles Geschmackssache.

Handhabung: gemütlich, aber nicht optimal abgeschirmt

Apropos Ohrmuscheln: In unserem Fall sind die Ohrmuscheln groß genug, um die Ohren komplett zu umschließen, die weichen Polster fühlen sich gemütlich an, genau wie das Kopfband. Nützliches Detail: Der Kopfbügel ist selbstverständlich verstellbar, um sich verschiedenen Kopfgrößen anzupassen, während kleine Nummern die eingestellte Größe angeben. So lässt sich das Headset einfach wieder in die richtige Größe bringen, sollte es sich einmal jemand anderes aufsetzen. Doch leider lassen sich die Muscheln nicht einklappen, um sie einfacher zu transportieren. Einen Transportbeutel liefert Roccat ebenfalls nicht mit. Die Behauptung, dass sich das Kabel nicht verheddert, können wir nicht bestätigen. Nach mehrmaligen Aufsetzen verwickelt sich das Kabel bereits.

An die Tischfernbedienung lässt sich auch das externe 5.1-System anschließen.
Vergrößern An die Tischfernbedienung lässt sich auch das externe 5.1-System anschließen.
© Roccat

Das Pairing mit dem Android-Smartphone klappt einwandfrei, wir halten die Telefon-Taste einfach länger gedrückt, bis das Bluetooth-Zeichen blinkt. Doch bereits beim ersten Anruf bemerken wir, dass die Ohrmuscheln nicht optimal abgeschirmt sind: Das Signal des Smartphones stört die Übertragung mal weniger, mal etwas mehr hörbar. Abhilfe schaffen Sie mit einer Simkarte und einem Provider, der im E-Netz funkt, wie zum Beispiel Eplus / Base, denn hier gibt es keinerlei Störgeräusche. Telefonieren Sie im D-Netz (zum Beispiel Telekom), dann kommt es nervigen Fiepen und Rattern.

Mächtige Treiber-Software

Der Treiber bietet viele Einstellmöglichkeiten und ist übersichtlich aufgebaut.
Vergrößern Der Treiber bietet viele Einstellmöglichkeiten und ist übersichtlich aufgebaut.

Die mitgelieferte Treiber-Software ist gewohnt mächtig und gewährt zahlreiche sowie detaillierte Einstellungen, die in mehrere Reiter unterteilt sind. So lassen sich dort auch die einzelnen Kanal-Lautstärken einstellen, unter anderem die Sampling-Raten, dynamischer Bass oder der Equalizer. Der Equalizer hält auch gleich sieben vordefinierte Profile bereit, wie zum Beispiel für Counterstrike, Electro-Musik oder Action-Spiele. Weitere Presets lassen sich natürlich auch definieren und abspeichern. Recht witzig ist "Xear Magic Voice", das die Stimme für Ihre Gesprächspartner modifiziert und Sie beispielsweise wie ein Monster klingen lässt. Natürlich lassen sich die Einstellungen in maximal fünf Profilen sichern und abrufen.

Klangqualität: Surround-Sound fürs Gaming

In Sachen Klangqualität müssen wir auf jeden Fall den Equalizer im Treiber aktivieren, denn im Auslieferungszustand ohne irgendwelche Presets lässt der Klang derbe zum Wünschen übrig. Wir wählen für eine Multiplayer-Partie Battlefield 4 die Equalizer-Voreinstellung "Action" und sind beeindruckt: Schüsse lassen sich präzise auf der Karte orten und wir hören an den Schritten der virtuellen Soldaten, ob sie sich in der Nähe befinden oder gleich um die Ecke preschen. Auch Explosionen detonieren recht gut, allerdings könnte der Bass etwas druckvoller sein. Auch in anderen Spielen erleben wir einen glasklaren Raumklang.

Doch wir können nicht 24 Stunden und sieben Tage die Woche daddeln, sondern wollen beim Surfen auch unserer Lieblingsmusik lauschen oder uns zur Abwechslung einen Film ansehen. Auch hier müssen wir einen Equalizer einstellen, denn ohne ein Preset ist der Klang extrem flach und dumpf. Mit den drei Presets sind wir ganz zufrieden, wenn auch nicht restlos überzeugt: Höhen verschluckt das Kave teilweise, der Bass wirkt nur wenig dynamisch. Bei manchen Liedern gibt es auch Schwankungen in der Lautstärke. Bevor wir einen Film starten, stellen wir natürlich auf "Movie" um und erhalten auch hier einen tadellosen Surround-Klang, müssen jedoch auch hier wieder den recht zurückhaltenden Bass bemängeln.

Deshalb schalten wir einfach den virtuellen Bass "Dynamic Bass" hinzu, der für ordentlich Druck sorgt – stellenweise für zu viel, hier müssen Sie bei den Einstellungen ein ruhiges Händchen beweisen. Denn es passiert leicht, dass der Bass bei falschen Einstellungen übersteuert oder einfach nur so vor sich hin wummert. Es benötigt Zeit, den Bass zu regeln, doch letztendlich schaffen wir es und genießen einen kräftigeren Raumklang. Nicht ganz perfekt, aber doch akzeptabel.

Test-Fazit zum Roccat Kave XTD 5.1 Digital

"Echtes" Surround-Sound-Headset für Gamer zum happigen Preis.
Vergrößern "Echtes" Surround-Sound-Headset für Gamer zum happigen Preis.
© Roccat

Wenn Sie echten Surround-Sound in einem Headset möchten, dann kommen Sie aktuell kaum um das Roccat Kave XTD 5.1 herum: Der Raumklang ist beeindruckend, zum einen Dank der großen Audiotreiber, zum anderen aufgrund des Klangprozessors! Und der Hersteller merzt tatsächlich die Fehler des Vorgängers aus und macht das Headset leichter und hebt die Verarbeitung auf eine höhere Stufe. Das Smartphone-Pairing via Bluetooth erweist sich als innovativ und überaus nützlich, die Bedienung ist zudem noch recht simpel. Selbst Neulinge dürften sich im Treiber gut zurecht finden, auch wenn sie einige Begriffe vermutlich erst einmal googlen müssen.

Weniger gut haben uns folgende Punkte gefallen: Das Kabel verheddert sich trotz gegensätzlicher Versprechungen dann doch recht leicht. Außerdem ist die mangelnde Abschirmung nervig, hier hätte der Hersteller besser darauf achten müssen. Des Weiteren ist der Bass ein kleines Problemkind, dem der Käufer etwas mehr Zeit widmen muss, um gute Ergebnisse zu erhalten. Als Headset für Musik können wir das Kave nur eingeschränkt empfehlen. Doch wenn es ums Gaming geht, dann ist das Roccat Kave XTD 5.1 Digital nicht das perfekte Surround-Headset für Gamer, aber ganz nah dran. Dennoch finden wir die unverbindliche Preisempfehlung von rund 170 Euro etwas happig.

Allgemeine Daten

Roccat Kave XTD 5.1 Digital

Testkategorie

Kopfhörer

Hersteller

Roccat

Internetadresse

www.roccat.org

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

169,99 Euro

Garantie

24 Monate

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