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Roccat Skeltr im Praxistest

05.10.2016 | 13:59 Uhr |

Die Roccat Skeltr möchte mobile Endgeräte wie noch nie zuvor in die PC-Nutzung integrieren. Wir haben den Test gemacht – und sind begeistert.

Die Materialwahl der Roccat Skeltr beschränkt sich komplett auf Kunststoff, was der Tastatur nicht gerade eine hochwertige Haptik verleiht. Jedoch ist die Verarbeitung tadellos und muss sich nicht den Ruf eines billigen Plastikbombers gefallen lassen. Mit an Bord ist auch eine LED-Beleuchtung, die sich in fünf Zonen aufteilt: Jeweils zwei LED-Streifen an den beiden Außenseiten, und die Tasten selbst. Über eine RGB-Palette lassen sich individuelle Farbwünsche realisieren, bei den Tasten leuchten aber alle immer in einer Farbe – verschiedene Farbzonen anlegen bleibt Ihnen verwehrt. Leuchteffekte sind auch einstellbar, wenn Sie es wünschen. Ein weiteres Novum betrifft die Handballenauflage: Die lässt sich nun komplett abnehmen. Und dabei ist die Auflage selbst nicht einfach nur ein billiges Plastikteil, sondern ist robust ausgeführt.

TEST-FAZIT: Roccat Skeltr

Die Roccat Skeltr integriert Mobilgeräte so sehr ins Spielgeschehen wie es bisher keine andere Tastatur tut. Diese Komfort-Features sind ungemein nützlich und funktionieren obendrein auch noch ohne Probleme. Und dennoch verliert die Skeltr die Gaming-Tauglichkeit nicht aus den Augen: Programmierbare Makros, LED-Beleuchtung und die Second-Screen-Lösung via Powergrid machen sich im Gamer-Alltag durchaus positiv bemerkbar.

Roccat ruft für die Skeltr eine unverbindliche Preisempfehlung von satten 180 Euro auf. Ein zu hoch angesetzter Preis, insbesondere, weil die Tastatur lediglich auf die Rubberdome-Technik setzt. Aber Roccat kann es sich (bisher) erlauben, denn kein anderes Keyboard kann diesen großen Funktionsumfang bisher vorweisen.

+ umfangreiche Integration von Mobilgeräten

+ programmierbare Beleuchtung und Makros

+ abnehmbare Handballenauflage

- „nur“ Rubberdome-Tasten

- teuer

Rubberdome-Tasten und Dockingstation

Bei der Tasten-Technik greift Roccat auf die preiswerte Rubberdome-Technik zurück: Hierbei drücken Gummikuppeln (die namensgebenden Rubberdomes) die Taste wieder zurück in die Ausgangsposition. Eine weit verbreitete, günstige Tastenvariante, aber nicht gerade die präziseste und haltbarste. Dennoch, die Tasten haben einen nicht allzu leichtgängigen Druckpunkt und lassen sich flüssig bedienen. An die markante Charakteristik von mechanischen Schaltern kommen sie aber definitiv nicht heran, dafür sind die Rubberdomes auch um einiges leiser in der Bedienung.

Gaming-Tastatur mit Smartphone-Kopplung - Roccat Skeltr

Das klassische Tastatur-Layout wird um fünf Makro-Tasten und drei Daumentasten ergänzt, die sich im Treiber frei programmieren lassen. Die Multimedia- und LED-Steuerung hingegen übernehmen doppelt belegte F-Tasten. Und da es sich um eine Roccat-Tastatur handelt, darf natürlich die Easy-Shift-Technik nicht fehlen: Damit lassen sich alle Tasten um eine weitere, einstellbare Funktion bereichern, sofern der Gamer die Easy-Shift-Taste (standardmäßig Caps Lock) gedrückt hält. Die Belegung erfolgt ebenfalls in der Software.

Die Roccat Skeltr verfügt über fünf Beleuchtungszonen, die in verschiedenen Farben und Effekten leuchten können. Die Handballenauflage ist zum ersten Mal bei einer Roccat-Tastatur abnehmbar.
Vergrößern Die Roccat Skeltr verfügt über fünf Beleuchtungszonen, die in verschiedenen Farben und Effekten leuchten können. Die Handballenauflage ist zum ersten Mal bei einer Roccat-Tastatur abnehmbar.
© Roccat

An der Oberseite der Skeltr befindet sich eine lange, gummierte Vertiefung, die Mobilgeräte aufnehmen soll. Sie ist tief genug, um Smartphones und Tablets in Hoch- oder Querformat aufzunehmen, ohne dabei etwas von den Bildschirmen zu verdecken. Dank der Gummierung müssen Sie sich auch keine Sorge um etwaige Kratzer an den Geräten machen. In der Praxis funktioniert das tadellos und dürfte die bisher beste Tastatur-Docking-Lösung auf dem Markt sein!

Das Mobilgerät lässt sich nicht nur Aufladen, sondern auch via Klnke anschließen, um über das PC-Headset zu telefonieren oder Musik vom Smartphone zu hören.
Vergrößern Das Mobilgerät lässt sich nicht nur Aufladen, sondern auch via Klnke anschließen, um über das PC-Headset zu telefonieren oder Musik vom Smartphone zu hören.
© Roccat

Die beliebtesten Gaming-Tastaturen im Test

Telefonieren über das Headset und Schreiben auf dem Smartphone

Doch nur das Smartphone in das Dock zu stecken ist nur die halbe Miete: Dank mitgelieferter Kabel (3,5-Millimeter-Klinke und Micro-USB) lassen sich Mobilgeräte nicht nur aufladen, sondern auch an die Audioanschlüsse der Tastatur dranhängen. Verbinden Sie die Klinkenanschlüsse am USB-Anschlusskabel der Skeltr mit den entsprechenden Buchsen Ihres PCs und stöpseln dann noch Ihr Headset via Klinke an die jeweiligen Ports der Skeltr, ist fortan folgendes möglich: Sie können über einen Druck auf die Telefonhörer-Taste über Ihr angeschlossenes Headset telefonieren! Das Spielgeschehen und die Sprachchat-Teilnehmer werden dabei freilich stummgeschaltet und hören obendrein auch natürlich nichts von Ihrem Telefonat. Sehr coole Sache!

Die andere Taste mit dem Smartphone-Lautsprecher-Symbol setzt auch ein per Klinke angeschlossenes Smartphone voraus. Denn damit schalten Sie zwischen den Audioquellen durch und können zwischen der Tonwiedergabe Ihres Handys oder Ihres PCs flott hin und her wechseln.

Die Taste mit dem Telefon-Symbol nimmt Anrufe Ihres Smartphones entgegen und beendet sie, das Telefonat selbst führen Sie beim angeschlossenem Headset und Handy über das PC-Headset. Die rechte Taste mit dem Smartphone und Lautsprecher wechselt die Audioquelle durch, also zwischen Ihrem Rechner oder Mobilgerät.
Vergrößern Die Taste mit dem Telefon-Symbol nimmt Anrufe Ihres Smartphones entgegen und beendet sie, das Telefonat selbst führen Sie beim angeschlossenem Headset und Handy über das PC-Headset. Die rechte Taste mit dem Smartphone und Lautsprecher wechselt die Audioquelle durch, also zwischen Ihrem Rechner oder Mobilgerät.

Doch die nächste Funktion ist definitiv eine Innovation: Die Skeltr verfügt auch noch über Bluetooth in der Version 3.0 und kann sich mit Ihrem Mobilgerät koppeln. Fortan kann dann die Skeltr als Eingabegerät fürs Smartphone oder Tablet fungieren – hierfür genügt nach einer einmaligen Bluetooth-Kopplung nur noch der Druck auf den Smartphone-Tastatur-Knopf. Auf diese Weise schreiben Sie Nachrichten, E-Mails und Chat-Texte bequem über die Tastatur, ohne das Smartphone umständlich erst in die Hand zu nehmen. In der Praxis funktionierten die Kopplung und das Umschalten absolut reibungslos. Nur bei der Texteingabe selbst passierte es ab und an, dass das Smartphone beim sehr schnellen Tippen manchmal eine Ziffer verschluckt.

Die linke Smartphone-Tastatur-Taste schaltet zwischen der Eingabe am PC oder Smartphone um, die Taste mit dem Swarm-Symbol ruft den Treiber auf dem PC auf.
Vergrößern Die linke Smartphone-Tastatur-Taste schaltet zwischen der Eingabe am PC oder Smartphone um, die Taste mit dem Swarm-Symbol ruft den Treiber auf dem PC auf.

Mechanische Tastaturen - Eine gute Investition?

Mobilgeräte als Second-Screen

Neben den eher sozialen Einbindungen Ihres Mobilgeräts sind noch mehr Funktionen möglich. Und zwar lässt sich das Smartphone als Second-Screen nutzen und kann über die kostenlose Swarm-App den Zustand Ihres Computers anzeigen (Temperatur, Auslastung, etc.), das Einstellen von Tastatur-Optionen ermöglichen oder auch zusätzliche Eingaben von Spielen bereitstellen. Letzteres funktioniert über die zweite Gratis-App „Roccat Powergrid“. Diese sogenannten Grids zeigen beispielsweise spielspezifische Funktionen wie das Aufrufen des Inventars oder die Einblendung der Munitionsanzeige an. Die Grids lassen sich für viele Spiele bereits herunterladen, alternativ können Sie auch selbst welche programmieren. Ein tolles Feature für Gamer! Einzige Voraussetzung für die Nutzung dieser Second-Screen-Lösung: Mobilgerät und PC müssen sich im gleichen Netzwerk befinden.

Das Smartphone kann als Second-Screen dienen und akzpetiert dank Bluetooth-Verbindung die Skeltr als Eingabetastatur: So können Sie Nachrichten schreiben, ohne das Handy umständlich erst in die Hand zu nehmen.
Vergrößern Das Smartphone kann als Second-Screen dienen und akzpetiert dank Bluetooth-Verbindung die Skeltr als Eingabetastatur: So können Sie Nachrichten schreiben, ohne das Handy umständlich erst in die Hand zu nehmen.

Technische Daten

Roccat Skeltr

Bauart

Rubberdome (High-Scissor-Switches)

Anschluss

USB 2.0

Kabellänge

1,8 Meter

Anschluss-Hub

nicht vorhanden

Format

Standardlayout mit Nummernblock

Sondertasten

3x programmierbare Daumentasten, 5x Makro-Tasten, 4x Tasten für Mobilgeräte-Steuerung

Beleuchtet

Ja (RGB, 5 verschiedene Zonen)

Polling-Rate

1000 Hz

Onboard-Speicher

Ja (512 KB)

Extras

gesleevtes Kabel / abnehmbare Handballenauflage / Mobilgeräte-Dock / Bluetooth 3.0 / Klinke- & USB-Anschluss für Mobilgeräte / Easy-Shift-Technik / doppelt belegte F-Tasten zur Multimediasteuerung / sperrbare Windows-Taste / Makro-Programmierung/ einfach verstellbare Höhe

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

Roccat

Internetadresse

www.roccat.org

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

179,99 Euro

Garantie

24 Monate

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