28.07.2008, 10:00

Thomas Rau

Raumschiff-Router

Hercules HWNR-300

Das Design des WLAN-Router HWNR-300 von Hercules beeindruckt auf den ersten Blick. Auch der günstige Preis von rund 65 Euro lässt aufmerken. Das war’s aber dann schon fast mit den guten Nachrichten.
Den WLAN-Router von Hercules stellt man hochkant auf. Drei abnehmbare Antennen stecken am schmalen Gehäuse, zwei davon auf höhenverstellbaren Armen: So sieht der Router aus wie ein Spielzeugraumschiff. Trotz des auffälligen Designs kostet der Router nur 65 Euro. Gespart hat Hercules eher am WLAN-Chipsatz: Der Hersteller verwendet einen Chipsatz von Ralink, wie er sich in vielen günstigen Routern findet. Der HWNR-300 entspricht dem Draft 2.0 des WLAN-Standards 802.11n und trägt das entsprechende Prüfsiegel der Wi-Fi-Allianz.
Tempo: Über die kurze Messdistanz von drei Metern gehörte der HWNR-300 zu den schnellsten Routern. Mit dem herstellereigenen USB-Adapter HWNU-300 erzielte er durchschnittlich 87 MBit/s. Kaum schlechter war der Datentransfer von und zu einem Centrino-Notebook mit 11n-WLAN-Modul. An den beiden entfernteren Messpunkten (10 und 20 Meter) brach die Datenrate jedoch deutlich ein: Hier fiel der Hercules-Router ans Ende des Testfeldes zurück.
Sicherheit: Der Router unterstützt WPS in der Push- und Pin-Variante. Lobenswert: Der Einrichtungsassistent schlägt als Verschlüsselung WPA2 vor, der Installationsassistent fordert beim Einrichten des Routers zum Wechseln des Zugriffspassworts auf. Allerdings darf man die Installation auch fortsetzen, wenn man das Passwort nicht ändert. Universal Plug’n’Play ist standardmäßig de-aktiviert. Allerdings fand sich im Menü keine Option zum Ansehen oder Speicher von Log-Dateien.
Handhabung: Fürs Installieren und Einrichten des Routers finden sich Assistenten auf CD und im Menü. Das Menü ist übersichtlich strukturiert, gerät für ein Router-Menü allerdings recht verspielt. Die wichtigsten Optionen sind vorhanden – etwa für Port-Weiterleitung, Filter und Quality-of-Service, doch die meisten anderen Router bieten mehr Einstellmöglichkeiten. Auch die Hilfetexte wollen eher unterhalten als informieren.
Ausstattung: Der 4-Port-LAN-Switch und der Internet-Port des Routers arbeiten mit Fast-Ethernet-Tempo. Das war’s auch schon mit Ausstattungs-Highlights: WDS bespielsweise unterstützt der HWNR-300 nicht.
Ergonomie: Die Leistungsaufnahme bei der Datenübertragung betrug 6,8 Watt. Das ist erfreulich sparsam, ebenso wie die 5,5 Watt, die wir ohne Datentransfer maßen.
Fazit: Wer einen Router fürs Designer-Wohnzimmer sucht, liegt beim Hercules HWNR-300 richtig. Sein Tempo genügt allerdings nur für kleine WLANs. Das Konfigurationsmenü ist zwar betont einsteigerfreundlich, lässt aber einige Optionen vermissen.
Alternativen: Optisch kann der Linksys WRT160N mit dem Hercules-Router mithalten – er ist darüber hinaus schneller und bietet mehr Konfigurationsmöglichkeiten.
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