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Transcend TS128GSSD25S-M

21.01.2009 | 15:15 Uhr |

Preisrutsch bei Solid State Drives: Mit dem 128-GB-Modell Transcend TS128GSSD25S-M sackt der GB-Preis auf rund 1,50 Euro ab. Wir prüfen, ob die SSD nicht nur billig, sondern auch gut ist.

Asymetrisch: Die Platinenoberseite der Transcend TS128GSSD25S-M mit zehn der 16 Flash-Speicherchips
Vergrößern Asymetrisch: Die Platinenoberseite der Transcend TS128GSSD25S-M mit zehn der 16 Flash-Speicherchips
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Die Solid State Drive Transcend TS128GSSD25S-M setzt bei den Speicherchips auf die Technik Multi Level Cell (MLC). Diese Technik sichert bis zu vier Bit pro Speicher-Zelle, muss dafür allerdings beim Auslesen unterschiedliche Spannungen anlegen. MLC-Chips erlauben daher höhere Speicherkapazitäten pro Fläche und sind deshalb auch deutlich preisgünstiger als ihre SLC-Kollegen (Single Level Cell). Letztere sind dafür leistungsfähiger und grundsätzlich langlebiger.

Preis: Je nach Speicherchiptyp, Kapazität und Ausstattung variiert der GB-Preis für Solid State Drives (SSD) enorm. Die bisher von uns getesteten SSDs bewegen sich innerhalb einer Preisspanne gut 1,5 bis 17 Euro. Zum Vergleich: Bei 2,5-Zoll-Laufwerken mit klassischer Magnettechnik wie etwa dem aktuellen Testsieger Samsung Spinpoint M6 HM320JI berappen Sie pro GB derzeit gerade einmal 19 Cent. Für Solid State Drives müssen Sie also momentan noch das zehn- bis hundertfache auf die Ladentheke blättern.

Zumindest was den Preis betrifft, macht die Solid State Drive Transcend TS128GSSD25S-M aber eine sehr gute Figur: Mit einer formatierten Kapazität von 119,4 GB liegt der Preis pro Gigabyte bei 1,59 Euro - damit führen wir die Transcend-Festplatte als aktuell preisgünstigste SSD in unserer Bestenliste.

Ausstattung: Die Flash-Speicher-Platine verpackt Transcend in ein 2,5-Zoll-Gehäuse aus schwarzem Plastik. Die Platine ist dabei nicht - wie bei allen anderen Herstellern - mit dem Gehäuse verschraubt, die beiden Plastikschalen sind nur gegeneinander eingeklickt. Um das Innenleben unter die Lupe zu nehmen, mussten wir daher das Gehäuse aufhebeln. Insgesamt macht die Konstruktion keinen besonders stabilen Eindruck, erfüllt aber Ihren Zweck. Positiver Nebeneffekt: Das Gewicht der Transcend TS128GSSD25S-M fällt damit sehr niedrig aus und beträgt lediglich 48 Gramm.

Schwächeanfall: Bei der Transcend TS128GSSD25S-M brechen die Schreibraten mangels Cache ein
Vergrößern Schwächeanfall: Bei der Transcend TS128GSSD25S-M brechen die Schreibraten mangels Cache ein
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Die 128-GB-Festplatte besteht aus 16 Speicherbausteinen des Typs Samsung K9HCG08U1M-PCB0, die eine Bruttokapazität von jeweils 8 GB bieten. Der SSD-Controller Jmicron JMF602 gehört zur Standardausstattung preisgünstiger MLC-SSDs. Im Gegensatz zu anderen Anbietern gibt der JMicron JMF602 den Flash-Datenstrom nicht nur direkt über die SATA/300-Schnittstelle aus, sondern optional auch über den USB-Port. Ein Cache-Baustein zur Datenpufferung fehlt der Transcend TS128GSSD25S-M zwangsläufig, da der JMF602-Controller dafür nicht ausgelegt ist.

Die Schockfestigkeit gibt Transcend mit 1500 G an, der Energieverbrauch soll im Bereitschaftszustand 0,6 und beim Zugriff 2,5 Watt betragen. Die mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (Mean Time Between Failures, MTBF) liegt laut Hersteller bei einer Million Stunden, üblich für klassische Scheibendreher der 2,5-Zollklasse sind 0,6 Millionen Stunden.

Geschwindigkeit: Bei den Solid State Drives ermitteln wir die Zugriffszeiten und die sequenziellen Datenraten, die das technisch mögliche Maximum unter idealen Voraussetzungen ausloten. Hinzu kommen Praxismessungen beim Lesen, Schreiben und Kopieren. Die Praxistests sind für eine faire Beurteilung der SSDs unabdingbar, da insbesondere Modelle ohne Pufferspeicher beim Schreiben von Daten massive Tempoeinbrüche zeigen.

Sequenzielle Datenraten: Die Transcend TS128GSSD25S-M war über alle sechs Messungen gemittelt gemeinsam mit der Patriot Warp SSD V2 PE128GS25SSD die viertschnellste SSD des zehnköpfigen Testfeldes. Die maximale Datenrate des Transcend-Modells betrug beim Lesen gut 160 MB/s, sackte aber beim Schreiben mit rund 98 MB/s spürbar ab. Durchschnittlich erreichte die TS128GSSD25S-M beim Lesen noch rund 150 MB/s, der Schreibwert fiel mit gut 80 MB/s wieder deutlich schlechter aus.

Während die minimale Leserate mit fast 134 GB/s noch recht ansprechend war, brach das Transcend-Modell bei der minimalen Schreibtransferrate hingegen massiv ein: Ein deutlicher Abfall der minimalen sequenziellen Schreibrate ist zwar typisch für SSDs mit MLC-Technik ohne Pufferspeicher, mit mageren 25,6 MB/s reihte sich die TS128GSSD25S-M bei dieser Messung aber ganz am Ende des Testfeldes ein. Auf der anderen Seite waren vergleichbare 128-GB-SSDs wie die G.Skill FM-25S2S-128GB (28 MB/s) und die Patriot Warp SSD V2 PE128GS25SSD (26,2 MB/s) hier auch nicht viel besser. Schuld daran ist wahrscheinlich der SATA-Controller Jmicron JMF602, der aufgrund seiner acht Speicherkanäle auch nur acht Flashchips gleichzeitig ansteuern kann. Sind bei Schreibvorgängen alle acht Kanäle belegt, kann der Controller mangels Cache keine Daten puffern und die Datenrate bricht ein (siehe die Ausschläge nach unten im Transferraten-Diagramm links).

Praxis-Datenraten: Herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatten mit ferromagnetischer Speichertechnik erreichen in der Spitze allen drei Praxistests rund 30 MB/s. Auch hier bieten SSDs zum Teil deutlich schneller Tranferraten: Das Transcend-Modell ordnete sich - über alle drei Messungen gemittelt - knapp hinter der Patriot Warp SSD V2 PE128GS25SSD als fünftschnellste SSD des zehnköpfigen Testfeldes ein. Mit 58,6 MB/s war die TS128GSSD25S-M doppelt so schnell wie klassische Scheibendreher und gegenüber vergleichbarer MLC-SSDs mit 128 GB Kapazität wie der G.Skill FM-25S2S-128GB (60,1 MB/s) und der Patriot Warp SSD V2 PE128GS25SSD (60,9 MB/s) nur unwesentlich langsamer.

Standardkost: Controller Jmicron JMF602 und Flash-Chip K9HCG08U1M-PCB0 von Samsung
Vergrößern Standardkost: Controller Jmicron JMF602 und Flash-Chip K9HCG08U1M-PCB0 von Samsung
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Im Kopiertest überbot die Transcend-SSD mit 35,3 GB/s die schnellste herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatte hingegen nur noch um rund 17 Prozent. Dafür war die TS128GSSD25S-M auf Augenhöhe mit den direkten Konkurrenten von G.Skill (35,1 MB/s) und Patriot (35,7 MB/s). Ein schwaches Ergebnis förderte hingegen der Schreibtest zutage, der mit 21,1 MB/s zwar der zweitbeste Messwert aller MLC-SSDs im Test bedeutete, aber etwa 30 Prozent geringer ausfiel als bei schnellen 2,5-Zoll-Laufwerken mit ferromagnetischer Speichertechnik.

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