Praxistest: Nokia E61

Schon ein Blick in die Verpackung zeigt dem Multimediafreund unmissverständlich, dass er sich gerade das falsche Gerät gekauft hat. Nokia legt nur ein kabelgebundenes Mono-Headset in den Karton aus Presspappe. Immerhin spendieren die Finnen dem Käufer neben den üblichen Beilagen in Form von USB-Datenkabel, Netzstecker und der PC Suite-Software noch eine überaus großzügig dimensionierte miniSD-Karte mit 512 MB Kapazität.
Slimness ist der Trumpf des Nokia E61: gerade einmal 14mm misst das PDA-Phone in Tiefenrichtung. Imposanter im negativen Sinne fallen die Flächenmaße aus: in der Hemdtasche will man das Handy kaum transportieren, zumal der Schreiberling satte 144 Gramm Gewicht auf die Waage bringt. Farb- und Materialmix wurden allerdings vortrefflich gewählt: das teilweise aus robustem Aluminium gefertigte Gerät präsentiert sich in einheitlichem, haptisch ansprechenden Silbermetallic-Gewand, das ohne optische Spielereien dem seriösen Designanspruch der Zielgruppe entgegenkommt. Doch schleichen sich ins akzeptable Gesamtbild die Nokia-typischen Verarbeitungsmängel in Form grober Spaltmaße und für Staubablagerungen anfälliger Anschlüsse ein.

Displaytechnisch macht kaum ein Smartphone dem E61 etwas vor: das quer verbaute QVGA-Display verfügt über eine fast drei Zoll lange Breitbilddiagonale. Protzige 16,7 Millionen Farben verwischen auch die letzten Kanten in Farbverläufen der Hintergrundbilder und die Ablesbarkeit ist dank transflektiver Bauweise auch unter starkem Außenlicht sichergestellt. Schade, dass sich der überragende Eindruck gerade beim wichtigsten Hardwaremerkmal des Geräts nicht fortsetzt: die Tastatur kann mit ihren schwammigen Druckpunkten MDA Vario, Palm Treo 750v oder P990i nicht mithalten. Wenig abgewinnen konnten wir auch den schmalen Softkeys und dem unpräzisen Plastik-Joystick, der wohl besser als Navkey auf die Welt gekommen wäre.

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