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Praxistest: Sony Ericsson Z610i

Lang ist es her, als das Vorgängermodell Z600 erstmals um die Kundschaft buhlte - Herbst 2003 um genau zu sein. Zumindest in zwei Punkten hat sich am Designkonzept trotz der großen Zeitspanne nichts verändert: Auch das Z610i ist ein Clamshell-Handy, das mit einer Bautiefe von 2 Zentimeter vergleichsweise dick aufträgt. Geblieben sind ferner die auffallenden Rundungen. Das war's dann aber auch schon fast mit dem Gemeinsamkeiten, denn optisch setzt das Nachfolgermodell ganz eigene Akzente.

Der Eyecatcher schlechthin ist die glatte, spiegelnde Oberfläche, durch die sich der Folder vom Gros der Handy-Kollegen absetzt. Die Oberschale gibt es dabei in den Trendfarben "Luster Black", "Rose Pink" und "Airy Blue". Laut Sony Ericsson ist das Z610i dadurch "wahlweise ein schlichter oder auffälliger Begleiter". Vollkommen richtig, allerdings reagiert erfahrungsgemäß vor allem weibliche Kundschaft auf Form und Farbgebung dieses Clamshell-Geräts.

Das Highlight dieses Handys ist sein monochromes OLED-Außendisplay, das unter der reflektierenden, halbtransparenten Außenhaut versteckt ist und nur dann in Erscheinung tritt, wenn das Telefon in Aktion ist - beispielsweise wenn ein Anruf oder eine Kurzmitteilung eingeht. Ein sehenswerter Effekt, der allerdings keineswegs so innovativ ist, wie der Hersteller uns glaubhaft machen will: schon vor einigen Jahren boten verschiedene Philips-Klapphandys den gleichen Effekt. Allerdings rückten die Holländer nicht wirklich in das Blickfeld der deutschen Konsumenten. Im aufgeklappten Zustand herrschen klare Linien: Alle Tasten sind auffallend groß dimensioniert und dem optischen Gesamtkonzept entsprechend ebenfalls rund abgeschliffen. Vorbildlich ist dabei, dass auch die farbliche Harmonie bei der Tastaturbeleuchtung gegeben ist, die in einem Roséton filligran durch die Beschriftung schimmert. Das TFT-Innendisplay ist mit 262.144 Farben auf 1,9 Zoll Flächendiagonale ausreichend groß bemessen und bietet saubere Kontraste und eine bestechende Farbbrillanz bei einem minimal sichtbaren Pixelraster - aber das ist man von Sony Ericsson ja mittlerweile gewohnt.

Bei der Verarbeitung macht das Z610i gegenüber dem Vorgängermodell einen großen Schritt nach vorne. Das betrifft vor allem das nach wie vor mächtige Scharnier. War das beim Z600i noch die klare Achillesferse (leierte schnell aus), verrichtet das Gelenk beim neuesten Folder pflichtbewusst seinen Dienst, ohne dass sich Auflösungserscheinungen bemerkbar machten. Auch die restlichen Bauteile sind erfreulich präzise ineinander verschraubt - Spaltmaße muss man da schon mit der Lupe suchen. Dass das Z610i dennoch nicht gerade den Eindruck erweckt, für die Ewigkeit bestimmt zu sein, liegt an den lauten Knarz- und Ächzgeräuschen, sobald man das Phone einmal härter anpackt; in puncto Robustheit leistet sich das Falthandy deswegen aber keineswegs einen Durchhänger. Die Zugaben des Z610i weisen einen ungewöhnlichen Schönheitsfehler auf: Zwar gehört ein USB-Kabel ebenso zum Lieferumfang wie eine 64MB Memory Stick Micro-Speicherkarte, doch dafür fehlt ein Headset.

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