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Razer Blackwidow Chroma im Praxis-Test

13.04.2015 | 11:11 Uhr |

RGB-Beleuchtung in Eingabegeräten mausert sich fast schon zum Standard, Razer reiht sich mit einer überarbeiteten Version der mechanischen Blackwidow in diesen Trend ein. Wir haben das Keyboard im Praxis-Test.

Die Razer Blackwidow Chroma ist keine komplett neue Tastatur: Bereits 2011 hatten wir eine Blackwidow Ultimate im Test, die mit mechanischen Schaltern von Cherry ausgestattet war und durchaus Anklang in der Gaming-Community fand. Die Neuauflage führt den Zusatz Chroma, was ein Hinweis auf die Vollspektrum-Beleuchtung ist. Somit haben Sie also die Auswahl aus 16,8 Millionen Farben, in der die Tastatur erstrahlen kann. Eine weitere Neuerung gibt es auch bei den Switches. Denn anstatt auf die altbewährten Cherry-MX-Varianten zu setzen, hat Razer in Kooperation mit Kaihua (Kailh-Switches) eigene Schalter entwickelt und verbaut sie in der neuen Blackwidow Chroma.

Mechanische Tastaturen im Test

Ausstattung und Technik im Überblick

Den Tastenanschlag lösen Sie nun über die giftgrünen Razer-Schalter aus, die besonders auf die Ansprüche der Gamer zugeschnitten sein sollen. Im Detail lösen die Switches mit einer Druckkraft von 50 Milligramm sowie nach einem Schaltweg von 1,9 Millimetern den Anschlag aus. Zum Vergleich: Die vergleichbaren blauen Cherry-MX-Schalter, die Razer in den älteren Tastaturen integrierte, diktieren einen etwas längeren Weg von 2,2 Millimetern. Der Unterschied ist also nicht frappierend, beide Schalterarten lassen sich somit sehr flink bedienen, da die Wege recht kurz sind und keine große Kraft vonnöten ist. Hinzu kommt bei beiden das taktile, also spürbare Feedback, wenn die Kontaktauslösung erfolgt. Im Vergleich klacken die grünen Schalter aber lauter.

Der Aufbau der grünen mechanischen Razer-Schalter im Detail.
Vergrößern Der Aufbau der grünen mechanischen Razer-Schalter im Detail.
© Razer

Unter der Haube ist die Technik ebenfalls nicht allzu weit entfernt voneinander: Bei beiden Modulen sorgt eine Feder unter der Tastenkappe für das Zurückschnellen der Taste – grob erklärt. In unserem Artikel „Mechanische Tastaturen – Grundlagenwissen“ finden Sie weiterführende Informationen. Nach Herstellerangaben sollen die grünen Razer-Switches 60 Millionen Anschläge überdauern. Grundsätzlich ähneln sich die grünen Schalter der blauen Cherry-MX-Variante, die besonders bei Vieltippern beliebt sind.

Soft-Touch und Top-Verarbeitung

Bei der Razer Blackwidow Chroma handelt es sich um eine Volltastatur mit Nummernblock. Die Multimedia-Funktionen wie zum Beispiel für das Weiterschalten von Musiktiteln legt Razer als Doppelbelegung auf die F-Tasten. Zusätzlich stehen Ihnen auch fünf gesonderte Makrotasten auf der linken Seite zur Verfügung. Beim Material wählt der Hersteller Kunststoff mit Soft-Touch-Oberfläche: Die ist sogar nicht allzu anfällig für Fingerabdrücke, dafür aber für Staub. Die Symbole und Ziffern auf den Tasten sind lasergraviert und sind somit so gut wie abriebfest. Das USB-Anschlusskabel ist mit Stoff ummantelt (gesleevt) und somit weniger anfällig für Brüche oder Schnitte.

Im Vergleich mit der Blackwidow Ultimate von 2010 änder sich vom Design her nichts, die größten Änderungen fanden unter der Haube statt.
Vergrößern Im Vergleich mit der Blackwidow Ultimate von 2010 änder sich vom Design her nichts, die größten Änderungen fanden unter der Haube statt.
© Razer

An der rechten Außenseite der Tastatur befinden sich eine einzelne USB-2.0-Buchse sowie ein Audio-Hub. Die Höhe lässt sich über die gummierten Klappen an der Unterseite um eine Stufe verstellen, die Gummifüße an den vier Ecken sorgen zusätzlich für sicheren Stand. Alles in allem ist die Verarbeitung einwandfrei, denn auch bei ruppiger Handhabung klappert oder knarzt nichts, und auch die Spaltmaße sind weder unregelmäßig noch zu breit.

Umfassender Treiber mit Cloud-Anbindung

Zwar funktioniert die Blackwidow Chroma dank Plug & Play auch ohne gesonderten Treiber, doch den vollen Funktionsumfang erhalten Sie erst, wenn Sie die Software Razer Synapse installieren. Allerdings fordert der Treiber bei erstmaliger Verwendung das Einrichten eines Benutzerkontos. Hintergrund ist die Anbindung an die Cloud: All Ihre Einstellungen und Profile lädt Synapse hoch in die Wolke, Onboard speichern die Eingabegeräte nichts mehr. Diese Tatsache lässt sich als Fluch oder Segen auslegen. Besitzen Sie auch andere Peripherie von Razer, dann bündelt das Programm alle Geräte und speichert die Einstellungen.

Razer Synapse ist übersichtlich aufgebaut und bietet vielfältige Einstellungsmöglichkeiten.
Vergrößern Razer Synapse ist übersichtlich aufgebaut und bietet vielfältige Einstellungsmöglichkeiten.

Derweil dürfen Sie sich bei der Beleuchtung nach Lust und Laune austoben, denn jedes Tastenmodul verfügt über eine eigene LED – unter anderem ist diese Einzeltastenbeleuchtung ein Grund, warum mechanische RGB-Tastaturen teurer als die einfarbigen Modelle sind. Neben der obligatorischen Regelung der Leuchtkraft haben Sie zusätzlich noch die Möglichkeit, die Lichter auffälliger darzustellen. Hierfür stehen Ihnen sechs vordefinierte Effekte zur Verfügung, die Sie in Synapse unter dem Reiter „Beleuchtung“ finden: Atmend, Reaktiv, Spektrum-Wechsel, Statisch, Welle und Plätschern. Reaktiv äußert sich beispielsweise, dass die gedrückte Taste kurz in der gewünschten Farbe aufleuchtet, die Dauer lässt sich in drei Stufen festlegen. Plätschern sorgt dafür, dass sich das Leuchten wie ein Wassertropfen auf einen ruhigen Wasserspiegel von der gedrückten Taste aus über die gesamte Tastatur ausbreitet.

Eigene Effekte und Gaming-Modus

Allerdings gibt Ihnen Razer auch selbst die Zügel in die Hand, wenn Sie sich selbst kreativ betätigen möchten. Hierfür wählen Sie im Treiber „Angepasst“ und klicken rechts auf den „Chroma-Konfigurator“. Dort lassen sich nicht nur Tastengruppen, sondern auch einzelne Tasten mit einer eigenen Farbe und einem eigenen Effekt belegen – hier gibt es also viel Spielraum für Individualität. Alternativ stehen auch hier schon bereits vordefinierte Sets zur Verfügung, beispielsweise für FPS (First-Person-Shooter) oder MOBAs (Multiplayer Online Battle Arena). Doch auch speziell für einige Spiele wie Counter Strike: Global Offensive oder Starcraft 2 gibt es Leuchtprofile. Wir finden, dass Synapse übersichtlich gestaltet ist und keine große Einarbeitung vonnöten ist.

Die Beleuchtung lässt sich sogar für einzelne Tasten regeln, die Bedienung geht einfach von der Hand.
Vergrößern Die Beleuchtung lässt sich sogar für einzelne Tasten regeln, die Bedienung geht einfach von der Hand.

Weiterhin bietet der Treiber auch die Möglichkeit, eigene Makros, Tastenkürzel und Profile zu programmieren und abzuspeichern. Ein zusätzlicher „Gaming-Modus“ deaktiviert die Windows-Taste und auf Wunsch auch die Kombinationen Alt + Tab sowie Alt + F4, um nicht aus Versehen aus dem Spiel zu fliegen. Auch eine Oberflächenkalibrierung für Mauspads ist an Bord, allerdings konnten wir danach keinen allzu großen Unterschied feststellen.            

Test-Fazit zur Razer Blackwidow Chroma

Die Razer Blackwidow Chroma ist eine wahre Gaming-Tastatur, die dank tadelloser Verarbeitung und üppiger Ausstattung auch anspruchsvolle Spieler zufriedenstellen dürfte. Die Chroma-RGB-Beleuchtung sorgt zusätzlich für umfassende Anpassungsmöglichkeiten, während die grünen mechanischen Schalter eine flinke Bedienung erlauben – für PC-Spieler also genau das Richtige! Außerdem erlaubt die opulente Treiber-Software Synapse eine einfache Einrichtung inklusive Cloud-Speicherung, obwohl wir uns gerne auch einen zusätzlichen Onboard-Speicher gewünscht hätten. Des Weiteren fehlt uns persönlich auch eine Handballenablage. Doch dieser Kritikpunkt ist Geschmackssache, genau wie das Handling der grünen Razer-Schalter. Deshalb unsere Empfehlung: Vor dem Kauf unbedingt einmal ausprobieren!

Der größte Kritikpunkt ist allerdings die unverbindliche Preisempfehlung von satten 199,99 Euro – allerdings befindet sich die Blackwidow Chroma damit in guter Gesellschaft, denn die Konkurrenz verlangt für die RGB-Modelle in etwa die gleichen Preise. Immerhin gibt es die Tastatur in unserem PC-WELT-Preisvergleich schon ab 165 Euro. Das ist auch kein richtiges Schnäppchen, allerdings ist das aktuell der Preis für die farbenfrohe Beleuchtung. Wenn Sie darauf aber verzichten können und Ihnen einfarbige LEDs genügen, dann greifen Sie zum Vorgänger Blackwidow Ultimate oder zu anderen Tastaturen, die es schon für unter 100 Euro gibt.

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

Razer

Internetadresse

www.razerzone.com/de-de

Preis (UVP)

199,99 Euro

Technische Daten

Razer Blackwidow Chroma

Abmessungen (L x B x H)

475 x 171 x 39 Millimeter

Gewicht

1,5 Kilogramm

Bauart

mechanische Schalter (Razer Green)

Anschluss

USB 2.0

Kabellänge

1,8 Meter

Anschlüsse

1x USB 2.0, Audio (Mikrofon und Kopfhörer)

Format

Standardlayout mit Nummernblock (113 Tasten)

Sondertasten

5x Makrotasten

Beleuchtet

ja (RGB, 16,8 Millionen Farben)

Onboard-Speicher

nein, Cloud-Speicherung via Treiber

Extras

Multimedia-Funktionen / N-Key-Rollover / 1000 Hz Polling-Rate / gesleevtes Kabel / Cloud-Speicher für Einstellungen

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