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Intel Core 2 Extreme QX9770

28.05.2008 | 14:36 Uhr |

Wir hatten Intels taktstärksten Vierkerner Core 2 Extreme QX9770 im Testlabor. Wie gut der Quad Core seine 3,2 GHz in Rechenleistung umsetzt und wie viel Strom er dabei verbraucht, klärt unser Test.

Intels Spitzenmodell unter den Vierkernern arbeitet exklusiv mit dem höchsten Front Side Bus von 400 (effektiv 1600) MHz. Eine weitere Besonderheit der Extreme-Modelle ist der im Bios frei wählbare Multiplikator, über den sich die Taktrate in 200-MHz-Schritten nach Gutdünken erhöhen lässt, ohne den Systemtakt manipulieren zu müssen. Der Leistungsfetischismus des Core 2 Extreme QX9770 hat allerdings auch seinen Preis: Aktuell müssen Sie knapp 1100 Euro für das Prozessor-Flaggschiff von Intel berappen - ebenfalls ein einsamer Rekord.

Stromverbrauch: Im Leerlauf saugte das Testsystem des Core 2 Extreme QX9770 satte 158 Watt aus dem Netzteil und lag damit bereits 22 Watt über dem Test-PC des 3-GHz-Vierkerners Intel Core 2 Extreme QX9650 . Sind alle Kerne voll ausgelastet, verbrauchte die QX9770-Testplattform 222 Watt - im Vergleich zum Core 2 Extreme QX9650 ein um 12 Prozent höherer Stromverbrauch. Gegenüber der AMD-Konkurrenz ist das allerdings sparsam - so benötigte der Core 2 Extreme QX9770 nur 87 Prozent der Energie, die das Testsystem des AMD Phenom X4 9600 verschlang (256 Watt). Noch besser sieht die Energiebilanz des Core 2 Extreme QX9770 aus, wenn wir Intels Spitzenmodell mit AMDs aktuellem Vierkern-Flaggschiff Phenom X4 9850 vergleichen: Mit sage und schreibe 311 Watt verbrauchte die Testplattform des AMD-Prozessors 40 Prozent Strom.

Neben dem Bruttostromverbrauch der Testplattformen messen wir auch die Energieeffizienz eines Prozessors. Sie dient als Kenngröße dafür, wie viel Rechenleistung die CPU pro Watt bietet. Hier schnitt der Core 2 Extreme QX9770 mit 57,2 Punkten pro Watt ebenfalls hervorragend ab, musste allerdings die Spitzenposition dem Core 2 Extreme QX9650 überlassen (59,6 Punkten pro Watt). Hausintern weit abgeschlagen landete der Intel Core 2 Quad Q6600 mit 40,6 Punkten/Watt sowie der Intel Core 2 Duo E7200 mit 35,5 Punkten/Watt. Noch nicht einmal halb so effizient mit Energie geht hingegen die AMD-Konkurrenz um - deren Energieeffizienz variierte von 20 bis 29 Punkte/Watt. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, das Intel den Core 2 Extreme QX9770 bereits im fortschrittlichen 45-Nanometer-Fertigungsprozess produziert, während AMD seine aktuelle Prozessorgeneration noch im 65-Nanometer-Verfahren herstellt.

Ausstattung: Der Core 2 Extreme QX9770 darf auf reichlich Pufferspeicher zugreifen. Je Kern stehen 32 KB L1-Cache zur Verfügung. Hinzu kommt der gemeinsame 12 MB große L2-Cache, bei dem sich je zwei Rechenkerne 6 MB teilen. Der Funktionsumfang lässt keine Wünsche offen: Die 3,2-GHz-CPU beherrscht die Hardware-Virtualisierung Intel Virtualization Technology (IVT) und unterstützt via EM64T 32- und 64-Bit-Betriebssysteme sowie die vor allem für Firmenrechner relevante Sicherheitsfunktion Trusted Execution Techologie (TXT). Hinzu kommen alle zusätzlichen SSE-Befehlssätze bis hin zur Version 4.1 sowie der Schutz vor Angriffen durch einen Puffer-Überlauf (XD-Bit). Weitere Ausstattungsmerkmale sind der Überhitzungs-Schutz Thermal-Monitor 2 sowie die Energiesparfunktion Enhanced Intel Speedstep Technology (EIST) inklusive der Takt- und Spannungsregulierung Enhanced Halt State (C1E).

Rechenleistung: In allen Tests ging der Core 2 Extreme QX9770 als erster über die Ziellinie. Insbesondere wenn alle vier Rechenkerne auslastet sind, hielt die 3,2-GHz-CPU das Testfeld deutlich auf Distanz. Im hauseignen Vergleich mit dem Core 2 Extreme QX9650 war Intels Spitzenmodell bis zu 8 Prozent flotter unterwegs. So erreichte der Core 2 Extreme QX9770 beim Rendering-Test von Cinebench 12690 Punkte und erarbeitete sich damit gegenüber dem QX9650 einen Vorsprung von gut 7 Prozent. Bei der Spieleleistung ergab sich ebenfalls ein messbarer Unterschied. So erreichte der Core 2 Extreme QX9770 im Ego-Shooter Crysis bei der 800er-Auflösung eine mittlere Bildrate von 139 Bildern pro Sekunde und war damit ebenfalls 7 Prozent flotter.

Lastet jedoch die Software nicht alle vier Kerne aus, schmilzt der Vorsprung des Core 2 Extreme QX9770 gegenüber dem QX9650 wie Schnee in der prallen Sonne: So war das Intel-Flaggschiff beispielsweise bei der Umwandlung einer Musik-CD ins MP3-Format unter iTunes mit 52 Sekunden nur zwei Sekunden früher fertig. Ein weiteres Beispiel ist der Systemtest PC Mark Vantage. In diesem Benchmark erreichte der Core 2 Extreme QX9770 eine Gesamtpunktzahl von 5955 Punkten und lag damit lediglich 2 Prozent vor seinem 3-GHz-Pendant Core 2 Extreme QX9650.

Ein direkter Vergleich zur AMD-Konkurrenz verbietet sich angesichts des Preisunterschiedes - schließlich kostet der Core 2 Extreme QX9770 rund 6 mal so viel wie der Phenom X4 9850 - derzeit der schnellste AMD-Vierkerner im Test. Wenn Sie trotzdem vergleichen wollen: alle Testergebnisse des AMD Phenom X4 9850 .

Fazit: Unter den Desktop-Prozessoren für Ein-Sockel-Systeme bietet der Core 2 Extreme QX9770 derzeit die höchste Rechenleistung, die Sie für Geld kaufen können. Hinzu kommt die hervorragende Energieeffizienz des Quad Cores sowie die tadellose Ausstattung. Wegen des exorbitanten Preises von fast 1100 Euro sollten Sie den Kauf des Rechenchampions allerdings nur in Erwägung ziehen, wenn Sie Ihr Geld mit Hilfe von Software verdienen, die alle vier Rechenkerne voll auslasten.

Alternativen: In vielen Einsatzgebieten nur unwesentlich langsamer rechnete unser amtierender Testsieger Core 2 Extreme QX9650 . Die 3-GHz-CPU steht Intels Flaggschiff bei der Ausstattung in nichts nach, besitzt eine noch etwas bessere Energieeffizienz und ist obendrein deutlich günstiger zu haben. Mit aktuell 770 Euro bekommen Sie den leistungsstarken Quad Core rund 300 Euro günstiger als Intels Spitzenmodell Core 2 Extreme QX9770.

Hardware-Galerie: Die besten Prozessoren

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