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Motorola Defy im Test

28.01.2011 | 14:15 Uhr |

Das Motorola Defy scheut weder Wasser noch Schlamm und Dreck. Zudem erlaubt das Smartphone dank Android-Betriebssystem die Installation von Apps - keine Selbstverständlichkeit für ein Outdoor-Handy. Welche Vor- und Nachteile das Handy sonst noch bietet, verrät der Test.

Sie können Kaffee über das Motoroly Defy gießen oder es für kurze Zeit baden schicken - das Android-Smartphone wird Ihnen das alles verzeihen. Damit eignet es sich vor allem für Leute, die beispielsweise auf Baustellen arbeiten oder Hobbys wie Mountainbiken oder andere Extremsportarten ausüben.

Das Motorola Defy ist nämlich IP67-zertifiziert. Damit verspricht Motorola, dass das Handy mehrere Minuten im Wasser übersteht und kein Staub eindringt. Ein kurzes Wasserbad in einer Blumenvase hat das Gerät im Test bestanden. Auch einen Sturz auf den Boden hat das Android-Smartphone bravourös gemeistert. Nicht einmal das gut lesbare 3,7-Zoll-Display des Motorola Defy wurde in Mitleidenschaft gezogen. Der Grund: Es besteht aus gehärtetem Gorillaglas, daher wies es auch nach dieser Test-Tortur keine Sprünge auf.

Starker Mantel

Vorder- und Rückseite des Motorola Defy sind an der kurzen Seite mit einer und an der langen Seite mit je drei Schrauben zusammenmontiert. Die Akku-Abdeckung auf der Rückseite ist aus Gummi gefertigt, sie wird mit einem Schieberiegel fixiert. Die Anschlüsse für die 3,5-Millimeter-Klinke für Kopfhörer und der Mikro-USB-Anschluss sind mit einem Gummipropfen abgedichtet. Damit hat Motorola zwar viel Gummi verbaut, dennoch das Design nicht vernachlässigt: Die Optik ist im Vergleich zu anderen Outdoor-Handys fast schon elegant. Und die Maße ansprechend klein, so dass das Handy trotz großem Display ganz gut in die Hemdtasche passt. Eine Kleinigkeit fehlt dem Outdoor-Handy jedoch: eine LED-Taschenlampe.

Apps für das Outdoor-Smartphone

Extrapunkte gibt es für das Betriebssystem. Bislang wurden Outdoor-Handys immer nur mit einfachster Ausstattung auf den Markt gebracht. Motorola wagt nun den Sprung zum Outdoor-Smartphone. Das Motorola Defy läuft unter dem Betriebssystem Android 2.1. Damit ist das Handy zwar nicht auf dem aktuellen Smartphone-Stand. Dennoch können Sie das Handy mit Apps aus dem Android Market aufrüsten, wie Sie es brauchen. Je mehr Apps Sie jedoch aufladen, desto langsamer wird das Smartphone, das mit seinem 800-MHz-Prozessor nicht zu den schnellsten Modellen gehört. Zusätzlich lähmt die Bedienoberfläche Motoblur die Aktionsgeschwindigkeit. So lässt sich das Smartphone oft eine Millisekunde Zeit, bis eine App zur Verfügung steht. Und beim Zwei-Finger-Zoom ruckelt es ein bisschen, während das Bild größer gezogen wird.

Motorola Motoblur

Wie jeder Hersteller von Android-Handys hat auch Motorola die Bedienoberfläche des Betriebssystems angepasst. Motorola nennt die Eigenbau-Software "Motoblur": Sie bündelt sämtliche Konten sozialer Netzwerke und sorgt für schnellen Daten-Upload sowie rasches Verbreiten des eigenen Status auf Twittter und Facebook. Auch der Betriebsmodus für Autofahrten, der erstmals auf dem Motorola Milestone zu finden war, ist wieder installiert. Er macht das Handy zum Navi, wenn man es in eine Autohalterung für die Windschutzscheibe einklickt. Dann sind nur noch einige relevante Menüpunkte wie Anrufen, Musik oder navigationsrelevante Elemente zu sehen. Als Navigationslösung dient das kostenlose Google Maps Navigation in der Beta-Version.

Die Software 3G Mobile Hotspot sorgt dafür, dass sich das Handy zu einem WLAN-Hotspot umfunktionieren lässt. Damit surfen Sie mit Ihrem Notebook, das Handy dient dabei als Türöffner ins Internet. Die Webseiten bauen sich in weniger als zehn Sekunden auf - ein sehr guter Wert. Nur Flash-Seiten werden nicht angezeigt. Zum schnellen Tippen steht "Swype" zur Verfügung. Statt Buchstabe um Buchstabe zu treffen, fahren Sie einfach mehr oder weniger genau alle Buchstaben eines Wortes ab, lösen am Ende des Begriffs den Finger vom Display, fertig. Damit sind E-Mails und Status-Updates schnell getippt.

Multimedia

Obwohl das Motorola Defy eine Auswahl an Motivprogrammen, einen Makro-Modus und einen Verwacklungsschutz zu bieten hat, enttäuschten die Bilder. Kleine Details im Bild verschwammen, die Schärfe fiel zum Rand hin deutlich ab. Allerdings produzierte die Kamera kaum Bildrauschen. Die Videos lösten aufgrund ihrer Auflösung von 640 x 480 Pixel (VGA) keine große Begeisterung aus. Für You-Tube-Videos reicht die Qualität gerade so aus.

Das UKW-Radio mit RDS-Senderanzeige und der MP3-Player lassen sich gut bedienen. Praktisch: die Liedtexteinblendung im MP3-Player. Hier sind Fortschritte gegenüber Motorolas ersten Versuchen auszumachen. War anfangs der synchrone Ablauf zwischen Text und Lied noch nicht ganz stimmig, so lief die Anzeige im aktuellen Test absolut deckungsgleich zum abgespielten Lied.

Fazit

Wer häufig bei Wind und Wetter draußen ist, sollte sich das Motorola Defy ansehen: Dank IP67-Zertifizierung machen ihm Staub und Wasser nicht das Geringste aus. Und trotzdem sieht das Handy nicht wie ein Gummiknüppel aus. Zudem kommt das Mobiltelefon mit Android 2.1 - so lassen sich noch jede Menge Apps aus dem Android-Market auf das Smartphone packen. Die Arbeitsgeschwindigkeit lässt aufgrund des 800-MHz-Prozessor und Motorolas Bedienoberfläche Motoblur manchmal etwas zu wünschen übrig, aber damit kann man leben. Der wirkliche Schwachpunkt des Motorola Defy liegt bei der Kamera: Bilder waren rauscharm, die Bildqualtät erwies sich dennoch nur als mittelmäßig. Videos mit 640 x 480 Pixeln Auflösung sind nicht mehr zeitgemäß. Wirklich Spaß machen ein Ausflug ins Web sowie die Nutzung von Twitter und Facebook. Über Motorolas Kontenverwaltung für soziale Netzwerke funktioniert das einfach und schnell.

ALLGEMEINE DATEN

Testkategorie

Handys

Handy-Hersteller

Motorola

Motorolas Internetadresse

www.motorola.com

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

320 Euro

TESTERGEBNIS (NOTEN)

Ausstattung und Software (25%)

2,17

Handhabung und Bildschirm (25%)

2,82

Interent und Geschwindigkeit (20%)

5,59

Mobilität (15%)

2,99

Multimedia (10%)

4,24

Testnote

befriedigend (3,29)

DIE TECHNISCHEN DATEN

Handy-Basics

Größe

59 x 107 x 13,4 Millimeter

Gewicht

118 Gramm

Formfaktor

Barren

Betriebssystem

Android 2.1

Prozessor

800 MHz

Besonderheiten

wasserdichtes Outdoor-Handy

Akku-Laufzeit

Stand-by-Zeit im GSM-Netz in Stunden

238 Stunden

Gesprächszeit im GSM-Netz in Minuten

408 Minuten

Stand-by-Zeit im UMTS-Netz in Stunden

k. A.

Gesprächszeit im UMTS-Netz in Minuten

k. A.

Netze

GSM 900

ja

GSM 1800

ja

GSM 1900

ja

GSM 850

ja

EDGE

ja

UMTS

ja

HSDPA

ja

HSUPA

ja

Display

Größe

45 x 81 Millimeter

Auflösung

480 x 854 Pixel

Touchscreen

ja

Handhabung

Mechanische QWERTZ-Tastatur

nein

Ruftonzuordnung pro Kontakt oder Kontaktgruppe

ja

Profile

nein

Flugzeug-Modus

ja

Ausstattung

Schnittstellen

Bluetooth

ja

Bluetooth 3.0

nein

USB

ja

WLAN 802.11b/g

ja

WLAN 802.11n

ja

3,5-Millimeter-Klinkenstecker

ja

Speicher

RAM

512 MB

ROM

2 GB

Speichererweiterung

ja

Speicherkarte im Lieferumfang

ja

GPS

GPS-Chip

ja

Navigationssoftware

Off-Board-Navi

Multimedia

Fotos

Auflösung

2592 x 1936 Pixel

Autofokus

ja

Makro

ja

Motivprogramme

ja

Bildstabilisator

ja

Optischer Zoom

nein

Videos

Auflösung

640 x 480 Pixel

Bildstabilisator

nein

Musik

Anzahl Formate

7

Headset im Lieferumfang

ja

UKW-Radio

ja

Connectivity

Browser

ja

Push-E-Mail

ja

E-Mail-Anhänge

ja

Instant Messaging

ja

Facebook vorinstalliert

ja

Übernahme Kontakte aus Facebook ins Adressbuch

ja

Twitter-Client vorinstalliert

ja

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