04.06.2010, 11:25

Daniel Matschijewsky

Rasantes Multiplayer-Rennspiel

Blur im Test

Mario Kart für Erwachsene: Laden Sie Ihre Freunde ein, schubsen Sie sie mit Waffengewalt von der Piste! Im Test von Activisions Action-Rennspiels Blur hat uns das diebisches Vergnügen bereitet.
Hoffentlich haben Sie tolerante Nachbarn. Denn wer Blur spielt, der gibt das komplette Spektrum menschlicher Emotionen zum Besten. Fluchen über eine vom Erstplatzierten fies vor den eigenen Kühlergrill platzierte Mine, verzweifelte Rufe nach dem rettenden Reparatur-Upgrade oder adrenalingetränkte Jubelschreie über den Herzschlag-Sieg in allerletzter Millisekunde.
Das Action-Rennspiel stammt von Bizzarre Creations, die PC-Spielern eher unbekannt sein dürften (zuletzt erschien 2008 der mäßige Shooter The Club), sich aber auf Microsofts Xbox-Konsole mit der Rennspiel-Serie Project Gotham Racing einen hervorragenden Ruf erworben haben. Das Spielprinzip von Blur borgt Bizarre Creations von einer anderen legendären Konsolenreihe, Nintendos Kult-Raser Mario Kart. Allerdings bietet es aber nicht nur ein weit größeres Spektakel, sondern auch mehr taktische Tiefe und ein cooles Rollenspiel-System.
Der Vergleich zu Mario Kart kommt nicht von ungefähr: Wie beim großen Vorbild liegen auf den Blur-Strecken Upgrades verteilt, die Sie durch simples Drüberfahren einsammeln und auf Knopfdruck aktivieren.
Die acht Waffen gewinnen zwar keinen Kreativitätswettbewerb (Lenkraketen, Minen, Schutzschilde, Nahkampfangriffe, Nitro-Schübe), sind aber allesamt sinnvoll und taktisch vielseitig einsetzbar. Minen etwa lassen sich nicht nur hinter dem eigenen Fahrzeug platzieren, sondern auch dem Vordermann ins Heck feuern. Und wer gut zielt, der zerballert einen heranrasenden Energieball mithilfe dreier Miniblitze, und die Vorfreude des dafür verantwortlichen Kontrahenten gleich mit. Der Clou: Ähnlich wie in Need for Speed: Shift bringen Ihnen solche Aktionen Punkte ein, hier Fans genannt. Wenn Sie genügend davon gesammelt haben, steigen Sie im Rang auf und schalten so neue Autos, Lacke und Mods frei.
Das sind passive Boni, von denen Sie bis zu drei ins eigene Auto verbauen und sich so einen individuellen Vorteil verschaffen dürfen. Mehr Schaden für den Stoßangriff oder doch lieber einen Schild, der feindliche Attacken schluckt und in eine wiederverwendbare Waffe verwandelt? Bizarre Creations schlägt durch diesen Kniff zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen motivieren die ständigen Belohnungen und freischaltbaren Boni für Wochen. Zum anderen ermöglichen die 24 höchst unterschiedlichen Mods eine im Genre beispiellose taktische Vielseitigkeit.
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