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Razer Manowar im Praxistest

31.08.2016 | 14:02 Uhr |

Das kabellose Surround-Sound-Modell von Razer bietet einen hohen Tragekomfort, eine einfache und intuitive Bedienung sowie ein wuchtiges, aber dennoch schlichtes Design. Wie sich das Manowar in der Praxis schlägt, lesen Sie in unserem Test.

Auf den ersten Blick scheint das Razer Manowar sehr wuchtig und klobig zu sein, wodurch der Eindruck entstehen könnte, dass es sehr schwer und unbequem ist. Schauen wir jedoch genauer hin, dann fallen uns die gute Polsterung der Ohrmuscheln und des Kopfbandes auf. Dazu kommt, dass die verwendeten Materialien - überwiegend Kunststoff - das Gewicht sehr gering halten.

Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei dem neuen Gerät von Razer um ein kabelloses Headset mit einem virtuellen 7.1-Surround-Sound, was auf intensiven Gaming-Spaß hoffen lässt.

TEST-FAZIT: Razer Manowar

Insgesamt ist das Manowar gut gelungen. Das Gewicht in Kombination mit der Polsterung lassen lange Zocker-Sessions durchaus zu. Auch der störungsfreie, kabellose Betrieb hat uns sehr gut gefallen, genau wie die problemlose Einrichtung. Positiv sind auch die hohe Reichweite und die lange Akkulaufzeit.

Lediglich die gewählten Materialien könnten bei einem Preis von knapp 200 Euro doch etwas hochwertiger ausfallen. So knarzt das Kunststoff-Kopfband bei höherer Belastung schon sehr bedrohlich. Ein leichtes Aluminium-Band würde zu einer modernen Optik und besseren Qualität beitragen. Der Surround-Sound bietet ein fesselndes und wummerndes Spieleerlebnis, wobei die Klarheit leider etwas zu kurz kommt.

Im Großen und Ganzen erwartet man in einer solchen Preisklasse einen ausgewogeneren Klang und außerdem die Möglichkeit, das Headset vielseitig zu nutzen - und nicht nur zum Zocken, auch wenn es dort seinen Job vorbildlich gut erledigt. Die unverbindliche Preisempfehlung von rund 200 Euro ist desahlb recht happig und unserer Meinung nach zu hoch angesetzt.

+ kräftiger Surround-Sound

+ kabellos

+ sehr leicht

- wuchtiges Design

- wenig hochwertige Materialien

Design und Tragekomfort

Das im ersten Moment wuchtige Design wird durch filigrane Elemente aufgelockert, wodurch allerdings die Stabilität des Headsets beeinträchtig wird. Nicht ohne Grund weist Razer in seinem Handbuch darauf hin, die Kopfhörer nicht zu sehr zu belasten. Generell sollten Sie also bei der Handhabung eine gewisse Sorgfalt walten lassen. Die weiche Polsterung der Ohrmuscheln könnte für unseren Geschmack außerdem etwas praller sein. Dennoch ist das Gesamtpaket aus der Kunstleder-Polsterung und des geringen Gewichts ideal für lange Zocker-Sessions. Immerhin kommt das Manowar auf leichte 375 Gramm.

Die Polster lassen sich für eine einfache Reinigung unkompliziert abnehmen.
Vergrößern Die Polster lassen sich für eine einfache Reinigung unkompliziert abnehmen.
© Razer

Da sich die Ohrmuscheln für einen einfacheren Transport um 90 Grad drehen lassen, hatten wir das Gefühl, dass sich das Headset unseren Kopfbewegungen anpasst. Auf diese Weise sitzt es definitiv flexibler als vergleichbare Modelle, was uns persönlich recht gut gefällt. Ein stufenweises Einrasten des Kopfbandes ermöglicht einen sicheren Halt auf verschieden großen Köpfen. Da sich die Polster unkompliziert abnehmen lassen, erleichtert das die Reinigung und gewährt einen Blick auf die 50-Millimeter-Treiber – sehr schön!

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Anschluss und Steuerung

Die erste Inbetriebnahme erfolgt ganz einfach durch Einstecken des mitgelieferten USB-Dongles in den PC und Einschalten des Headsets. Ohne große Umwege ist der Kopfhörer dann startklar. Wer jedoch den Surround-Sound genießen möchte, muss die kostenlose Razer-Synapse-Software installieren.

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Das Manowar soll eine Akkulaufzeit von sagenhaften 14 Stunden und dazu eine Reichweite von 12 Metern bieten. Letztere das ist jedoch abhängig von der Umgebung, zum Beispiel wie viele Wände sich zwischen Ihnen und dem Dongle befinden. Für eine höhere Reichweite im kabellosen Betrieb liefert Razer eine USB-Verlängerung mit. Sie verfügt über ein zwei Meter langes, stoffummanteltes Kabel und ermöglicht so eine flexiblere, etwas weiter vom PC entfernte Platzierung des Dongles. Das ein Meter lange Ladekabel fällt für unseren Geschmack etwas kurz aus. Aufladen im laufenden Betrieb gestaltet sich daher etwas schwierig.

Das Razer-Logo an der Seite kann getreu der Chroma-Linie im gesamten RGB-Farbspektrum leuchten. Das Mikro lässt sich in der Ohrmuschel aufrollen.
Vergrößern Das Razer-Logo an der Seite kann getreu der Chroma-Linie im gesamten RGB-Farbspektrum leuchten. Das Mikro lässt sich in der Ohrmuschel aufrollen.
© Razer

Einfach von der Hand geht die Steuerung. An der linken Ohrmuschel befinden sich der Ein- und Ausschaltknopf, der Micro-USB-Anschluss zum Aufladen und ein Drehrad zur Regelung der Mikrofonlautstärke. Durch einen Druck auf das Rad schaltet das Headset außerdem sofort in den Mute-Modus. Der Druckpunkt könnte jedoch knackiger sein. Zudem befindet sich an der linken Ohrmuschel noch das ausziehbare Mikrofon mit einem sehr flexiblen Hals.

Die Bedienelemente kompensieren eine Kabelfernbedienung, beim Aufsetzen kommt drückt man aber gerne mal aus Versehen auf eine der Tasten.
Vergrößern Die Bedienelemente kompensieren eine Kabelfernbedienung, beim Aufsetzen kommt drückt man aber gerne mal aus Versehen auf eine der Tasten.
© Razer

Ein Aufbewahrungs-Slot für den USB-Dongle sitzt auf der rechten Ohrmuschel, genau wie ein Rad zur Lautstärkeregelung. Auch hier löst ein Druck auf das Rad eine Stummschaltung des Spielsounds aus. Etwas gewöhnungsbedürftig finden wir die Platzierung dieser Bedienelemente allerdings schon, denn beim Aufsetzen des Headsets drückten oder drehten wir immer mal wieder versehentlich an einem Rad.

Klangqualität und Razer-Synapse-Software

Schon im Stereobetrieb bietet der Manowar einen soliden und ausgewogenen Klang. Die Bässe könnten tatsächlich etwas kräftiger sein, aber für das Feintuning ist ja die Software da. Mit dieser können Sie nicht nur den Surround-Sound aktivieren und kalibrieren, sondern den Klang auf Ihre ganz individuellen Wünsche anpassen. Razer Synapse bietet Sonderfunktionen wie einen Equalizer, Bass Boost, Voice Clarity und die Einstellung der RGB-Chroma-Beleuchtung des Logos an den Ohrmuscheln. Die Bedienung geht intuitiv von der Hand und benötigt somit wenig Erklärungsbedarf.

Razer Synapse ist ein einheitlicher, cloudbasierter Treiber für Razer-Hardware. Die Bedienung ist einfach und übersichtlich gehalten.
Vergrößern Razer Synapse ist ein einheitlicher, cloudbasierter Treiber für Razer-Hardware. Die Bedienung ist einfach und übersichtlich gehalten.
© Razer

Ist der Surround-Sound erst einmal aktiviert, möchte man einen Shooter gar nicht mehr ohne spielen. Der wuchtige und kräftige Sound beeindruckt auf einer Seite, lässt auf der anderen aber ein wenig Klarheit vermissen. Musikliebhaber werden deshalb nur bedingt Freude mit dem Manowar haben, solange Sie nicht Einstellungen mit dem Equalizer vornehmen. Dazu sei aber gesagt, dass es sich um ein Modell für Gamer handelt.

Allerdings vermissen wir am neuen Razer-Headset den Klinkenanschluss. Spieler der Xbox One oder Smartphone-User können das Headset somit nicht nutzen. Nur PS4-Spieler können das Manowar einsetzen, aufgrund der fehlenden Software aber auch nur im Stereomodus. Somit ist das Headset definitiv eher etwas für PC-Zocker. Dem Mikrofon hat Razer ebenso viel Aufmerksamkeit geschenkt wie dem Surround-Sound. Hier überraschte uns eine deutliche und klare Sprachübertragung, der keine Nebengeräusche auffängt.

//www.pcwelt.de/downloads/Game-Booster-1045770.html:Kostenloses Razer-Tool soll Spiele-Leistung optimieren

Technische Daten

Razer Manowar

Fernbedienung

An den Ohrmuscheln

Regler

Lautstärke, Stummschaltung, Mikrofonlautstärke

Anschluss, Übertragung

kabellos (Funk, 2,4 GHz)

Bauweise

geschlossen

Kabellänge

Ladekabel-Länge 1 Meter, USB-Dockingstation 2 Meter

Lautsprecher (Durchmesser)

50 Millimeter

Mikrofon abnehmbar

nein, aber in der Ohrmuschel aufrollbar

Lieferumfang

Ladekabel, USB-Dongle, USB-Dockingstation

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

Razer

Internetadresse

www.razerzone.com

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

199,99 Euro

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